Wellensittich fliegen lassen

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Trunksucht Sucht Morallosigkeit Studentenleben Tiere Berlin

Ich habe vor ein paar Jahren, frisch volljährig geworden und mit gutem Abi in der Tasche, in Berlin gewohnt und ziemlich erfolglos studiert. Nun hatte ich das Problem, dass ich neu war in der Stadt, niemanden kannte und sehr einsam war. Der Zustand meiner Wohnung half da nicht unbedingt. Auch hab ich nie etwas mit anderen unternommen. Am Anfang war ich etwas schüchtern und irgendwie hörte ich durch mein Verhalten in den Augen meiner Kommilitonen auf zu existieren, und nach der ersten Woche fragte mich niemand mehr, ob ich nicht Lust auf einen Kaffee hätte oder mit in die Mensa zu gehen.


Ich hatte allerdings einen äußerst süßen Wellensittich, der immer auf meinem Computerbildschirm saß oder auf meinem Kopf und mit meinen Haaren spielte. Ich mochte ihn wirklich und hab mich viel um ihn gekümmert, besser gesagt sie. Leider hatte ich nach kurzer Zeit dort sehr starke Alkoholprobleme und bin mit nichts mehr klargekommen. Meine Wohnung war ein Müllhaufen, gesaugt hatte ich nur alle paar Monate mal, die Abstellkammer war überfüllt mit leeren Flaschen.
Ich habe nur noch am PC gesessen, ein sehr bekanntes MMORPG gespielt und mich fast jeden Abend betrunken. Ab und an hab ich mich mit einem Riesenkater zur Arbeit geschleift (400 Euro Job bei einer Fastfoodkette), wo ich aber dank hoher Fehltage trotz Krankenscheinen irgendwann gefeuert wurde. Ich habe 20 Kilo abgenommen, da ich fast nur Reis aus der Mikrowelle und Chinanudelsuppe zum Aufbrühen gegessen habe, ich musste ja schnell weiterspielen.


Nun, ich sollte an Weihnachten nach Hause fahren (quer durch Deutschland), die Karten für die Bahn waren schon bezahlt und meine Eltern wollten mich eigentlich schon ein paar Tage früher sehen, aber das Spiel war mir wichtiger als alles andre. Nun hatte ich ein Problem. Ich musste los, ich würde zwei Wochen weg sein, ich hatte mich nicht darum gekümmert, was mit meinem armen Vogel passiert und wer sich um sie kümmert.
Ich war betrunken, todmüde und hatte Angst vor Ärger mit meinen Eltern, wenn ich nicht fahren würde. Denn natürlich war ich finanziell total von ihnen abhängig, denn ich hatte mein Konto hoffnungslos überzogen um immer genug Alkohol im Haus zu haben. Da habe ich das getan wofür ich mich heute immer noch schäme. Ich habe nämlich das Fenster aufgemacht und ihn fliegen lassen.
Ich wusste, dass er es nicht überleben wird, aber ich hoffe bis heute irgendwie, dass er jemanden gefunden hat, er war sehr zutraulich. Es tut mir unendlich Leid, ich schäme mich, gerade weil ich ein tierlieber Mensch bin und meine Haustiere immer gut behandelt hatte und solche Leute wie mich, die Tiere aussetzen am liebsten auch irgendwo im Wald anbinden würde.
Ich hoffe jemand hat meinen armen Kleinen gefunden. Jedesmal wenn ich daran denke, kommen mir die Tränen und ich finde mich widerlich.

Beichthaus.com Beichte #00027788 vom 09.05.2010 um 18:45:19 Uhr in Berlin (77 Kommentare).

