Osten und Westen

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Peinlichkeit Flug & Co. Arbeit

Ich (m/Ende dreißig) bin Pilot beim großen deutschen Kranich. Genauer, ich bin Senior First Officer. Also quasi der Dienstgrad zwischen Co-Pilot und Kapitän. Bevor ich jedoch Kapitän werden kann, müssen noch einige Jahre auf der Langstrecke runtergerissen werden. So bin ich auf meinen monatlichen Umläufen hauptsächlich zwischen Los Angeles und Tokio unterwegs. Manchmal auch in Afrika. Ich beichte jetzt, dass ich schon seit Jugendtagen die Himmelsrichtungen Ost und West nur sehr schwer auseinanderhalten kann. Nord und Süd geht aber, das ist ja quasi oben und unten. Aber Ost und West? Das haut einfach nicht hin.

Beichthaus.com Beichte #00037036 vom 14.11.2015 um 22:41:47 Uhr (25 Kommentare).

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Verbrecher des Zweiten Weltkriegs

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Neugier Familie

Meine (m/34) Großmutter ist vor Kurzem mit beinahe 100 Jahren gestorben. Da nun ihre ehemalige Wohnung geräumt werden muss, habe ich auch mitgeholfen, ihre ganzen Sachen bei meinen Eltern unterzustellen und dann zu schauen, was damit passiert. Dabei ist mir eine Kiste in die Hände gefallen, die mich neugierig gemacht hat. Ich öffnete sie und fand einige alte Notizbücher, wie sich beim Hineinsehen herausstellte, wohl alte Tagebücher meines Großvaters, der vor mittlerweile 15 Jahren verstorben ist. Ich habe ein paar davon eingesteckt und mir später daheim genauer angesehen. Sie waren wirklich schon sehr alt, ab dem Ende der Dreißiger Jahre, also noch während der Zeit des Dritten Reiches. Nun zum schwierigen Teil der Sache: Ich habe herausgefunden, was mein Großvater tatsächlich während des Zweiten Weltkrieges angestellt hat. Was ich bisher wusste, war, dass er gedient hatte, in Gefangenschaft geriet und bereits kurz nach Kriegsende zurückkehrte. Also eigentlich nichts Besonderes für jemanden seines Jahrganges. Jedoch hat er in den (zeitgenössischen) Tagebüchern detailliert beschrieben, was tatsächlich geschehen ist, und anscheinend hat er nicht in der Wehrmacht, sondern der SS gedient und gehörte zum engeren Kreis um Reinhard H., einem der Hauptorganisatoren des Holocausts.


Er schreibt in den Büchern über seine Zeit in Prag während der Besetzung Anfang der 40er Jahre, wie er hochrangige Nationalsozialisten wie Heinrich H. begegnet ist und ich lese seine tatsächliche Begeisterung für den Nationalsozialismus heraus. Ich erkenne auch seinen scheinbaren Abscheu den Juden gegenüber. Er beschreibt zum Beispiel eine Szene, in der er einer Jüdin ihre Einkäufe aus der Hand gerissen und in die Gosse geworfen hat, weil sie den Gruß nicht gemacht hatte, als er an ihr vorbeilief. Was noch viel schlimmer ist, er scheint außerdem an der Deportation der Prager Juden maßgeblich mit beteiligt gewesen zu sein, hat Konzentrationslager wie Theresienstadt persönlich besucht und war von der Notwendigkeit des Holocausts überzeugt. Das alles hat mich verständlicherweise ziemlich aus den Wolken fallen lassen, in meiner Erinnerung kenne ich ihn nur als liebevollen Großvater, der keiner Fliege etwas zuleide getan hätte. Dieses Bild in mir hat, je weiter ich mit meiner Lektüre vorangekommen bin, sehr zu wackeln begonnen, und ich beginne zu erkennen, dass er ein Kriegsverbrecher und Nationalsozialist ersten Ranges war. Und ich bin gleichzeitig neugierig und ängstlich, weiterzulesen, denn bisher habe ich noch nicht mal das erste Buch durch und keine Ahnung, wie er es scheinbar geschafft hat, straffrei auszugehen.


