Die Ratte

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Morallosigkeit Verrat Kinder Schule Bern

Als ich (m) in der 8. Klasse war, mussten wir an Weihnachten in der Kirche ein Stück mit Chor und kleineren musikalischen Einlagen aufführen. Weil ich der einzige Schüler war, der ein Instrument spielte, musste ich mit einem engagierten Pianisten zusammen ein kleines Lied spielen. Dazu mussten wir natürlich Proben. Die ganze Oberstufe (siebte bis neunte Klasse) fand sich dabei in der Kirche ein. Außer zwei meiner Klassenkameraden, die es nicht für nötig hielten, zu singen und diese Zeit damit verbrachten, im Schulhaus zu bleiben und Blödsinn zu treiben. Dies taten sie bei den letzten drei Proben vor dem Auftritt. Aus irgendeinem Grund regte ich mich total darüber auf. Jedenfalls habe ich am Nachmittag vor dem Auftritt noch eine Stunde nur mit meinem Lehrer geübt und dabei habe ich ihm erzählt, dass diese beiden Schüler geschwänzt hatten. Ich tat es, weil es vor Weihnachten darum ging, ob der Lehrer einem eine Empfehlung für eine Mittelschule gab oder nicht. Ich wollte mich also bei ihm einschleimen. Es passierte natürlich, was passieren musste: Der Lehrer rief bei den beiden Schülern an und die wussten, aufgrund des Zeitpunktes, dass ich es gewesen sein musste. Daraufhin war ich der Ausgestoßene in der Schule. Bis auf einige sehr treue Freunde sprach für einen Monat niemand mehr mit mir. Glücklicherweise waren mir die beiden nicht sehr lange böse und es kam alles wieder ins Reine. Doch das schlechte Gewissen und vor allem das Wort "Ratte" werde ich nie wieder aus meinem Kopf bekommen. Im Nachhinein bin ich mir im Klaren, dass ich sie nicht hätte verraten dürfen. Allein schon deswegen, weil Schüler gegen Lehrer zusammenhalten müssen. Oder ich hätte es geschickter machen sollen, sodass niemand auf meine Spur gekommen wäre. Doch ich war jung und handelte, ohne nachzudenken. Ich war so zerfressen von dem Wunsch, aufs Gymnasium zu kommen, dass ich alles, was ich über Ehre und Kameradschaft wusste, über den Haufen warf und einfach drauf los quasselte.

Beichthaus.com Beichte #00030327 vom 10.10.2012 um 19:53:47 Uhr in Bern (Bundesgasse) (12 Kommentare).

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Der Nachbar, der mir die Bälle nahm

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Rache Vandalismus Kinder Nachbarn

Meine Oma hat einen Nachbarn, der einfach unmöglich ist. Keiner kommt mit ihm klar und er ebenfalls mit keinem. Er zeigt die Nachbarn gerne an oder steht mit seinem Auto mitten auf der Straße, um den Weg zu versperren. Kurz ein hobbyloser Rentner, der sonst nichts zu tun hat. Zusätzliche sexuelle Frustration seit Jahren nicht ausgeschlossen.
Wenn beim Spielen einmal ein Ball in den Nachbargarten flog, war dieser meistens weg. Unten am Grundstück hatte besagter Nachbar einen Brunnen, in welchem es ziemlich viele schleimige Algen gibt. Als Kind bin ich regelmäßig am frühen Morgen aufgestanden und zu diesem Brunnen gegangen, nur um die Algen zu nehmen und sie gegen seine weiße Hauswand zu werfen. Das gab schöne grüne Flecken. Hier mal eine Alge, da eine und im Nachhinein durfte er streichen.

Beichthaus.com Beichte #00030315 vom 07.10.2012 um 23:43:53 Uhr (9 Kommentare).

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“Folge

Ungewollte Tauchgänge

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Waghalsigkeit Dummheit Kinder

Ich möchte hiermit beichten, dass ich früher (etwa im Alter von 10/11 Jahren) als ich immer mit meinem kleinen Bruder (damals 4/5 Jahre) baden sollte, ihn dauernd unter Wasser gedrückt habe, obwohl er nicht wollte und oft auch 1 oder 2 Sekunden länger als er eigentlich die Luft anhalten konnte. Sodass er panisch, ängstlich und weinend wieder auftauchte. Es tut mir so unendlich leid, ich kann heute kaum darüber nachdenken, weil mich das schlechte Gewissen so sehr packt. Am Liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen. Seit dem verabscheut er Bäder, Seen etc. und kann bis heute nicht schwimmen, weil er Angst davor hat. Er (inzwischen 18 Jahre alt) weiß aber, dass ich das früher gemacht habe, ich habe es ihm gebeichtet und er hat mir sofort vergeben. Ich schäme mich trotzdem, was für eine furchtbare Schwester ich deswegen war.