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Der neue Personalchef

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Aggression Ungerechtigkeit Zorn Chef Offenburg

Ich (w/20) arbeite seit Oktober 2006 als Aushilfe neben der Schule an einer Autobahnraststätte. Ich kam dort immer sehr gut mit den Mitarbeitern und auch unserem Personalchef klar, es herrschte ein recht familiäres Verhältnis auch wenn hinter dem Rücken oftmals gelästert wurde. Für mich war das kein Problem, was andere sagen kratzt mich nicht und ich habe das Ganze sowieso nur als Job angesehen, den ich nach 8-10 Stunden wieder für ein paar Tage hinter mir lassen konnte. Das ganze Verhältnis änderte sich allerdings vor knapp einem Jahr. Dazu muss man wissen, dass zu unserer Rastanlage zwei Raststätten gehören, das passende Gegenstück befindet sich jeweils auf der anderen Seite der Autobahn. Bezeichnet haben wir die Anlagen jeweils mit "Ost" und "West". Vor circa einem Jahr also wurde mein damaliger Personalchef unvermittelt gekündigt, weil er wohl den Betrieb bestohlen haben musste. Bis dato hatte ich kaum etwas mit den "Westlern" zutun, kannte ihren Personalchef nur durch Erzählungen der Festangestellten Kräfte, welche kein gutes Bild von ihm zeichneten. Als klar wurde, dass wir nun ebenfalls ihn als Personalchef bekommen würden, brach im Betrieb schon leise Panik aus. Ich ging trotz der haarsträubenden Erzählungen der Anderen unvoreingenommen in die Begegnung mit unserem neuen Chef hinein. Leider bewahrheiteten sich diese Erzählungen.
Seit Herr S. bei uns Personalchef ist, hat sich alles ins negative verändert. Jeder hat Angst um seinen Job, jeder schnauzt jeden an. Er kontrolliert einfach alles und jeden, führt sinnlose neue Regelungen ein, verlängert die Schichtzeiten willkürlich und hat festgelegt, dass Überstunden nicht mehr bezahlt werden. Jeder weiß, dass er das eigentlich nicht darf, nur gesagt hat keiner was aus Angst seinen Job zu verlieren.


Da mir das Klima dort unten seit seiner Einstellung überhaupt nicht mehr zusagte, hab ich schon seit 3 Monaten eine zweite Stelle als Aushilfe in einer Weinstube angenommen, habe aber immer noch dort gearbeitet, auch wenn mir der Umgang und die Behandlung dort unten gewaltigst stanken, weil ich mit dem Verdienst aus der Weinstube einfach nicht auf die erforderlichen 400€ kam, die ich für Auto und Miete benötigte. Nun war es so, dass ich im April wohl in der Raststätte auf dem Plan stand, wovon ich allerdings nichts wusste, weil ich im April Abiprüfungen hatte und besagtem Herrn S. schon im Februar Bescheid gegeben hatte, dass ich den April eben aufgrund der Prüfungen aussetzen musste. Ich erfuhr also zwei Tage vor meinem eigentlichen Arbeitstag durch Zufall von einer Kollegin, dass ich zum arbeiten eingetragen war. Da ich aber sehr kurz vor der ersten Prüfung stand und zudem eine Stimmbandentzündung hatte, also kaum reden konnte, bat ich meine Mutter, Herrn S. anzurufen und ihm Bescheid zu geben, dass ich nicht arbeiten könne. Wie das Telefonat verlief, weiß ich nicht, nur hat sich meine Mutter scheinbar Herrn S. gegenüber im Ton vergriffen, denn als ich gerade eben auf der Arbeit anrief um Bescheid zu geben, dass ich wieder zur Verfügung stünde, meinte mein Chef, dass meine Dienste nicht mehr erwünscht seien, da ihm das Telefonat mit meiner Mutter gar nicht zugesagt hätte. Ich hielt das ganze zuerst für einen schlechten Scherz und versuchte ihm klar zu machen, dass ich in den 3,5 Jahren, die ich dort nun arbeite stets zuverlässig und schnell gearbeitet habe, immer, auch unter dem größten Stress, freundlich zu den Kunden war und auch allgemein beliebt war und dass ich zwar nicht wüsste, welche Differenzen er und meine Mutter haben, aber dass das doch sehr ungerecht wäre, das jetzt auf meine Kosten auszutragen. Alles argumentieren half nichts und der gute Herr S. blieb hart - ich bin meinen Job wohl los. Als dieses ignorante, menschenverachtende und sich-für-was-besseres-haltende Arschloch das zu mir sagte kam der ganze Hass und die ganze Aggression die ich bei diesem Job aufgestaut hatte in mir hoch und ich nannte ihn eine "elende Witzfigur" und einen "ignoranten Penner", bevor ich mich mit den Worten "Tschüss, Arschloch" verabschiedete und auflegte. Meine eigentliche Beichte: Ich sitze jetzt hier mit soviel Wut im Bauch, größtenteils auf mich selbst, weil ich diesem dreckigen Wichser nicht schon viel früher an den Kopf geschmissen hab, was er mir meinetwegen alles lecken oder runterrutschen kann!

