Die Blumen der Nachbarn

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Diebstahl Dummheit Vandalismus Familie Nachbarn

Als ich kleiner war, habe ich meiner Mutter allerhand Ärger gemacht. Als Jüngstes von vier Kindern hatte ich immer das Gefühl, ein wenig zu kurz zu kommen. Dadurch, dass meine Mutter uns allein großgezogen hat, weil mein Vater meinte, Alkohol und Fremdgehen gehöre zu einer guten Ehe, war die Scheidung nur eine Frage der Zeit. Danach hat er sich nach Kuba abgesetzt und meine Mutter ohne Unterhaltszahlungen alleine gelassen. Sie musste unglaublich viel arbeiten und ich musste aus Kostengründen natürlich immer die alten Sachen meiner Geschwister auftragen. An sich ist das natürlich nicht schlimm, aber da ich zwei ältere Brüder und nur eine Schwester hatte, musste ich oft in Jungenkleidern herumlaufen und wurde in der Schule deswegen gehänselt. Um dem zu entgehen, fing ich irgendwann an, die Schule zu schwänzen und rutschte extrem ab. Meine Mutter hat irgendwann dann die Anrufe von aufgebrachten Lehrern und der Polizei bekommen. Fehlzeiten in der Schule, Respektlosigkeit, Rauchen auf dem Schulgelände und so einem Schmarn. Dann kamen Landfriedensbruch und Diebstahl hinzu. Um mich für all den Blödsinn zu entschuldigen, wollte ich meiner Mama etwas Gutes tun. Also habe ich ihr einen riesigen Blumenstrauß geschenkt, den sie auch ganz stolz den Nachbarn gezeigt hat. Blöd nur, dass ich, da ich keine Kohle hatte, die Blumen aus dem Garten unserer Nachbarn gepflückt habe. Die haben es Gott sei Dank aber nicht so eng gesehen und nur gemeint, dass Kinder eben so sind. Dann haben sie mir lächelnd fünf Euro geschenkt, damit ich meiner Mama richtige Blumen kaufen konnte. Ich bitte um Absolution für meine Dummheit.

Beichthaus.com Beichte #00032562 vom 12.01.2014 um 20:18:56 Uhr (11 Kommentare).

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Tarnkappenbomber mit Zebra-Muster

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Engherzigkeit Falschheit Kinder Telefon

Zwischen Weihnachten und Neujahr traf sich ein Großteil meiner damaligen Grundschulklasse zu unserem ersten Klassentreffen. Glücklicherweise waren alle Jungs, mit denen ich (m/25) damals in einer Clique war, ebenfalls anwesend, sonst wäre mir diese Erinnerung wohl nie wieder in den Sinn gekommen. Wir gingen damals nach der Schule immer den größten Teil unseres Heimwegs gemeinsam, da wir nicht weit voneinander entfernt wohnten. Und wie Jungs mit zehn oder elf Jahren nun einmal sind, machten wir regelmäßig Unsinn und versuchten uns gegenseitig zu überbieten. Irgendwann wurde dann auf unserem Heimweg eine Telefonzelle gebaut - und nach ein paar Monaten erfuhren wir, dass 0800er-Nummern nicht nur kostenlos sind, sondern auch prima von Telefonzellen aus erreichbar waren. Also testeten wir jeden Tag irgendeine ausgedachte 0800er-Nummer, bis wir Erfolg hatten. Wir landeten bei einer Hotline, die sich mit einem Namen meldete, den wir als "Krieg Bestellannahme" verstanden (oder verstehen wollten). Von nun an riefen wir jeden Tag mehrere Male dort an.


Wir hatten jedes Mal den gleichen Mann an der Strippe und wir nervten ihn von Tag zu Tag mehr. Mal bestellten wir Kampfpanzer, mal nur Panzerfäuste, an anderen Tagen wieder Tarnkappenbomber mit Zebra-Muster. Das Lustige war aber, dass er jedes Mal so lange mit uns diskutiert hat, bis er auf 180 war und ins Telefon brüllte. Als uns dann irgendwann der Spaß daran verging, rief einer von uns "normal" dort an und erkundigte sich, was man dort denn bestellen könnte. Es stellte sich heraus, dass wir bei einem ziemlich großen Sportartikelhändler gelandet waren. Der besagte Freund bekam dann noch einen rund 180 Seiten starken Katalog zugeschickt, weil er das nicht so recht glauben wollte, gemeinsam mit einem kleinen Fußball, auf dem "Bitte nicht mehr anrufen" stand. Zugegeben, ich habe den Spaß damals wirklich genossen, aber heute tut mir der Herr, der sich damals mit uns herumquälen musste, irgendwie leid. Er wollte uns doch nur ein paar Bälle verkaufen.

Beichthaus.com Beichte #00032550 vom 10.01.2014 um 08:22:05 Uhr (7 Kommentare).

