4961 Der Jogger

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Feigheit Neugier Gesundheit

Ich bin 27 (w) und arbeite in einem eher kleinen Café, das an einen Park grenzt und deshalb bei den Joggern sehr beliebt ist. Seit nun fast 3 Jahren ist ein Jogger (ich schätze ihn auf etwa mein Alter oder etwas älter) bei uns Stammkunde. Anfangs joggte er etwa 3 mal die Woche, noch bevor wir überhaupt geöffnet haben. Wenn ich um halb 6 in den Laden kam und alles vorbereitete konnte ich ihn schon seine Runden joggen sehen. Und wenn ich den Laden um halb 7 schließlich aufschloss setzte er sich meistens erschöpft ins Café um zu frühstücken bevor er zur Arbeit musste. Gelegentlich haben wir etwas geplaudert, aber nie mehr als Smalltalk. Und gerade weil ich schon so ein bisschen eine Schwäche für ihn habe (er sieht ziemlich gut aus und ist wirklich lieb und charmant), habe ich es nie über mich gebracht ihn überhaupt nach seinem Namen zu fragen, geschweige denn mal zu flirten oder so.
Vor einem Jahr hat er dann angefangen täglich zu joggen und vor allem auch immer mehr Runden. Wenn ich morgens ankomme wirkt er meistens schon so erschöpft wie er es früher am Ende war und wenn er dann schließlich eine Stunde später ins Café kommt ist er blass und seine Hände zittern wenn er die Kaffeetasse hoch hält. Anfangs bestellte er auch immer 2 Teilchen (meistens Zimtschnecken), Kaffee (Milch und Zucker) und Saft, dann nach einer Weile wurde es ein Teilchen weniger, dann keins mehr, inzwischen bestellt er nur noch einen Kaffee schwarz und ein Glas Wasser. Dementsprechend sieht er auch aus. Er sieht immer noch gut aus, hat nun mal einfach ein wirklich hübsches Gesicht und schöne grau-grüne Augen, aber er ist nicht mehr breitschultrig und gut gebaut, sondern abgemagert und blass.


Ich biete ihm jeden Morgen Teilchen an, aber er verneint es immer sofort. Einmal als ich den Laden gerade erst aufgemacht hatte und außer ihm noch niemand da war meinte ich er könnte sich gerne ein Teilchen aufs Haus aussuchen, aber er verneinte auch wieder. Ich mache mir manchmal wirklich Sorgen wenn ich ihn total ausgezehrt und abgemagert hier rein kommen sehe. Inzwischen joggt er auch nicht mehr richtig, sondern ist auf eine Art Laufschritt ausgewichen und wird auch so immer langsamer. Jeden morgen nehme ich mir vor ihn darauf anzusprechen, bin aber einfach zu feige. Ich würde ihn am liebsten Fragen ob gesundheitlich etwas nicht stimmt bei ihm, ob er irgendeine komische Krankheit hat und ob ich was für ihn tun kann. Aber obwohl ich sonst mit anderen Kunden und Freunden fröhlich und extrovertiert bin, kriege ich es einfach nicht hin bei ihm über den Small Talk hinaus zu kommen.


Einmal habe ich ihn gefragt wie das Joggen war und er meinte nicht besonders gut und sagte dass er einfach nicht in Form sei, weil seine Zeiten immer länger werden und er immer früher aufstehen muss, um seine Runden noch zu schaffen, bevor er arbeiten geht. Das wäre der perfekte Moment gewesen meine Schnauze aufzumachen und ihn zu fragen was denn los sei. Das einzige was ich rausgebracht habe war: Das wird bestimmt wieder wenn Sie sich genug anstrengen.
Ich frag mich echt was er hat, ob es einfach zu viel Stress auf der Arbeit ist oder er eine körperliche Erkrankung hat. Ich mach mir echt Sorgen, er sieht so kaputt aus. Er hat eingefallene, knochige Wangen, dunkle Ringe unter den Augen, seine Joggingsachen sind ihm viel zu weit und die Hose hält auch nur weil er so einen Packgürtel benutzt. Seine Handgelenke sind dürrer als meine und dabei bin ich gut 30 cm kleiner als er und zierlich. Ja, ich sollte mich nicht ins Leben meiner Kunden einmischen - mache ich sonst auch nie - aber nicht zu wissen was mit ihm los ist und nur zuzusehen wie er immer schlimmer aussieht macht mich echt irre!

Beichthaus.com Beichte #00030242 vom 03.09.2012 um 09:47:44 Uhr (28 Kommentare).

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4962 Ein Fremder macht den Spasti

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Rache Zorn Ekel Engherzigkeit Bahn & Co.

Gestern habe ich (w) in der vollen U-Bahn meinen Popel an die Jacke eines Fremden geschmiert. Der hat mich die ganze Zeit so dämlich nachgeäfft. Aufgrund meiner Behinderung mache ich manchmal komische Gesichtszüge und zucke wie bei einem Stromschlag. An die hämischen Blicke habe ich mich bereits gewöhnt, aber als der Typ mit seinem Kumpel dann einen, wie sie sagten, "Spasti machten", ist mir der Geduldsfaden gerissen. Die ganze Bahn hat schon geguckt, als er seine Show abzog und ein paar haben auch gelacht. Die anderen haben beschämt weggeguckt. Ich hätte heulen können. Beim Aussteigen habe ich dem Kerl dann meinen Bommer an die Jacke geheftet. Inzwischen tut mir das leid. Es wird immer solche Leute geben und ich muss mir angewöhnen, über solchen Sachen zu stehen, anstatt solche Aktionen zu bringen. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00037786 vom 10.03.2016 um 12:31:23 Uhr (8 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

4963 Strafe für hellhörige Nachbarn

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Hass Rache Zorn Maßlosigkeit Nachbarn

Da ich in eine neue Wohnung ziehe, möchte ich nun etwas beichten. Zur Vorgeschichte nur so viel: Meine ehemalige Nachbarin war extrem hellhörig und geräuschempfindlich, also nach 22:00 Uhr waren keine Gespräche in normaler Lautstärke möglich, geschweige denn Musik […]
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Beichthaus.com Beichte #00037147 vom 01.12.2015 um 23:51:08 Uhr (9 Kommentare).

