Bruchlandung

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Zorn Ungerechtigkeit Kinder Shopping München

Ich war in einem Kaufhaus einkaufen. Ein kleiner Junge rannte immer wieder an mir vorbei und rempelte mich an, weil er Flieger spielte. Zweimal, dreimal, die Mama stand in der Nähe und unterhielt sich mit einer anderen Frau. Der Kleine rempelte auch andere Leute ohne Rücksicht bei seinem Rundflug an. Als er das vierte Mal auf mich zulief, schnellte reflexartig mein Bein nach vorne. Der Kleine stolperte und machte einen Abflug. Er lag dann am Boden und brüllte. Nein, er hatte sich nicht verletzt, aber er wusste jetzt, was eine harte Landung ist, wenn man fliegt. Ich bitte trotzdem um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00030421 vom 01.11.2012 um 18:01:07 Uhr in München (Kaufingerstraße) (44 Kommentare).

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Meine Angst vor der Rechnung

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Betrug Lügen Missbrauch Kinder Telefon Machern

In meiner Jugend, vor zirka 20 Jahren, war ich im Kinderheim untergebracht. Unser Zimmer war ein ehemaliges Büro. Wir hatten also einen Telefonanschluss. Ein Freund schenkte mir ein altes Telefon aus dem Haushalt seiner Eltern und ich schmuggelte das Ding in meiner Schultasche ins Zimmer. Am Wochenende verlebte mein Zimmergenosse die Zeit von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag bei seiner Pflegefamilie. Ich hatte das Zimmer also in den zwei Nächten für mich allein und probierte unter der Bettdecke das Telefon mitten in der Nacht aus. Es funktionierte! Ich rief 0190er Nummern an und erlebte interaktive Schatzsuchen oder hörte Fußballhotlines ab, manche auch mehrfach hintereinander, weil ich einige Dinge nochmal hören wollte. Das Telefon versteckte ich eingewickelt, nach ein paar unterhaltsamen Stunden, im Keller im nicht mehr benutzten Wäscheraum in einem alten, vergilbten Holzarzneischrank. Ich wiederholte meine Aktion jedes Wochenende. Das Ganze ging so ein paar Monate. Eines Nachmittags, mitten im Sommer, als ich von der Schule ins Heim ging, bin ich dann aus allen Wolken gefallen.

Auf dem Hof stand ein Auto von einem Telekommunikationsunternehmen. Ich spielte den Nichtsahnenden und ging in mein Zimmer, zwei Minuten später wurde meine Zimmertüre aufgerissen und mein Heimleiter, zwei Erzieher und fremde Handwerker überfüllten unsere kleine Stube. Man fragte mich, ob und wie ich hier telefoniert hätte und wo das Gerät stünde. Ich spielte weiter den Ahnungslosen und blieb auch beim Nachhaken standhaft unehrlich. Ich kam mir vor wie ein Mörder, dem man seine Tat beweisen will und der danach lebenslang im Knast verschwindet, wenn er nur ein Detail zugibt. Die Leute verschwanden. Mein Heimleiter kam später wieder und sagte mir, dass das alles kein Spielchen sei. Es gehe um 5.000 Mark. Er wüsste, dass ich den Anderen was vormache und er würde es mir eines Tages nachweisen und dann würde ich mit einer richtig heftigen Geldstrafe rechnen müssen. Seine letzten Worte waren: "Den Fremden kannst Du was vormachen, aber mir nicht." Dann verschwand er wieder. Ich hatte danach Angst. Ich räumte gleich das Telefon aus dem Arzneischrank im Keller weg und steckte es in die Schultasche, um es am nächsten Tag meinem Kumpel zurückzugeben. Ich wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis man mich überführen würde. Jedes Mal, wenn ich meinen Heimleiter sah, ahnte ich, dass das der Tag ist, an dem er mich kriegen würde. Ich bin ihm immer aus dem Weg gegangen, was auch ziemlich lästig war und bei Anderen Stirnrunzeln verursachte. Im Heimleben versuchte ich mich ab da an zu einem netten Jugendlichen zu entwickeln, der lernt und Keinem auffällt. Der Heimleiter hat mich niemals wieder auf das Thema angesprochen. Eines Tages hat er mich mit seinem Auto von der Schule abgeholt und ich dachte, dass es einen guten Grund dafür geben müsse, aber er wollte mich nur mitnehmen und redete mit mir über meinen Schulunterricht. Ich plapperte wie ein Wasserfall, aus Angst, dass uns die Themen ausgehen und er mit dem Telefon anfangen würde. Aber er freute sich nur wegen meiner schulischen Erfolge. An diesem Tag dämmerte es mir, dass inzwischen Gras über die Geschichte gewachsen sein muss. Nur mein Kumpel mit dem Telefon, zugleich einziger Mitwisser, zieht mich hin und wieder mal auf, ob denn schon die Rechnung von dem Telefonanbieter angekommen sei.

Beichthaus.com Beichte #00030398 vom 28.10.2012 um 14:39:33 Uhr in Machern (11 Kommentare).

