Glück im Unglück

14

anhören

Trunksucht Peinlichkeit Maßlosigkeit Gommern

Wenn ich (w) heute Nachrichten über Cybermobbing unter Teenagern sehe oder höre, bin ich jedes Mal wieder froh, dass ich zu einer Zeit Teenager war, als Handykameras nur Filme mit mieser Qualität aufnehmen konnten, Youtube noch nicht die größte Videoplattform der Welt war und kaum jemand einen Facebookaccount hatte.
Als ich gerade 16 Jahre alt war, war ich im Sommer zu der Geburtstagsparty einer Freundin eingeladen. Weil schönes Wetter war, feierten wir im Garten. Mit 16, das hieß auch, das erste Mal legal Alkohol zu trinken, deshalb hatten wir uns natürlich auch mit verschiedenen Getränken eingedeckt, allerdings keine harten Sachen, denn die bekamen wir ja noch nicht. Trotzdem tranken wir nicht gerade wenig und waren am Abend schon angeheitert. Dann kamen der Bruder des Geburtstagskindes und ein paar seiner Kumpels dazu. In einen der Jungs war ich damals total verknallt. Die Jungs waren alle schon älter und hatten Schnaps mitgebracht. Als mein Schwarm mir ein Glas Wodka anbot, sagte ich natürlich ja, obwohl mir Wodka nicht schmeckt, aber natürlich wollte ich ihn beeindrucken und trank den Wodka. Das ist eigentlich auch das Letzte, woran ich mich erinnere.

Am nächsten Mittag wachte ich mit heftigen Kopfschmerzen und Übelkeit in meinem Zimmer auf, ohne eine Ahnung, wie ich dahin gekommen war. Als ich runter in die Küche schlurfte, warteten dort schon meine wütenden Eltern. Mein Vater schrie mich erstmal eine Viertelstunde lang an, aufgrund der dadurch verstärkten Kopfschmerzen, bekam ich gar nicht mit, was er sagte. Meine Mutter gab mir erstmal eine Kopfschmerztablette und ich legte mich wieder ins Bett. Erst am späten Abend ging es mir etwas besser und ich fragte meine Eltern, ob sie wüssten, was passiert sei. Sie erzählten mir, meine beste Freundin hätte sie mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt. Sie hatte mich wohl mühsam bis zu meinem Elternhaus geschleppt, wo ich erst mal den ganzen Vorgarten vollgekotzt hatte und vor der Haustür zusammengesackt sei. Mein Vater hatte mich dann ins Bett getragen. Meine Eltern hatten schon befürchtet, ich hätte eine Alkoholvergiftung. Ich bekam erneut Anschiss und vier Wochen Hausarrest zur Strafe. Ich ging danach Duschen, dabei fielen mir erstmals überall Kratzer und blaue Flecken an meinem Körper auf, die ich bisher gar nicht bemerkt hatte. Ich machte mir aber erstmal keine weiteren Gedanken, weil ich schnell wieder ins Bett wollte.


Am nächsten Morgen ging es mir viel besser. Ich rief meine beste Freundin an, um herauszufinden, was während meines Filmrisses passiert war. Am Telefon deutete sie an, sie müsse mir was Wichtiges zeigen und würde vorbei kommen. Bei mir angekommen, erzählte sie mir, was an dem Abend noch alles passiert war. Sie erzählte, dass ich einiges an Wodka getrunken hätte. Und dass später noch Musik eingeschaltet wurde, um zu tanzen. Ich hätte meinen Schwarm mit einem besonders sexy Tanz beeindrucken wollen, was aufgrund erhöhten Alkoholpegels aber nur peinlich gewesen sei. Sie hätte noch versucht, mich davon abzuhalten, aber vergeblich. Alle hätten sich auf meine Kosten amüsiert. Dann sagte sie, sie müsse mir dringend etwas zeigen und schaltete den Computer ein. Dort ging sie auf Youtube und zeigte mir ein Video. Von mir! Wie ich total betrunken versuchte, an der zusammengeklappten Wäschespinne einen sexy Tanz hinzulegen. Natürlich stolperte ich nur betrunken herum. Meine Freundin versucht ständig mich wegzuziehen, alle anderen stehen lachend herum. Als ich versuchte, mich um die Wäschespinne zu wickeln wie um eine Stripstange, löste die Wäschespinne sich aus ihrer Verankerung und ich knallte auf den Boden. Daher also die Kratzer und blaue Flecken.
So sehr, wie in diesem Moment, habe ich mich nie wieder geschämt. Das Video hatte zwar sehr miese Qualität, sodass nur Leute, die wussten dass ich es war, mich erkannt hätten, aber peinlich war es trotzdem. Meine Freundin sagte, das XY, eine ehemalige Freundin, mit der ich mich vor einiger Zeit zerstritten hatte, weil sie auch in meinen Schwarm verknallt war, das Video mit ihrem Handy aufgenommen und am nächsten Tag ins Netz gestellt hatte. Ich rief sofort XY an und forderte sie auf, das Video sofort zu löschen. Aber sie weigerte sich. Ich hatte wahnsinnige Angst, es könnte sich in der ganzen Schule herumsprechen, dass es dieses peinliche Video von mir im Netz gibt und jeder würde mich auslachen. Ich lag die ganze Nacht wach und grübelte, aber es fiel mir keine Lösung ein. Am nächsten Morgen gestand ich es dann meinen Eltern und zeigte ihnen das Video. Die waren natürlich entsetzt. Mein Vater fuhr sofort mit mir zu XY und redete mit deren Vater. Der war zum Glück vernünftig, ließ sich alles in Ruhe erklären und XY musste das Video vor unseren Augen von Youtube und vom Handy löschen.
Ich bin wahnsinnig froh, dass alles so glimpflich für mich abgelaufen ist. Bei der heutigen Technik hätte sich das Video vielleicht innerhalb von Stunden auf der ganzen Welt verbreitet und mir mein Leben komplett versaut.

