Als mein Vater im Sterben lag

24

anhören

Lügen Verzweiflung Gesundheit Familie Jena

Darf man einen totkranken Menschen aus Mitleid anlügen, um ihn zu schonen? Diese Frage stelle ich mir persönlich bereits seit über zwei Jahren immer wieder. Mein Vater war schon seit Ende der 80er an Diabetes erkrankt. Diabetes ist eine schleichende und tückische Krankheit. Sie tut nicht weh und verursacht zu Anfang keine nennenswerten Beschwerden. Jedoch schädigt sie über Jahre hinweg, wenn sie unzureichend behandelt und auch vom Betroffenen selbst nicht wirklich ernst genommen wird, dauerhaft die Nierentätigkeit. So geschehen meinem Vater. Niere kaputt bedeutet Dialyse. Dialyse bedeutet Lebensverlängerung mit Hilfe einer Blutreinigung, und diese belastet früher oder später das Herz und schwächt es dauerhaft. Ein Teufelskreis! Nachdem mein Vater einen Hinterwandinfarkt überstand, ihm ein Defibrillator eingesetzt wurde und er sogar wieder aus einem einwöchigen Zuckerkoma erwachte, bekam ich einen Ärztebericht über den Gesundheitszustand meines Papas in die Hand, in welchem ihm, als einzige Möglichkeit noch ein paar schöne Jahre mit seinen Lieben zu verbringen, die Transplantation der Niere und des Herzens empfohlen wurden.


Kurz entschlossen erklärte ich mich sofort bereit, die erforderliche Niere für meinen Vater zu spenden, da wir ohnehin die gleiche Blutgruppe hatten. Nachdem ich ausführlich mit meinem Vater gesprochen hatte, nahmen wir Kontakt zur Uniklinik in Jena auf und verbrachten anschließend endlose Wartezeiten und Untersuchungen in der Transplantations-Klinik. Relativ schnell stand fest, dass die Transplantation des Herzens höchste Priorität hatte, denn ohne neues gesundes Herz würde mein Vater eine Nierentransplantation erst gar nicht überstehen. Im Herbst 2007 begann so eine Zeit voller Hoffnung. Die Jenaer Ärzte und selbstverständlich auch wir, als seine Familie, sprachen unserem Vater Mut zu.


Ende November kam meine kleine Nichte auf die Welt und mein Vater durfte erleben, wie er Opa wurde und hatte viel Freude an seinem kleinen Sonnenschein. Meiner Geburtstagsfeier Ende Februar 2008 konnte mein Vater nicht beiwohnen, da er für eine Woche die letzten, wichtigsten Transplantations-Voruntersuchungen in der Klinik stationär auf sich nehmen musste. Man versprach uns, meinen Vater so schnell als möglich über die Untersuchungsergebnisse zu informieren.
Doch es kam leider anders. Einen Monat später erlitt mein Vater einen schweren Herzanfall. Seine Herztätigkeit war nun auf ganze 15 Prozent gesunken. Kämpfertyp, der er war, rappelte er sich auch davon nochmals auf, so dass er sogar zu einem Aufenthalt in eine Kurklinik transportiert werden konnte. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder fuhr ich in dieser Zeit nach Jena, um uns die Untersuchungsergebnisse bekannt geben zu lassen. Das Gespräch dort war für uns ernüchternd und wie ein Schlag ins Gesicht. Das Venen- und Arteriensystem meines Vaters war laut Ärzten viel zu porös, als dass er für eine Herztransplantation überhaupt in Frage käme oder diese gar überleben würde.


Wer aber sollte meinem Vater diese schlimme Nachricht übermitteln und ihm sozusagen sein Todesurteil verkünden? Wir entschieden uns für eine Notlüge, und ich war die Person, die ihm diese überzeugend beibringen sollte. Irgendwie brachte ich es fertig, ihm glaubhaft zu erklären, dass ein abschließendes Ergebnis noch nicht feststünde, und die Ärzte aus Jena nach seiner Entlassung aus der Reha selbst mit ihm reden würden.
Seither plagten mich aber üble Gewissensbisse und ich besuchte meinen Vater nur noch ganze dreimal, bis er nach einem erneuten heftigen Herzanfall Ende Mai 2008 für immer von uns ging. Ich konnte ihm einfach nicht in die Augen sehen.
Durch eine entfernte Verwandte, der er sich in seinen letzten Wochen des öfteren telefonisch anvertraute, erfuhr ich, dass er sehr wohl über seinen tatsächlichen Gesundheitszustand Bescheid wusste. Ich bin mir heute zwar sicher, dass mein Vater mir diese Lüge verziehen hat, weil er meine Beweggründe kannte. Aber kann ich sie mir jemals selbst verzeihen?

