Das gestohlene Stickergeld

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Diebstahl Falschheit Habgier Geld

Ich habe vor vier oder fünf Jahren diese Bundesliga-Sticker gesammelt. Damals war ich 14 oder 15 Jahre alt und ich glaube, das Sammeln dieser Sticker wurde langsam zu einer Art Sucht. Ich erhielt nicht viel Taschengeld, aber insgesamt habe ich dafür wahrscheinlich knapp 150 bis 200 Euro ausgegeben. Das meiste Geld habe ich von meiner Oma bekommen, aber auch von anderer Seite. Einmal war ich nämlich bei meinem Freund und als wir irgendetwas aus dem Wohnzimmerschrank holen wollten, entdeckten wir einen Geldstapel. Die Verlockung war groß und wir diskutierten darüber, ob wir uns etwas von dem Geld nehmen sollten. Schlussendlich klaute jeder von uns einen 50-Euro-Schein und wir fuhren auf direktem Weg los und investierten das Geld in Sticker. Wir schienen aus dem Schneider, denn in den nächsten Monaten schient Gras über die Sache zu wachsen - die Eltern meines Kumpels hatten wohl nicht bemerkt, dass hundert Euro entwendet wurden. Bis mein Freund mich irgendwann anrief und meinte, dass er seinen Eltern die Wahrheit gesagt hätte, da sie den Verlust doch noch bemerkt hatten. Natürlich hat er auch erzählt, dass ich die Hälfte des Geldes genommen habe und ich sollte es zurückzahlen. Doch das habe ich bis heute noch nicht getan. Wir sehen uns immer noch oft, aber es hat mich noch nie jemand darauf angesprochen.

Beichthaus.com Beichte #00031644 vom 24.07.2013 um 22:51:52 Uhr (15 Kommentare).

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Die 50-Euro-Scheine meiner Tante

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Diebstahl Habgier Kinder Familie Nienburg

Als ich noch ein Kind war, waren meine Eltern und ich jedes Jahr für etwa eine Woche bei meiner Großtante zu Besuch.
Als ich elf Jahre alt war, habe ich beobachtet, wie sie ihr Einkaufsgeld aus einem Geldbeutel nahm. Es war erkennbar, dass in dem Geldbeutel sehr viel Geld war. Sicher über 1000 Euro. Da konnte ich nicht widerstehen und habe in einem unbeobachteten Moment einen 50-Euro-Schein aus dem Geldbeutel geklaut, da ich dachte, dass ihr das bei solch einem großen Betrag nicht auffallen würde. Den Schein habe ich dann irgendwo versteckt und an dem Tag, an dem wir zurückgefahren sind, in der Hosentasche mit nach Hause genommen. Schließlich war mir klar, dass der Rest der Familie den Schein auf gar keinen Fall sehen darf. Darüber, welchen Ärger ich bekommen würde, wenn der Diebstahl auffällt, habe ich mir gar keine großen Gedanken gemacht.

Zu Hause habe ich das Geld erst einmal in meiner Schreibtisch-Schublade versteckt, aber da wollte ich ihn auf Dauer nicht behalten, das war mir irgendwie zu riskant. Auf mein Konto einzahlen wollte ich die 50 Euro aber auch nicht, dass wäre noch eher aufgefallen. Schließlich waren 50 Euro für mich damals fast ein Jahr Taschengeld. Also habe ich das Geld immer in kleinen Raten eingezahlt, über das ganze Jahr hinweg. Im nächsten Jahr habe ich der Tante dann noch einmal 50 Euro geklaut. Der Geldbeutel war immer noch im gleichen Versteck und auch sonst bin ich genauso vorgegangen wie beim ersten Mal. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt, gleich zwei 50-Euro-Scheine zu nehmen, aber das war mir dann glücklicherweise doch zu riskant. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, ich hatte nur Angst, doch irgendwie erwischt zu werden. Im folgenden Jahr habe ich nur nachgesehen, ob der Geldbeutel immer noch in der gleichen Schublade lag. Es war auch noch immer ein Haufen Geld drin, aber diesmal konnte ich der Versuchung widerstehen und habe nichts geklaut. Mittlerweile bereue ich es, meiner Großtante insgesamt 100 Euro von ihrer knappen Rente gestohlen zu haben. Ich habe das Geld ja nicht mal wirklich dringend gebraucht und habe es aus reiner Habgier geklaut.

