In den Fängen meiner Pflegeeltern

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Hass Engherzigkeit Familie

Ich muss beichten, dass ich Leute wie meine Pflegeeltern hasse. Deren Lebensinhalt besteht bis heute nur aus ihrer Arbeit und der nicht unerheblichen vierstelligen Zahl, die sich am Ende des Monats auf ihrem Konto dazurechnet. Sie haben ein dickes Haus, einen riesigen Garten, ein teures Auto, aber kaum Zeit, um sich darum zu kümmern. Für uns Kinder blieb selten so etwas wie Liebe, Zärtlichkeit, Verständnis oder Mitgefühl. Es zählte nur, dass wir gute Noten nach Hause brachten und als ich nach Abschluss der Orientierungsstufe eine Hauptschulempfehlung bekam, rastete meine Pflegemutter total aus und verpasste mir eine Woche Hausarrest. Anschließend hat sie alles dafür getan, mich mit mehr oder weniger legalen Mitteln auf eine Schule zu pressen, auf der ich gefälligst meine Zukunft verbessern sollte. Also durfte ich mich jeden Tag bis halb fünf in der Ganztagsschule abrackern, und wenn ich um fünf zu Hause war, konnte ich dann die restliche Hausarbeit erledigen, die meine völlig überarbeitete Pflegemutter nie schaffte, da ihr Mann, ein verbeamteter Sesselfurzer, und im Haushalt so nützlich wie ein Rennboot in der Wüste, ihr nie half und sich nach Feierabend auf die Couch knallte, um seine Nachrichten zu sehen. Als Belohnung fürs tägliche Ausführen des Köters, Fegen, Saugen, Wischen und was auch sonst gerade anfiel, durfte ich selbst mit sechzehn Jahren um 22:00 Uhr im Bett liegen und hatte einen supertollen Überwachungsschalter, welcher jeden Abend zu besagter Uhrzeit das Internet an meinem PC abstellte. Der war im Zimmer meines älteren Pflegebruders untergebracht, der ein absolutes Muttersöhnchen und einfach ein bescheuerter Möchtegern ist. Dass ich das Ding, sobald er nicht da war, einfach umgestellt habe, sodass ich wieder ins Netz konnte, hat er ewig nicht bemerkt. War ja auch nicht gerade ein Spezialist im IT-Bereich, der Gute. Alles, was er schon immer gut konnte, war petzen und den Obercoolen raushängen zu lassen.


Wenn ich nicht funktionierte, wie es meine Pflegeeltern wollten, wurden sie entweder handgreiflich oder versuchten, dies mit psychischem Terror zu erzwingen. Nach außen hin spielen sie immer die heile und ordentliche Familie vor, die sie einfach nicht sind. Meine Pflegemutter ist mittlerweile über fünfzig, bekommt langsam die Aussteuer ihrer jahrelangen Workaholic-Tour und hat Herzprobleme, ständig Stress mit ihrem Mann, den sie auch nur geheiratet hat, weil es für beide einen wirtschaftlichen Vorteil brachte und irgendwann in den nächsten Jahren, wird sie bestimmt auch noch ihre achtzigjährige Mutter pflegen dürfen. Ich beichte, dass ich kein Mitleid mit den beiden habe, weil sie auch nie welches mit anderen hatten und sie einfach nur Augen für Karriere und Geld haben. Von allen vier Kindern, die sie aufgezogen haben, sind nur zwei bei unseren Pflegeeltern angesehen, weil sie beruflich erfolgreich sind. Ich stand sowieso schon immer ganz unten, weil ich nicht so war, wie sie es sich gewünscht haben. Trotz des ganzen Drucks, mit dem sie mich zu formen versuchten, bin ich einfach ich geblieben. Unter anderem deshalb wurde ich mehr oder weniger ausgegrenzt. Als ich mit meiner Freundin zusammenzog, die ihnen übrigens auch nicht passte, hatte ich trotzdem noch sporadischen Höflichkeitskontakt. Nachdem ich dann von unserer Pflegemutter von der Hochzeit des Ältesten ausgeschlossen wurde, weil ich nicht in die Gesellschaft passen würde und die Aufmerksamkeit schließlich auf meinem Bruder liegen sollte, habe ich schließlich endgültig mit dieser Familie gebrochen.


