Hilfe, meine Eltern sind Ökos!

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Verzweiflung Falschheit Lügen Maßlosigkeit Familie

Meine Eltern waren schon immer das Idealbild dessen, was man gemeinhin als alternative Ökos bezeichnet. Wir wohnten extra in einem Haus mitten im Wald, um uns jegliche elektromagnetische Strahlung, Abgase und auch andere Menschen, - alle drei Dinge in etwa gleich übel in der Wahrnehmung meiner Eltern - vom Hals zu halten. Natürlich hatten wir einen Netzanschluss, aber der wurde nur im absoluten Notfall genutzt. Wir besaßen daher auch keinen Fernseher, Computer, oder irgendwelche andere Unterhaltungselektronik, außer einem kleinen, batteriebetriebenen Radio. Nicht einmal ein Telefon kam meinen Eltern in die finstere Bude. Unser Essen kochten wir am offenen Feuer, überall dienten Kerzen als Beleuchtung, und im Winter gefroren in den ungeheizten Räumen die Wände. In der Schule war ich mit den erdfarbenen Wollklamotten, die meine Mutter mehr schlecht als recht abends bei Kerzenschein mit ihren äußerst bescheidenen Strickkünsten zusammenprokelte, immer eine richtig schöne Lachnummer. Ich wurde eigentlich permanent gehänselt und selbst die Lehrer begegneten mir mit einer Mischung aus Belustigung und Befremden. Weder konnte ich über angesagte Filme mitreden, noch über Fernsehserien, noch über Musik oder sonstige Trends. Ich war quasi ein Alien. Im Informatikunterricht wusste ich nicht einmal, wie ein Computer eingeschaltet wird und meine Eltern versuchten, mich komplett vom Info-Unterricht freizustellen, was ihnen allerdings nicht gelang.

Im Ergebnis hielt sich meine Begeisterung für den täglichen Schulbesuch in sehr eng gesteckten Grenzen. Dazu trug auch bei, dass die nächste Bushaltestelle zu Fuß eine reichliche Stunde entfernt war, was besonders im Herbst und Winter einen wahren Hochgenuss darstellte, weil meine Woll- und Filzklamotten bei Regen oder Schnee ihre hervorragenden Saugeigenschaften überhaupt erst richtig zur Geltung bringen konnten, und danach natürlich auch noch komisch rochen. Eines Tages jedoch widerfuhr mir ein, in meiner Wahrnehmung, unglaubliches Glück: Auf dem Giebel unserer Schule wurde ein Mobilfunkmast angebracht. Ab dem Tag der Installation siechte ich langsam vor mich hin. Ich bewegte mich wie eine alte Frau, täuschte Ohnmachtsanfälle vor, die ich bald so dramatisch und überzeugend hinbekam, dass sie jedem Horrorfilmdarsteller zur Ehre gereicht hätten - inklusive vollkommen verdrehter Augen, übler spastischer Zuckungen und Erstickungsanfälle. Außerdem klagte ich über permanente Schmerzen in der Brust und im Kopf. Ich beschrieb das Gefühl so, als würden kleine Käfer mich von innen heraus auffressen. Irgendwo hatte ich das mal aufgeschnappt, und es kam mir in meiner frühpubertären Fantasie mit als das Schlimmste vor, was einem nur passieren konnte.

Für meine Eltern war indessen sonnenklar, dass der böse Funkmast - unbezweifelbar ein Werkzeug Satans - wieder weg musste. Sie führten einen unerbittlichen Krieg gegen die Schule und den Betreiber des Mastes, schleppten mich zu unzähligen Ärzten und Heilpraktikern, denen ich bald in routinierter Manier meine Symptome zu schildern wusste, und verfielen generell in blindwütigen Aktionismus gegen das System. Während der ganzen Zeit musste ich nicht in die Schule, was natürlich auch mein perfider Plan, und Sinn und Zweck meiner schauspielerischen Höchstleistungen gewesen war. Selbst als die seriöseren Ärzte nach unzähligen Tests schließlich simple psychosomatische Beschwerden diagnostizierten, witterten meine Eltern nur weiteren Verrat und stürzten sich auf die nicht ganz so seriösen Heilpraktiker, die allerlei krude Dinge mit mir anstellten. Eine der hirnerweichten Esoterikhexen, zu denen sie mich in der Folge schleppten, wollte gar gemeinsam mit mir masturbieren, um angeblich irgendwelche Energien abzuleiten. Glücklicherweise fiel jedoch nichts weiter vor, als dass sie mir ihre nackten, runzligen Hängebrüste eine Weile unter die Nase hielt, und sich dabei mit ihrer faltigen Hand im pelzigen, nach einer Mischung aus überlagerter Fischkonserve und einsetzender Verwesung riechenden Schritt herummachte.

