Die Schaukelkrankheit

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Selbstsucht Lügen Kinder Heiligensee

Die Schaukelkrankheit
Als ich ungefähr fünf Jahre alt war, war ich mit dem Kindergarten über ein paar Tage in einem Ferienlager. Die Schaukelsituation dort war ziemlich angespannt, denn es standen nur eine Handvoll Schaukeln für mehrere Kindergruppen zur Verfügung. Als ich mit einigen Freunden gerade die Schaukeln okkupiert habe, kamen nach einer Weile Kinder eines anderen Kindergartens auf uns zu. Sie vermeldeten selbstbewusst, dass wir ja nun lange genug geschaukelt hätten und sie jetzt an der Reihe seien. Mit einem bedauernden Gesichtsausdruck erklärte ich ihnen jedoch, dass ich an der Schaukelei ja gar keine Freude hätte. Im Gegenteil, ich hätte eine schwere Krankheit, zu deren Therapie täglich zwei bis drei Stunden Schaukeln nötig seien. Und wenn sie sich noch länger in meiner Nähe aufhielten, liefen sie Gefahr, angesteckt zu werden. Mit erschrockenen Gesichtern trollten sie sich und wir konnten in Ruhe weiter schaukeln.
Ich möchte also Beichten, andere Kinder um ihr wohlverdientes Schaukelerlebnis im Ferienlager gebracht zu haben. Wir haben tatsächlich weitaus mehr geschaukelt, als uns im Sinne der sozialen Gerechtigkeit zugestanden hätte.

Beichthaus.com Beichte #00031109 vom 01.05.2013 um 11:51:35 Uhr in Heiligensee (13 Kommentare).

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Ein anderer Mensch im Urlaub

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Falschheit Betrug Lügen Neugier Grünwald

Ich (m/23) möchte beichten, dass ich, seit ich etwa dreizehn Jahre alt bin, eine ganz blöde Eigenschaft entwickelt habe. Immer, wenn ich nämlich zum Beispiel auf Kur oder im Urlaub war, habe ich den Leuten, mit denen ich nur während dieser Zeit befreundet war, irgendwelche Lügen über meine Person erzählt. So habe ich zum Beispiel mal behauptet, dass ich schwul wäre oder das ich eine Krankheit hätte.
Der Zweck dieser Wandlung war, dass es mich schon immer interessiert hat, wie die Leute auf mich reagieren würden, wenn ich anders wäre und es hat super funktioniert! So hatte ich, als ich behauptete ich sei schwul, viele weibliche Freunde. Natürlich nur als "Aller-Beste-Freundin" oder so, denn viele Frauen wollen einen schwulen Freund. Ich wollte einfach mal das, was diese ganzen 90 Jahre alten Verhaltens-Forscher-Säcke so erzählen, nachprüfen. Und es war und ist auch heute noch sehr interessant zu beobachten, wie das in der Realität aussieht. Ich mache das außerdem um etwas Abwechslung in mein Leben, dass sonst nur so vor langweiligem Klischee-Alltag strotzt, zu bringen. Leider ist die Kehrseite, dass ich dadurch wahrscheinlich schon viele Leute, die das Potenzial zu echten Freunden hätten, ziehen lassen habe oder andere verletzt habe. Wenn ich darüber nachdenke, tut mir das jedes Mal so leid, dass ich mir denke, ich muss das sein lassen, aber ich kann nicht. Ich will also beichten, dass ich mich bei passender Gelegenheit oft selbst verstelle, nur um nicht so langweilig wie immer zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00031103 vom 29.04.2013 um 19:55:58 Uhr in 82024 Grünwald (Mittelstr.) (20 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Einschlafen mit Bob Ross

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Peinlichkeit Verzweiflung Last Night

