Eine Gardine als Partyretter

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Ekel Unreinlichkeit Morallosigkeit Trunksucht

Ich (m/25) war vor einigen Jahren auf einer Party. Und wie das halt so ist, gab es viel zum Essen und noch mehr zum Saufen. Und das muss alles irgendwann raus - also überkam mich ein großes Bedürfnis. Auf der Toilette ging mir jedoch leider das Papier aus. Es gab weder eine Ersatzrolle noch Handtücher. Ich schrie um Hilfe, doch die Musik war zu laut. Keiner hörte mich. Ich suchte in meiner Hose verzweifelt nach einem Taschentuch, aber wenn man dringend eins braucht, ist natürlich keins da. Doch das Fenster war mit einer kleinen, weißen Gardine verhängt. Ich nahm sie von der Stange und sorgte damit für angemessene Hygiene. Danach überlegte ich nicht lange und hängte sie wieder zurück. Nun kam mir der Gedanke, dass es vielleicht besser wäre, zu gehen. Der Gastgeber drückte mir sogar noch die Hand und sagte "Schön, dass du da warst!"

Beichthaus.com Beichte #00032160 vom 02.11.2013 um 23:57:21 Uhr (16 Kommentare).

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Der Wunsch, ein Normalo zu sein

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Betrug Neid Boshaftigkeit Falschheit Geld

Ich muss gestehen, dass ich mich zu großen Teilen zu einem sehr schlechten Menschen entwickelt habe. Ich wurde stets so erzogen, ganz genau aufzupassen, dass ich nirgendwo übervorteilt werde und immer meinen Teil von allem bekomme und ja nie irgendwo benachteiligt bin. Das typische Einzelkind sagt das Klischee. Aber das ist leider nicht alles, ich bekam sehr früh mit, also noch im Grundschulalter, dass meine Eltern sich belügen, Affären haben und sich um große Summen betrügen. Ich kenne eigentlich keinen anderen Zustand als diesen. Inzwischen sind meine Eltern komplett getrennt - seit ich das Gymnasium besuchte - allerdings lebe ich jetzt schon seit über zwanzig Jahren mit Lügen, gegenseitigen Lästereien und den Versuchen, mich auf die Seite eines Elternteiles zu ziehen. Aber auch sonst war meine Kindheit nicht toll - körperliche Züchtigung gehörte schon mal dazu. Wir hatten zwar immer alles, meine Eltern - jeder für sich - haben viele Immobilien, die tollsten Autos und einen Haufen Schotter, aber es war trotzdem alles andere als perfekt. Nun bemerke ich, wie ich mich genau zu einem Ebenbild von ihnen entwickle, und schaffe es nicht, mich dagegen zu wehren.


Ich führe eine Beziehung mit einer sehr lieben Frau, der all diese Sachen fremd sind. Ich habe einen tollen Job und mit einem Kompagnon eine eigene Firma gegründet, den ich auch übervorteile und hintergehe - da ich stets in der Angst lebe, er tue weniger als ich für unser Geld. Ich lüge oft, um mich besser darzustellen, die "Notlüge" gehört für mich fast schon dazu. Bei jeder Gelegenheit bediene ich mich irgendwelcher Geschichten, um mich besser darzustellen. Das hat beruflich großen Erfolg mit sich gebracht, ich habe es auch zu einem großen Vermögen, Häusern und Autos gebracht. Ich renne nur in den teuersten Anzügen herum, fahre Porsche und tue teure und dumme Dinge, um mir eine kurzzeitige Bestätigung und Glücksgefühle zu holen. Ich wünschte mir aber, ich wäre ein ganz normaler Typ, der irgendwo als normaler Angestellter arbeiten geht, eine Familie gründen kann, ohne stets in der Angst leben zu müssen, dass wieder irgendeine Story "auffliegt". Ich beichte hiermit, dass ich eigentlich alle materiellen Voraussetzungen hätte, ein total erfülltes und glückliches Leben zu führen - und doch betrüge ich, belüge alles und jeden, nur, um noch mehr zu bekommen und noch reicher zu werden. Auch habe ich Angst, dass die Menschen mich als "Normalo" nicht mehr mögen würden. Ich nehme mir oft vor, einfach ganz normal zu sein, und offen und ehrlich zu werden - wenn ich dann aber in einer Situation bin, in der es darum geht, mich zu präsentieren oder anderen etwas einzureden, falle ich jedes Mal in andere Muster zurück. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal die Eier entwickele, dass ich mal ohne Lügen meinen Mann stehen kann. Ich bitte um Absolution, da ich die sehr guten Voraussetzungen meines Lebens nicht sinnvoll nutze und vielen Menschen, die mir vertrauen, dreist ins Gesicht lüge.

Beichthaus.com Beichte #00032158 vom 02.11.2013 um 15:26:36 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Gestank im KZ

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Morallosigkeit Ekel Schamlosigkeit Falschheit Schule Oranienburg

Vor etwa 16 Jahren war unsere Klasse, gemeinsam mit der Nachbarklasse, im KZ Sachsenhausen. Ich hatte an dem Tag ziemlich starke und äußerst delikat anmutende Blähungen und war froh, dass wir die ganze Zeit draußen waren. Nun begab es sich, dass beide Klassen in einen kleinen Vorführraum gebracht wurden, um einen etwa 45-minütigen Film über die Verbrechen der Nazis anzuschauen. Es freuten sich natürlich alle tierisch darüber, denn es war doch recht kalt draußen - nur ich nicht. Es fing nach wenigen Minuten schon an, dass sich gewisse Geruchsbringer am Ausgang meiner Rosette versammelten und über die Zeit des Films zu einer monströsen Ansammlung von stinkender Luft anwuchsen. Unter Aufbringung all meiner Kraft, damit verbundenen Bauchschmerzen und dem Gefühl, als würde ich im Sekundentakt von der Wüste in die Arktis wechseln, hielt ich das, was da kommen mochte, zurück. Aber ich wusste, das würde nicht gut enden. In meiner kindlichen Blödheit wagte ich es jedoch nicht, den Raum zu verlassen und mich meiner Qual zu entledigen - nein, ich stand den ganzen Film durch, ohne auch nur ein Tönchen von mir zu geben.