Beichthaus.com Beichte #00028656 vom 21.02.2011 um 11:48:23 Uhr in 07743 Jena (Universitätsklinikum Jena, Bachstraße 18) (24 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die notorische Lügnerin

5

Lügen Falschheit

Ich bin leider eine notorische Lügnerin, und weiß schon fast nicht mehr, wie es noch weitergehen soll. Ich habe auch immer das Gefühl, die Beste sein zu müssen. Am liebsten lüge ich die Menschen in diversen Foren an und erzähle ihnen Geschichten über mein Leben, meine Tochter, meinen Mann und meine Finanzen. Sie sind dann meist neidisch auf mich und meine Familie, und das geilt mich so richtig auf. Dass die aber auch alles glauben, finde ich schon wieder urkomisch. Naja, mal schauen, was mir diese Woche wieder für tolle Lügenmärchen einfallen.

Beichthaus.com Beichte #00017985 vom 05.10.2006 um 23:04:55 Uhr (5 Kommentare).

In WhatsApp teilen
“35.000

“Folge

Hilfe, er will Erfahrungen sammeln!

18

anhören

Begehrlichkeit Verzweiflung

Ich (w/23) habe vor ein paar Wochen mit meinem besten Freund geschlafen. Wir kennen uns seit der zweiten Klasse und vorher ist nie etwas passiert. Ich bin jetzt so durcheinander, er hat gesagt, er will jetzt (noch) keine Beziehung und ist grade auch für ein Jahr im Ausland. Da ich mit der Situation total überfordert war, habe ich ihm gesagt, dass ich das genau so sehe. Dass das mit uns so keinen Sinn ergibt. Und jetzt weiß ich, dass er in der Zwischenzeit mit einer anderen Frau geschlafen hat. Ich tue so, als wäre es mir egal, aber innerlich zerreißt es mich und mein Herz. Er sagt, er hat mich immer geliebt, will aber noch Erfahrungen (in seinem Fall Drogen und Sex) sammeln, bevor er sich festlegt. Das ist so ein Hin und Her, dabei will ich ihn einfach nur bei mir.

Beichthaus.com Beichte #00039052 vom 12.12.2016 um 19:16:49 Uhr (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Gelatine im Klo

0

Ekel Vandalismus Schule Oberaudorf

Ich bin Kochlehrling im zweiten Lehrjahr. Als ich das letzte Mal in der Berufsschule war, ging uns das erste Lehrjahr ziemlich auf den Senkel. Also haben wir aus der Schulküche Blattgelatine geklaut und haben sie in die Toilette gegeben. Man muss wissen, dass man für einen Liter Flüssigkeit 10 Blätter Gelatine benötigt. Wir haben aber 60 Blätter benutzt. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es ein Riesenspaß für uns war, als dann das Klo überflutet wurde. Die Internatsleitung hat dann die Toilette abgeschlossen, sodass die Schüler immer aus dem 2. Stock ins Erdgeschoss mussten um zu pinkeln.

Beichthaus.com Beichte #00021270 vom 07.02.2007 um 08:16:20 Uhr in Oberaudorf (0 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Folge

Der Austrägermensch

17

anhören

Verrat Faulheit Dillenburg

Jeder kennt es, jeder hasst es: Werbung im Briefkasten. Bei uns war es aber zudem so, das der Austrägermensch der Meinung war, uns nicht nur ein Blättchen, sondern gute zwanzig einzuwerfen. Beim ersten mal bemerkte das nur meine Mutter, welche die anderen Blättchen an die blaue Tonne weiterleitete. Als ich nun, in einem Anfall unendlicher Freundlichkeit, die Post holen wollte, bemerkte ich über 30 dieser Blättchen. Daraufhin habe ich mich veranlasst gefühlt, die Firma, von der die Blättchen stammen, über diesen Umstand in Kenntnis zu setzen. Eine Woche darauf habe ich aus Neugierde wieder in die Post geschaut und einen Zettel gefunden, das eine Austrägerstelle freigeworden ist und es diese neu zu besetzen gilt. Selbstverständlich hatte sich die Anzahl der papiergebunden Werbung daraufhin stark reduziert.

Beichthaus.com Beichte #00029583 vom 03.12.2011 um 07:39:33 Uhr in Dillenburg (17 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“Folge