Der 10-jährige Tätowierer

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Dummheit Waghalsigkeit Kinder Mamming

Der 10-jährige Tätowierer
Mein Onkel hat in seinem Haus ein Tattoo Studio. Er macht das jetzt schon seit über 20 Jahren recht erfolgreich, aber nur nebenberuflich. Am Wochenende kommen die Kunden aus allen Teilen Deutschlands angereist, um sich bei ihm stechen zu lassen. Unsere Familie inklusive meines Onkels sollte man sich jetzt aber eher als konservativ vorstellen. Er sieht absolut nicht aus wie ein typischer Tätowierer. Als ich um die 10 Jahre alt war, schickten mich meine Eltern in den Ferien oft aufs Land zu meiner Tante und meinem besagtem Onkel. Dort war es stinklangweilig und so bin ich eines Tages, als niemand im Haus war, in das Tattoo Studio gegangen. Kurzerhand habe ich mir einen kleinen Drachen selbst an den Fußknöchel tätowiert. Leider war ich nicht so künstlerisch begabt, dass man jetzt wirklich einen Drachen erkennen konnte. Mir war das so peinlich und es ist in den vergangenen 12 Jahren glücklicherweise auch nicht aufgeflogen. - Außer die ständig verwunderten Blicke meiner Bettbekanntschaften. - Heute war ich zum letzten Mal beim Hautarzt, um mir das Tattoo weg lasern zu lassen. Jetzt ist es weg und damit diese Geschichte aus meinem Körper radiert.

Beichthaus.com Beichte #00030882 vom 13.03.2013 um 22:37:03 Uhr in Mamming (19 Kommentare).

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Essen auf Rädern in Köln

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Vandalismus Aggression Zivi & Bund Köln

Essen auf Rädern in Köln
Während meiner Zivildienstzeit 1990 (damals war ich 20) habe ich gelegentlich und vertretungsweise Essen an ältere Menschen ausgeliefert - auch als "Essen auf Rädern" bekannt. Ich fuhr wiedermal einige neue Adressen an. Ich muss dazu sagen, dass wir als Zivis ziemlich unter Zeitdruck standen und das Zeitfenster die Adressen anzufahren war sehr eng kalkuliert. Das Essen wurde bei den meisten Kunden verzehrfertig geöffnet und der Abfall vom Vortag mitgenommen. Bei einer neuen Adresse wurde trotz mehrmaligem klingeln nicht geöffnet - ich weiß nicht warum, aber ich hatte wohl einen echt miesen Tag. Ich habe kurzerhand die Aluschale mit dem Essen komplett, mit Nachdruck, in den Briefkasten gestopft, so dass die Aluschale geplatzt ist und die ganze Soße auslief. Ich stieg wieder ins Auto und fuhr meine restliche Tour ab, als ob nichts gewesen wäre. Noch am selben Tag habe ich mit Konsequenzen gerechnet und mich auf disziplinarische Maßnahmen eingestellt. Doch es passierte nichts, keine Beschwerde, einfach nichts. Seit jenem Tag plagte mich ein schlechtes Gewissen, wie konnte ich nur so etwas Fieses tun? Wenn ich daran denke, schäme ich mich immer noch. Den Mumm zu einer persönlichen Entschuldigung hatte ich nie. Es tut mir so unendlich leid.

Beichthaus.com Beichte #00030876 vom 12.03.2013 um 22:35:54 Uhr in Köln (12 Kommentare).

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Kein Wort über die Krankheit

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Engherzigkeit Verzweiflung Gesundheit

