Rollenspiel-Nerd beim Chat-Treffen

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Engherzigkeit Rache Vorurteile Falschheit

Ich bin in einer sehr bekannten Chatcommunity angemeldet, aber nicht, um Sexbekanntschaften, Partner oder neue Freunde kennenzulernen, sondern um mit meinen Freunden aus dem realen Leben ein bisschen zu schreiben und ab und an die Spiele dort zu spielen. Hin und wieder ergibt sich auch ein nettes Gespräch und ich habe auch zwei gute Freunde dort kennengelernt, aber das ist nicht mein Hauptaugenmerk, es passiert eben. Meine beste Freundin ist etwas aktiver dort, moderiert einen Kanal, und letztes Jahr fragte sie mich, ob ich Lust hätte, auf ein Chattertreffen mitzukommen. Klar, hatte ich! Ich bin immer gerne unter Menschen und es war auch wirklich lustig, mit vielen netten Leuten. Aber es waren auch echte Nerds da. Es gab dann so eine Art Rollenspiel, ich hatte mich dafür auch eingetragen, und als ich an ein paar Stellen nicht richtig mitkam und die Ansage nicht verstand, wurde der Spielleiter meines Teams, einer der heftigsten Nerds, total ausfallend und ich hatte das Gefühl, von dem Ausgang dieses Spiels hängt jetzt sein Leben ab!


Ich war echt geknickt, dass ich so fertiggemacht wurde. Doch im Nachhinein dachte ich mir nur, dass der Typ wahrscheinlich seinen extremen Minderwertigkeitskomplex irgendwie kompensieren muss. Er ist allerhöchstens 1,70 Meter groß, wiegt bestimmt an die 110 bis 120 Kilo, vielleicht sind es auch 130, hat einen buschigen, total ungepflegten braunen Schnauzbart, der ihn locker mal 20 Jahre älter wirken lässt, obwohl er erst Anfang 30 ist. Überall fehlen ihm Zähne und er riecht auch nicht gerade angenehm. Durch die schlechten Zähne spricht er auch oft recht undeutlich. Ich habe den ganzen Abend zunächst mit meiner Freundin und einer anderen, die wir dort kennengelernt haben, nur über den Typen gelästert und habe absichtlich immer getuschelt, wenn er in unsere Nähe sah. Dann ist meine Freundin zu ihm hin und hat ihm mitgeteilt, dass unsere gemeinsame Bekannte sich für ihn interessiert. Für ihn totales Neuland, aber sie gefiel ihm wohl. Im Umgang mit einer Frau war von dem knallharten Spieleleiter nichts mehr übrig. Er stammelte nur rum und wir veräppelten ihn bis zum Geht-Nicht-Mehr. Er hat alles geglaubt.


Ich bin der offenste Mensch der Welt, viele meiner Freunde sind wirklich sehr dick und das Aussehen meiner Freunde ist das unwichtigste Detail überhaupt, aber wenn mich einer so zusammenfaltet und mir vor den Augen und Ohren mehrerer anderer Leute sagt, wie dämlich ich doch sei, weil ich das Rollenspiel nicht ganz verstanden habe, dann gibt es eine Ausnahme von der Regel. Danach, am nächsten Tag, war auch alles wieder gut. Mein Ärger hatte sich gelegt, mit meiner Freundin fuhr ich wieder zurück zu unseren Familien und Freunden. Meine Freundin, die ja durch ihre Arbeit im Chat viele dort kennt, auch den angesprochenen jungen Mann, erzählte mir, dass der Kerl auch so eine Mod- oder Adminstelle, oder wie man das nennt, innehat, und sich durch extreme Darstellung seiner "Machtposition" nicht gerade beliebt macht. Er hält allen Ernstes sein "Amt" in einem Chat für so wichtig und einflussreich. Er ist arbeitslos. Meine Freundin meinte, ganz armes Würstchen. Kaum Geld, kaum Freunde im wirklichen Leben, dauer-online im Chat. Bei einem solchen Verhalten wundert es mich aber nicht, wenn er keine Freunde hat.

Beichthaus.com Beichte #00036360 vom 14.08.2015 um 18:44:35 Uhr (5 Kommentare).

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Arzt aus Leidenschaft

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Engherzigkeit Hochmut

Ich (m/33) bin heute doch recht schadenfroh. Mein Abischnitt reichte damals in meinem Bundesland nicht für das Medizinstudium. Und für mich war schon immer klar, dass ich eines sein möchte: Arzt. Meine persönlichen Stärken lagen und liegen im Umgang mit Menschen (gutes Einfühlungsvermögen, Taktgefühl, psychologisches Geschick) gepaart mit einer sehr guten Feinmotorik, die man ja auch nicht außer Acht lassen darf. Es war nie lediglich ein Traum, es war, auch wenn es kitschig klingt, schon von frühester Jugend an mehr eine Berufung für mich. Und dann kam dieser Schnitt von 2,3, der mir Steine in den Weg legte. Doch für meinen einzigen großen Berufswunsch bin ich dann weggezogen. Hunderte Kilometer entfernt von der Heimat begann ich, kurz nach meinem 20. Geburtstag, mein Medizinstudium. Es war die beste Entscheidung, die ich jemals gefällt habe. Der Beruf ist mein Leben. Ich war auch mehrfach im Ausland, es erfüllt mich wahnsinnig, wenn ich helfen kann, und ein dankbarer Händedruck oder das Lachen eines Kindes, das mir zum Abschied ein selbstgemaltes Bild schenkt, ist mir tausend Mal wichtiger als das Gehalt, das ich am Monatsende auf dem Konto habe. Auch wenn es mir nicht immer möglich ist, Leben zu retten, so wäre ich niemals mit einem anderen Beruf glücklich.


