Die Vernichtung von unwertem Leben

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Verzweiflung Manie Neugier Politik Gesellschaft

Ich möchte mich der Beichte anschließen, in der eine männliche Person aufgrund seiner Homosexualität Angst vor der Entwicklung des Rechtspopulismus in Deutschland hat. Ich bin zwar nicht homosexuell und habe auch keinen Migrationshintergrund, aber ich kämpfe mit psychologischen Problemen. Und auch solche Menschen wurden ja im Rahmen der "Vernichtung unwerten Lebens" verfolgt und ermordet. Ich hab seit meiner Kindheit Angst vor Krieg,
Verfolgung und Mord. Wenn ich alleine in den Keller gehen sollte, habe ich nach feindlichen Soldaten Ausschau gehalten. Ich träume häufig davon, wie ich mich selbst und andere verstecke, oder wie ich in Todesangst fliehen muss. Nebenbei, nein, ich nehme keine Drogen und hab auch keine paranoide Psychose.

Nach dem Buch und dem Film "Er ist wieder da" ist es erst richtig schlimm geworden. Gepaart mit den erschreckenden Wahlergebnissen der AfD und deren Forderungen, habe ich besonders nachts unglaubliche Angst. Ich liege still da, versuche möglichst leise zu sein und warte quasi darauf, dass es klopft und ich aufgefordert werde, mich mit meinen Nachbarn im Hof zu versammeln. Ich weiß, das klingt abgefahren und ja, ich habe bereits einen Therapeuten, aber wenn da einer kommt und sich unsere ganze Datensammelei zu Nutzen macht, Facebook, Krankenkassenakten, Jobcenterakten, etc., dann geht das ganz fix mit der Erfassung von "unwertem" Leben. Ich leide wirklich stark darunter und habe mir schon Gedanken gemacht, ob ich irgendwie eine wiedergeborene Seele eines Opfers des Nationalsozialismus bin. Jeder, der denkt, dass sich das nicht wiederholen kann, ist in meinen Augen naiv und gutgläubig. Und ja, AfD wählen ist sowas von 1938!

Beichthaus.com Beichte #00038237 vom 15.05.2016 um 20:19:12 Uhr (25 Kommentare).

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Die rassistische alte Schachtel aus dem Bus

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Engherzigkeit Vorurteile Zorn Bahn & Co.

Ich bin gestern Abend mit dem Bus aus der Innenstadt nach Hause gefahren und der Bus war ziemlich voll. Als ich aussteigen wollte (an der Fahrertür) sagte die Fahrerin (recht alt und korpulent) recht unwirsch zu mir: "Hast du überhaupt eine Fahrkarte? Da kann man sich heute ja nicht mehr sicher sein bei euch ganzen asozialen Kanacken. Jetzt zeig zackig her, vorher mache ich nicht auf." Dazu muss man sagen, dass meine Familie seit 60 Jahren in Deutschland lebt, gut integriert ist und ich mich zu 100 Prozent als Deutscher fühle. Ich habe ihr dann also meine Monatskarte gezeigt, was nur mit unverständlichem Grummeln honoriert wurde.

Weil mich dieses Verhalten ziemlich aufgeregt hat, habe ich, als die Fahrerin endlich die Tür geöffnet hat, laut und für alle hörbar gesagt: "Sie haben recht, man muss immer mit dem Schlimmsten rechnen, wenn man so eine rassistische alte Schachtel ist." Damit hatte ich die Lacher auf meiner Seite und winkte mit einem Hochgefühl der, jetzt hochroten, Busfahrerin hinterher. Im Nachhinein feiere ich mich einerseits selbst für den Spruch, aber andererseits tut es mir leid, die Frau lächerlich gemacht zu haben. Vielleicht hatte sie nur einen langen und anstrengenden Tag und war darum so schlecht drauf.

Beichthaus.com Beichte #00038234 vom 14.05.2016 um 18:57:00 Uhr (24 Kommentare).

