Mein Vorgesetzter ist ein Schleimer!

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Engherzigkeit Ungerechtigkeit Zorn Arbeit

Ich arbeite in einer Firma, in der wir bis vor Kurzem einen Abteilungsleiter hatten, der unterste Schublade war. Er war das lebendigste Beispiel für nach oben buckeln und nach unten treten. Es war kein Geheimnis, dass er mit Ende 40 noch unverheiratet und wohl auch sein Leben lang beziehungslos war, und mit seiner Mutter zusammenlebte, die eine total herrische Frau ist. Wenn einer aus der Chefetage kam oder anrief, war er im wahrsten Sinne des Wortes nur am Buckeln, man sah richtig einen Unterschied in der Körperhaltung, und wenn er mit uns sprach, schnauzte er nur. Anschnauzen war sein normales Gesprächsverhalten. Für Fehler wurde man direkt angebrüllt, selbst wenn es nicht die eigenen waren. Und davon abgesehen geschehen Fehler nun bei jedem Menschen hin und wieder. Hatte er einen Fehler gemacht, wurde man dafür auch angeschnauzt, und er entschuldigte sich nicht einmal, wenn er einem Unrecht getan hatte.

Doch dann kam mein großer Tag. Herr B. war bei mir im Büro und ich war dabei, meine Sachen für den Feierabend zusammenzupacken. Zuletzt griff ich in die Stiftablage und steckte einen Kuli ein. Herr B. sah mich finster an und sagte: "Frau L., Sie wissen, dass das Diebstahl ist. Sie wissen, was ich jetzt machen muss." Und dann präsentierte er mir ein kurzes Video. Der Typ hatte tatsächlich in der Ecke gestanden, das Handy mit Kamera bereits parat, und wollte bereit sein, falls ich irgendetwas Unrechtes tue. Man muss sagen, dass ich mir in der letzten Zeit, wie auch eine andere Kollegin, nicht mehr alles von B. gefallen ließ und sachlich, aber direkt sagte, dass ich mir einen solchen unsachlichen Ton mir gegenüber verbitte. Ich grinste nur in mich hinein. Der Typ bat dann darum, mir den Stift sofort auszuhändigen. Ihr seht schon, er ist ganz, ganz schlimm weltfremd. Ich glaube, der ist auch echt unglücklich mit sich selbst, aber selber schuld.

Er schaute sich den Stift nicht einmal genau an, steckte ihn direkt ein. Am nächsten Morgen war er direkt in der Chefetage. Ich wurde auch gerufen. Dann erst klärte ich die Sache auf - der Kuli gehörte nämlich mir, das sah man auch am Schriftzug - es war ein Kuli des Vereins, in dem mein Papa Mitglied ist. Von denen haben wir Dutzende. Ich sagte dann, dass Herr B. mir nicht einmal die Möglichkeit ließ, die Sache aufzuklären. Das stimmte so ja nicht, aber ich wollte ihn ins offene Messer laufen lassen. Hinterher war ich aber ein wenig enttäuscht - der Chef erzählte mir mit einem Augenzwinkern, dass die Aktion generell völlig überzogen war, selbst wenn der Kuli der Firma gehört hätte, und dies das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Beobachtet hatten sie B. schon seit längerer Zeit, aber da er doch fachlich ein guter Mitarbeiter war, zögerten sie immer, ihn zu entlassen.

Am nächsten Tag war B. nicht mehr da. Ich weiß nicht, was genau sie gedeichselt haben, denn eigentlich konnte man B. ja nicht einfach so feuern, aber er kam nicht wieder. Meine eigentliche Beichte ist allerdings, dass es mir auch irgendwie reichlich egal ist, wenn er sich jetzt irgendwo in einer Bahnhofstoilette einen goldenen Schuss setzt oder eine Schachtel Herz- oder Schlaftabletten schluckt und nicht mehr aufwacht. Die Vorstellung, dass der vielleicht irgendwo wieder eingestellt wird und wieder andere Mitarbeiter tyrannisiert, ist grausam für mich. Aber ich gehe irgendwie davon aus, dass er erst mal weg vom Fenster ist. Zu guter "Flurfunk" - hoffentlich warnt unser Chef jetzt erst einmal alle. Ich wusste gar nicht, dass er so menschlich ist - echt supernett, voll auf dem Teppich und keineswegs arrogant. Wir hatten bisher allerdings kaum etwas mit ihm zu tun, nur mit diesem Herrn B., der dafür drei Mal so arrogant war, nur weil er daheim vor Mama kuscht.