Einschlafen mit Bob Ross
Ich (w/20) habe schon seit knapp zwei Jahren ziemliche Schlafprobleme. Ganz egal, wie früh ich auch aufstehe, ich kriege es einfach nicht gebacken, abends vor drei oder vier Uhr morgens einzuschlafen. Dabei bin ich zum Teil eigentlich auch echt müde, aber ich schlafe einfach nicht ein. Stattdessen liege ich nur stundenlang im Bett rum und langweile mich. Manchmal bin ich aber auch so frustriert, dass ich einfach nur heule und mich wütend hin und her werfe, weil ich einfach so sauer auf mich selbst und meine Unfähigkeit zu schlafen bin. Ich meine, morgens klappt es doch auch! Da brauche ich nur auf meinen Wecker hauen, um fünf Minuten länger dösen zu können, und ZACK, bin ich wieder eingeschlafen und wache erst Stunden später auf, dann natürlich viel zu spät. Aber Abends? No way. Egal, was ich ausprobiert habe - Beruhigungstee, warme Milch, irgendwelcher Baldrian-Mist - nichts, aber rein gar nichts hat geholfen.

Ich war also eigentlich schon am Rande des Wahnsinns, als ich Ihn entdeckt habe: meinen ganz persönlichen Helden und Retter in Not. Bob Ross. Ich kann das gar nicht so richtig in Worte fassen, wie das für mich war, als ich seine phänomenale Wirkung auf mich entdeckte. Ich klickte lustlos irgendwelche Videos auf Youtube an, als mein Blick auf die Empfehlungen rechts an der Leiste fiel. Ein "Joy of Painting" - Video von Bob Ross, 26 Minuten lang. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber ich dachte mir "Na gut, was soll's. Wenn du schon nicht schlafen kannst, kannst du ja wenigstens irgendwas nützliches mit der Zeit anstellen und Malen lernen oder so."
Ich klickte das Video also an und war auf der Stelle verzaubert. Diese beruhigende Stimme. Diese netten, belanglosen Aussagen. Dieses wunderbar sanfte Gerede über irgendwelche Wolken, die da und da "leben" und dieses Kichern, wenn er seinen Pinsel abschlug. Ich war sofort verliebt. Und fiel nach knapp zehn Minuten in einen tiefen Schlaf. Seitdem schlafe ich perfekt. Ich brauche nur meine tägliche Dosis Bob Ross und alles ist gut. Das einzige Problem ist nur - ohne ihn kann ich einfach gar nicht mehr schlafen. Wann immer ich jetzt also bei meinem Freund übernachte oder bei irgendeiner anderen Freundin bin, muss ich also warten, bis sie eingeschlafen sind, damit ich heimlich auf meinem Handy Bob Ross hören kann. Mir wäre es viel zu peinlich, zuzugeben, dass ich so abhängig von diesem Typen geworden bin, dabei habe ich mir alles auf das Handy geladen, was ich von ihm finden konnte. Mittlerweile habe ich alle Folgen durch und jetzt höre ich mir die gleichen Folgen einfach immer und immer wieder an. Ich kann sie eigentlich schon auswendig. Eigentlich wäre das alles nicht wirklich schlimm, aber seit neuestem flüstere ich den Text auch noch mit. Ich finde das irgendwie gruselig und habe echt Angst, dass jemand herausfindet, dass ich nachts im Bett liege und "clouds are very free" vor mich hinwispere wie so eine verrückte Alte.

Beichthaus.com Beichte #00031101 vom 29.04.2013 um 21:15:21 Uhr (48 Kommentare).

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Mein Unglück im Kino

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Peinlichkeit Verzweiflung Dummheit Ekel Schmölln

Ich beichte, dass ich mich einmal im Kino eingepinkelt habe. Ich hatte den ganzen Tag über schon sehr viel getrunken (weil ich damals Diabetes bekam) und wir fuhren mit der Klasse ins Kino. Zehn Minuten nachdem der Film angefangen hatte, spürte ich schon langsam diesen Druck aber ich dachte mir, dass ich das noch bis zum Schluss durchhalten könne. Das ich es nicht schaffte, war ja klar. Als ich es nach der Hälfte des Filmes nicht mehr aushielt und gefühlte 1000 Bar Druck auf meiner Blase hatte, stand ich auf und ging so schnell wie möglich zum Ausgang. An der Tür angelangt musste ich feststellen, dass selbige nicht aufging. So sehr ich auch daran zog (und da lag das Problem), sie ließ sich nicht öffnen. also bin ich wieder auf meinen Platz. Nachdem ich jedoch sah, wie jemand anderes hinaus ging, lief ich schnell hinterher, in der Hoffnung es noch rechtzeitig aufs Klo zu schaffen. Doch auf dem Weg zum stillen Örtchen hielt ich dem enormen Druck nicht mehr stand.