Ein Klassenkamerad mit einem glatten 1,0-Abitur wollte damals Medizin studieren. Er war ein sehr intelligenter Kopf, aber der Letzte, dem dieser Beruf liegen könnte. Er hatte oft das Gemüt eines Fleischerhundes, trat ins Fettnäpfchen, so oft es nur ging, und meinte es nie böse. Psychologisches Geschick, Talente im Umgang mit Menschen, speziell welchen in Verzweiflungssituationen, besaß er kaum. Und sowohl das Fein- als auch das Grobmotorische lagen ihm absolut nicht. Wir hatten damals eine Studienberatung und er erzählte mir, dass der Berater ihm vom Medizinstudium absolut abgeraten hätte. Das hatte ich mir schon zuvor gedacht. Viele andere Studiengänge, für die ich absolut fehl am Platze gewesen wäre, hätten zu ihm gepasst. Mathematik beispielsweise, da konnte ihm kaum jemand etwas vormachen. Oder auch Literatur oder Germanistik. Er wollte aber Medizin studieren, und die Gründe waren meiner Meinung nach lachhaft. Ihm ging es darum, mit seinem guten Schnitt etwas zu studieren, dass man bei uns nur mit einem guten Schnitt studieren kann. Zu zeigen: Das kann nicht jeder. Und das doch recht hohe Ansehen von Ärzten bei Frauen war auch einer der Gründe.


Wir hatten nun Klassentreffen - unser erstes Treffen nach dem Abi damals - und er ist noch Student, da er das Medizinstudium irgendwann im 10. Semester hat sausenlassen. Er konnte keine Wunden sehen, bekam Panik bei den kleinsten Verbänden, war mit trauernden Angehörigen überfordert. Danach hatte er eine "Findungsphase" und hat sich jetzt für BWL entschieden. Ich drücke die Daumen, aber ich beichte, dass ich doch innerlich recht schadenfroh war.

Beichthaus.com Beichte #00036358 vom 13.08.2015 um 21:31:18 Uhr (2 Kommentare).

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Die Katze auf der Straße

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Engherzigkeit Verzweiflung Mord Tiere

Ich muss etwas beichten, was mich schon seit einiger Zeit bedrückt. Es ist zwar schon lange her, damals muss ich etwa acht Jahre alt gewesen sein, jetzt bin ich (w) 20 und trotzdem lässt es mich nicht ganz los. Es war so, ich war damals in der Volksschule und musste […]
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Beichthaus.com Beichte #00036335 vom 10.08.2015 um 13:57:16 Uhr (14 Kommentare).

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Leben ohne Smartphone

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Engherzigkeit Maßlosigkeit Verrat Telefon

Ich habe seit Donnerstag mein Smartphone ausgelassen, der Akku ist leer geworden und ich habe es einfach seitdem nicht wieder an den Strom gesteckt. Ursprünglich, weil schon wieder zig Nachrichten von Leuten kamen, die mich genervt haben. Ich habe mich selten so befreit gefühlt! Mit meiner Mutti, mit der ich sehr gern texte, bin ich nun einfach auf E-Mails schreiben umgestiegen. Leider ging seitdem auch zig Mal das Festnetztelefon und ich weiß nicht, ob ich froh sein soll, Leute zu haben, die sich Sorgen machen, oder ob ich genervt sein soll, weil man nicht mal vier Tage ohne direkten WhatsApp-Kontakt auskommt, bevor für jemanden da draußen gleich jemand gestorben ist oder so etwas. Ich beichte, dass ich mit dem Gedanken spiele, es einfach erst in einer Woche wieder aufzuladen und dann ganz unverfroren zu sagen, dass es zwischenzeitlich in Reparatur war.

Beichthaus.com Beichte #00036332 vom 10.08.2015 um 12:08:36 Uhr (13 Kommentare).

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“Beichte

Katze mit Mini-Pizza verarscht

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Falschheit Engherzigkeit Tiere

Katze mit Mini-Pizza verarscht
Ich habe gerade eine Katze geärgert und es tut mir total leid. Ich bin gerade nach Hause gelaufen und habe im Laufen eine Mini-Pizza gegessen. Dann bin ich an einem Häuserblock vorbeigelaufen und in einer Erdgeschosswohnung saß eine Katze hinter dem geschlossenen Fenster und guckte mich an. Ich hielt meine Mini-Pizza an die Scheibe, und sie probierte mit ihrer Pfote danach zu greifen. Dann streckte sie ihren Kopf nach vorne und versuchte reinzubeißen. Aber da das Fenster geschlossen war, konnte sie ja nicht an die Pizza kommen. Es tut mir im Nachhinein total leid, ich bin sonst ein absolut tierlieber Mensch.

Beichthaus.com Beichte #00036307 vom 05.08.2015 um 14:15:15 Uhr (8 Kommentare).

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