Beichthaus.com Beichte #00031323 vom 01.06.2013 um 02:29:21 Uhr in Gommern (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Das schamlose Beweisfoto

19

anhören

Fremdgehen Rache Ex Last Night

Das schamlose Beweisfoto
Mein Ex-Freund hat mich betrogen. Für mich brach eine Welt zusammen. Aber ich wollte ihn nicht einfach so davon kommen lassen. Ich wartete, bis er mich auf unserem Dorffest unter Alkoholeinfluss anmachte. Ich nahm ihn mit zu mir nach Hause. Da er ziemlich betrunken war, konnte ich ihn ausziehen und nackt in mein Bett dirigieren. Dort machte ich dann ein Foto von ihm und seinem Steifen und schickte dieses an seine Neue, mit der er mich betrogen hatte.

Beichthaus.com Beichte #00031313 vom 31.05.2013 um 10:23:42 Uhr (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Unsere kostenlosen Abende im Casino

26

anhören

Habgier Maßlosigkeit Games Restaurant

Unsere kostenlosen Abende im Casino
Ich (m/18) wohne sehr nahe an der tschechischen Grenze und direkt dahinter befindet sich ein Casino, in dem es jeden Tag kostenloses Essen, also ein richtig leckeres Buffet und auch kostenlose Getränke gibt. Auf jeden Fall ist in diesem Casino jeden Dienstag "Men's Day", das bedeutet, dass jeder Mann, der das Casino betritt, einen Spielschein über 15 Euro bekommt, mit dem man dann im Casino spielen kann. Dies ist eigentlich dazu gedacht, den Spieler in gute Laune zu versetzen und ihn dazu zu animieren, mehr Geld als diese 15 Euro zu investieren. Man kann sich das Geld natürlich auch nicht einfach auszahlen lassen, die Gewinne, die man erzielt, jedoch schon.
Meine Kumpels und ich nutzen dieses Angebot allerdings schamlos aus und fahren jeden Dienstag nach unserem Volleyballtraining nach Tschechien um unsere 15 Euro zu verzocken. Lustigerweise gehen wir bei der Sache auch jedes Mal fast alle mit einem mehr oder weniger ordentlichen Gewinn nach Hause und hatten dabei kein Risiko. Das wirklich Coole dabei ist dann noch, dass jeder von uns sich am Buffet mit mindestens zwei Gängen bedient und dazu noch ordentlich Softdrinks und Bier trinkt, anschließend trinkt auch jeder von uns noch einen leckeren Cappuccino und wir fahren wieder heim. Das alles, ohne einen einzigen Cent zu bezahlen.
Das Casino verdient immer noch genug und außerdem bekommen die ihr Geld doch sowieso hauptsächlich von bemitleidenswerten Menschen, die ihren ganzen Lohn in diesen Läden verlieren. Gesagt hat auch noch nie jemand etwas, im Gegenteil. Die Bedienungen sind immer sehr nett und bieten einem ständig neue Getränke an. Auch der Geschäftsführer hat sich schon öfters nach unserem Wohlbefinden erkundigt und sich mit uns unterhalten.