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Die Praktikantenstelle

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Hass Zorn Verzweiflung Arbeit Wutach

Die Praktikantenstelle
Ich (w/25) komme gerade von einem Bewerbungsgespräch zurück und habe jetzt beschlossen, mindestens einen Monat lang keine Bewerbungen mehr zu schreiben. Die Sache lief folgendermaßen ab: Ich habe vor einer Woche eine Bestätigung auf eine Bewerbung bekommen. Mir wurde gesagt, dass ich in die engere Auswahl gekommen bin, und da ich derzeit nur einen Teilzeitjob im Lager habe, war das für mich wirklich eine Riesenüberraschung. Nach meinem Studienabschluss vor einem Jahr hatte ich nur die typischen Praktikantenstellen erhalten - es war übrigens ein technischer Beruf, der angeblich doch so sehr gefragt ist. Auf jeden Fall bin ich für das Jobangebot durch ganz Deutschland gefahren und letzte Nacht um drei Uhr aufgestanden, nur um zu erfahren, dass man mich zunächst einmal als Praktikantin einstellen möchte. So für ein halbes Jahr, unbezahlt. Ich frage mich wirklich, was mit der Wirtschaft los ist, dass viele Unternehmen so krank sind. Mir ist natürlich klar, dass es sich nur um wenige betrügerische Firmen handelt, aber warum werde ich vor solchen Leuten nicht geschützt? Das ist genauso Betrug, wie alles andere auch. Ich fahre durch ganz Deutschland, mein Konto ist jetzt dank der Benzinkosten leer und ich kann über die Feiertage bei meinem Vermieter rumschauen, und ihn um einen Aufschub bitten. Dieses dreiste Unternehmen hat mir Weihnachten wirklich versaut. Mein Hass ist jedenfalls riesengroß und ich bin am Überlegen, über diese Firma nun Gerüchte im Internet zu verbreiten.

Beichthaus.com Beichte #00032451 vom 23.12.2013 um 16:37:52 Uhr in Wutach (44 Kommentare).

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Porsche auf Firmenkosten

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Waghalsigkeit Selbstsucht Falschheit Arbeit Auto & Co. Langenleuba-Niederhain

Ich arbeite bei einer namhaften Versicherung im Außendienst. Letzte Woche wollte ich mir bei der neuen Leasingfirma über das Internet mein zukünftiges Dienstfahrzeug bestellen, jedoch war dort mein Account noch nicht eingerichtet - wahrscheinlich hat mich irgendein Trottel aus unserer Firma dort nicht angemeldet. Bei allen anderen funktioniert es, nur bei mir nicht. Ich bin dann zu meinem Chef gegangen und habe ihm das Problem geschildert. Er meinte nur, dass ich dann womöglich bald ohne Auto dastehe, da die Frist zum alten Dienstfahrzeug schon in zwei Monaten abläuft und ich es dann natürlich abgeben muss. Er sagte mir, dass ich einfach über seinen Account reingehen und dann über seinen Namen bestellen soll. Zudem sagte er, ich solle mir das Auto bestellen, das ich will. Egal welches. Abgerechnet wird der Eigenanteil dann per Lastschrift. Ich möchte beichten, dass ich ihn beim Wort genommen und mir einen Porsche Carrera bestellt habe. Meine Kollegen haben in ihren Accounts hingegen nur Fahrzeuge freigeschaltet bekommen, die zu ihrem Verdienst passen. In der Regel also so etwas wie einen A4 Avant, einen 3er Kombi oder den guten alten Passerati. Den Vertrag habe ich ausgedruckt, ihm hingelegt und nach seiner Unterschrift gefragt. Und wie so oft hat er es sich nicht durchgelesen, weil er ein desinteressiertes altes Arschloch ist, dem alles am Popo vorbeigeht. Ich bin wirklich gespannt, wie die Geschäftsleitung reagiert, wenn der Händler mit meinem neuen Auto vorfährt. Das Ganze läuft schließlich über meinen Chef und vertraglich bin ich eigentlich komplett abgesichert.

Beichthaus.com Beichte #00032429 vom 19.12.2013 um 22:54:55 Uhr in Langenleuba-Niederhain (22 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ein Leben auf Kosten anderer

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Faulheit Selbstsucht Begehrlichkeit Salzburg

Ich (w/26) sehe wirklich gut aus. Ich kleide mich schick und verhalte mich so, wie andere es von mir erwarten, und gleite damit problemlos durchs Leben. Ich habe früh gemerkt, dass ich nicht wirklich etwas tun muss, um mein Leben zu leben. Dank meines Aussehens habe ich es in vielen Dingen leichter als andere Menschen. Ich habe meine Pflichtschulausbildung abgeschlossen und ansonsten keinen Finger mehr krumm gemacht. Ich hatte nie eine eigene Wohnung, ich lebte immer bei jemand anderen und mit meinem Aussehen fällt es mir wirklich leicht, jemanden kennenzulernen. Ich habe zwar einen Job, aber das ist eigentlich mehr ein Alibi, damit es so aussieht als sei ich erfolgreich. Denn jeder denkt, ich hätte einen tollen Sekretärinnenjob, dabei sitze ich in einem Großraumbüro und tippe Daten von Formularen in den Rechner. Und das für 550 Euro im Monat, nur, damit ich unter der Woche beschäftigt bin. Das Geld brauche ich ohnehin nicht, da ich ständig eingeladen werde und massig Geschenke bekomme. Ich habe im Leben nie wirklich für etwas den Finger krumm machen müssen. Ich habe immer alles bekommen, was ich wollte und mir ist es auch nie schlecht ergangen, obwohl ich nicht wirklich klug bin. Es tut mir leid, dass ich mein Aussehen missbrauche, um es im Leben einfach und stressfrei zu haben. Bald werde ich den Mann fürs Leben finden, kann zu Hause die Beine hochlegen und einfach tun, worauf ich gerade Lust habe. Wahrscheinlich durchschauen viele Menschen meine Einstellung, wollen aber, weil ich so hübsch bin, den Anschluss nicht verlieren, und sich neben mir auch ein bisschen begehrt fühlen. Ich bitte um Vergebung für meine egoistische Art.

Beichthaus.com Beichte #00032428 vom 19.12.2013 um 08:44:40 Uhr in 5010 Salzburg (Alpenstraße) (34 Kommentare).

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