Vernachlässigtes Nachbarskind

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Verrat Ungerechtigkeit Nachbarn Kinder Leipzig

Vernachlässigtes Nachbarskind
Die meisten von Euch werden es sicher nicht verstehen, warum ich ein schlechtes Gewissen habe. Aber es ist nun mal da und es quält mich schon seit einigen Jahren obwohl jeder andere in meiner Situation sicher genauso gehandelt hätte, weil mein Handeln einfach richtig war.

Vor einigen Jahren lebte eine Etage über mir eine junge Frau mit ihrem kleinen Jungen (circa 4-5). Sie schienen ansich ein gutes Verhältnis zu einander zu haben und sahen beide auch immer gepflegt und völlig normal aus. Irgendwann bekam ich mit wie sie sich nachts immer auf den Weg irgendwo hin machte. Sicher kam der Verdacht schon auf, dass sie ihr Kind vielleicht allein lässt. Aber wie es so ist, man denkt sich immer, dass man so etwas nur aus dem TV oder durch Erzählungen kennt und sowas keiner wirklich tun würde. Ich habe selbst einen Sohn der mittlerweile 5 (damals war er circa 1 Jahr) ist und ich würde ihn niemals allein lassen. Dann sah man mit der neuen Nachbarin auch andere neue Leute die sicher zu ihrem Bekanntenkreis gehörten und man dachte sich, dass dann sicher auch jemand bei ihrem Kind ist.

Eines Tages kam ich vom Einkaufen und hörte Geräusche ein Stockwerk über uns, als ich die Treppe hoch kam. Ich ging hoch um zu sehen was dort los ist da es sich nach einem Kind anhörte. Ich sah den Jungen mit nichts außer einem verdreckten Pullover bekleidet, wie er versuchte wieder in die Wohnung hineinzukommen - er hatte sich ausgesperrt. Ich hab mich erstmal auf die Treppe gesetzt und ihn nach dem Namen gefragt und was denn los sei. Er meinte er habe sich ausgesperrt und als ich fragte wo denn seine Mama sein meinte er, dass sie "übermorgen" wiederkommt. Als ich fragte seit wann sie denn weg ist, meinte er "seit gestern früh".
Ich habe dann die Wohnungstür aufgebrochen, damit er sich wenigstens was anziehen konnte und um in die Wohnung zu sehen ob nicht vielleicht was anderes passiert ist. Als ich die Tür aufgebrochen hatte, traf mich allerdings der nächste Schlag - die Wohnung war total verwüstet so daß ich die Tür gerademal soweit aufbekam um den Kleinen durch den Spalt durchschlüpfen zu lassen um sich Klamotten zu holen. Nach mehreren Versuchen gab ich es auf, ihn saubere Sachen suchen zu lassen - alles war verdreckt und stank schrecklich.
Meine damalige Freundin und ich riefen dann sofort die Polizei an als ich mit dem Kleinen in unsere Wohnung kam.
Die Polizisten hatten es dann doch irgendwie geschafft die Tür richtig zu öffnen. Es sah echt übel aus. Überall lagen Sachen herum und man sah den Fußboden nicht mehr wegen all dem Zeug.
Wenig später kam dann auch eine Frau vom Jugendamt und war echt sauer auf mich, weil wir eben die Polizei geholt hatten. Als der Polizist sie fragte ob das Jugendamt eine Anzeige macht, verneinte sie es mit der Begründung es sich mit der Mutter nicht "verscherzen" zu wollen. Daraufhin meinte der Polizist, daß er dann eine Anzeige schreibt - notfalls auch als Privatperson. Er war ebenfalls sehr schockiert über diese ganze Sache.
Das letzte was ich von dem Jungen gesehen hatte war, wie er im Polizeiwagen saß und weggefahren ist.

Seither habe ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen ihm und auch seiner Mutter gegenüber. Ich weiß, dass mein Handeln richtig war, aber für ihn war dieser Zustand "normal" und ich bin mir sicher, dass er seine Mutter geliebt hat. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass seine Mutter auch ihn geliebt hat, aber mit der Situation überfordert war. Ich habe Bilder im Kopf, wo ich den Jungen in dieser verwüsteten Wohnung sehe - allein - weder TV oder Radio - völlig allein - vor sich hin vegetierend.
Diese Bilder kommen immer öfter da jetzt mein Sohn etwa im Alter dieses Jungen von damals ist. Es macht mich fertig und es tut mir für beide wahnsinnig Leid. Trotzdem würde ich immer wieder so handeln!