Momentan befinde ich mich in einer ziemlich beschissenen Lage. Ich studiere Germanistik und Geschichte und bin 23 Jahre alt. Vor ein paar Monaten hat es angefangen, in der Bauchgegend ziemlich stark zu krampfen. Ich dachte, das wäre nur das typische Anzeichen dafür, dass ich meine Periode bekomme, aber hinzu kam, dass ich ständig Durchfall und dann wieder üble Verstopfungen hatte und als ich eines Tages in meinem Stuhlgang Blut entdeckte, dachte ich, es wäre Zeit, zum Arzt zu gehen. Das habe ich dann auch getan und nach einigen Bluttests, einer Stuhlprobe und zwei weiteren Arztbesuchen für einen Ultraschall und einer unangenehmen Darmspiegelung, sagte mir der Arzt, dass ich Darmkrebs habe. Ich fiel aus allen Wolken und mein Leben veränderte sich schlagartig. Statt über den Lehrbüchern zu hängen und zur Uni zu gehen, ist die Arztpraxis, beziehungsweise das Krankenhaus zu meinem Zweitwohnsitz geworden. Der Krebs hat schon längst Fernmetastasen gebildet und meine Leber und meine Lunge angegriffen. Zuerst musste ich eine Chemotherapie machen, um zu versuchen, die Metastasen und den eigentlichen Tumor klein zu halten oder vielleicht sogar zu verkleinern, um ihn dann operieren zu können. Mir ging es so schlecht in der Zeit und nach der OP war klar, dass es nicht möglich ist, alles operativ zu entfernen, ohne zu viel gesundes Gewebe zu zerstören, das ich brauche, damit meine Organe weiterhin selbstständig arbeiten. Mittlerweile stecke ich in der zweiten Chemotherapie. Ich kotze im Minutentakt nach den Infusionen, mir fallen die Haare aus und ich habe unerbittlichen Durchfall. Meine Eltern wissen davon nichts. Wir sehen uns sowieso selten und deshalb kriegen sie das auch nicht zufällig mit. Mein Studium musste ich an den Nagel hängen und es fällt mir von Tag zu Tag schwerer, daran zu glauben, dass es nochmal irgendwie besser wird. Ehrlich gesagt, habe ich mich schon damit abgefunden, bald zu sterben. Ich beichte, dass ich es nicht übers Herz bringe, meinen Eltern zu sagen, dass ihre älteste Tochter bald stirbt und ihnen damit die Chance verwehre, für mich da zu sein oder sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich darauf vorzubereiten. Ich weiß, sie werden so oder so traurig sein, aber ich will nicht, dass sie mich so sehen und mit mir mitleiden müssen. Vielleicht ist das sogar egoistisch, aber ich kann es einfach nicht und es tut mir jetzt schon unendlich weh, dass sie solch einen Schicksalsschlag erleiden müssen.

Beichthaus.com Beichte #00030874 vom 12.03.2013 um 18:02:10 Uhr (25 Kommentare).

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Heimlich stricken

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Manie Feigheit Partnerschaft

Heimlich stricken
Jetzt muss ich mal was ziemlich Kindisches beichten. Mir (m) hat damals schon im Kindergarten und in der Grundschule der Kunst- und Bastelunterricht sehr gefallen. Vor einigen Wochen hat meine Freundin angefangen, zu stricken. Einfach so, zum Stressabbau und aus Spaß an der Freude. Dies weckte Erinnerungen an meine Kindheit und wie wir das in der Schule auch gemacht haben. Als ich dann mal alleine zu Hause war, habe ich mir das Strickzeug meiner Freundin geschnappt und habe geschaut, ob ich es noch auf die Reihe bekomme. Sah allerdings nicht so toll aus und ich habe es wieder aufgetrennt. Aber da man ja bei YouTube allerlei HowTo-Videos findet, hatte ich bald wieder den Dreh raus. Seitdem stricke ich heimlich bei meiner Freundin mit. Bei einem einfarbigen Schal war das gar kein Thema, wenn dieser am nächsten Tag zehn Zentimeter länger war. Im Moment macht sie jedoch so einen mehrfarbigen Ringelschal und wechselt alle paar Zentimeter die Farbe. Das macht es natürlich bedeutend schwieriger, ihr Werk unertappt zu vervollständigen. Irgendwann saß sie letztens auf der Couch und meinte nur "was habe ich denn da wieder verzapft?!" Ich hatte wohl eine andere Farbreihenfolge gewählt, als sie es vorher hatte. Irgendwie finde ich es total spannend, ihre Sachen heimlich zu vervollständigen und es macht mir auch einfach Spaß, zu stricken. Ich würde allerdings nie auf die Idee kommen, ihr zu sagen, dass ich auch gerne stricke. Stattdessen belächele ich sie währenddessen, um ihr das Gefühl zu geben, dass mich das überhaupt nicht anspricht. Das heißt, ich werde wohl weiter im Untergrund stricken müssen.

Beichthaus.com Beichte #00030873 vom 12.03.2013 um 15:55:56 Uhr (40 Kommentare).