Beichthaus.com Beichte #00030291 vom 26.09.2012 um 23:00:36 Uhr (25 Kommentare).

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Feuer auf der Nordsee-Insel

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Dummheit Vandalismus Kinder

Ich beichte, dass ich als Kind im Sommerurlaub auf einer Nordsee-Insel im wahrsten Sinne des Wortes gerne mit dem Feuer gespielt habe. Es hat Spaß gemacht, vertrocknete Grasbüschel anzuzünden und beim Brennen zuzusehen. Leider ist mir einmal ein Feuer außer Kontrolle geraten, sodass die gesamte Dünenmulde ausbrannte, insgesamt bestimmt 100-200m², was einen großen Feuerwehreinsatz nach sich zog, ebenso wie die Polizei und mehrere Schaulustige. Ich wurde zwar offiziell nie verdächtigt, aber ein Nachbarsjunge schien etwas zu ahnen. Dem habe ich das Märchen aufgetischt, dass sich das Feuer wohl aufgrund von Glasscherben im Gras (Lichtbündelungseffekt) von selbst entzündet hat. Zu Schaden gekommen ist jedenfalls weder Mensch noch Tier, ich wurde nie beschuldigt und auch nach 20 Jahren tut mir diese Aktion ziemlich leid.

Beichthaus.com Beichte #00030289 vom 26.09.2012 um 12:36:17 Uhr (10 Kommentare).

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Diktatur im Kindergarten

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Hochmut Stolz Ungerechtigkeit Kindergarten Kinder Neustadt am Rübenberge

Ich hatte damals das Glück, sowohl zum richtigen Zeitpunkt geboren worden zu sein, als auch eine liebe Mutti zu haben, weswegen ich erst mit 7 eingeschult wurde. Das machte mich eine ganze Weile zum Ältesten Kind im ganzen Kindergarten. Da es sich um einen Großkindergarten handelte, der vor allem eine nahe gelegene öffentliche Einrichtung und deren Mitarbeiter versorgte, soll das schon was heißen, bei rund 60 Kindern in 5 Gruppen. Im Nachhinein eine absolut tolle Zeit: Die Erzieher waren lieb und äußerst kompetent, das Spielzeugangebot mehr als luxuriös. Jedoch gab es einen Umstand, der mich meine ganzen frühen Jahre verfolgt hatte: Einen Mangel an guten Schaufeln. Dazu muss ich noch sagen, dass es üblich war, erstmal nach dem Mittagessen gemeinsam Zähne zu putzen und dann möglichst schnell ins Freigehege zu stürmen. Auf dem Weg dahin befand sich eine für unsere Verhältnisse damals riesige Box mit allem möglichen an Sandspielkram. Besonders beliebt waren Schaufeln und Spaten. Davon gab es sowohl eine billige, stumpfe Variante, mit der man total mies buddeln konnte, und dann noch die richtig guten Deluxe-Dinger. Wer älter, größer, schneller oder einfach nur harte Ellenbogen hatte, griff sich die guten Teile. Der Pöbel musste den Rest nehmen. Gelebter Sozialdarwinismus im Zwei-Kastensystem!

Als ich dann irgendwann aufgrund der natürlichen Rangfolge in die höhere Kaste aufstieg, entschied ich mich, diesem System ein Ende zu bereiten und entwickelte ein System zur gerechten Verteilung der Schaufeln. Erst mit körperlicher Gewalt etabliert, dann noch ein bisschen Heul-Manipulation mit Hilfe der Erzieher konnte ich unter den Mitkindern durchsetzen, dass die guten Schaufeln von mir und 2 damaligen Freunden (ebenfalls ältere) ausgeteilt wurden. Jeweils 3 Kinder bekamen eine gute Schaufel, womit innerhalb von kleinen Spielgruppen die Verteilung gewährleistet wurde. Wollte einer innerhalb einer Gruppe nicht seinen Spielgefährten die gute Schaufel abgeben, haben wir umgehend exekutiv den Missstand beseitigt. Was keiner wusste: Wir haben uns selbst vorher jeder eine der neuesten und besten Schaufeln beiseite gelegt; natürlich nur als Hoheitsanspruch unserer gütigen Verwaltung!
Im Nachhinein kommt mir das so unglaublich lächerlich wie genial vor, trotzdem möchte ich beichten, dass ich mit 6 Jahren meine erste kommunistische Mikronation erschaffen habe und im guten Glauben meiner Spielgefährten an die gerechte Umverteilung selbst bereichert habe, und das alles mit Hilfe eines ausgewählten Kaders an persönlichen Gefährten. Ich bin mittlerweile absolut unpolitisch.

Beichthaus.com Beichte #00030271 vom 18.09.2012 um 14:24:17 Uhr in Neustadt am Rübenberge (33 Kommentare).

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