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“Beichte

Nein Schatz, ich bin nicht reich

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Falschheit Lügen Selbstsucht Games

Ich (m/36) beichte, seit zwei Jahren eine große Lüge zu leben. Im Prinzip belüge ich meine Familie seit zwei Jahren - aber nicht in dem Sinne, dass ich meine Frau mit einer anderen betrüge, sondern weil ich zocke. Alles hat vor zwei Jahren begonnen, als mein wohlhabender Großvater verstorben ist. Da meine Mutter seine einzige Tochter war, erhielt sie sein ganzes Vermögen. Um es kurz und knapp zu sagen: Das Erbe war so umfangreich, dass es drei Mal für ein sehr gutes Leben reichen würde. Da meine Mutter sehr skeptisch gegenüber meiner Ehefrau ist, führte sie mit mir ein diskretes Gespräch über meinen Anteil. Nun ja, das Leben ging weiter, doch allmählich änderte sich alles. Meine Mutter überwies das Geld auf ein Konto, von dem meine Frau nichts weiß, was dazu führte, dass ich nach drei Wochen meine Arbeit kündigte. Meiner Frau aber erzählte ich, dass ich befördert wurde und von nun an zu Hause arbeiten kann. Das hat sie umgehauen, sage ich euch. Denn sie hat oft betont, dass sie gerne den ganzen Tag arbeiten würde, das aber wegen der Kinder nicht gehen würde. Jetzt arbeitet sie ganztags.

Dann kam die nächste Lüge: Ich sagte zu ihr, dass mein Gehalt es zulässt, ein neues Haus zu kaufen, da ich ein Büro brauche. Welches ich jetzt auch habe, sogar mit Badezimmer. Alle freuten sich sehr über das neue Haus und mein neues Leben konnte somit auch beginnen. Als ich noch arbeitete, hatte ich sehr wenig Zeit zum Zocken, da meine Frau oft dagegen war und es immer spät wurde. Heute spiele ich jeden Abend mit meinem Sohn und seinen Freunden Playstation und bin immer der Beste im Trupp. Mein Sohn bettelt sogar manchmal, dass ich mit ihnen spiele. Das Witzige ist, ich übe den ganzen Tag, während er brav in der Schule sitzt und abends rasieren wir gemeinsam! Mir ging es noch nie so gut in meinem Leben! Ich weiß, es ist nicht richtig zu lügen, aber alle sind glücklich und das ist gut so. Dennoch plagt mich mein schlechtes Gewissen und sollte meine Frau dahinter kommen, bin ich ein toter Mann. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00038227 vom 13.05.2016 um 10:58:41 Uhr (19 Kommentare).

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Ich habe versehentlich meinen Freund vergewaltigt

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Missbrauch Dummheit Begehrlichkeit Feigheit Partnerschaft

Ich (m/23) muss beichten, dass ich meinen Freund (20) seit ungefähr einem halben Jahr aus Versehen vergewaltige. Es war eigentlich alles gut, wir hatten unseren Spaß, haben neue Dinge ausprobiert, ich fand es wirklich toll, immer und überall mit ihm schlafen zu können. Irgendwann fand ich es allerdings langweilig, dass immer alles von mir aus ging und ich habe ihn darauf angesprochen. Daraufhin hatten wir eine Diskussion, in der er meinte, er würde mein Problem nicht verstehen, er habe extra darauf geachtet, mich nie abzuweisen. Ich war daraufhin schockiert und habe nachgefragt. Er erzählte mir dann, dass sein Ex ihn mehrmals gezwungen und schließlich verlassen hat, weil er zu oft "Nein" gesagt hat und er nicht wollte, dass es sich wiederholt. Ich wusste nicht, was ich darauf sagen oder tun sollte und habe die Flucht ergriffen, was die wirklich schlechteste Möglichkeit war. Bisher habe ich auch noch nicht die richtigen Worte für eine Nachricht oder einen Anruf gefunden, außer: "Tut mir leid, dass ich so ein wahnsinniger Vollidiot bin." Ich beichte also, nicht nur ein Vergewaltiger, sondern auch ein riesiges Arschloch zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00038216 vom 11.05.2016 um 11:53:58 Uhr (12 Kommentare).