Beichthaus.com Beichte #00027901 vom 11.06.2010 um 23:22:08 Uhr in Leipzig (58 Kommentare).

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Der arme Kenianer

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Betrug Falschheit Ungerechtigkeit Urlaub Kenia

Ich (m/27) war vor 10 Jahren in einem recht luxuriösem Hotel in Mombasa (Kenia) mit meinen Eltern im Urlaub. Es war ein wunderschöner Urlaub. Das Hotel lag direkt am Strand am Indischen Ozean. Am Strand tummelten sich natürlich arme Kenianer die ihre Holzschnitzereien und Speckstein-Sachen an die Touristen versuchten zu verkaufen. Zum Glück wurden diese durch Hoteleigene Security davon abgehalten auf das Hotelgelände zu gelangen um nicht auch noch dort die Touristen zu belästigen. Warum zum Glück? Ich habe mir von einem armen Kenianer ein kleines Namensschild schnitzen lassen, morgens bestellt und Nachmittags zum abholen. Das Schildchen sollte 350 Kenia Schilling kosten was umgerechnet circa 3,50€ waren. Ich beichte hiermit das ich diesen armen Kenianer um 100 Kenia Schilling geprellt habe. Es tut mir wirklich Leid. Ich denke noch heute häufig an den armen Kerl, der wirklich auf das Geld angewiesen war. Das schlimmste ist eigentlich das ich dann noch arrogant am Pool gelegen habe und ich den armen Kerl nach mir rufen hören und sehen konnte. Ich habe so getan als ob ich schlafen würde. Sorry nochmal für meine Dreistheit.

Beichthaus.com Beichte #00027899 vom 10.06.2010 um 12:35:50 Uhr in Kenia (Serena Beach Hotel Spa, Mombasa, Coast) (38 Kommentare).

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“Folge

Mein jüdischer Mitbewohner

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Morallosigkeit Dummheit Trunksucht WG Studentenleben Köln

Es ist schon ein paar Jahre her, da haben ein paar Kumpels und ich uns einen blöden Streich erlaubt, der mir jetzt Leid tut. Während meiner Studienzeit lebte ich in einer 4er-WG, mich eingeschlossen vier Typen. Wir haben auch viel zusammen unternommen und waren gut drauf und haben uns auch das eine oder andere mal gegenseitig verarscht.
So auch an jenem Abend, wo einer meiner Kumpels, der Jude ist, über die Semesterferien ein paar Wochen daheim war. Wir also nur zu dritt zischten ein paar Bierchen und schauten uns Fußball an. Schließlich kamen wir auf eine verrückte Idee die auch gleich am Abend in die Tat umgesetzt wurde. Einer meiner Kumpels hatte sich letztens einen neuen Schrank gekauft und der alte stand noch immer im Flur und sollte mit dem nächsten Sperrmüll entsorgt werden. Nun dachten wir uns könnten wir doch etwas lustigeres damit anstellen bevor wir ihn wegschmeißen. Gesagt getan, die hintere Schrankwand wurde heraus montiert, der gesamte Schrank in seiner Tiefe etwas gekürzt und dann vor der Tür unseres Jüdischen Mitbewohners "montiert". So konnte er sein Zimmer nur noch durch diese "geheime" Schranktür betreten. Wir hängten noch ein paar Sachen in den Schrank damit man die Tür nicht gleich sah. So würde er sicher sein vor eventuellen Häschern, die das Apartment untersuchen könnten. Mein Kumpel nahm es zum Glück gelassen und mit Humor als er zwei Tage später wieder kam, auch wenn ich sagen muss dass es mir im Nachhinein und im nüchternen Zustand zu heftig vorkommt.


Ich habe in der Vergangenheit öfters darüber nachgedacht und möchte mich entschuldigen, dass meine Kumpels und ich uns einen Scherz aus einem schrecklichen Teil der Geschichte gemacht haben, der für viele Juden damals grausame Realität war. Ich bereue.

Beichthaus.com Beichte #00027894 vom 09.06.2010 um 06:05:49 Uhr in Köln (53 Kommentare).

