966 Der Gong

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Hochmut Waghalsigkeit Schule

Als ich vor vielen Jahren die Unterstufe eines Gymnasiums besuchte, musste ich an einem Mittag für eine Doppelstunde nachsitzen. Der Grund ist eher banal: Ich habe eine Papierkugel aus dem Fenster geworfen. Die Lehrkraft wusste auch nicht so recht, wie sie mich für diese Lappalie bestrafen kann. Jedenfalls kam es dazu, dass ich an einem Tag, an dem ich lediglich vier Stunden Unterricht hatte, die nächsten beiden Stunden im Sekretariat verbringen musste.
Ich unterhielt mich ein wenig mit der Sekretärin und machte ein paar Aufgaben. Etwa 10 Minuten vor dem Ende der Doppelstunde verließ sie dann den Raum, um ein paar Sachen zu erledigen. Wenn es klingelt, dürfe ich gehen, so sagte sie.
Ich schaute auf die Uhr und bemerkte, dass mein Bus in 5 Minuten fahren würde (echt tolle Zeit für Schüler, die eigentlich noch 10 Minuten Unterricht haben). Ich erinnerte mich an die Worte der Sekretärin, dass ich mit dem Klingeln gehen dürfe und erblickte im selben Moment die Bedieneinheit der Lautsprecheranlage. Ich untersuchte sie genauer und stellte fest, dass sie jeder Affe bedienen könnte. Es gab lediglich vier Knöpfe: Durchsage, Alarm, Test und Gong. Jedenfalls überlegte ich nicht lange und drückte auf Gong, mit der Hoffnung, dass sich dieser nicht von der Pausenklingel unterscheidet. Alles klappte reibungslos, der Pausengong erklang, ich packte meine Sachen und ging. Die Sekretärin verabschiedete sich im Vorbeigehen noch freundlich und ich sprintete zum Bus (den unerstaunlicherweise auch viele andere Schüler noch erwischten). Ärger gab es später keinen. Leid tun mir heute jedoch die Schüler, die zu dieser Zeit eine Klausur geschrieben haben und somit wohl ganz schön ins Schwitzen geraten sind. Ich hoffe, ihr seid trotzdem fertig geworden.

Beichthaus.com Beichte #00028410 vom 16.12.2010 um 12:36:53 Uhr (12 Kommentare).

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967 Späte Reue

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Engherzigkeit Ignoranz Verzweiflung Kinder Schule

Als ich (w) noch zur Schule ging und in der achten Klasse war, hatten wir einen Jungen in der Klasse, den keiner so richtig leiden konnte. Er war viel jünger als wir und hatte ein paar Klassen übersprungen, aber obwohl er so intelligent war, war er eben gut zwei Jahre jünger als wir. Das macht in dem Alter schon etwas aus. Welche 14-Jährigen wollen schon mit 12-Jährigen abhängen? Er war einfach vom Denken und Verhalten her noch ein Kind und kein Teenager wie wir und so kamen viele nicht mit ihm klar. Er fuhr morgens immer mit dem selben Bus wie ich, aber stieg ein paar Stationen früher ein und konnte mir so immer einen Platz frei halten, was ich auch gerne in Anspruch nahm. Der Bus war morgens meistens völlig überfüllt. Für diese 20 Minuten Busfahrt waren wir sogar so etwas wie Freunde. Wir unterhielten uns, aber sobald wir im Klassenzimmer waren, waren wir Fremde. Und ehrlich gesagt fand ich das okay so. Ich habe mir nie großartig Gedanken darüber gemacht. Aber eines Abends, mein Vater und ich waren im Kino und fuhren gerade über die Autobahn nach Hause, sah ich weit hinten aus den umliegenden Feldern Rauch aufsteigen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei und sagte sogar noch: "Guck mal Papa, da brennt was!" Am nächsten Tag rief mein Klassenlehrer an und wollte meine Eltern sprechen. Ich hatte schon Schiss, dass ich unwissentlich irgendwas ausgefressen oder eine schlechte Note hatte oder sonst was, aber mit dem, was meine Mutter mir dann mitteilte, hatte ich nicht gerechnet. Ich habe ihre Worte noch genau im Ohr: "Du hast mir doch gestern von dem Rauch erzählt, den du auf dem Rückweg gesehen hast..." Dieser kleine, arme Junge hatte mit seinen Freunden in einer Scheune, weit draußen auf dem Feld, gespielt und war zwischen zwei dieser riesigen Strohballen gerutscht, diese zylinderförmig zusammengebundenen Dinger, die man öfter mal sieht, wenn man zur Erntezeit an Feldern vorbeifährt. Seine Freunde konnten ihn nicht herausziehen und bei dem Versuch, einen Strohballen weg zu wuchten, fiel einer der Ballen direkt auf den Spalt, in dem er steckte. Und anstatt Hilfe zu holen, haben sie versucht, die Stricke, die das Heu zusammenhalten, mit einem Feuerzeug durch zu brennen, damit sie das lose Heu besser wegräumen können. Aber logischerweise fing das ganze trockene Stroh Feuer und bis sie es geschafft hatten, nach Hause zu rennen und die Feuerwehr zu alarmieren (Handys waren noch nicht so populär, schon gar nicht unter Kindern), war der Junge qualvoll erstickt und halb verbrannt.