Meine Großeltern und Eltern haben nie etwas davon erwähnt, und ich habe keine Ahnung, ob mein Vater (ihr Sohn) überhaupt von den Machenschaften seines Vaters weiß. Meine Erziehung war ausgesprochen liberal und ich habe nie etwas von derartigem Gedankengut bei meinen Großeltern bemerkt. Nun zu meiner Beichte: Ich werde all dieses Wissen für mich behalten und weder meinen Eltern noch meinen Geschwistern oder sonst wem erzählen, was ich herausgefunden habe. Außerdem werde ich demnächst meine Eltern besuchen fahren und versuchen, auch den Rest seiner Tagebücher an mich zu nehmen. Unsere Familie hatte immer ein sehr gutes Verhältnis, das ich jetzt nicht gefährden will. Niemand hätte etwas davon, bestrafen kann man meinen Großvater jetzt nicht mehr. Es tut mir leid, aber ich bin echt fertig und das will ich meiner Familie nicht auch noch antun. Sie sollen unsere Eltern bzw. Großeltern als das in Erinnerung behalten, das sie in unseren Augen bisher waren. Außerdem weiß ich nicht, was so eine Offenbarung in der aktuellen Debatte um Flüchtlinge, wo jeder gleich rechts ist, der sich kritisch äußert, für persönliche Konsequenzen haben kann. Diese Verschleierung tut mir leid, im Grunde macht mich das nicht besser als meine Großmutter und alle sonstigen Mitwisser.

Beichthaus.com Beichte #00036979 vom 05.11.2015 um 20:23:14 Uhr (22 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meine Schwester ist schuld am Tod ihrer Familie!

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Verzweiflung Mord Selbstverletzung Hass Kinder

Ich (w) halte das, was im Dritten Reich passiert ist, für abgrundtief bösartig - keine Frage. Trotzdem kann ich nicht anders: Aufgrund eines Vorfalls in der eigenen Familie bin ich bei ganz "harten Fällen" für Zwangsverhütung und Zwangssterilisation. Meine Schwester […]
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Beichthaus.com Beichte #00036918 vom 25.10.2015 um 16:03:37 Uhr (30 Kommentare).

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Chaos in der Kindheit

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Dummheit Neugier Schamlosigkeit Kinder

Als Kind habe ich mit meiner besten Freundin immer unglaublichen Mist gebaut. Klingelmännchen, Leute verscherzen. Einmal haben wir uns, dumm wie wir waren, nackig im Garten an den Turnstangen gefilmt, mit der Kamera, die ihrem Papa gehörte - ein Glück, dass er nicht deswegen rechtlich belangt wurde. Etwas besonders Schlimmes taten wir an einem langweiligen Nachmittag: Da bei ihrem Haus die Hintergärten in der Straße an die Hintergärten der Parallelstraße grenzten, konnte man einfach mit etwas Mühe über den Zaun steigen und in die Nachbarsgärten. Wir haben dann unbemerkt Spielhäuser demontiert, Solarlampen aus der Erde gezogen und Gegenstände der einen Nachbarn in die Gärten der anderen gelegt. Also nichts zerstört, aber vollkommenes Chaos angerichtet. Wir haben Tränen gelacht und uns fast in die Hosen gemacht, bei der Vorstellung was die Leute sagen würden. Als ich dann abends schon zu Hause war, sind die Nachbarn wohl von Haus zu Haus gegangen, um zu fragen, ob jemand etwas gesehen hatte, weil randaliert worden wäre. Die Eltern meiner Freundin wussten natürlich von nichts und haben deswegen auch nichts sagen können.


Am Ende wurde es auf eine Horde trinkender Teenies geschoben, die jemand aus der Nachbarschaft gesehen hatte. Heute weiß ich, dass das total falsch war, obwohl nichts kaputt gegangen ist und mir tun auch die Teenies leid, die danach sicher Ärger bekamen, obwohl wir Fünftklässler den Mist gebaut hatten. Dennoch irgendwie eine glorreiche Erinnerung, bei der ich etwas schmunzele - auf die Idee, dass die Gärten ja von außen gar nicht zugänglich waren und es deshalb schlicht jemand aus den Nachbargärten gewesen sein muss, ist damals einfach niemand gekommen. Der Kontakt zu der Freundin ist leider vor Jahren durch schulische Gründe abgerissen.

Beichthaus.com Beichte #00036898 vom 23.10.2015 um 00:05:04 Uhr (7 Kommentare).

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Starren in der Öffentlichkeit

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Zorn Gewalt Hass Aggression

Ich (m/38) habe aufgrund eines Schlaganfalls mit 18 Jahren eine leichte Gesichtslähmung auf der linken Seite. Das fällt im Normalfall nicht auf, es ist auch nicht so stark wie beispielsweise bei Sylvester Stallone. Es behindert mich auch in keinster Weise mehr, auch […]
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Beichthaus.com Beichte #00036883 vom 20.10.2015 um 22:49:44 Uhr (27 Kommentare).

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