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Der Einbrech-Kick

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Neugier Waghalsigkeit Manie Trunksucht Last Night Stödtlen

Ich beichte, dass ich (m/23) ein eigenartiges Hobby habe. An Wochenenden, wenn ich gut einen getrunken habe und dann angetütert nach Hause laufe, kann ich es nicht lassen, besonders bei den Häusern wohlhabender Leute, in den Garten einzusteigen und mich umzusehen. Ich will nichts stehlen und hab auch sonst keine perversen Absichten oder so - ich interessiere mich lediglich dafür, wie die Menschen so leben. Ich stöbere also durch fremde Gärten und guck mir alles so an, natürlich heimlich, was mir einen unglaublichen Kick gibt. Meine größten Feinde sind Lampen mit Bewegungsmeldern sowie Hunde, das hat schon so manches mal zu einem beachtlichen Heckensprung geführt! Doch seit einigen Wochen gehe ich weiter. Ich versuche mir Zutritt zu den Häusern zu verschaffen. Es ist erstaunlich, wie schlecht die Menschen, besonders gut betuchte, ihre Häuser gegen Diebstahl absichern. So kam es schon ein halbes Dutzend mal vor, dass ich mich nachts durch die Häuser wildfremder Leute geschlichen habe, still und heimlich. Ich hätte Diebesgut in beträchtlicher Höhe mitnehmen können - aber das will ich gar nicht, ich will nur sehen wie die Leute sich so einrichten und was es an toller Raumarchitektur zu bestaunen gibt. Und der Kick ist mehr als unglaublich! Mittlerweile geht das schon so weit dass ich mir zu hause einen antrinke, mir dann möglichst bequeme schwarze Sachen anziehe und beinahe schon Splinter-Cell-mäßig in irgendwelche Häuser eindringe. Das ist mehr als schräg, aber unglaublich spannend, und wie gesagt, der Kick - heller Wahnsinn.

Beichthaus.com Beichte #00027876 vom 02.06.2010 um 18:37:49 Uhr in Stödtlen (56 Kommentare).

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“Beichte

Betrunken von der Polizei aufgegriffen

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Trunksucht Zorn Waghalsigkeit Peinlichkeit Köln

Letzte Woche habe ich (w/18) mit ein paar Freunden am Fluss gechillt. Wir haben Wodka und Bier getrunken. Ich war später ziemlich besoffen, so wie jedes Wochenende. Ich bin dann mit meiner besten Freundin und ihrem Verlobten zu ihr gefahren, um schlafen zu gehen. Wir waren im Haus und plötzlich musste ich lachen, was nicht gut angebracht war, da die Eltern und die Oma am schlafen waren. Meine beste Freundin ermahnte mich deswegen, worauf ich dann einen Ausraster bekam. Ich haute ab. Der Weg in die nächste Stadt, ich befand mich in einem Dorf, war ziemlich lang, also zog ich meine Schuhe aus. Ich hab alle Autos angehalten, weil ich nicht nach Hause laufen wollte. Wenn ich was getrunken habe, bin ich mutig. Irgendwann fühlte ich mich verfolgt und habe den Freund und Helfer angerufen. Die wollten nicht kommen, also kam ich auf die Idee an Türen zu klingeln. Natürlich habe ich auch dort keine Hilfe bekommen. Ich machte mich weiter auf den Weg und hatte auf einmal Angst. Der Alkohol hat nachgelassen. Dann kam die Polizei und sie nahmen mich mit. Ich musste im Polizeipräsidium auf meine Mutter warten, da mein Wohnsitz 40 Kilometer entfernt liegt. Die Polizisten waren sehr freundlich und haben mir sogar ein Ladegerät für mein Mobiltelefon, was fast leer war, gegeben. Irgendwann beschloss ich meine Schuhe wieder anzuziehen und ein Buch zu lesen, da ich meine Schulsachen dabei hatte. Ein Polizeibeamter kam und meinte ich hätte eine Fahne und wie viel ich denn getrunken habe. Ich meinte nur ein paar Bier, worauf ich dann ein Alkoholtest machen musste. Ich dachte da wird nicht viel angezeigt, da ich mir ziemlich nüchtern vor kam. Als ich mit dem Blasen fertig war, guckte mich der Beamte erstaunt an und meinte: "Boah, mit 1,6 Promille könnte ich nicht Franz Kafka lesen."

Beichthaus.com Beichte #00027873 vom 01.06.2010 um 22:05:50 Uhr in Köln (52 Kommentare).

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