Ein anderer dieser grenzdebilen Heilpraktiker wollte mir unbedingt mit Wahn im Blick und pädophiler Begeisterung irgendwelche Kräuter zur Reinigung in den Darm schieben, was ich aber durch eine beherzte Flucht aus dem Behandlungszimmer gerade noch so verhindern konnte. Nach diesen beiden fiesen Nummern kam ich dann doch ins Grübeln, ob ich meine kleine Scharade weiterhin aufrechterhalten wollte. Leider fuhr mir, beziehungsweise meinem Vater, vor dem Ende meiner Überlegungen der Zufall an die Karre. Eines Tages bekam ich eine üble Magen-Darm-Grippe, und da meine Mutter mittlerweile vollkommen hysterisch war, was mich und meine geheimnisvolle Elektrosensibilität anging, durchsuchte sie hektisch das Haus nach Strahlungsquellen und fand zu ihrem riesigen Entsetzen ein Handy. Zwar war das Teufelsding ausgeschaltet, aber meine Mutter wickelte es sofort dick in Alufolie und verhörte mich, ob ich etwas darüber wüsste. Sie ging wohl davon aus, dass ich es mir heimlich angeschafft hatte. Natürlich überlegte sie sich nicht, wie ich das hätte anstellen sollen - meine alten kratzigen, selbstgestrickten Wollschlüpfer dagegen eintauschen?! Nachdem ihre zweifellos bei der CIA abgeguckten Methoden zur Wahrheitsfindung die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten hatten, gab mein Vater schließlich kleinlaut zu, es für den Notfall gekauft zu haben, falls sich mal jemand verletzte. Für meine Mutter war das ein riesiger, unverzeihlicher Vertrauensbruch, und sie warf meinen Vater direkt raus. Er zog danach in ein Zelt, ca. 50 Meter vom Haus entfernt. Es dauerte lange, bis sie ihn wieder aufnahm, und in der Zwischenzeit hatten meine Eltern auch ordentlich Ärger mit dem Jugendamt, wegen meiner Schwänzerei.

Ich bekam einen psychologischen Betreuer und endlich mal richtige Klamotten. Sogar BHs und andere richtige Unterwäsche, die zu meinem größten Erstaunen nicht kratzte. Eine Pflegefamilie war auch im Gespräch, aber an der Stelle beugten sich meine Eltern doch dem verhassten System. Ich wechselte dann die Schule, eine simple Idee, auf die meine Eltern mit ihrem sturen Tunnelblick nicht gekommen waren und konnte ab da wenigstens so tun als wäre ich keine krasse Außenseiterin mehr. Am Ende musste ich jedoch zwei Klassen wiederholen. Die Ehe meiner Eltern hat seit damals einen gewaltigen Knacks und meine Mutter schiebt meine rätselhafte Erkrankung immer noch teilweise auf das Handy meines Vaters. Ich habe den beiden nie erzählt, dass mein Siechtum in etwa so existent war wie das Ungeheuer von Loch Ness. Heute studiere ich Germanistik und bin wenigstens halbwegs im normalen Leben angekommen. Meine Eltern leben jedoch nach wie vor im Wald, und wie ich die Sache sehe, wird das wohl auch bis ans Ende ihrer Tage so bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00036721 vom 27.09.2015 um 12:13:48 Uhr (15 Kommentare).

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Die gute alte Friendzone

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Verzweiflung Begehrlichkeit

Ich (m/20) beichte, dass mich Frauen seit geraumer Zeit gewaltig an die Grenzen meiner Nerven treiben. Der Grund dafür? Ich habe bei diesem Thema kläglich versagt! Ich habe es ganze neun Mal nicht geschafft, eine Beziehung oder Ähnliches zu beginnen. Das letzte Mal wurde ich von meiner ehemaligen besten Freundin abgewiesen - nach einer langen Freundschaft entwickelten sich meinerseits Gefühle für sie, aber sie fing wieder etwas mit ihrem Ex-Freund an. Wie nicht anders zu erwarten, ging das Ganze aber wieder den Bach runter. Kontakt haben wir inzwischen keinen mehr. Ich habe nun endgültig die Lehre daraus gezogen und renne keiner Frau mehr hinterher. Ich habe mit 20 Jahren endgültig die Nase voll davon! Ich kann offensichtlich keine Beziehung führen - auf der anderen Seite weiß ich das aber auch nicht, da ich ja noch nie eine hatte. Ich bin gefangen in einer misslichen Lage. Ich finde übrigens auch keine Gründe dafür, obwohl ich lange danach gesucht habe. Ich beichte hiermit also, dass ich wohl unfähig bin, meine Gefühle an eine andere Person zu vermitteln und meine Interessen jetzt lieber alleine verfolge.

Beichthaus.com Beichte #00036703 vom 24.09.2015 um 20:01:24 Uhr (13 Kommentare).

