Die Frau, die mich damals mobbte
Beichthaus.com Beichte #00029793 vom 10.02.2012 um 12:10:03 Uhr (44 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00029793 vom 10.02.2012 um 12:10:03 Uhr (44 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00029776 vom 05.02.2012 um 12:59:25 Uhr in Hamburg (Quarree 8-10) (18 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00029740 vom 23.01.2012 um 11:03:08 Uhr (30 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00029723 vom 15.01.2012 um 13:30:05 Uhr in Wien (45 Kommentare).
Beichthaus.com Beichte #00029703 vom 10.01.2012 um 19:15:56 Uhr (34 Kommentare).
Aggression Begehrlichkeit Betrug Boshaftigkeit Diebstahl Drogen Dummheit Ehebruch Eifersucht Eitelkeit Ekel Engherzigkeit Falschheit Faulheit Feigheit Fetisch Fremdgehen Geiz Gewalt Habgier Hass Hochmut Ignoranz Lügen Manie Maßlosigkeit Masturbation Missbrauch Misstrauen Morallosigkeit Mord Neid Neugier Peinlichkeit Prostitution Rache Schamlosigkeit Selbstsucht Selbstverletzung Sex Stolz Sucht Trägheit Trunksucht Ungerechtigkeit Unglaube Unreinlichkeit Vandalismus Verrat Verschwendung Verzweiflung Völlerei Vorurteile Waghalsigkeit Wollust Zorn Zwang Zwietracht
Die Verursacherin des Ganzen stand für mich von Anfang an fest, ich getraute mich allerdings nicht gleich etwas zu unternehmen, weil mir vollkommen klar war, dass der Hass meine Sinne vernebelte. Mein Partner und ich baten jedoch, nachdem wir uns eingehend beraten hatten, die ganze Firma zum Einzelgespräch. Ich fasste langsam aber sicher den Plan, ihr einfach nur noch volle Breitseite gegen den Karren zu fahren. Mir war insgeheim vollkommen egal, ob sie etwas damit zu tun hatte oder nicht. Ich wollte sie einfach nur aus tiefster Seele fertig machen, außerdem war ich mir sicher, dass sie derlei Gerüchte zumindest dankbar weitertragen würde. An dem Tag, als sie bei mir im Büro saß, auf dem unbequemsten Stuhl den ich finden konnte, empfand ich tiefste Genugtuung. Sie sah aus, als hätte sie nicht viel geschlafen, und Spuren in ihrem Make-Up verrieten, dass sie geweint hatte. Ich ließ mir Zeit und studierte ihre Akte, die ich bereits auswendig kannte, während sie nervös auf dem Stuhl hin- und herrutschte. Meine Eröffnungsworte hatte ich vor dem Spiegel geübt, trotzdem schlug mir das Herz bis zum Hals als ich sie leise und fast berstend vor Hass fragte, was sie überhaupt für ein Mensch sei, und ob es ihr immer noch Spaß machte andere zu quälen und zu demütigen. Ich begann ihr aufzuzählen, wie oft sie mich in der Schule geschlagen und schikaniert hatte. Mit lauterer Stimme fuhr ich fort, ob ihr denn das nicht endlich mal reiche und sie sich denn überhaupt nicht weiterentwickelt habe. Sie starrte mich nur dumpf an. Ich starrte hasserfüllt zurück und sagte, dass ihre Kündigung, samt einer derartig schlechten Bewertung, dass sie in Zukunft nur noch als Putzfrau arbeiten könne, schon bereit liege. Darauf begann sie krampfartig zu weinen und zu schluchzen. Ich gab ihr ein Taschentuch und fragte sie dabei, ob sie allen Ernstes glaubte sie könne ewig so weitermachen ohne jemals die Konsequenzen tragen zu müssen. Sie weinte noch eine Weile und irgendwann ließ ich sie einfach gehen. Sie war nach dem Gespräch vier Wochen lang krankgeschrieben.
Dann bekam ich einen dicken Brief von ihr. Ich wollte mir ihr Rechtfertigungsgeschwafel eigentlich nicht durchlesen, aber irgendwie interessierte es mich dann doch und ich öffnete den Brief. Das Papier wirkte alt und die Schrift war etwas verblasst. Sie entschuldigte sich auf zwanzig Seiten für jedes einzelne Mal, bei dem sie mich in der Schule gepiesackt und geschlagen hatte. Kein Wort darüber, dass sie irgendwelche Gerüchte in der Firma verbreitet hatte. Der Brief schloss damit, dass sie in einen der beiden Jungen verliebt gewesen war, die mich am liebsten gemobbt hatten, und der naiven Meinung gewesen war, dass sie so seine Aufmerksamkeit gewinnen konnte. Aber er hatte sie später wohl genauso verletzt wie sie mich. Der Brief war übrigens von 1997 datiert, also zwei Jahre nach meinem Abitur. Sie fragte mich, ob ich ihr jemals verzeihen konnte, und führte an, dass sie wisse, dass sie den Brief aus Feigheit und Angst, dass ich ihn wegwerfen könnte, sowieso nicht abschicken würde, sondern auf den passenden Moment im Leben wartete, wo sie mir all das persönlich sagen konnte. Das erschütterte mich zutiefst, obwohl ich ihr immer noch nicht verzeihen konnte, aber es zeigte, dass ich mich von meinen Gefühlen ihr gegenüber habe verleiten lassen, mich genau auf dieses Niveau zu begeben, was ich so fürchtete und verabscheute. Ich erwarte nicht, dass mich jemand versteht. Ich werde mich irgendwann noch einmal mit ihr Treffen, aber momentan bin ich einfach noch nicht bereit dazu. Der Verursacher der Gerüchte war übrigens ein junger Mitarbeiter, der sich von mir ungerecht behandelt fühlte.