Beichthaus.com Beichte #00031636 vom 22.07.2013 um 21:25:54 Uhr in Nienburg (12 Kommentare).

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Unterschiedlich große Füße

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Betrug Diebstahl Geiz Shopping

Unterschiedlich große Füße
Ich habe zwei unterschiedlich große Füße. Das fällt an sich gar nicht auf, jedoch benötige ich trotzdem unterschiedlich große Schuhe. Wenn ich nun in einem Geschäft zum Schuhkauf bin, probiere und tausche ich so lange hin und her, bis ich am Ende einen linken 39er und einen rechten 40er Schuh von dem gewünschten Paar im Karton habe. Bisher ist es noch nie aufgefallen. Wenn das Mal passiert, werde ich es einfach als Versehen hinstellen. Obwohl ich ja nichts klaue, büßt jedes Geschäft, in dem ich Schuhe kaufe, ein Paar ein. Aber bei meinem Gehalt kann ich es mir einfach nicht leisten, zwei Paar zu bezahlen, obwohl ich nur eins nutzen kann.

Beichthaus.com Beichte #00031610 vom 17.07.2013 um 18:48:11 Uhr (29 Kommentare).

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Das Konstrukt meines Gewissens

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Lügen Falschheit Fremdgehen Morallosigkeit

Ich habe meinen besten Freund betrogen, indem ich etwas mit seiner damaligen Freundin hatte. Vielleicht denkt ihr jetzt, dass er dann nicht mein bester Freund gewesen sein kann - aber das war er, ich war es nur nicht für ihn. Mir ging es zu dem Zeitpunkt richtig mies, eine siebenjährige Beziehung ging ein paar Monate zuvor in die Brüche und als seine Freundin mich auf einer Party küsste, konnte ich nicht anders. Ich hätte weggehen sollen, um ihm zu erzählen, was passiert ist. Stattdessen lief die Geschichte ein paar Wochen, bis sie es ihm dann gestand. Natürlich wollte er nichts mehr von mir wissen, ebenso wie unser restlicher Freundeskreis. Es tat höllisch weh, aber ich hatte es mir redlich verdient. Nach knapp einem Jahr rief er an und wollte mit mir reden. Ich dachte, ich bekäme endlich eine auf die Fresse und freute mich sogar darauf, ob ihr es glaubt, oder nicht. Aber ich wollte lieber tüchtig eine einstecken und unsere Freundschaft dann wieder aufbauen, als weiter ignoriert zu werden. Denn er fehlte mir die ganze Zeit und dieses Schuldgefühl machte mich wahnsinnig. Doch es kam ganz anders. Er entschuldigte sich dafür, dass er mir nicht verziehen hatte, und umarmte mich.


Wir machten wieder Musik und hingen rum, alles war wie vorher. Und ich bin ihm unendlich dankbar dafür, denn ich hatte große Probleme mit dieser Schuld zu leben. Seine Freundin hat er auch irgendwann verlassen, denn sie war einfach ein Miststück. Das Ganze ging ungefähr ein Jahr so, dann rief mich ein gemeinsamer Freund an und berichtete mir, dass mein bester Freund verstorben ist. Er war tot. Einfach so. Eines Morgens ist er einfach nicht mehr aufgestanden. Nach der Obduktion war klar, dass er höllische Schmerzen gehabt haben muss, und das tagelang. Warum er nicht zum Arzt gegangen ist, weiß Gott allein. Auf der Beerdigung traf ich sie dann wieder. Es ging uns beiden beschissen, jeder suchte die Nähe von irgendjemandem und so kamen wir uns wieder näher. Ich werde mir wohl irgendwie gedacht haben, dass alles einen Sinn hatte, wenn das Miststück und ich letzten Endes doch noch glücklich werden. Ich habe mich dann wieder wie Scheiße behandeln lassen, aber das kannte ich ja schon. Ich war glücklich und dumm.