Beichthaus.com Beichte #00031307 vom 30.05.2013 um 19:44:54 Uhr (26 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die Sünden meiner Kindheit

20

anhören

Aggression Selbstsucht Boshaftigkeit Kinder

Ich war als Kind ein furchtbarer Mensch. Ich war bis zur zweiten Klasse unfassbar aggressiv, manipulativ und verletzend. Vieles weiß ich gar nicht mehr, sondern kenne es nur aus Geschichten, aber ich weiß, dass ich oft schon Angst vor mir selbst hatte und meine Mutter angefleht habe, mit mir zum Psychologen zu gehen. Auch heute noch verstehe ich nicht, wie ein drei- bis achtjähriges Kind so sein kann, wie ich damals. Ich bin in einer wirklich liebevollen Umgebung aufgewachsen, zu Hause gab es nie Gewalt, weder psychische noch physische, und trotzdem hatte ich damals ständig den Drang, Gewalt an anderen auszuüben, vor allem an Jüngeren wie meiner kleinen Schwester. Eines der schlimmsten Dinge, die ich über meine gesamte Kindergartenzeit getan habe, war, andere Kinder mit Versprechungen in den Tunnel unter dem Reifenberg zu locken, um ihnen dann dort an den Haaren zu ziehen. An einem türkischstämmigen Mädchen, das damals noch kein Deutsch konnte, habe ich Selbstverteidigungsgriffe geübt - am Ende meiner Kindergartenzeit bewarf sie mich dann, zu Recht, mit allen deutschen Schimpfworten, die sie bis dahin gelernt hatte. Außerdem habe ich einmal einem Mädchen im Stuhlkreis den Stuhl weggezogen und sie dabei am Ohrring festgehalten. Ich habe Geburtstagskindern immer Geschenke gemacht oder nette Sachen gesagt, in der Hoffnung, dass ich dann neben ihnen sitzen darf, was im Kindergarten eine Ehre war. Meine Schwester habe ich regelmäßig zum Weinen gebracht, indem ich ihr irgendwelchen Quark erzählt habe, oder behauptete, dass ich sie verlassen müsse. Manchmal hatte ich auch einfach das Bedürfnis irgendjemanden zu schlagen und habe das an ihr ausgelassen. Sobald wir in der Schule lesen und schreiben lernten, habe ich an Wände die Namen von Freunden geschrieben, mit Beleidigungen, um das dann allen zu zeigen und dann zu erzählen, wen ich angeblich beim Schreiben beobachtet hätte. So ging das weiter, bis ich mich zum Ende der Grundschule immer mehr besserte.

Ich möchte für dieses Verhalten gar keine Erklärung oder Entschuldigung suchen, weil ich weiß, dass ich das alles, obwohl ich teilweise erst drei oder vier war, im vollen Bewusstsein um die Konsequenzen tat. Darum ist dies ein Teil meiner Vergangenheit, den außer Familienmitgliedern und den Beteiligten niemand kennt, weil ich es nicht schaffe, das irgendjemandem zu erzählen. Ich bereue mein Verhalten von damals von ganzem Herzen und schäme mich furchtbar dafür. Es tut mir für alle Leid, die ich verletzt habe. Vielleicht, um diese Kindheitszeit wieder gut zu machen, oder aus Angst, dass diese Aggression irgendwann wiederkommt, bin ich heute einer der friedlichsten Menschen, die ich kenne. Ich habe viele Freunde und gute Noten und ein relativ normales Leben. Ich hasse Krieg, Gewalt und Streit. Ich kann keine Ballerspiele spielen und ich kann niemanden anschreien oder anlügen, ohne mich direkt danach dafür zu entschuldigen. Trotzdem hoffe ich, dass es irgendjemanden gibt, der mir vergeben kann, dass ich einmal ein so grausamer Mensch war.

Beichthaus.com Beichte #00031287 vom 27.05.2013 um 18:30:18 Uhr (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Kein Verständnis für Dicke

19

anhören

Vorurteile Hochmut Engherzigkeit Ekel Schleiden-Gemünd

Ich (w) habe mit 14 Jahren knapp 98 Kilo gewogen, also ich war ziemlich fett. Über die Sommerferien hinweg habe ich mir dann ungefähr 35 Kilo runter trainiert. Nun möchte ich beichten, dass ich an sich ein toleranter Mensch bin, aber ich mag einfach keine dicken Leute. Eigentlich müsste ich Verständnis für diese Menschen haben, aber ich finde sie meistens irgendwie eklig. Ich schäme mich für meine arrogante Einstellung und dafür, dass ich so ein Arsch bin.

Beichthaus.com Beichte #00031286 vom 27.05.2013 um 19:51:20 Uhr in Schleiden-Gemünd (19 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000