Es tut mir leid, ehemalige Pflegemutti, aber ich werde auf deine Zweisatz-SMS/Mails nicht mehr antworten. Ein Kind kann man bequem unterdrücken und so formen, wie man es haben will. Nun bin ich erwachsen und du hast mir jahrelang gezeigt, dass für dich nur beruflicher Erfolg und äußerlicher Schein zählen, gute Noten und Gesellschaftstauglichkeit. Menschlichkeit ist dir bis heute ein Fremdwort. Ich lebe jetzt mein Leben und ihr seid kein Teil mehr davon. Du kannst also deine ohnehin lieblos geschriebenen Zwei-Sätzer vergessen und dich auf deine beiden tollen Erben konzentrieren, die dich sicher viel stolzer machen, als so ein missratener Zögling wie ich es deiner Meinung nach bin. Ich hoffe, du gehst an deiner Herzlosigkeit und karrieregetriebenen Oberflächlichkeit kaputt. Weiterhin beichte ich, dass ich als Kind hin und wieder ein paar Mark für Zeitschriften oder Süßigkeiten aus der Strafkasse für Beleidigungen geklaut habe. In die natürlich nur wir Kinder, von unserem nicht gerade üppigem Taschengeld, einzahlen mussten. Die Vaterfigur konnte natürlich Beschimpfungen aussprechen, solange er wollte. Und für Muttchen galt natürlich sowieso keine von den Regeln, welche sie aufstellte. Bitte vergebt mir.

Beichthaus.com Beichte #00032998 vom 05.04.2014 um 04:43:39 Uhr (13 Kommentare).

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Doppelmoral

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Morallosigkeit Lügen Engherzigkeit

Eigentlich finde ich es vollkommen in Ordnung, wenn andere One-Night-Stands haben oder reine Sexbeziehungen führen. Ich verteidige die Leute, über die aufgrund dessen schlecht geredet wird auch immer, da es ja - solange verhütet wird und beide etwas davon haben - eigentlich nicht verwerflich sein sollte. Allerdings möchte ich selbst keinen Partner, der schon viele Frauen vor mir hatte. Warum kann ich nicht mal genau erklären, wahrscheinlich möchte ich halt gern "die Eine und Einzige" oder zumindest nicht eine von vielen sein. Ich pflege also eine gewisse Doppelmoral nach dem Motto: "Kein Problem, wenn du in vielen Betten warst, nur bleibe bitte von meinem fern."

Vor Kurzem kam es dann, wie es kommen musste. Ein Freund, den ich sehr mag und auch sexuell attraktiv finde, der aber einen Ruf als "Disco-Stecher" hat, hat mir seine Liebe gestanden. Natürlich ging er davon aus, dass mir das vollkommen egal ist, was es mir natürlich nicht war. Weshalb ich ihm unter dem Vorwand, dass ich ihn nur als Freund mag, einen Korb geben habe. Ich möchte also beichten, dass ich eine Doppelmoral pflege, einem wirklich guten Freund falsche Hoffnungen gemacht und diesen auch noch belogen habe.

Beichthaus.com Beichte #00032992 vom 03.04.2014 um 22:55:36 Uhr (16 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Öl auf der Fahrbahn

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Betrug Waghalsigkeit Boshaftigkeit Auto & Co.