Das Ende vom Lied: Ich kam in meiner Hose, die halb durchnässt war, wieder ins Kino. Am Ende hab ich mich damit rausgeredet, dass irgendwelche Kinder diesen Trick mit dem halb zugeklebten Wasserhahn gemacht hatten und ich deshalb so nass war. Ich möchte also beichten, dass ich mich nicht nur eingepinkelt habe, sondern das ich auch zu blöd war eine Tür zu öffnen.

Beichthaus.com Beichte #00031095 vom 28.04.2013 um 20:13:38 Uhr in 04626 Schmölln (8 Kommentare).

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“Beichte

Meine unausstehliche Kollegin

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Verrat Zorn Arbeit Hofgeismar

Meine unausstehliche Kollegin
Ich (w/28) habe dafür gesorgt, das einer Kollegin fristlos gekündigt wurde. Ich arbeite in einer Gemeinschaftspraxis und vor einiger Zeit schied eine gute und liebe Kollegin aus, weil sie schwanger wurde und sich danach auch nur noch ihrem Kind und ihrer Mutterrolle widmen wollte. Der Chef stellte daraufhin eine neue Kollegin ein, die sich von Anfang an absolut nicht ins Team einfügen wollte. Ständig machte sie uns Vorhaltungen, dass wir dieses oder jenes anders machen sollten, dass ihre früheren Kolleginnen alle viel effizienter gearbeitet hätten und wollte uns ständig ihre Meinung aufzwingen. Am Anfang haben wir wirklich noch versucht mit ihr zu reden und uns ihre Vorschläge anzuhören, wenn man lange irgendwo arbeitet wird man schließlich Stallblind und offen für Neues sollte jeder sein. Aber zum Teil schlug sie solchen Unsinn vor, dass wir nicht darauf eingehen konnten. Aber anstatt mal ein Nein zu akzeptieren, diskutierte sie immer weiter.

Das ging soweit, dass sie einem den ganzen Tag hinterherrannte und immer wieder mit dem gleichen Thema anfing. Eines Tages fing sie dann damit an, uns vorzuwerfen wir würden ihre Arbeit manipulieren und sabotieren. Sie griff eine Kollegin sogar so mit Worten an, das diese anfing zu weinen. Bei den Patienten war sie auch alles andere als beliebt. Null Feingefühl, patzige Anworten und nicht selten begann warf sie mit richtig üblen Schimpfwörtern um sich. Unsere Chefs bekamen davon wenig mit oder sagten nichts dazu, die Stimmung im Team wurde immer schlechter, jeden Tag gab es Streit und Gezänk mit ihr. Eines Tages warf sie mir dann vor, absichtlich Sachen vor ihr zu verstecken und behauptete, Ich würde Sie mobben. Daraufhin hab ich zu ihr gesagt, dass ich so etwas noch nie getan hätte, aber ich könne ja mal damit anfangen und bin am selben Abend noch zum Chef gegangen und hab ihm alles, wirklich alles, das diese paranoide Ziege in der Praxis über Monate so verbockt hat, aufgetischt. Jede Beschwerde von Patienten, jeden Fehler.

Ja, ich habe gepetzt, ich gebe es zu, etwas anderes war das nicht. Am nächsten Tag musste die Kollegin zum Chef ins Büro, Ergebnis: Fristlose Kündigung! Ich war geschockt, ich hatte ehrlich gesagt erst mit einer Abmahnung gerechnet, damit sie sich mal am Riemen reißt, aber gleich der Rauswurf? Im Nachhinein tut mir die Sache ziemlich Leid.

Beichthaus.com Beichte #00031094 vom 29.04.2013 um 00:26:45 Uhr in 34369 Hofgeismar (Oberer Graben) (29 Kommentare).

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