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“Folge

Nutzt die Aushilfen nicht aus!

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Diebstahl Zorn Ungerechtigkeit Kollegen Arbeit

Ich arbeite bei einer bekannten Supermarktkette und das eigentlich auch ziemlich gerne. Das Kollegium ist nett, ich verstehe mich mit allen gut und es ist insgesamt ziemlich entspannt. In letzter Zeit jedoch bin ich teilweise unfassbar genervt. Nicht nur, dass die Arroganz und Dummheit mancher Kunden an den Grenzen meiner sozialen Kompetenz kratzt und ich mich mitunter sehr zusammenreißen muss, stets freundlich und zuvorkommend zu bleiben und nicht meinem Hang zum Sarkasmus zu erliegen, nein, seit einiger Zeit nerven mich auch meine Kollegen. Zu erwähnen ist, dass ich nur aushilfsweise dort arbeite, weil es mir eigentlich lediglich darum geht, etwas Struktur in meinem Leben zu haben, bevor ich kommendes Semester mit dem Studium beginne. Und ich als Aushilfe habe in aller Regel kein Problem damit, den Festangestellten, die seit 25 Jahren in diesem Unternehmen beschäftigt sind, gewisse Privilegien zuzugestehen. Jedoch gibt es ein, zwei Kandidaten, die meine zuvorkommende Art ausnutzen und überstrapazieren. Ich würde mich zu sehr in der Beschreibung einiger Beispiele verlieren, weswegen ich solche an dieser Stelle einfach auslasse.

Fakt ist: Ich bin ein totaler Knecht und Laufbursche dieses Unternehmens geworden, weil es mir merkwürdigerweise am Herzen liegt. Und in den meisten Fällen mache ich diese Arbeit wirklich gerne, da es, zumindest mit dem Großteil meiner Kollegen, Spaß macht und man zum Teil auch interessante Menschen kennenlernt. Es hat aber tatsächlich ein Maß angenommen, das nicht mehr ganz normal ist. Ich fange sogar schon an, im Vorbeigehen fremde Filialen zu sortieren, wenn ich dort mal einkaufe. Was ich aber eigentlich beichten will, ist Folgendes: Gestern war ich so unfassbar genervt und einfach echt richtig angepisst von der Kollegin, die sich in Sachen "Ich bin Festangestellte und darf deshalb alles!" unangefochten am meisten rausnimmt, und musste dann auch noch fast zwei Stunden länger arbeiten als eingeplant war, weil eine Mitarbeiterin krankheitsbedingt früher gegangen ist und es zum Abend hin so "voll" wurde. Voll deshalb in Anführungszeichen, weil die Definition dieses Wortes nach seinem Gebrauch für die gestrige Situation eindeutig noch einmal überdacht werden muss. Aber wenn voll bedeutete, dass ich auf meinem Drehstuhl an der Kasse minutenlang Karussell spielen kann, weil einfach keine Kunden da sind, die ich bedienen könnte, dann war es zweifelsohne echt total voll.

Mich hat das alles so genervt und ich fühlte mich auch ein wenig ausgenutzt, weil ich ohnehin schon jeden Mist für die mache und eigentlich nicht einmal hätte bleiben müssen, aber natürlich nicht Nein sage, wenn ich gefragt werde. Deswegen habe ich, nur aus Trotz, heimlich eine Schachtel Zigaretten eingesteckt und mitgenommen, ohne dafür zu bezahlen. Und dabei rauche ich nicht mal.

Beichthaus.com Beichte #00038209 vom 10.05.2016 um 12:53:10 Uhr (12 Kommentare).

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