Meine Vorstellung vom Klassentreffen

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Hochmut Boshaftigkeit Maßlosigkeit Rache Schule

Bald ist Klassentreffen. Eigentlich habe ich keine Lust, dort hinzugehen. Mit den meisten meiner ehemaligen Klassenkameraden verstand ich mich nicht besonders gut, und mit meinen guten Freunden halte ich auch so regelmäßig Kontakt. Ich war "Klassenschlechtester", was sich aber ganz einfach erklären lässt: Mich hat niemand beachtet, niemand hat mir zugehört. Ich war wie Luft, stand in der Pause immer alleine da. Ich bin eigentlich kein schüchterner Typ, aber der Großteil der Klasse war einfach asozial. Nur um wenige Beispiele zu nennen: Ich wollte nichts mit Leuten zu tun haben, die beim Hausmeisterladen Schokoriegel stehlen und dann an die Mädels verteilen, um cool zu sein. Ich machte nicht mit, wenn Leute im Heizungskeller auf den Fußboden pinkelten etc. Ich wechselte dann zwei Jahre vor dem Abschluss die Schule und kam mit super Leuten in Kontakt. Inzwischen habe ich viele Freunde. Mein Schulabschluss zählt zu den Besten, meine Ausbildung ebenfalls. Jetzt arbeite ich in gehobener Position und verdiene ziemlich gut. Kurzum: Meine Karriere geht steil bergauf!


Aber da ist immer noch dieses Klassentreffen. Mich überkommt die Lust, dort aufzukreuzen. Mit meinem schicken neuen Audi, im Anzug - einfach nur, um es mal richtig raushängen zu lassen. Dem ehemaligen "Klassenanführer" fallen dann bestimmt die Augen aus dem Kopf, wenn ich aussteige. Ich würde: "Glotz nicht so dumm, sonst bleibt es dir stehen!" sagen und ihm auf die Schultern klopfen - um mich dann gemütlich in die Runde zu setzen und Champagner zu schlürfen, während die anderen über ihre schlecht bezahlten Jobs klagen oder schon das zwölfte Semester BWL studieren. Das Ganze bleibt aber wohl eine Traumvorstellung, weil ich so etwas nicht nötig habe und es mir verbiete, mich auf ein solches Niveau zu begeben. Lustig wäre es trotzdem, diesen Leuten mal so richtig die Mittelfinger ins Gesicht zu strecken. Ich bitte um Vergebung für solche Gedanken.

Beichthaus.com Beichte #00033602 vom 14.07.2014 um 23:07:13 Uhr (19 Kommentare).

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Das entscheidende Tor der Weltmeisterschaft

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Maßlosigkeit Begehrlichkeit Dummheit Last Night Sport

Ich (m/23) muss beichten, dass ich die WM für meine Zwecke ausgenutzt habe. Ich mag Fußball und die Weltmeisterschaft genauso wie viele andere Männer, aber neben dem Sport gibt es noch eine weitere Motivation, auf die Public Viewing Partys zu gehen: Frauen. Es gibt wirklich Dutzende schöne Frauen, die dann auch noch in Feierlaune und angeheitert sind. Ich beichte also, dass ich jedes Deutschlandspiel genutzt habe, um eine Frau abzuschleppen und mit ihr in die Kiste zu springen. Dabei war zumindest die Hälfte durchaus attraktiv. Nun aber zur eigentlichen Beichte: Ich habe auch beim Finale eine Dame abgeschleppt und war dann, noch während des Spiels, damit beschäftigt, sie auf irgendeinem Möbelstück zu nehmen - allerdings habe ich dabei Götzes legendäres Siegestor verpasst! Ich bereue es wirklich, dass ich einen einzigartigen Moment der Sportgeschichte für einfachen Sex geopfert habe.

Beichthaus.com Beichte #00033600 vom 14.07.2014 um 15:37:45 Uhr (14 Kommentare).

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Zerstörerische Freundschaft

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Lügen Maßlosigkeit Verzweiflung Falschheit Simmelsdorf

Vor fast zwei Jahren habe ich meiner damals besten Freundin erzählt, ich wäre schwanger. Nur weil wir uns schon zum x-tausendsten Mal gestritten hatten und diese Aussage die einzige Möglichkeit war, dass sie mich nicht endgültig fallen lässt. Um meine Lüge zu untermauern, habe ich sogar absichtlich zugenommen und mir online durch weitere Lügen einen Mutterpass besorgt, den ich mit den Daten meines Mutterpasses von vor 22 Jahren ausgefüllt habe. Zu unserem nächsten Streit habe ich das Kind dann "verloren", Mitleid eingeheimst und die "Freundschaft" gerettet. Kurz darauf folgte dann natürlich der nächste Streit. Basis für die unzähligen Streitereien war meine riesige Verlustangst und Klammerei sowie eine gute Portion Kontrollzwang.


In unserem letzten Streit flog dann alles auf. Da ich mir ziemlich sicher war, sie nun ganz zu verlieren, bestellte ich bei mehreren Online-Apotheken Schlafmittel und wartete knapp eine Woche, bis alle Zusendungen da waren. Dann gönnte ich mir mehr als genug Pillen, landete auf der Intensivstation und danach in der geschlossenen Anstalt. Danach habe ich über ein Jahr gebraucht, um wieder klarzukommen und mein Leben in die richtige Bahn zu lenken. Gestern habe ich sie dann zufällig und unvorhersehbar wiedergesehen, was mich zum erneuten Reflektieren und zu dieser Beichte gebracht hat. Es tut mir unglaublich leid, dass ich sie mehrmals so verletzt habe, und mit meinen Taten auch andere enttäuscht habe und so undankbar war, für das, was ich hatte. Außerdem tut es mir leid, dass ich allen Schwangeren - und besonders jenen, die ihr Kind tatsächlich verloren haben – gegenüber so respektlos war. Ich hoffe, dass der Tag kommt, an dem ich zu 100 Prozent mit mir selbst im Reinen bin und mir das Ganze selbst verzeihen kann. Denn Vergebung von meiner damaligen besten Freundin werde ich niemals bekommen. Ich gelobe Besserung in der Zukunft und schwöre unbeschreibliche Reue, was diese Zeit, diese Situation und mein Verhalten angeht.