Beichthaus.com Beichte #00036017 vom 24.06.2015 um 20:55:07 Uhr (7 Kommentare).

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Hausmittel von Oma

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Falschheit Engherzigkeit Lügen Gesundheit Familie Springe

Da mein (m/26) Leben voll von Beichten ist, werde ich heute wieder mal beichten. Im Alter von ungefähr acht Jahren, ich ging damals auf die Grundschule, gingen meine Schwester und ich öfters nach der Schule bei unseren Großeltern essen, da sie praktisch neben der Schule wohnten und sehr großzügig Süßigkeiten verteilen und andere Dinge durchgehen ließen, die wir sonst eigentlich nicht durften - wie Großeltern eben so sind. Der einzige Nachteil an dem Ganzen war, dass meine Oma im Gegenzug zu den ganzen Vergünstigungen erwartete, dass wir ihre alt-schlesische Hausmedizin nehmen mussten, da diese für das Wachstum der Knochen und unsere Gesundheit sehr wichtig wäre. So mussten wir unter anderem Lebertran Pillen, Magnesium und noch anderes widerliches Zeug fressen. Der Gipfel war eine Tablette, gegen was auch immer, welche die Konsistenz und das Aussehen von Ohrenschmalz hatte, einfach widerlich. Im Nachhinein kann alles gar nicht so verkehrt gewesen sein, da meine Schwester und ich kaum krank waren und sind.

Nun zur Beichte! Da man als 8-jähriger Bengel alles besser weiß und die Dinger scheußlich schmeckten, musste unbedingt eine Notlösung her, wie wir an die Süßigkeiten kamen, ohne vorher den Medikamentenschrank Kaiser Wilhelms gefressen zu haben. Eines Tages kam meine Schwester (3 Jahre älter) freudestrahlend auf mich zu, was ich nicht verstand, da wir zuvor wiedermal Schlesiens acht Köstlichkeiten bekommen hatten. Sie zog mich ins Nebenzimmer, das Puzzlezimmer meines Opas, in dem eine drei Meter lange Kommode stand, ich verstand sofort und entledigte mich auch meiner, nach Zyankali schmeckenden, Kapseln. Nun hatten wir einen Weg gefunden, alle Freiheiten zu nutzen, ohne wirkliche Nachteile zu haben. Meine Oma wurde oft misstrauisch, da wir von nun an brav und gern ihre Pillen "schluckten", oft kontrollierte sie den leeren Mund, aber da sie nicht all zu gut sehen konnte, konnten wir unsere Gefahrenladung unter der Zunge verstecken, bis wir dann wieder Opas Puzzle "bestaunen" wollten. Oma vertraute uns jahrelang gutmütig und prahlte immer vor ihren Freundinnen, wie gut doch ihre Hausmedizin helfen würde.

Irgendwann musste allerdings Tag X kommen und meine Großeltern bekamen neue Möbel. Ich, damals schon 15, half beim Tragen. Und ich kann mich noch genau an den bitteren Moment erinnern, in dem die gute alte Kommode, unser jahrelanger Helfer in der Not, von der Wand weggerückt wurde. Das Bild, das sich bot, war grausam, eine gefühlte Tonne Tabletten lag dahinter, die sich alle in den Jahren gestaut hatten. Man dachte schon ein großer Pharma-Konzern hätte hier eine Mülldeponie! Meine Oma war ziemlich geschockt und traurig. Ich bitte hiermit um Absolution dafür, dass ich jahrelang meine Oma betrogen habe und dafür auch noch mit Süßem und allerlei anderem Guten belohnt wurde!

Beichthaus.com Beichte #00036013 vom 23.06.2015 um 23:17:53 Uhr in 31832 Springe (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Von der Brücke fallen Flaschen

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Feigheit Selbstsucht Trunksucht