Beim 24-Stunden-Rennen auf einer langen deutschen Rennstrecke im Jahre 1992 habe ich einen großen Fehler begangen, der mich bis heute um den Schlaf bringt. Die Schlaflosigkeit wird immer schlimmer, je näher das 24-Stunden-Rennen jedes Jahr rückt. Damals war ich mit einigen Freunden zum Rennen gefahren. Wir schlugen unser Camp im Bereich Metzgesfeld auf. Für Unwissende: Hier bremsen die Autos von ungefähr 200 km/h auf 130 km/h runter und fahren eine Links-Links-Rechts-Kurven-Kombination. Ich, als eingefleischter BMW-Fan, war natürlich voll und ganz in der Erwartung, dass BMW alles in Grund und Boden fährt und gewinnt. Beim Start sah das auch noch ganz gut aus, dann aber kam die Nacht. Es wurde kalt, das Wetter schlug auf Nebel und Regen um, die allrad-getriebenen Autos wurden immer schneller. Meine geliebten Heckantrieb-BMWs versanken in der Tiefe der Ergebnisliste. Das konnte ich nicht ertragen. Dann kam mir diese verdammte Schnapsidee. Ich nahm kurzerhand eine Rolle Butterbrot-Tüten für Pausenbrote, füllte einzelne Tüten mit Speiseöl und knotete sie gespannt zu. Dann - jedes Mal, wenn so ein Allrad-Ingolstädter kam, schleuderte ich einen dieser Beutel über den Zaun auf die Rennstrecke. Auch er schleuderte - aber gut geölt in die Leitplanken.


Keine Sorge: Die Autos und deren Sicherheitseinrichtung sind so sicher, kein Fahrer hat Schaden erlitten. Sonst hätte ich das nie gemacht. Aufgrund dessen gab es - keine Ahnung wie viele - "Gelbe-Flaggen-Phasen". Während einer solchen hielt mein geliebter BMW-Werksfahrer (genannt Smoking Joe) direkt bei uns an der Unfallstelle an und schnorrte sich eine Zigarette. Was ihm vom Rennleiter eine Stop Go Zeitstrafe bescherte - er wurde zum Kaffee geboten. BMW gewann dann dennoch mit einem traumhaft schönen M3 vor einem weiteren BMW, Opel wurde ganz starker Dritter. Mein Gewissen plagt mich bis heute, weil ich derjenige bin, der Audi um den Sieg gebracht hat. Der bin, der den Streckenposten einen Arsch voll Arbeit beschert hat, meine Freunde um unser Speiseöl beraubt hat und Smoking Joe zu einem Kaffeekränzchen beim Rennleiter verholfen hat. Reumutig erbitte ich Ablass.

Beichthaus.com Beichte #00032987 vom 03.04.2014 um 13:27:58 Uhr (21 Kommentare).

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Diebstahl statt des Nebenjobs

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Diebstahl Habgier Morallosigkeit Shopping

Ich (w) beichte, dass ich fast alles nur noch klaue. Wir sind keine arme Familie, eher über dem Durchschnitt, aber meine Eltern sind sehr geizig. Ich bekomme 30 Euro Taschengeld, soll aber mein Handy, das Essen in der Schule, meine Klamotten, die Kosmetik und so weiter selbst zahlen, während sie sich lieber jeden Montag einen neuen Fernseher, ein neues Auto oder Ähnliches kaufen. Im Schlafzimmer haben sie inzwischen zwei Plasma-TVs und eine Leinwand. Nein, ich bin nicht faul, ich hatte bis vor Kurzem auch neben der Schule einen Job als Bedienung, aber ich habe es nicht mehr eingesehen, während der Schule bis nachts um ein Uhr zu bedienen - gerne auch mal zehn Stunden ohne Pause, aber der Verdienst war sehr gut - Schwarzarbeit halt. Nun ja - da wir sehr früh Prüfungen schreiben und es in unserer Stadt nicht viele Angebote gibt, habe ich da keine Lust mehr, mir etwas zu suchen.