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Italiener bei der Arbeit

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Engherzigkeit Vorurteile Falschheit Hochmut Kollegen

Meine Chefin ist Italienerin und das regt mich auf! Nicht weil ich ausländerfeindlich bin, sondern mich stört ihr ganzes Gehabe um ihre Herkunft. Wenn sie etwas erzählt, ist alles, was nicht italienisch ist, sowieso scheiße. Und immer diese halbstündigen Ansprachen: "Ohne die Römer würden wir Germanen heute noch im Wald sitzen und Nüsse knacken." Sie ist stellvertretende Chefin eines mittelständischen Unternehmens, tut aber ständig so, als ob ihr der Laden gehört, obwohl sie nur angestellt ist. Zudem schleppt sie ständig ihre Verwandtschaft an und macht einen auf BELLA FAMILIA! Mama, Papa, ihre Brüder - ständig schneit wer rein. Letztens habe ich sogar den türkischen Paketboten für Verwandtschaft der Chefin gehalten. Wer weiß, ich kenne vielleicht noch nicht alle. Meine Chefin behauptet, ihre Familienangehörigen arbeiten dort für umsonst. Wer's glaubt?! Die Brüder sind nett, gebildet und sprechen sehr gut Deutsch.


Den einen mag ich, der ist klein und niedlich. Was mich außer an ihrem Machogehabe an ihnen aufregt, ist, wenn die Italiener dummes Zeug machen, sind sie unantastbar. Sie rennen sofort zur Chefin, wenn man sich beschwert. Nein, sie machen immer alles richtig - und wenn nicht, Mama Italia wird es richten. Ich bekomme schon immer einen Hau, wenn die Vespa wieder vor der Bude steht. Na, wer belustigt uns denn heute? Die Eltern kann man kaum verstehen, obwohl die Mutter angeblich Lehrerin war und beide seit über 30 Jahren in Deutschland leben. Wenn alle Italos anwesend sind, dann wird ständig irgendein stinkender Nudelfraß mit Knofi gekocht, und es läuft manchmal Höllen laut Italo-Schlager. Man kommt sich vor wie in einer Pizzeria, nicht wie in einem Handwerksbetrieb.


Dann bringt sie ständig für alle etwas zu essen mit, ob man es mag oder nicht. Wenn nicht ist man für zwei Tage unten durch, zumal es immer viel zu viel ist und sehr mächtig. Ich bin immer heilfroh, wenn sie mal wieder mit der ganzen Bande für vier Wochen nach Bella Italia fliegen. Ich tue trotzdem so, als ob ich sie alle gerne habe, obwohl es an manchen Tagen nicht stimmt, nur um in dem Ansehen meiner Chefin nicht abzurutschen. Zudem rege ich mich über eigentlich nette und freundliche Leute auf! Ich bereue und ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00036634 vom 14.09.2015 um 18:27:09 Uhr (9 Kommentare).

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Lehrer sind faule Säcke!

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Hass Schule

Lehrer sind faule Säcke!
Ich beichte, dass ich Lehrer hasse. Für mich sind es überbezahlte Besserwisser und außerdem sind sie stinkfaul. Halbtagsjob, 14 Wochen Ferien jährlich, Unkündbarkeit dank Beamtenstatus und dann noch vorzeitig in Pension wegen Burnout. Wie Altkanzler Schröder einst […]
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Beichthaus.com Beichte #00036604 vom 11.09.2015 um 13:34:28 Uhr (31 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Vergewaltigung durch meinen Lehrer

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Lügen Falschheit Selbstsucht Missbrauch Schule Jameln

Ich (w/35) habe mit 15 Jahren eine Vergewaltigung durch meinen Lehrer erfunden, da ich in diesen verliebt war, er aber glücklich verheiratet war - mit Frau und Kindern, und mir klargemacht hat, dass ich seine Schülerin bin und nichts weiter. Die Sache war nach einiger Zeit klar, da ich das Ganze zwar geplant, und mir auch mein T-Shirt zerrissen hatte, aber dann doch nicht genug nachdachte. Ich habe mich um Kopf und Kragen geredet und die Anzeige wurde fallen gelassen - der Lehrer hätte wieder seinen Beruf an der Schule ausüben können. Doch der Ruf war weg, etwas bleibt immer und manche Eltern sind hysterisch. Deswegen ist die Familie Hunderte von Kilometern weggezogen, was ich erst nach einiger Zeit erfahren habe. Auch, dass er eine neue Stellung gefunden hat, Gott sei Dank. Mir tut das alles total leid. Gerne würde ich die Familie um Verzeihung bitten, doch die Ehefrau des Lehrers hat uns am Tag, nachdem der Lehrer rehabilitiert war, heulend angerufen und mir angedroht, mir die Kehle durchzuschneiden. Daraufhin sind wir auch abgetaucht. Meine Eltern haben mir aber zum Glück direkt verziehen und waren für mich da. Ich habe das alles nicht gewollt. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00036457 vom 25.08.2015 um 19:27:32 Uhr in Jameln (30 Kommentare).

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