5361 Meine Landsleute gehen vor!

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Ungerechtigkeit Vorurteile Arbeit

Ich (ein männlicher Personalchef) sortiere Bewerbungen von Menschen mit ausländischen Wurzeln erst einmal aus und lege sie dann meist in Ablage P. Der Grund ist, dass ich der Meinung bin, dass erst einmal die Landsleute ein Vorrecht haben sollten. Es stimmt, ich sortiere auch Leute weg, die von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurden, ein deutsches Elternteil und ein afrikanisches (Beispiel) haben oder zwar afrikanische Eltern haben, aber hier geboren sind. Doch auch in diesen Fällen denke ich mir: Irgendwie ist es nicht fair. Hätte ich zu wenige Bewerbungen oder nur schlechte, würde ich natürlich diese Leute wieder ins Boot holen, wenn sie qualifiziert sind, aber dem ist nicht so. Ich habe immer sehr viele Bewerbungen, kann auch viele der Landsleute gar nicht berücksichtigen. Und wenn ich die Bewerbungen von Kofi S., Ayman Y. und Niklas Müller (ausgedachte Namen) mit gleichen Qualifikationen vor mir liegen habe, dann ist es für mich eigentlich klar, dass ich Niklas Müller wähle, denn Niklas Müller sollte doch ein gewisses Vorrecht haben.


Mir tut es in solchen Fälle wie den Adoptierten ja auch sehr leid, aber da greift ein gewisser Gerechtigkeitssinn bei mir durch. Wenn man sich Katzen anschafft, sagen sich viele doch auch: "Ich gehe ins Tierheim, da gibt es genügend Katzen ohne Herrchen und Frauchen." Warum soll das bei Arbeitnehmern nicht ähnlich sein, warum soll man nicht erst einmal den Leuten von hier einen Job geben? Und ein Adoptierter ist für mich eben trotzdem "Einfuhrware" (bitte nicht wörtlich nehmen). Aber wer jetzt denkt, ich sei rassistisch - ich sortiere auch Österreicher und Schweizer aus. Der Österreicher sollte in Österreich ein Vorrecht haben gegenüber einem Deutschen, der Schweizer in der Schweiz, der Nigerianer in Nigeria, der Ami in den USA. Ja, ich weiß, dass es in Nigeria sehr viel schwieriger ist. Aber trotzdem wäre es irgendwie ungerecht bei einem gleich qualifizierten Landsmann. Ich bin übrigens ein völlig umgänglicher Mensch mit sehr vielen Freunden aus dem Ausland, bin zu jedem Menschen höflich und nett und könnte mir sogar eine ausländische Freundin vorstellen, wenn die Beziehung stimmt. Aber nur in der Sache Job, da bin ich eben doch eigen.

Beichthaus.com Beichte #00038018 vom 08.04.2016 um 22:17:17 Uhr (40 Kommentare).

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5362 Die verlorenen Pakete

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Diebstahl Arbeit

Ich möchte beichten, dass ich am laufenden Band Sachen aus dem Unternehmen, bei dem ich arbeite, klaue. Ich arbeite bei dem Unternehmen mit den bekannten drei Buchstaben, das Pakete zustellt, direkt im Lager für Fundsachen. Dort werden alle möglichen Sachen hingebracht, wenn der Empfänger sowie Absender nicht zu ermitteln sind. So etwas passiert, wenn das Label vollständig zerstört oder zumindest soweit entfernt oder unleserlich ist, dass man es nicht mehr zuordnen kann. Mein Job ist es, mir Pakete und Waren an meinen Schreibtisch bringen zu lassen und diese im System zu prüfen. Je weniger ich an Erkennungsmöglichkeiten eingebe, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Ware dem Absender oder Empfänger, auf Nachfragen dieser, zugeordnet werden kann. Nach einer gewissen Frist von knapp acht Wochen, wird die Ware entsprechend zur Verschrottung freigegeben.


Allerdings kann ich schon vorher im System eine Kennzeichnung für bestimmte Waren vornehmen - wenn diese Waren dann verschrottet werden dürfen, bekomme ich eine Meldung. Ich sehe dann auch, wo diese Waren sich gerade befinden. Laut interner Richtlinien kann die Ware entweder verschrottet oder durch einen Mitarbeiter mitgenommen werden. Da nur ich bei uns den Einblick und die Möglichkeiten habe, genau das so zu sehen, da ich auch die Verschrottung selbst als Fahrauftrag weitergebe, kann ich mir die Waren selbst bringen lassen und sie dann mit nach Hause nehmen. Von Fernsehern und Beamern über Spielekonsolen und Notebooks sowie vollständige PCs, Uhren und Schmuck ist alles dabei - und das nehme ich mir täglich ganz normal mit nach Hause. Es gibt Tage, an denen ist mein Kofferraum gerammelt voll. Alles, was ich an Elektronik besitze, habe ich auf diese Art erlangt. Was ich doppelt habe, verkaufe ich im Internet mit sehr guten Gewinnen, bei denen ich meistens sogar mehr verdiene, als bei meinem normalen Job. Das mache ich jetzt seit gut sechs Jahren und finanziell gesehen könnte ich wohl jederzeit damit aufhören und in Rente gehen, da ich nur von diesem Geld leben könnte. Deshalb beichte ich, dass ich zwar nicht den Absender bzw. Empfänger beklaue, aber doch mein Unternehmen bestehle, da dieses den Schaden bei versicherten Paketen ersetzen muss. Und genau das liegt mir in der Magengrube.