Meine beste Freundin und ich klauen deshalb. Alles an Tabakwaren, was wir besitzen, teure Kosmetikartikel, Schmuck, Klamotten, ab und zu mal Alkohol oder Süßigkeiten, Snacks, Handyhüllen, teure Dekoartikel und so weiter. In unserer Stadt ist das ziemlich einfach - aufgrund mangelnder Überwachung, aber wir fahren auch öfters in die nahegelegene Großstadt und zahlen auch dort kaum etwas. Unsere Stadt haben wir fast durch - abgesehen von kleinen, privaten Geschäften, denen so etwas echt im Geld schaden würde. Ich genieße dieses Leben, das meiste brauche ich gar nicht, aber wenn es umsonst ist und ich es hinkriege, wieso nicht? Zwar will ich bald mal damit aufhören, aber ich glaube, ganz lassen werde ich es nie. Andere bewundern uns um das, was wir haben. In den letzten drei Monaten haben wir zu zweit für ungefähr 3.000 bis 4.000 Euro geklaut. Kaum jemand weiß etwas davon, meine Eltern merken es auch nicht.

Beichthaus.com Beichte #00032983 vom 02.04.2014 um 21:05:39 Uhr (30 Kommentare).

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Emotionen bei FIFA 14

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Aggression Zorn Vandalismus Games

Ja, ich habe hier auch etwas zu beichten. Ich habe so das Gefühl, dass ihr euch meine Tat vorstellen könnt, wenn ich den Grund dafür schreibe: FIFA 14! Ja, dieses verrückte Videospiel, auf das alle Fußballfans abfahren. Ich war bei einem guten Freund, der mich des Öfteren zu sich einlädt - er hatte sich kurz zuvor FIFA 14 gekauft und wollte mich auf der Playstation herausfordern. Ich habe keine große Begeisterung für Fußball, und FIFA hatte ich bislang noch nie gespielt. Doch als wir starteten, schlug ich mich gegen meinen Kumpel recht gut. Da ich das erste Mal FIFA spielte, hätte ich mich schon mit einer nicht allzu erniedrigenden Niederlage angefreundet, aber weil ich so gut spielte, stieg die Lust meinem Freund zu schlagen mehr und mehr. Die Lust wurde schon bald Besessenheit - da geht es recht schnell nicht mehr um den Spaß oder um Können, sondern um die Ehre und deinem Freund zu zeigen, was eine Harke ist.


Wie ging es aus? Ich schwitzte wie verrückt, mein Kumpel schien meine verstörte Haltung zu bemerken. Gegen Ende des Spiels wurde es fast schon hitzig, bei jeder Ballgewinnung von ihm setzte er einen Spruch ab, und ich wurde zorniger. Und dann? Es war die letzte Minute und er schießt so ein dämliches Sonntagstörchen. Er stand vom Sofa auf, jubelte laut und stieß regelrechte Jubelschreie aus. Da habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe den Kontroller mit voller Wucht gegen den Fernseher geschmissen. Glassplitter - sein Sony HD Fernseher futsch. Was ich aber noch schlimmer finde, war die Tatsache, dass ich mich gleich danach nicht einmal entschuldigte, sondern wegen der Niederlage seufzte und den Boden anstarrte. So habe ich mir aber wenigstens den Blick meines entsetzten Kumpels erspart.


Wir haben aber nach diesem Vorfall einen Schlussstrich gezogen, ich habe mich logischerweise bei ihm entschuldigt und ihm das Geld für einen neuen TV gegeben. Wir sind nach wie vor gute Kumpels. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass solche Videogames manchmal sogar beste Freunde zu unnötigem Wahnsinn und Stolz treiben. Bei unserem nächsten Treffen gingen wir "ausnahmsweise" auswärts und haben so richtig was getrunken. Ich muss zugeben, dass mich meine Tat selbst überrascht hat. Von wegen, dass man aufgrund eines Videogames nicht gleich ausrastet! Alles Unfug. Ich denke, wer mal selbst FIFA gegen einen guten Freund gespielt hat, der weiß, wovon ich rede und kann meine Tat nicht ganz, aber vielleicht einigermaßen verstehen.

Beichthaus.com Beichte #00032980 vom 01.04.2014 um 18:27:42 Uhr (17 Kommentare).

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