Könnt ihr das nachvollziehen? Meinen Betrug, meine Schuld, die damit verbundenen Gefühle? Alles Bullshit! Ich hätte ehrlich sein sollen, erst zu ihm und dann zu mir. Stattdessen versuchte ich eine Liebe zu retten, die es nie gab, nur um einen Fehler zu rechtfertigen, der nicht zu rechtfertigen ist. Mittlerweile bin ich von dort weggezogen und habe tatsächlich das Glück, die Richtige gefunden zu haben. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich diese Schuldgefühle nie ganz loswerde, aber er hat mir vergeben. Es erinnert mich jeden Tag daran, nicht zu lügen, oder schlechte Dinge zu tun. Manchmal funktioniert das sogar. Was ich beichten möchte, ist, dass ich die Liebe benutzt habe, um vor mir selbst und meinen Taten davon zu laufen. Sie war nur eine Ausrede. Mein bester Freund war meistens von Liebe erfüllt, das haben alle um ihn herum gespürt und ich versuchte nach seinem Tod dafür zu sorgen, dass alles seine Richtigkeit hat, indem ich mir ein wirres Konstrukt erbaute. Ich versuchte den Mist, den ich gebaut hatte, zu legitimieren, obwohl dies unmöglich ist.

Beichthaus.com Beichte #00031606 vom 17.07.2013 um 05:41:30 Uhr (10 Kommentare).

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Der vermeintliche Traumjob

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Lügen Falschheit Feigheit Morallosigkeit Arbeit

Ich (w/36) arbeite in einem mittelständischen Unternehmen in Berlin. Seit einigen Jahren zieht die Firma eine relativ üble Masche mit jungen Hochschulabsolventen ab. Und ich bin daran indirekt beteiligt, weil ich den Leuten natürlich auch sagen könnte, was da eigentlich läuft. Dabei geht es darum, dass an Absolventen ein, scheinbar sehr lukrativer, Job vergeben wird. Ein gewisser älterer Herr plant demnach, bald in den Ruhestand zu gehen und möchte seinen Nachfolger einarbeiten. Natürlich ist es nicht möglich, für diese Einarbeitung ein gewöhnliches Gehalt zu zahlen. Die Bezahlung erfolgt dann auf 400 Euro Basis, manche bieten aber auch an, umsonst zu arbeiten, weil sie so scharf auf den Job sind. Dieser angebliche Job wird natürlich enorm hoch bezahlt. Außerdem geht der ältere Herr ja schon ein halbes Jahr später in den Ruhestand. Das klingt natürlich sehr verlockend.


In der Tat wird unser neuer Mitarbeiter dann durch einen älteren Herrn eingearbeitet. Dieser ist zwar noch nicht so alt, spielt seine Rolle aber sehr überzeugend und hat sich das Ganze zum Teil auch ausgedacht. Der Einfall kam ihm, als es vor einigen Jahren zunehmend schwerer wurde, geeignete Praktikanten zu finden. Natürlich sieht auch die Arbeit dementsprechend aus. Es werden Zeichnungen gefaltet, Ordner sortiert und Anrufe entgegengenommen. Wirklich akademische Arbeiten sind nicht dabei. Nach ein paar Monaten ist bei den Leuten dann gewöhnlich die Luft raus und sie lassen im Ehrgeiz deutlich nach. Das besagte halbe Jahr später folgt dann gewöhnlich die Kündigung. Natürlich mit der Begründung, dass der ältere Herr seinen Ruhestand doch noch nicht genießen möchte und sowieso Auftragsmangel herrscht. Zwei Wochen später sitzt dann jemand Neues am Schreibtisch. Ich schäme mich sehr, dass ich für so eine Firma arbeite. Oft habe ich schon darüber nachgedacht, den Leuten einen anonymen Zettel zu schreiben. Bisher habe ich mich aber nicht getraut. Meine, zumeist älteren, Kollegen ignorieren das Ganze einfach oder reden es schön.
Besonders schlimm finde ich es, wenn der Ehrgeiz der jungen Leute zunehmend verblasst, bis sie dann irgendwann zu spät und schlecht gelaunt zur Arbeit kommen.

Beichthaus.com Beichte #00031605 vom 16.07.2013 um 16:27:40 Uhr (17 Kommentare).

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