Beichthaus.com Beichte #00033827 vom 26.08.2014 um 23:01:10 Uhr (20 Kommentare).

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5363 Flip-Flops am Strand

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Faulheit Urlaub

Im Urlaub habe ich mir am Strand Flip-Flops gekauft, doch trotz vermeintlich richtiger Größe waren sie zu groß und meine Füße schürften deshalb auf. Also bin ich zurück zu dem Stand und habe heimlich die bereits getragenen Schuhe gegen welche ausgetauscht, die eine Nummer kleiner waren.

Beichthaus.com Beichte #00036333 vom 10.08.2015 um 12:37:56 Uhr (5 Kommentare).

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5364 Ein Schläfer in der Vorlesung

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Peinlichkeit Studentenleben

Ich (m/20) beichte, dass ich in der Uni eingeschlafen bin und mich so echt blamiert habe. Es fing an mit einem Bohnensalat am Tag davor an, dazu jedoch später. Nun die Nacht war lang und der Professor langweilig, also saß ich in der Vorlesung und schlief langsam ein. Natürlich saß ich neben den schönsten Mädels, denn zum Studienbeginn muss man natürlich gleich die richtigen Kontakte knüpfen! Nun bin ich eingenickt und döste vor mich hin, als ich plötzlich von einem komischen Geräusch aufgewacht bin. Es war der Bohnensalat! Ich muss mich so entspannt haben in der Vorlesung, dass ich richtig einen krachen lassen habe und davon wachgeworden bin. Nun ja, schnell überlegt und einfach so getan, als würde ich noch schlafen - jedoch war das Gelächter groß! ich werde bestimmt nicht mehr in der Uni schlafen! Mann war das peinlich!

Beichthaus.com Beichte #00036971 vom 04.11.2015 um 07:52:20 Uhr (11 Kommentare).

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5365 Meine Ex hat mich zum Alkoholiker gemacht

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Trunksucht Ex

Ich (m/33) bin alkoholabhängig und dadurch versaue ich mir viele Chancen. Ich muss dazu vorausschicken, dass ich, bis auf die Menge des Konsums, dem Klischee eines Säufers nicht entspreche. Ich bin finanziell unabhängig, gepflegt und gehe, wenn ich eine Fahne habe, auch nicht aus dem Haus. Aber drei Mal die Woche - mindestens - kaufe ich im Supermarkt um die Ecke ein. Auch meinen Alkohol, Bier eben. Immer einen Kasten, den ich dann auch auf einmal leere. Da dieser eher überschaubar ist, kennt mich das Personal auch und im Gegensatz zu vielen anderen "Kollegen" ernte ich keine missbilligenden Blicke oder gerümpfte Nasen.

Ich gehe aber auch ausschließlich frisch geduscht, gekämmt, rasiert, frisch angezogen und mit Deo präpariert einkaufen und stehe auch nicht mit einer in den Naturfarben Grün, Gelb und Braun gefärbten Hose an der Kasse und habe entsprechend auch keinen olfaktorischen Schutzwall, eine mobile Haustierzucht oder nur noch fünf braune Zähne im Mund. Bitte versteht mich nicht falsch, ich verurteile so heruntergekommene Menschen nicht, sondern sie tun mir leid, vor allem, weil man ihnen ansieht, dass sie viel mehr leiden als ich und noch ganz andere Sorgen haben. Wenn ich nicht aus eigener Erfahrung wüsste, dass sie es nur versaufen, würde ich so manchen Zehner oder Zwanziger an so jemanden abgeben. Geizig war ich nie. Ich bin es nur selbst eben nicht und habe, auch wenn ich betrunken bin, noch genug Kontrolle über meine Körperfunktionen und Ausscheidungen. Ich verlasse auch mein Haus nicht, wenn ich etwas intus habe und bis auf einen Fall von zu lauter Musik habe ich auch anderweitig noch nie jemanden belästigt.

Wenn ich betrunken Hunger kriege oder Nachschub brauche, wird ein Lieferservice geholt, dessen Fahrer von mir mit mindestens 10 Euro Trinkgeld für den Anblick und Kontakt mit einer besoffenen traurigen Gestalt entschädigt wird. Das Auto fasse ich seit Monaten nicht mehr an, schon wegen möglichem Restalkohol. Ich habe ein Testgerät, das mir, als ich mich völlig nüchtern und fit fühlte, immer noch 1,3 Promille angezeigt hat. Und das Ding ist modern, geeicht und kommt um den Wert von +/- 0,05 Promille an einen Bluttest heran. Auch habe ich eine gute Bildung genossen und benehme mich aus Prinzip höflich, man bekommt, was man gibt. Insgesamt wurde ich trotzdem bereits zwei Mal vom Personal angesprochen. Einmal von einer wirklich lieben Dame um die 40, die sich kirchlich engagiert und zu mir sagte, ich werfe mein Leben weg und mir die Visitenkarte einer kirchlichen Selbsthilfegruppe anbot.