Beichthaus.com Beichte #00027784 vom 07.05.2010 um 12:18:59 Uhr in Offenburg (38 Kommentare).

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Die Unlust meiner Freundin

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Wollust Fremdgehen Partnerschaft Studentenleben Mainz

Ich (m/22) möchte beichten, dass ich mich aufgrund der überraschend eingetretenen, dauerhaften, Unlust meiner Freundin anderweitig vergnüge. Am Anfang unserer Beziehung war sie die versauteste und notgeilste Frau, die ich je kennen gelernt habe, außerdem ist sie […]
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Beichthaus.com Beichte #00027783 vom 07.05.2010 um 10:55:42 Uhr in Mainz (61 Kommentare).

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In den Fängen einer kontrollsüchtigen Frau

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Wollust Hass Ungerechtigkeit WG Partnerschaft

Hiermit beichte ich, dass ich (m/30) ein dämlicher Trottel bin. Zu dieser Erkenntnis hat es leider zu lange gedauert. Bis vor einem Jahr war ich ein glücklicher Mensch, dessen Leben fröhlich vor sich hin plätscherte. Nun bin ich in den Klauen einer kontrollsüchtigen […]
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Beichthaus.com Beichte #00027780 vom 06.05.2010 um 22:19:49 Uhr (62 Kommentare).

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Der falsche Soldat

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Lügen Falschheit Nachbarn Köln

Die Müllcontainer stehen bei uns etwas entfernt von den Wohnhäusern auf einem Hof und werden von allen Parteien der Wohnhäuser genutzt. Ich wohne hier jetzt schon circa 5 Jahre, aber habe mich nicht sonderlich in die hier vorherrschende Nachbarschaft integriert. Das Wohngebiet hier wird vom Land verwaltet und gewährt nur Landesangestellten und insbesondere Bundeswehrangehörigen Wohnrecht. Dementsprechend sitze ich hier als überzeugter Kriegsdienstverweigerer in einem eher strengen Umfeld. Die Wohnungen sind toll und auch die Umgebung hier ist für Stadtlage wirklich toll, ich bin sehr zufrieden. Dadurch, dass ich mich nicht auf Wohnpflegschaft und jährliche Säuberungsaktionen der Grünanlagen einlasse, habe ich Dementsprechend auch wenig Kontakt mit den Nachbarn und diese kennen mich nicht wirklich. So kommt es aber, dass ich immer wieder beim Müll rausbringen, besser gesagt bei der etwas mühseligen Arbeit des Mülltrennens) von Nachbarn angesprochen werde. Da die Recyclingcontainer auf einem Garagenhof stehen, herrscht dort reger Verkehr. Ich werde dann oft gefragt, ob ich hier wohne und damit auch berechtigt bin dort Müll rein zuschmeißen. Das regt mich so auf, ich verstehe zwar den Gedanken dahinter, bei steigendem Müllaufkommen, steigen auch die Abfallgebühren die alle zahlen müssen, aber das ich immer gefragt werde, obwohl ich da in Hausschlappen und somit keine 5 km gelaufen sein kann, stehe, regt mich auf.


Ich hatte mir schon überlegt ein Schild umzuhängen: "Ja, ich wohne hier!", habe mir aber was Netteres überlegt. Seit neustem antworte ich mit englischem Akzent, wenn ich gefragt werde. Wenn das Gespräch dann weitergeht, erzähle ich, dass ich aus New Hampshire hierhin versetzt worden bin und in einer Spezialeinheit der Bundeswehr im Rahmen der Europäischen Zusammenarbeit zu dienen. Ich sei häufig auf Auslandseinsätzen, deswegen sieht man mich nicht so oft hier. Seitdem ich die Geschichte erzähle, werde ich weniger gefragt und häufiger gegrüßt.

Beichthaus.com Beichte #00027776 vom 05.05.2010 um 12:18:01 Uhr in Köln (28 Kommentare).

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