Der treuste Freund des Menschen

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Engherzigkeit Unglaube Tiere Salzbergen

Ich passe ab und zu auf den Hund einer Freundin auf. Derzeit sehr lange, da sie im Urlaub ist. Ich habe zwar nur eine 1-Zimmer-Wohnung, aber das geht klar, weil ich derzeit Semesterferien habe und mich richtig lange und intensiv um ihn kümmern kann. Wir machen Wanderungen und gehen an den See etc. Was ich beichten will, ist, dass ich mit Hunden mehr anfangen kann, als mit Menschen. Ich habe Probleme damit, Menschen zu "lesen", das heißt, mit meiner Empathie sieht es sehr mager aus. Daher habe ich nur sehr wenige, aber extrem enge Freunde. Aber mit Hunden ist es so viel einfacher. Er ist ehrlich zu mir, er freut sich immer so offen, mich zu sehen, er zahlt mir die Mühe, die ich mir mit ihm mache, mit einer so offenkundigen Liebe zurück, dass er mir näher steht als so manche Person. Weil bei ihm weiß ich, woran ich bin. Er signalisiert mir, was er mag und was nicht. Er heuchelt nicht, dass er meine Geschichten interessant findet, er lügt nicht, er ist einfach ein tolles Wesen. Mein Herz schlägt immer höher, wenn er auf mich zugestürmt kommt. Natürlich ist nicht immer alles super. Er ist ganz schön ungestüm und ab und zu muss ich ihm einen kleinen Klaps geben, damit er kapiert, wo es lang geht. Aber dann ist auch wieder Ruhe und er hört wieder brav.<br /> <br /> <br /> Und wenn wir mit seinem Spielzeug Spaß haben, kann ich mit einem Blick sehen, wie sehr es ihn freut, wenn ich das Ding zum tausendsten Mal werfe. Wenn ich mal zum Einkaufen muss und ihn nicht mitnehmen kann, dann sieht er mich mit einem Blick an, der sagt: "Wie kannst du mich alleine lassen? Bedeute ich dir denn nichts?" Ich beichte, dass ich denke, dass er ein besserer "Mensch" ist, als der Durchschnittsmensch. Ich beichte, dass ich lieber mit ihm Zeit verbringe, als mit Menschen. Ich beichte, dass ich Menschen nicht mag, weil sie nicht so sind wie dieser Hund. Nämlich ehrlich, treu und loyal. Und dann bereue ich noch etwas, was allerdings noch nicht passiert ist: Bei uns in der Umgebung legt irgendein Monster Giftköder aus oder auch Fleischklumpen mit Rasierklingen drin. Ich wünsche mir sehr, dass ich so eine Person mal erwische. Dann werde ich ihm wehtun. Und zwar sehr.

Beichthaus.com Beichte #00033675 vom 29.07.2014 um 15:15:43 Uhr in Salzbergen (14 Kommentare).

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Point of no Return

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Faulheit Ignoranz Morallosigkeit Gesellschaft

Ich habe neulich die Analyse eines renommierten Physikers gelesen, der bestehende und öffentlich einsehbare Daten zum Klimawandel sortiert und zusammengefasst hat. Demnach wird sich die durchschnittliche Temperatur der Erde in 100 Jahren um 16 Grad Celsius erhöht haben, die Erde wird nach diesem Bericht ab 2050 für Menschen unbewohnbar sein. Eine ähnliche Erwärmung gab es wohl vor 250 Millionen Jahren, als 95 Prozent aller Arten ausstarben. Die aktuelle "National Geographic" schreibt, dass derzeit die Mehrheit der Wissenschaftler von einer Erwärmung von vier Grad bis 2100 ausgeht, acht Grad in der Nord-Polarregion. Als die Durchschnittstemperatur drei Grad wärmer war, lag der Meeresspiegel 25 Meter höher. Ich beichte, dass ich diese Zahlen lese und, nach einem Schock, einfach so weiterlebe wie bisher. Ich meine, ich achte auf die Umwelt, fahre ein relativ sparsames Auto, nutze es fast nie und mache das Licht aus, wenn ich aus einem Raum rausgehe. Ich habe mein Haus wärmegedämmt und fliege bzw. fahre nicht in Urlaub. Aber irgendwie war es das auch. Was soll ich denn auch tun? Der "Point of no return" war wohl 2007, das ist rum, die Erderwärmung ist also nicht mehr zu stoppen, sondern der Automatismus wurde angeschmissen - aufgrund der Erwärmung der Meere und des Permafrostbodens, wodurch gigantische Mengen an bislang gebundenem, extrem klimaschädlichen Methans frei werden und in die Atmosphäre gelangen. Das macht es dann noch wärmer, daher taut dann noch mehr auf und so weiter. Die tatsächliche Lufterwärmung ist kaum spürbar, weil 94 Prozent der Erwärmung vom Meer gespeichert wird.<br /> <br /> <br /> Wenn das ewige Eis aber mal geschmolzen ist und das Meer sich entsprechend erwärmt hat, geht es wohl auch mit der Lufttemperatur richtig ab. Bislang sind die Erwartungen der Wissenschaft bezüglich des Klimawandels immer übertroffen worden, also warum sollten die derzeit genannten Zahlen plötzlich nicht eintreffen? Die werden doch eher wieder übertroffen. Ich esse also weiter Fleisch, fahre Auto, habe den ganzen Tag (beruflich) den PC an, habe eine Ölheizung, kaufe dies und das und jenes, obwohl ich es eigentlich nicht wirklich brauche, nur so aus Lust und Laune. Ich weiß einfach nicht, was ich anders tun könnte, um etwas zu ändern. Der Zug ist abgefahren. Ich sitze hier und beobachte, wie immer mehr Landstriche unbewohnbar werden, Inseln und Küstenstädte so langsam versinken, Wasser und Lebensmittel immer knapper und knapper werden, Milliarden Menschen verhungern und verdursten, Ressourcenkriege toben und mache nichts, bis irgendwann auch für mich und meine Kinder in 20 oder 30 Jahren möglicherweise keine Lebensmittel und Lebensraum mehr vorhanden sein werden oder uns unser Raum genommen wird. Freuen tut mich das nicht, in mir löst das Angst, Wut und Traurigkeit aus und ich fühle mich gleichzeitig so seltsam entfernt. Und mache einfach so weiter wie immer, wie der Rest der Welt.