Ich weiß noch, wie mir der Toast aus der Hand fiel und ich total geschockt nicht mal imstande war, zu weinen. Ich konnte es einfach nur nicht fassen. Ich konnte auch nicht begreifen, dass ich fröhlich vergnügt im Kino war und dann im Auto an dem Ort vorbei fuhr, an dem gerade mein Klassenkamerad und Bus-Sitznachbar starb. Aber am schlimmsten hat es mich gequält, dass ich mich nicht mehr entschuldigen konnte. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie dieser Junge sich jeden verdammten Morgen gefühlt haben muss. Erst setze ich mich neben ihn, unterhalte mich nett und ignoriere ihn dann. Ich habe zwar nie mitgemacht, wenn die anderen ihn geärgert haben, aber ich habe auch nichts dagegen gesagt. Trotzdem glaube ich, dass das, was ich gemacht habe, seelisch noch viel grauenvoller war. Die Tage der totalen Ohnmacht zogen sich lang hin, und irgendwann habe ich angefangen, einen endlosen Brief zu schreiben mit allen Emotionen, mit allen Gedanken, und bat ihn um Verzeihung. Ich glaube, der Brief umfasste zum Schluss sechs doppelseitig beschriebene Blätter. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie und fand es fast erbärmlich, wie wir dann geschlossen als Klasse zu seiner Beerdigung gingen. Wir alle, die wir ihm das Leben schwer gemacht hatten.


Die Kirche war voll bis unter das Dach, ich saß oben auf der Empore und konnte nicht sehen, was unten vor sich ging. Erst als wir aufstanden, um zum Friedhof zu gehen, sah ich den weißen Sarg und das Foto daneben. Ich musste fürchterlich weinen. Wir mussten fast durch das halbe Dorf, alle Straßen waren abgesperrt, wegen der Leute von der Presse, die auch ausführlich über den Unfall berichtet hatten. Auf dem Friedhof bildeten wir eine lange Schlange, die nach und nach am Grab vorbei ging und Erde hinein warf und danach den Eltern die Hände schüttelte. Ich warf neben der Erde noch den Brief hinein und auf einmal hörte ich auf zu weinen. Es fühlte sich an, als hätte er mir genau in diesem Moment vergeben. Trotzdem möchte ich hier beichten, was ich diesem Jungen angetan habe und wahrscheinlich habe ich es sogar verdient, mich schuldig zu fühlen, weil ich mich nicht mehr entschuldigen konnte.
Außerdem hoffe ich, dass mein Erlebnis vielleicht auch eine Mahnung ist an alle die, die andere auf übelste Art und Weise ärgern. Zum Ersten habt Ihr verdammt noch mal keine Ahnung, was so ein bisschen "ärgern" in einem anrichten kann und zweitens habt Ihr vielleicht irgendwann nicht mehr die Chance, euch zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00030524 vom 03.12.2012 um 14:33:39 Uhr (19 Kommentare).