Ich (m/24) möchte beichten, dass ich jemanden vermutlich verletzt habe, wenn auch aus Versehen. Zugetragen hat sich der Vorfall vor einigen Jahren, als ich mit einem Kumpel am Wochenende auf einer Brücke vorglühte, weil wir später in den Club gehen wollten. Da ich schon gut getankt hatte und betrunken immer dazu neige, mich leicht asozial zu verhalten, habe ich einige Glasflaschen, die auf dem Brückengeländer standen, einfach umgestoßen. Warum ich das gemacht habe? Einfach so, weil es einfach Spaß machte, Glas zu zerschmettern. Jedenfalls hatte ich das schon zuvor einige Male gemacht und es war nie etwas passiert, aber an jenem Wochenende war plötzlich alles anders: Gerade in dem Moment, als wir gehen wollten, tauchte wie aus dem Nichts auf einmal ein hochaggressiver Typ vor mir auf, der breit wie ein Kleiderschrank war und mich anbrüllte, wer das getan habe und dass unter der Brücke eine Person verletzt sei. Natürlich versuchte ich, mich herauszureden, aber der Typ ließ einfach nicht locker und versuchte mich zu zwingen, mit ihm zur angeblich verletzten Person zu gehen, um alles Weitere zu klären. Da er auch in Begleitung war und mein Kumpel und ich gegen ihn und seine Begleitung keine Chance gehabt hätten, wusste ich, dass Mitgehen nur eines für mich bedeutet hätte: Entweder hätte er mir unter der Brücke einfach selbst die Fresse poliert oder mich festgehalten und die Bullen gerufen.


Da ich weder Bock auf das Eine noch auf das Andere hatte, nutzte ich einen winzigen Moment seiner Unaufmerksamkeit, und bin wie von der Tarantel gestochen plötzlich losgestürmt, während der Muskelberg mir nur noch diverse Flüche und Beleidigungen hinterherschreien konnte. Noch nie im Leben war ich jemals so schnell gerannt wie an dem Abend. Nachdem ich gefühlt einen Kilometer durch irgendwelche Seitenstraßen gerannt war, versteckte ich mich in einer vollen Kneipe und versuchte, meinen Kumpel auf dem Handy zu erreichen, der sich zum Glück auch meldete, wobei ich bis heute nicht weiß, wie er es geschafft hatte, dass die Typen ihn nicht auch angegangen haben. Jedenfalls sind wir danach nach Hause gefahren, weil ich keinen Bock hatte, den aggressiven Leuten aus Versehen noch einmal über den Weg zu laufen.


Zum Schluss möchte ich sagen, dass ich nicht weiß, was aus der angeblich verletzten Person geworden ist: Vielleicht hat sich der Typ, der mich unter die Brücke zerren wollte, auch nur aufgespielt, obwohl alles nur halb so schlimm war, vielleicht habe ich aber auch wirklich Schaden angerichtet. Jedenfalls gelobe ich, in Zukunft keine Flaschen mehr von Brückengeländern zu schmeißen und hoffe, dass sich die Person nicht allzu schlimm verletzt hat. Ich bin auch froh, dass mir der Freund, mit dem ich unterwegs war, nicht verübelt hat, ihn zurückgelassen zu haben, da ihm theoretisch auch etwas hätte passieren können.

Beichthaus.com Beichte #00036008 vom 23.06.2015 um 12:03:24 Uhr (16 Kommentare).

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Warum kann sie alles besser als ich?

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Neid Verzweiflung

Ich (w/33) stelle seit einiger Zeit fest, dass ich meine gute Freundin K. doch recht beneide. Und dafür schäme ich mich. K. ist ein sehr außergewöhnlicher Mensch. Sie ist ein Universalgenie - und das ist nicht übertrieben. Bereits in der Grundschule waren wir in einer Klasse und befreundet. K. war perfekt in Mathe, sie sah eine Aufgabe und hatte sie im nächsten Moment schon gelöst. Sie war perfekt in Deutsch, ihre Aufsätze hätte man sofort in einem Buch veröffentlichen können, jeder Verlag hätte sie genommen. Sie war perfekt beim Sport, hatte und hat auch schon immer eine sehr schlanke und elegante Figur, für die sie kaum etwas tun musste. Ein Traum - essen, ohne zuzunehmen, und trotzdem nur "schlank" und nicht "krankhaft dürr" zu sein. Sie war perfekt in Musik. Sie hat ein absolutes Gehör, spielt mehrere Instrumente und hat eine wundervolle Singstimme, sowohl für klassische Musik (Sopran), als auch für moderne Popklassiker.