Als der Film nach gefühlten sieben Stunden dann endlich zu Ende war, versuchte ich so schnell wie möglich nach draußen zu kommen. Jedoch war die Tür zu klein, um die Massen von zwei Schulklassen mit je 25 Schülern auf einmal durchzulassen, also stand ich mitten drin und konnte nicht mehr an mich halten. Das Ergebnis war ein sehr langer, unhörbar leiser Ziehfurz mit dem Aroma von verfaulten Eiern, gepaart mit wochenaltem Harzer Käse inmitten zweier Schulklassen. Innerlich fing ich an zu grinsen, äußerlich schaffte ich es dann doch recht schnell, den Ort des Geschehens zu verlassen, und, draußen angekommen, fingen die meisten schon an zu meckern, welches Schwein denn da geschissen hätte. Was mir dabei leid tut, ist, dass keiner auf die Idee kam, dass ich der Übeltäter war, denn den Anschiss dafür bekam einer meiner Freunde. Ich fand das damals so lustig, dass ich den ganzen Tag vor mich hingegrinst habe und noch heute anfange zu lachen, wenn ich daran denke. Sorry mein alter Schulfreund.

Beichthaus.com Beichte #00032150 vom 31.10.2013 um 13:08:07 Uhr in 16515 Oranienburg (Straße der Nationen) (24 Kommentare).

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Mein Traummann im sozialen Netzwerk

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Zwang Begehrlichkeit Verzweiflung Internet

Ich (w/22) beichte, dass ich eine geheime Obsession habe, da ich jeden Tag sehr penetrant immer denselben Mann bei einem sozialen Netzwerk "stalke". Ich stehe schon länger auf ihn und habe immer die Hoffnung, ihm tatsächlich mal zu begegnen. Denn er wohnt auch in meiner Heimatstadt. Aber um ihm eine Freundschaftsanfrage zu schicken, geschweige denn ihn einfach nur anzuschreiben, bin ich viel zu schüchtern und habe Angst, dass er mich abblitzen lässt. Deswegen werde ich immer wieder seine tollen Profilbilder angucken müssen, es ist schon wie eine Sucht. Andererseits bin ich auch froh, dass Profilbesucher in diesem sozialen Netzwerk nicht aufgezeichnet werden, denn dann wäre mir das peinlich. Ich bitte für diese Stalkerei deshalb um Vergebung, auch wenn es nur heimlich ist. Und ich hoffe, dass diese Sucht irgendwann ein Ende hat.

Beichthaus.com Beichte #00032136 vom 29.10.2013 um 18:53:40 Uhr (12 Kommentare).

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“Folge

Im Hotel versteckt

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Peinlichkeit Dummheit Urlaub Kinder Ellwangen-Röhlingen

Vor fünf oder sechs Jahren war ich (m/20) mit meiner Familie im Urlaub an der Nordsee. Meine Großeltern luden uns allesamt in ein 5-Sterne-Hotel ein, wo wir die nächsten Tage verbrachten. Ich teilte mir mein Zimmer mit meinem gleichaltrigen Cousin und wir verstanden uns wirklich prächtig. Noch dazu haben wir jeweils eine vier Jahre jüngere Schwester - die beiden verstehen sich ebenfalls sehr gut. Man kann also fast sagen, dass meine Tante und mein Onkel sich mit meinen Eltern gut abgesprochen haben, was das Timing angeht. Wir hatten wirklich viel Spaß, doch nach etwas zwei Tagen des Aufenthaltes und der Nutzung aller Möglichkeiten, die ein so luxuriöses Hotel bietet - also dem Dampfbad, der Sauna, dem Hallenbad, und so weiter - wurde uns Kindern dann schnell langweilig. Nach dem Abendessen überlegten wir, wie wir uns die restliche Zeit vertreiben konnten.


Tagsüber waren wir gut verplant, denn wir machten Ausflüge, badeten im Meer und ließen es uns gut gehen. Aber wie das so ist, unterhalten sich die Erwachsenen am Tisch ewig miteinander - deshalb wurde der Abend zum Kinderprogramm. Wir kamen auf die, aus heutiger Sicht, stupide Idee, im Hotel Verstecken zu spielen. Dabei bildeten wir Zweierteams - ich versteckte mich mit meinem Cousin, während unsere Schwestern uns suchten. Als wir ein passendes Versteck fanden, hörten wir nach kurzer Zeit auch schon die wohlbekannten Stimmen. Wir entschlossen uns also, das Blatt zu wenden, und die Mädchen gehörig zu erschrecken. Als wir also laut brüllend aus unserem Versteck sprangen, schaute uns statt der Mädels ein älteres Pärchen völlig erschrocken und verängstigt an. Wir sind noch nie so schnell weggelaufen wie damals. Aus heutiger Sicht war das natürlich absolut fahrlässig und ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn diese Aktion ernste Folgen gehabt hätte. Aber wir haben das Pärchen am nächsten Morgen beim Frühstück und bei bester Laune essen sehen. Ich bereue es sehr und werde meinen Kindern beibringen, besser hinzuhören.

Beichthaus.com Beichte #00032135 vom 29.10.2013 um 20:40:03 Uhr in Ellwangen-Röhlingen (16 Kommentare).

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