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4964 Schicksalsbegegnung im Zug

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Lügen Liebe Bahn & Co.

Ich (w/26) habe einem lieben und netten Mann böse das Herz gebrochen und ihn auch noch belogen, allerdings um es nicht noch schlimmer zu machen. Da ich eine Art Sozialphobie habe, lerne ich neue Menschen fast ausschließlich im Internet kennen. So auch diesen Mann. Er ist zwar 10 Jahre älter, lieb, verständnisvoll, sieht auch auf seine Art gut aus. Er wohnt von mir sieben Stunden mit dem Zug entfernt. Nach vielen Enttäuschungen wagt er es aber nicht mehr, zu einer Frau zu fahren, sondern möchte sich bei ihm oder wenigstens in seiner Heimatstadt treffen, was ich, nachdem er mir einiges erzählt hat, auch nachvollziehen konnte. Ich mochte ihn bald sehr und konnte mir durchaus vorstellen, trotz der Entfernung, mit ihm zusammenzukommen, ein Kribbeln im Bauch war definitiv da.

Jedenfalls hat er mich nach sechs Wochen des Schreibens, Telefonierens und Skypens so weit, dass ich, mit einem leichten Beruhigungsmittel ausgestattet, im Zug zu ihm saß. Eine Station weiter stieg ein junger Mann ein und setzte sich mir gegenüber in meinen Vierer. Anfangs beachtete ich ihn gar nicht, doch irgendwann sprach er mich an, ob es mich stören würde, wenn er seine Füße auf seine Tasche auf dem Sitz neben mir legen würde, er sei im Job viel gelaufen und sie täten etwas weh. Da sah ich ihn an und es machte ZOOOM! Ich hatte schon viel über Liebe auf den ersten Blick gelesen, es aber für Unsinn abgetan. Mein Herz schlug bis zum Hals, ich starrte ihn mit großen Augen an und stotterte ein Ja heraus. Ich hätte zu allem JA gesagt! Und zu meinem Erstaunen ging es ihm genauso. Wir unterhielten uns angeregt und stellten fest, dass wir in vielen Dingen einen ähnlichen Geschmack hatten und uns andere Dinge gegenseitig näher bringen konnten, die wir noch nicht kannten.

Um es kurz zu machen, ich fuhr an diesem Wochenende zwar zu meinem neuen Freund, aber es war nicht der Mann aus dem Internet. Mein Zugbegleiter war der perfekte Gentleman und fasste mich erst am Sonntagmorgen intim an, als ich ihn darum bat, mit mir zu schlafen. Meine Ängste vor Fremden waren wie weggeblasen, nach wenigen Stunden in dem Zug kannte ich ihn besser als jeden anderen Menschen in meinem Leben. Ja, ich weiß, es war ein Risiko, aber er bot mir auch an, ein Hotelzimmer für mich zu bezahlen und seinen Ausweis am Empfang vorzuzeigen, da fasste ich sofort Vertrauen zu ihm. Er war knallrot, als ich sagte, ich ginge mit zu ihm, und sagte er würde mir sein Bett geben und auf der Couch schlafen. Selbst heute, nach zwei Jahren, ist es immer noch so schön mit ihm, wie am ersten Tag, seit drei Monaten leben wir zusammen, und es ist einfach nur meine Traumbeziehung mit meinem Traummann. Ich zog zu ihm in dieselbe Stadt, in der auch meine Internetbekanntschaft lebte.

Dem anderen Mann habe ich damals jedoch erzählt, dass in dem Zug wohl das Noro-Virus herumgegangen wäre und ich zu seiner Sicherheit mit einem Mietwagen von der Hälfte der Strecke wieder nach Hause gefahren wäre. Ich wusste, dass er sehr anfällig dafür ist, weil er als Altenpflegehelfer arbeitet und es einmal jährlich mindestens bekommt. Zum Glück wohnt er in einem anderen Stadtteil. Auch wenn ich mir relativ sicher bin, dass er uns vor einigen Wochen mal zusammen in der Innenstadt gesehen hat, da er als er an mir vorbeilief, die Stirn runzelte und mir einen seltsamen Blick zuwarf, aber er sagte nichts. Er hat seit einem Jahr eine Freundin und ich gönne es ihm, denn ich war ja die Böse, die den Kontakt abbrach, nachdem ich um das zu rechtfertigen, einen Streit vom Zaun brach, aber ich wusste nicht, wie ich es ihm sagen sollte, ohne dass er sich zurückgesetzt und verarscht gefühlt hätte.

Beichthaus.com Beichte #00035281 vom 20.03.2015 um 14:32:33 Uhr (12 Kommentare).

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“Beichte

4965 Ich verabscheue meinen Stiefvater

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Hass Missbrauch Aggression Familie

Ich (m/31) wurde mit acht Jahren von dem Arbeitskollegen meines Stiefvaters mehrmals missbraucht. Meine Eltern wollten ein ruhiges Wochenende verbringen und haben mich dann bei ihm abgeladen. Erst vor einem halben Jahr, in einem Streit mit meinem Stiefvater, habe ich […]
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Beichthaus.com Beichte #00031318 vom 31.05.2013 um 19:59:10 Uhr (10 Kommentare).

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