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Terror des Mitbewohners

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Ekel Zorn WG

Ich möchte etwas beichten, was bereits mehr als anderthalb Jahre zurückliegt. Ich muss ein wenig ausholen, damit Ihr meine Verzweiflung verstehen könnt. Damals wohnte ich in einer WG mit einem Ex-Arbeitskollegen. Eigentlich habe ich mir immer geschworen, nie eine Wohngemeinschaft einzugehen. Wegen eines finanziellen Engpasses musste ich meine geliebte Wohnung auf dem Land kündigen und zurück in die Stadt ziehen. Mit meinen Katzen, welche ihren Freilauf brauchten, war es nicht wirklich einfach, eine passende Wohnung zu finden. Alles, was geeignet gewesen wäre, war für mich alleine schlicht nicht bezahlbar. Da kam mir die Frage des Arbeitskollegen, ob wir eine WG gründen wollen, gerade richtig. Dumm wie ich war, habe ich natürlich nicht auf die Warnungen der anderen Arbeitskollegen, welche mit ihm im gleichen Team arbeiteten, gehört. So kam es, dass wir eine tolle fünf Zimmerwohnung im Grünen gefunden haben und dort mit unseren Katzen, er hatte auch deren zwei, einzogen. Die ersten zwei Monate waren noch in Ordnung, dies änderte sich aber ganz schnell. Es fing damit an, dass er von der Arbeit nach Hause kam und als erstes mal seine Stereoanlage auf volle Pulle aufdrehte. Durch die ganze Wohnung dröhnte nun sein umz umz umz Sound, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn er Besuch hatte, blieb ich in meinem Zimmer oder ging zu Freunden, um ihn und seinen Besuch nicht zu stören. Da er oft Besuch von Frauen hatte, mit welchen er dann immer in die Kiste stieg, war ich mehrheitlich in meinem Zimmer oder nicht zu Hause. Hatte ich Besuch, blieb er allerdings einfach auf dem Sofa sitzen und hörte weiterhin seine Musik. Ohne Kopfhörer wohlgemerkt.


Zuerst dachte ich mir, okay, das ist halt so in einer WG. Man muss Kompromisse machen. Nach drei Monaten wurde er von der Arbeit freigestellt, wurde aber noch für zwei Monate bezahlt. Daher machte ich mir fürs Erste keine Sorgen wegen der Miete. Er musste mir die Hälfte überweisen, da der volle Betrag von meinem Konto abgebucht wurde. Er meinte noch, dass er nun zwei Wochen Pause machen und sich danach auf Arbeitssuche begeben würde. Weit gefehlt. Nach den zwei Monaten hatte er immer noch keine Stelle und als arbeitslos hatte er sich auch nicht gemeldet. Stattdessen verbrachte er Tag und Nacht vor seiner Xbox und spielte diverse Ego Shooter. War das herrlich die ganze Nacht das Geballere zu hören, am Morgen aufzustehen, zur Arbeit zu fahren und wenn ich nach Hause kam, ihn immer noch vor seiner Konsole vorzufinden. Er ließ sich auch so sehr gehen, duschte noch ein- oder zweimal in der Woche und ernährte sich von meinen Sachen, ohne diese zu ersetzen. Das Katzenklo putze er nur, wenn ich ihn dazu aufforderte. Er hatte auch nur ein Katzenklo für zwei Katzen. Und mein Glück war es, dass sein Bad, wo das Katzenklo stand, sich direkt neben meinem Schlafzimmer befand. Der Gestank war kaum noch auszuhalten. Am liebsten hätte ich ihm den ganzen Inhalt über dem Kopf entleert. Nachdem noch ganz viele andere Sachen vorgefallen sind, auf welche ich nicht näher eingehe, weil ich sonst morgen noch am Schreiben wäre und alles Reden nichts half, hatte ich beschlossen, meine Taktik zu ändern.


Als eine seiner Katzen wieder einmal auf den Boden im Eingangsbereich gekotzt hatte, habe ich es einfach dort liegen lassen, um zu schauen, wie lange es dauern würde, bis er es weg macht. Nach fünf Tagen war die Kotze immer noch nicht weg und da hat es mir gereicht. Zielstrebig ging ich in sein Badezimmer, griff nach seinen drei Zahnbürsten und putzte die Kotze damit weg. Da ich schon in Putzlaune war, fand ich, es wäre Zeit, sein Katzenklo zu reinigen. Dies habe ich dann auch getan. Jede Bürste habe ich zuerst über die Katzenkacke gezogen und dann das Klo damit richtig sauber gemacht. Echt praktisch, diese Zahnbürsten. Angetrieben von meiner Wut, habe ich dann noch seine Toilette auf Hochglanz gebracht und anschließend die Zahnbürsten wieder in das Glas gestellt. Als ich ihn am nächsten Morgen hörte, wie er seine Zähne putzte, musste ich grinsen. Das war eine Genugtuung sondergleichen. Nach knapp anderthalb Jahren Terror und weiteren Putzaktionen, war es Zeit für mich, zu gehen und mit meinem Freund zusammenzuziehen. Als Abschiedsgeschenk schmierte ich ihm die Kacke seiner Katzen, welche ich auf dem Balkon gefunden hatte, in seine Umzugskisten. Nach der Wohnungsabgabe habe ich ihn nie wieder gesehen oder gehört. Ich weiß, dass mein Verhalten extrem kindisch war. Heute würde ich wahrscheinlich anders handeln. Ich hatte einfach nach so langer Zeit keine Kraft mehr, mich anders zu wehren.

Beichthaus.com Beichte #00030872 vom 12.03.2013 um 14:39:26 Uhr (15 Kommentare).

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