Sie malt wunderschön, ihre Bilder können es mit Rembrandt, Van Gogh oder Dürer durchaus aufnehmen. Sie hat eine ganz außergewöhnliche Rhetorik, zieht sofort jeden in ihren Bann, wenn sie erzählt, kann argumentieren wie kaum jemand, den ich sonst kenne, und könnte in jeder Politshow auftreten - nicht, weil sie einfach nur gut reden kann, sondern weil sie zu politischen und sonstigen Themen viel beitragen kann. Sie hat ein sehr ausgeprägtes logisches Denken, erkennt Zusammenhänge sofort, kann zu jedem Thema etwas sagen, da sie wirklich jedes Thema versteht. Sie ist handwerklich sehr begabt, kann jedes Möbelstück aufbauen. Ihre Familie ist sehr wohlhabend, doch gleichzeitig ist sie sehr liebevoll aufgewachsen, ihre Eltern hatten immer viel Zeit. Sie wurde trotz ihrer hervorragenden Schulleistungen nie als Streberin bezeichnet, hatte immer viele Freunde, war sehr beliebt, sie ist ja auch supernett.


Ihr Abitur bestand sie mit 0,7, danach studierte sie Jura, war dort mit Abstand die Beste. Ihr Staatsexamen wurde sogar veröffentlicht. Sie ist heute Richterin und ist mit einem Beamten im höheren Dienst verheiratet. Sie haben eine wunderschöne Stadtvilla erworben und sind mittlerweile dreifache Eltern. Mir und meiner Familie geht es alles andere als schlecht - ich bin Apothekerin geworden, mein Mann hat Maschinenbau studiert, nach seiner Ausbildung zum Feinwerkmechaniker, und arbeitet in einer guten Position. Wir haben ein schönes Haus und zwei tolle Kinder. Aber wenn ich sehe, was ich alles nicht kann, beneide ich sie, weil es einfach absolut nichts gibt, das sie nicht beherrscht.


Ich habe mir manchmal heimlich gewünscht, zumindest etwas besser als sie zu können. Und als sie mich zum Bibelabend begleitete - wir sind in unserer evangelischen Kirchengemeinde aktiv, während meine Freundin und ihr Mann Atheisten sind - dachte ich, zumindest da könnte ich mal ein wenig mehr beitragen. Aber selbst dort war es nicht so. Sie verstand jede Bibelstelle sofort, diskutierte mit unserem Pfarrer, und man hätte sie für eine Theologin gehalten, wenn man es nicht gewusst hätte. Ich schäme mich dafür, dass ich irgendwie Neid spüre und mir wünsche, ich könnte etwas besser. Ich lasse sie es nicht merken, ich mag sie ja trotz allem sehr.

Beichthaus.com Beichte #00036004 vom 22.06.2015 um 18:44:02 Uhr (24 Kommentare).

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Zickige Schwestern

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Zorn Ungerechtigkeit Eifersucht Familie

Ich (m) habe drei ältere Schwestern, deren Verhalten mir mittlerweile tierisch auf die Eier geht. Immer heulen sie wegen Kleinigkeiten rum, oder regen sich wegen irgendeinem Mist auf, sodass ich mir vorkomme, wie in einem Zirkus voller Monster und Geburten des Chaos. Die spielen sich ständig gegeneinander aus und müssen immer das Gefühl haben, der Mittelpunkt unserer Familie zu sein. Eine hat hier und da Probleme und rennt heulend zu Papi, damit dieser die Situation mit Geld löst. Die Andere versucht durch gute Noten in ihrem Studium aufzufallen, was ihr auch größtenteils gelungen ist. Meine dritte Schwester hat ein Kind bekommen und ist komplett am Ausrasten. Aber jetzt kommt es erst: Falls meine Eltern mal Hilfe brauchen, dann fragen sie nicht meine Schwestern, die ziemlich gut verdienen, sondern fragen mich, obwohl ich als Student ebenfalls kein Geld habe. Meine Eltern hatten mal Stress mit einer meiner Schwestern. Sie ist echt fertig. Sie hat bis 28 zu Hause gewohnt, wegen des Studiums, und verdient um einiges mehr als mein Vater.


Er hatte sich mal 100 Euro von ihr geliehen, die er aber nicht zurückgeben konnte. Und dann ist die Frau ausgerastet! Voller Scham ist mein Vater zu mir gekommen und hat gefragt, ob ihm das Geld könnte, damit meine Schwester Ruhe gibt. Das habe ich direkt getan. Zurzeit habe ich überhaupt keine Lust mehr auf Frauen bzw. auf eine richtige Beziehung. Ich gehe lieber mit einer Frau aus und habe dann Sex mit ihr. Ich weiß, dass das nicht fair ist, aber ich kann gerade nicht anders.

Beichthaus.com Beichte #00035990 vom 21.06.2015 um 19:33:24 Uhr (3 Kommentare).

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