Beichthaus.com Beichte #00033674 vom 29.07.2014 um 13:01:58 Uhr (31 Kommentare).

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“Beichte

Mein Chef, der Geizhals

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Hass Boshaftigkeit Ekel Chef Arbeit Hamburg

An dem Tag, an dem ich (w) meinen Ausbildungsvertrag unterzeichnete, bekam ich von meinem Chef den Hinweis, dass es immer gerne gesehen wird, wenn man "auch mal" durchwischt oder durchsaugt. Alles klar, dachte ich mir, so läuft das hier also. Er ist tatsächlich zu […]
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Beichthaus.com Beichte #00033672 vom 28.07.2014 um 13:22:33 Uhr in 20457 Hamburg (Kehrwieder) (12 Kommentare).

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Edelhure mit Kind

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Prostitution Fremdgehen Morallosigkeit

Ich (w/27) bin seit der Geburt meines Sohnes relativ unglücklich mit dem Sexualleben zwischen mir und meinem Mann. Nun habe ich daraus gar keinen Hehl gemacht, und ihm das offen gezeigt. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich mir, wenn er meine sexuellen Wünsche nicht […]
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Beichthaus.com Beichte #00033668 vom 27.07.2014 um 21:49:17 Uhr (27 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Die falschen Entscheidungen eines Vaters

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Morallosigkeit Trunksucht Engherzigkeit Selbstsucht Familie

Ich (m/26) möchte beichten, dass ich ein beschissener Vater bin. Vor fast sechs Jahren habe ich auf einer Party ein damals 18-jähriges Mädchen kennengelernt - wir waren beide eigentlich nur auf eine schnelle Nummer aus, aber dabei ist das Kondom gerissen und es kam, wie es kommen musste. Sie wurde schwanger. Als unser Sohn dann geboren wurde, habe ich die beiden im Krankenhaus besucht, und ich muss sagen, es war ein schönes Gefühl, den Kleinen auf meinen Armen zu halten. Aber ich wusste damals, dass ich mit einer eigenen Familie nichts anfangen konnte. Daher bin ich lieber weiter mit meinen Kumpels zum Saufen in die Discos gegangen, da haben wir schon ordentlich was ausgehalten, bis man sich dann echt gefragt hat, wie man wieder nach Hause kam. Bis vor zwei Jahren habe ich auch noch bei meinen Eltern im Haus gelebt und habe mir von meinem gesparten Geld ein schönes neues Auto gekauft. Der Mutter überweise ich seit der Geburt jeden Monat 200 Euro auf ihr Konto - mir ist allerdings klar, dass das Geld den Vater nicht ersetzt. Wenn es mir gerade passte, ging ich die beiden besuchen - meistens ging ich dann mit meinem Sohn in ein Spielzeuggeschäft, wo er sich was aussuchen konnte, was er wollte.<br /> <br /> <br /> Später habe ich dann mitbekommen, dass die Mutter Drogen genommen hat, die sie von dem Geld für das Kind kaufte. Dann haben sie ihre Eltern vor die Wahl gestellt: entweder das Kind oder die Drogen. Sie hat sich dann für das Kind entschieden und ist in eine Drogenklinik gegangen, wo sie sechs Wochen lang war. In dieser Zeit war das Kind bei mir und meiner (mittlerweile) Ex-Freundin. In dieser Zeit war ich irgendwie wie ausgewechselt, ich hatte richtige Vaterfreuden. Aber als sie dann wieder aus der Drogenklinik entlassen wurde, durfte ich den Jungen nur noch jedes zweite Wochenende zu mir holen, und manchmal fiel es mir wirklich schwer, ihn wieder wegzubringen. Voriges Jahr bin ich dann wegen einer besser bezahlten Arbeit in eine andere Stadt gezogen und sehe den Jungen jetzt kaum noch. In dem Jahr, in dem ich jetzt in der anderen Stadt lebe, habe ich ihn erst zwei Mal gesehen. Jetzt, im Nachhinein, bereue ich es wirklich, dass ich eine tolle Frau und das Kind sitzen gelassen habe.

Beichthaus.com Beichte #00033667 vom 27.07.2014 um 21:47:59 Uhr (15 Kommentare).

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