Die Jecken geweiht

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Ekel Morallosigkeit Trunksucht Gesellschaft Köln

Zum Thema Karneval habe ich auch noch eine Beichte abzulegen. Im vollen Trubel des allseits bekannten und beliebten Kölner Rosenmontagsumzuges habe ich mich in der Alkohollaune hinreißen lassen, meine Kostümierung für einen Scherz zum Anlass zu nehmen. Ich war als Pfarrer verkleidet und stellte mich an den Straßenrand, um Menschen zu "segnen". Mein Weihwasser hatte ich natürlich auch dabei. Die meisten Leute fanden das ziemlich lustig und ich konnte mich vor Freiwilligen kaum retten. Dumm nur, dass mich Bier dazu getrieben hat, statt normalem Wasser Heringswasser zu nehmen, also das Wasser, in dem Rollmöpse und Heringe in Gläsern eingelegt sind. Es tut mir leid für alle, die von mir mit stinkendem Fischwasser geweiht wurden.

Beichthaus.com Beichte #00030798 vom 17.02.2013 um 13:34:27 Uhr in Köln (Aachener Straße) (10 Kommentare).

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Mein Verlangen nach Zuwendung

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Morallosigkeit Verzweiflung Gesellschaft Hamburg

Ich (w) wünsche vielen Menschen den Tod. Zum Beispiel meinen ehemaligen Klassenkameraden auf der Realschule. Sie hatten mich in ihrer Gemeinschaft nie aufgenommen und behandelten mich wie Luft oder hänselten mich. Ich weiß, dass man deshalb niemandem den Tod an den Hals wünschen sollte, aber ich konnte einfach nicht anders. Ich wollte, dass sie litten. Ich habe auch meiner Familie den Tod auf den Hals gewünscht, weil nach der Scheidung meiner Eltern es für mich nur noch unerträglich war, zu Hause zu sein. In meinen Augen war meine Mutter an der furchtbaren Situation schuld. Ich wollte einfach nur, dass ich sie nie wiedersehen muss.


Doch wirklich beschäftigen tut mich, dass ich ein Verhältnis mit einem vergebenen Mann anfing, rein aus sexuellem Interesse. Ich kenne auch seine Freundin, sie war immer sehr nett zu mir, und doch springe ich mit ihrem Mann ins Bett. Im Gästezimmer beispielsweise, während sie nur zwei Räume weiter lag und schlief. Wir taten es sogar schon, wenn sie im Raum war, zwar schlafend, aber so respektlos waren wir ihr gegenüber. Obwohl ich weiß, dass es falsch war, das zu tun und ich weiß, dass ich sie damit verletzt habe - schon alleine weil ich ihn gefühlsmäßig an mich binde - höre ich nicht auf und ziehe ihn immer mehr an mich. Nicht zuletzt, weil der Sex zwischen uns umwerfend ist. Wir können kaum die Hände voneinander lassen, wenn wir uns sehen. Ich gehe mittlerweile sogar so weit, dass ich unbedingt ein Baby von ihm will - nur um meinen Wunsch nach einer Familie zu erfüllen. Außerdem belastet es mich, dass ich eine sehr gläubige Freundin eben deswegen fertig machte. Ich machte mich über ihren Glauben lustig, stellte ihn in Frage und zerlegte diesen systematisch nach logischen Gesichtspunkten. Ich weiß heute, dass es nicht richtig war und dass ich nicht das Recht habe, meine persönlichen Probleme an der Glaubenswelt eines anderen auszulassen. Und dass ich nicht das Recht habe, mich in eine Beziehung einzumischen, nur um mein übernatürlich hohes Verlangen nach körperlicher Zuwendung zu stillen.

Beichthaus.com Beichte #00030787 vom 12.02.2013 um 22:59:58 Uhr in Hamburg (Hauptstraße) (19 Kommentare).