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“Folge

Das Spiel mit den Raupen

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Ekel Dummheit Tiere Kinder

Wir hatten vor unserer Volksschule ein kleines Wäldchen, welches jeden Frühling von einer Raupenplage befallen wurde. Dort tummelten sich tausende der kleinen grünbraunen Würmer und man konnte richtig beobachten, wie diese die Bäume, jeden Tag etwas mehr, in ein gruseliges Gespinst einwickelten. Eines Abends ging ich mit meinen Schulfreunden nach Hause und als wir an dem kleinen Wald vorbeiwanderten kam uns eine Idee: Raupenball. Wir nahmen uns eine handvoll Raupen, quetschten diese zu einem schleimigen, grünen Ball zusammen und beschossen uns gegenseitig damit. Es war quasi wie eine Schneeballschlacht, nur sehr viel widerlicher. Nach einigen Gesichtsschüssen bemerkten wir jedoch, dass es doch nicht so lustig war, wie wir es uns vorgestellt hatten und wir gingen, eingedeckt in grünen Raupenschmalz, nach Hause. Ich möchte mich bei meiner Mutter entschuldigen, die an diesem Tag meine Kleidung gewaschen hatte.

Beichthaus.com Beichte #00030395 vom 27.10.2012 um 22:43:22 Uhr (25 Kommentare).

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Tierquälerei aus Langeweile

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Dummheit Morallosigkeit Kinder Tiere Polen

Ich (m/26) würde gerne von einer Begebenheit aus meiner frühen Kindheit, als ich so sieben bis acht Jahre alt war, berichten, auf die ich nicht besonders stolz bin. Meine Familie und ich sind Spätaussiedler aus Polen. Es war üblich, einmal im Jahr, vorzugsweise in den Sommerferien, in die alte Heimat zu fahren und unsere Verwandten zu besuchen. Meine wichtigste Bezugsperson dort war mein zwei Jahre älterer Cousin. Die Verhältnisse in Polen nach der Auflösung des kommunistischen Regimes waren nicht besonders gut und somit auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder eingeschränkter, als man es hier und heute gewohnt ist. Aber wir Kinder wussten uns zu beschäftigen und spielten meistens in den Höfen und Straßen. Wie es der Zufall so wollte, gab es in der Stadt tausende von streunenden Katzen, man könnte sogar sagen richtige Katzengangs. Den Kindern waren die Katzen ein Dorn im Auge und ich hatte im Nachhinein das Gefühl, dass sie von der Bevölkerung eher als Plage angesehen wurden. Der Respekt vor diesen Tieren war also eher gering. Ich weiß nicht, ob es schlussendlich die kindliche Gewissenlosigkeit oder der fehlende Respekt vor den Tieren war, aber die Katzen wurden gerne mal mit Steinen beworfen und/oder getreten. Mein Cousin und seine Kumpels gingen sogar so weit, die Katzen zu fangen und sie in einen Müllcontainer zu werfen, der im Hof stand. Der Container war vergleichbar mit Schuttcontainern, allerdings hatte er diese schweren Klappen, so dass die Tiere kaum eine Möglichkeit hatten, dort wieder herauszukommen. So furchtbar es klingt, auch ich habe mir einmal eine Katze geschnappt und sie in den Container geworfen. Was aus ihr geworden ist, weiß ich nicht. Ich muss gestehen, dass es mir damals nicht falsch vorkam und ich anfangs deswegen gar keine Gewissensbisse hatte. Einige Jahre später, als wir eine Katze bekamen, erinnerte ich mich wieder daran und mir wurde bewusst, was für eine Dummheit ich eigentlich gemacht habe. Lange Zeit ließ mich dieses eine Lebewesen, das ich in den Container geworfen habe, nicht los. Gestern ist mein Kater gestorben und ich musste wieder an das Schicksal der Katze in Polen denken.

Beichthaus.com Beichte #00030388 vom 26.10.2012 um 07:02:46 Uhr in Polen (Aleje Jerozolimskie, Warszawa) (26 Kommentare).

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“Beichte

Verschiedene Wege der Kindererziehung

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Dummheit Morallosigkeit Kinder

Ich (m, 22) bin vor kurzem Vater geworden. Obwohl ich noch recht jung bin, war es ein Wunschkind und ich liebe meine Tochter sehr. Ich liebe auch meine Freundin, nur hat sie eine Macke, die mir zunehmend auf den Pinsel geht: Sie spricht mit unserer Kleinen dauernd in dieser wirklich abscheulich beschränkten Teletubby-Sprache, bei der man jedes Mal auf den Gedanken kommen muss, es mit einer geistig Behinderten, beziehungsweise einer Besoffenen zu tun zu haben. Wenn ich höre, wie sie in höchstem Falsett ein "Uiiii Merle, hattu Kacka macht? Willdu Wauwau haben?" fiedelt, rollen sich mir die Zehennägel hoch. Ich habe sie mehrfach darauf angesprochen, die letzten Male auch zunehmend gereizt und muss mir dann anhören, ich wäre unsensibel und über-korrekt und unsere "Merle-Perle versteht das ja sowieso noch nicht, es kommt auf die Liebe an, die man ausstrahlt". Aha. Zu meiner Beichte nun: Wenn meine Freundin mal mit ihren Mädels auf Tour ist, gucke ich mir mit meiner Tochter Filme im Stil von Saw und ähnlichem an oder singe ihr sanft und leise Einschlaflieder, die sich dann etwa so anhören: "Schlaf, Miststück, schlaf. Ich fi** mit einem Schaf. Halt jetzt mal die Schnauze fein, sonst schlag' ich dir die Zähne ein. Schlaf, Miststück, schlaf..."
Es kommt ja schließlich auf die Liebe an, die man ausstrahlt. Trotzdem tut es mir leid, da ich nicht weiß, ob und wie viel sie von den Horrorfilmen mitkriegt. Und ein Schlappschwanz bin ich wohl auch, weil ich mich in dem Punkt nicht gegen meine Freundin durchsetzen kann. Ich hätte gerne die Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00030384 vom 25.10.2012 um 18:44:12 Uhr (45 Kommentare).

Gebeichtet von Skatemylife
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