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“Beichte

968 Mund zu Mund

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Trunksucht Ekel Peinlichkeit Last Night Frankenberg

Vor einigen Jahre habe ich (m/24) gesündigt, aber ich bereue es keineswegs! Mit 15/16 war ich mit ein paar älteren Freunden (18/20) in einer Disco. Natürlich haben wir, wie sonst auch immer bis auf übelste vorgeglüht zu Hause. Nachdem wir in Frankenberg (Hit-Haus) ankamen und unseren Platz an einem Stehstisch einnahmen, merkte ich schon das sich alles bewegte im Raum und ich mich kaum noch aufrecht halten konnte. Irgendwie standen nachher 2 Mädchen mit an unserem Tisch. Wahrscheinlich hatte einer meiner Kumpels die beiden angeschwatzt und auf einen Getränk eingeladen.
Jedenfalls kam es später dazu, dass sich eine von denen nur mit mir unterhielt. Sie wollte als tanzen, ich hab es allerdings verweigert, da ich nicht gern tanze und lieber trinken wollte.
Naja irgendwann zog sie mich einfach weg und an der Tanzstelle vorbei, Richtung Klo. Ich total dicht und unwissend was geschah stand in der kleinen Klozelle und musste mich mit beiden Armen an den Wänden abstützen, dass ich nicht falle. Sie kniete vor mir und zog mir meine Hose runter. Als sie mein Gerät in die Hand nahm und auch anfing mir einen zu bl*sen, hab ich erst gerafft was mit mir geschieht. Nur so weg geballert wie ich war, hab ich es noch nicht mal geschafft mein Teil hart zu bekommen. Wahrscheinlich hatte sie deswegen nach einiger Zeit abgebrochen und wir sind wieder zurück zu den anderen. Wir haben uns dennoch andauernd geküsst und sogar Nummern ausgetauscht.


Doch dann passierte es! Ich verspürte den Drang mein Magen zu entleeren. Im selben Augenblick zog sie sich wieder an mich ran und streckte mir ihre Zunge in den Hals, umarmte mich dabei und hielt mich feste. Tut mir Leid für die Frauenwelt, die jetzt mit liest! So dicht wie ich war und am Zurückhalten von meinen Innereien, geschah dann das unfassbare. Ich würgte einen viertel Mageninhalt direkt in ihren Mund. Sie hörte natürlich sofort auf mit dem Geknutsche und sah mich an. Was ich nicht für möglich hielt, war dass sie mein Gebrochenes einfach runterschluckte und so tat als ob nix gewesen sei. Ich wusste nicht was ich machen sollte, außer als weiter zu würgen, dass sogar Bröckchen durch die Hand vorm Mund und aus der Nase entwichen.
Schnell bin ich zum Klo gerannt und hinterließ eine sehr auffallende Spur. Als ich wieder etwas gereinigt war, tranken wir nur noch 1-2 Colas und unterhielten uns. Als sie erfuhr, dass ich erst 15/16 war und sie bereits 21 wollte sie nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich habe zwar noch einige SMS hin geschickt, aber nie kam etwas zurück. Der Heimweg war auch nichts schönes. Wenn man bei 80 km/h aus dem Fenster kotzt, kann es passieren dass derjenige der hinten sitzt das ganze Malör abbekommt. Seitdem gehe ich direkt kotzen sobald mir irgendwie ein wenig schlecht ist.

Beichthaus.com Beichte #00027232 vom 19.11.2009 um 08:51:59 Uhr in Frankenberg (44 Kommentare).

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969 Der totale Filmriss

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Trunksucht Maßlosigkeit Last Night

Der totale Filmriss
Neulich war ich auf dem Kiez so dermaßen voll, dass ich sogar noch am nächsten Tag Mittags um 14 Uhr in einer Kneipe saß und mit total abgefuckten Leuten gesoffen hab. Keine Ahnung wie es dazu kam, der totale Filmriss hatte mich zeitweise eingeholt. Dann torkelte ich Richtung U-Bahn. Ich saß ganze 5 Stunden da drin und bin insgesamt 4 mal bei der Endstation aufgewacht und hatte immer wieder meine U-Bahn-Station verpasst. Um halb acht abends war ich dann zu hause. Meine Jacke hab ich auch verloren.

Beichthaus.com Beichte #00027845 vom 25.05.2010 um 01:19:49 Uhr (54 Kommentare).

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“Folge

970 Ein Abend wie kein anderer

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Zorn Hass Selbstverletzung Bahn & Co.

Ein Abend wie kein anderer
Ich habe gestern Abend gesehen, wie ein Mann sich vor einen heranrasenden Güterzug geschmissen hat. Ich stand nur wenige Meter neben ihm, als er plötzlich auf das Gleis zugestürmt ist. Der Zug hat ihn gleich erfasst und mehrere Meter weit zurück auf den Bahnsteig […]
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Beichthaus.com Beichte #00029566 vom 28.11.2011 um 16:41:37 Uhr (48 Kommentare).

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