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Jugendliche abfüllen an Karneval

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Morallosigkeit Trunksucht Gesellschaft Köln

Ich muss etwas beichten, wofür ich mich sehr schäme. Und zwar bin ich, Mitte 30, an Karneval mit einer Freundin, ebenfalls in meinem Alter, feiern gegangen. Unterwegs kamen wir in Kontakt mit einem Teenager, der allein dastand und frustriert war, weil ihn seine Freunde versetzt hatten. Ich habe dem Jungen, der angab, 16 zu sein, daraufhin bestimmt acht Kurze ausgegeben, die er auch dankend annahm. Er ist dann auch mit uns weitergezogen. Wir waren ihm zwar sichtlich suspekt, da wir auch angetrunken waren, aber er hatte bestimmt auch keinen Bock, allein abzuhängen. Vielleicht fand er es auch cool, mit den "Großen" zu feiern. Unterwegs trafen wir dann Bekannte von ihm, die mit uns mitgingen und uns im Vertrauen mitteilten, dass er noch keine 16 sei. Aber es war eh schon alles viel zu spät - für ihn, nicht für uns. Als der Alkohol alle war, besorgte ich Nachschub an Likör und wir alle tranken, als gäbe es morgen nichts mehr. Die Teenies ließen sich nicht lange bitten und hielten wacker mit.


Und irgendwann brach der arme Junge auf einer Parkbank zusammen und übergab sich mehrfach, einmal sogar haargenau in die Tasche meiner teuren Jacke, treffsicher auf mein Handy. Ich habe ganz schön blöd geguckt, als ich dieses aus der Tasche nehmen wollte und plötzlich Kotze unter den Fingernägeln hatte. Ich passte noch auf, dass sein Kopf richtig lag und er nicht am Ende am Erbrochenen ersticken würde und versuchte, ihn zu beruhigen, aber er bekam echt nichts mehr mit. Schließlich stand er nach einer halben Ewigkeit auf, torkelte benommen zur nächsten Bank, legte sich dort nieder und erbrach sich erneut. Die anderen Jugendlichen machten voll die Panik, zwei Mädels heulten wie die Schlosshunde. Eines der Mädchen sagte sogar: "Hoffentlich kriegt der daheim keine Schläge, wenn die Eltern mitkriegen, wie blau der ist." Meine Freundin und ich haben dann die Ordnungshüter gesucht, die ungefähr 30 Meter entfernt Streife gingen. Wir machten ihnen höflich klar, dass ein Stück entfernt ein betrunkener Jugendlicher liegt, nach dem sie bitte sehen sollten und machten uns dann eilig davon. Ich schäme mich zu Tode dafür, dass ich den Jugendlichen mit einem gewissen Vorsatz abgefüllt habe - ich weiß echt nicht, was mich da geritten hat - und hoffe, dass der arme Junge nicht wirklich daheim Prügel bekommen hat.

Beichthaus.com Beichte #00030786 vom 12.02.2013 um 21:29:02 Uhr in Köln (Cäcilienstraße) (23 Kommentare).

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Das öffentliche Bücherregal reinigen

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Boshaftigkeit Unglaube Gesellschaft

Ich komme öfter an einem öffentlichen Bücherregal vorbei, in das man Bücher stellen kann, die man nicht mehr will und sich auch an vorhandenen Schmökern bedienen darf. Beides habe ich bereits des Öfteren getan. Neben Klassikern, alten Informatikbüchern und Hausfrauenromanen taucht in diesem Regal aber auch immer wieder religiöse Propaganda auf, wobei es sich oft um Material der Zeugen Jehovas oder um irgendwelche esoterischen Engelssekten handelt. Die meisten kennen ja vermutlich diese kleinen Büchlein oder Broschüren, die einen dazu bewegen sollen, sein Leben wegen ein paar halbgaren Argumente total umzukrempeln. Jedenfalls war einmal fast ein halber Meter nur damit vollgestellt, was mir gar nicht passte. Deswegen habe ich mich ordentlich mit diesem Zeug beladen und es einfach in den nächsten Mülleimer geworfen. Seitdem reinige ich das öffentliche Bücherregal regelmäßig von religiöser Propaganda.

Beichthaus.com Beichte #00030782 vom 12.02.2013 um 03:46:09 Uhr (37 Kommentare).

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Wenn jeder Antrieb fehlt

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Trägheit Hass Verzweiflung Gesellschaft Berlin

Ich (m/22) verschwende mein Leben und meine Jugend. Ich habe eine Ausbildung zum Grafiker abgeschlossen, habe aber keinerlei Antrieb mehr dazu, irgendetwas Kreatives zu bewerkstelligen. Ich habe 10000 gute Ideen am Tag aber kein Elan, etwas zu Zeichnen, etwas zu Schreiben, […]
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Beichthaus.com Beichte #00030738 vom 31.01.2013 um 06:08:55 Uhr in Berlin (Gardeschützenweg) (25 Kommentare).

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