Und heute vom Niedlichsten, was der Markt an Personal zu bieten hat: Einer etwa 18-19 Jahre jungen Frau, leicht mollig, aber bildhübsch mit riesigen braunen Kulleraugen, die meinte, auch wenn ich älter bin, fände sie mich süß und wollte mich schon nach einem Date fragen, aber deswegen - und zeigte auf meinen Bierkasten - wagt sie es nicht, da sie schon sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht hat. Bei 3-4 Kästen Bier die Woche kann ich den Konsum weder leugnen, noch versuche ich es. Darüber bin ich schon lange hinaus. Sie weiß nicht, dass ich wegen meiner Ex-Frau, einer Gold-Diggerin, die nur auf mein Geld aus war, erst damit angefangen habe. Ich besaufe mich zu Hause, sehe mir dabei auf dem Tablet Bilder an und weine mich dann in den Schlaf. Nüchtern weine ich diesem Miststück keine Träne nach. Zum Glück kam sie nach nur anderthalb Jahren Ehe und der Tatsache, dass wir keine Kinder haben und sie selber gut verdient, nicht mit dem Versuch durch, Unterhalt zu kassieren und ich bin vollkommen frei von ihr.

Ich vertraue aber seitdem keiner Frau mehr weiter als den Weg zwischen Bett und Wohnungstüre. Dennoch hat es mir zu Denken gegeben. Der unschuldige, liebe Blick dieses Mädchens hat etwas in mir bewegt, das ich für versteinert und zerstört gehalten habe. Sie ist auch ohne 10 Tonnen Schminkwerk wirklich süß und wirkt erfrischend freundlich, natürlich und ehrlich im Gegensatz zu vielen Frauen dieser Tage. Meine Ex dagegen war zwar optisch und körperliche eine Bombe, aber immer schon arrogant bis ins Mark, frech und verzogen. Ansonsten habe ich außer einem Halbbruder keine Verwandten mehr, aber zwischen uns herrschte nie mehr als, sagen wir, mühsame Akzeptanz der Existenz des anderen und das wird sich auch nie ändern. Wir wuchsen nicht zusammen auf, sein Vater nahm ihn nach der Trennung von unserer Mutter zu sich und sie sah ihn nur alle zwei Wochen, bzw. war er da bei uns.

Aber wir kamen nicht zurecht, da er zu alt war um wirklich zueinanderzufinden und genug mit seinen Problemen zu kämpfen hatte. Da ist einfach keine Liebe, aber auch kein Hass, wir sind uns einfach nur egal. Zuletzt sah ich ihn 2007. Das er lebt, sehe ich nur, wenn ich ab und zu auf seine Seite im blauen Netzwerk schaue. Meine Eltern starben 2005 bei einem Unfall - beide hatten keine Geschwister und auch selber keine Eltern mehr. Ich bin auch kein großer Partygänger und habe nur zwei echte Freunde, die sich natürlich um mich Sorgen machen.

Ich bin, so gesehen, fast allein. Und ja, auch einsam. So nahm es seinen Lauf, nachdem ich meine Ex-Frau rauswarf, nach einem mehr als hässlichen Streit, bei dem sie drohte, sich selbst zu verletzen und es mir in die Schuhe zu schieben. Dies hätte ihr nämlich 72 Stunden Zeit gegeben, mein Haus auszuräumen, und diese Frau hätte noch die Tapeten, Böden und Rohre in den Wänden mitgenommen, und das meine ich wörtlich. Ich habe daraufhin per SMS die Polizei geholt, damit sie es nicht merkt, und sie des Hauses verweisen lassen. Danach war ich einfach nur völlig am Ende und habe im Keller einem Kasten Bier stehen gehabt. So begann es.

Meine Krankenkasse und Sozialversicherung bieten mir schon seit Monaten einen Platz in einer guten Langzeittherapie an, und die Kleine an der Kasse war der Stein, der es ins Rollen brachte. Wenn ich den Entzug hinter mich gebracht habe - und das schaffe ich, denn man wird nicht ohne starken Willen aus dem Nichts finanziell unabhängig, ich habe nur einen Anstoß gebraucht - werde ich sie ansprechen. Sie wird nicht sofort erfahren, dass ich Geld habe, aber auch nicht billig behandelt werden, wenn sie mich dann noch will. Vielleicht gibt das Leben mir eine zweite Chance, trotz vermeintlicher Zufriedenheit wieder gesund zu werden und auch im Herzen nach Hause zu finden. Und selbst wenn sie mich nicht will, bin ich danach frei, neu anzufangen. Vielleicht ziehe ich woanders hin und baue mir dort wieder was auf. Das, was mir Geld einbrachte, funktioniert überall, ist ehrlich und seriös, daher bin ich nun mal an sich unabhängig.

Beichthaus.com Beichte #00037100 vom 24.11.2015 um 11:30:05 Uhr (20 Kommentare).

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