Beichthaus.com Beichte #00033530 vom 29.06.2014 um 19:31:38 Uhr in Simmelsdorf (17 Kommentare).

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Reserviert für das Gepäck

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Engherzigkeit Maßlosigkeit Bahn & Co. Heigenbrücken

Ich (w/31) mag es nicht, wenn in einem Fernzug jemand neben mir sitzt. Die kurze Erklärung lautet: schlechte Erfahrung. Ich hatte es mehrfach, dass vor allem männliche Passagiere ihre Beine extrem breitmachen. Ich verstehe bis heute nicht, warum Kerle so breit sitzen müssen. Oder Mitreisende, die mir ständig in den Laptop glotzen, wenn ich während der mehrstündigen Fahrt einen Film gucke. Oder wenn ich lese, wurde mir schon mehrfach ins Buch geglotzt. Ich werde nervös, wenn jemand ständig von der Seite guckt. Dann hatte ich auch schon im Sommer Leute neben mir, bei denen das Deo versagt hat. Kurzum: Ich reserviere seit einiger Zeit einen Platz mehr. Nämlich den neben mir - und so bleibt der Platz frei. Ich kann mich ausbreiten, meine Tasche neben mich legen, niemand muss aufstehen, wenn ich auf die Toilette muss und auch ich muss für niemanden aufstehen.


Schwierig wird es immer, wenn irgendwann die Reservierung nicht mehr auf dem Display sichtbar ist. Dann muss ich immer meine Reservierung vorzeigen, damit sich niemand hinsetzt. Oft komme ich mir dabei überheblich vor, aber ich habe ja für die Reservierung bezahlt. Zum Glück hatte ich es bisher noch nie, dass ein alter oder gebrechlicher Mensch, oder eine Schwangere im Zug herumsteht. Für einen solchen Menschen würde ich wohl den Platz freimachen, aber ich bin froh, dass die Situation noch nicht da war. Es waren bisher immer jüngere Menschen von guter Gesundheit, aber sie guckten mich zum Teil trotzdem sehr seltsam an. Würde ich wohl auch an ihrer Stelle, wenn jemand für sein Gepäck einen Platz reserviert. Aber es ist so bequem ohne Sitznachbarn!

Beichthaus.com Beichte #00033493 vom 21.06.2014 um 18:14:38 Uhr in Heigenbrücken (15 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Der Heuchler in dem Bonzen-Auto

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Falschheit Verschwendung Maßlosigkeit Morallosigkeit Auto & Co. Mettendorf

Ich beichte, dass ich genauso unmoralisch bin wie alle anderen. Ich trage in mir Prinzipien und bete mir stets den Grundsatz vor, mich so zu verhalten, wie ich es auch wünsche, dass es die anderen tun. Insbesondere betrifft dies auch ein ökologisches Konsum- und Reiseverhalten. Das heißt, ich meide zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel oder Kleidungsmarken, fliege nicht und ernähre mich zunehmend vegan. Ganz einfach mit dem Hintergrund, dass ich weiß, dass die Welt ein Stückchen besser wäre, wenn alle so handeln. Aber manchmal hakt es aus und ich werfe die Grundsätze über Bord, wie zum Beispiel gestern. Mein großes Manko ist, dass ich auf schnelle Autos stehe und es mir den größten Kick gibt, alles aus der Karre rauszuprügeln. Gestern geschehen - ein Bekannter lieh mir seinen Porsche und ich heizte nur zum Spaß mit bis zu 270 Sachen über die Autobahn. Und ich wäre auch noch schneller gefahren, aber leider hat der Motor dann abgeriegelt. Es ist wider jeden Verstand! Was da an Schadstoffen und CO2 in die Luft geblasen wird, ist in keiner Weise vertretbar. Prinzipiell ist es ohnehin ein reines Himmelfahrtsunternehmen, überhaupt dermaßen schnell auf einer öffentlichen Autobahn zu fahren.


Aber dieser Nervenkitzel, nur wenige Millisekunden vom Tod entfernt zu sein, ist unbeschreiblich. Und sich gleichzeitig extrem frei zu fühlen, vor allem, wenn man dann ein anderes Bonzen-Auto, das 250 fährt, noch locker überholt! Dieses Gefühl ist einfach zu geil. Auch wenn es absolut primitiv ist und ich mich auch zutiefst dafür schäme, weil ich damit gegen alle meine Grundsätze verstoße. Es mir schönzureden, dass ich ja dafür nicht fliege, funktioniert nicht. Denn wenn man seinen Prinzipien nicht treu bleibt, dann hat man auch keine. Und es ärgert mich, dass ich dem Kick nicht widerstehen kann. Außerdem berührt mich nicht wirklich, dass ich damit ja auch alle anderen Verkehrsteilnehmer wahnsinnig gefährde. Unter Kontrolle hat man bei der Geschwindigkeit nämlich in einer Gefahrensituation absolut nichts mehr, auch wenn einem das durch die sportliche Ausführung des Autos vielleicht noch vorgegaukelt wird. Zu meiner Verteidigung kann ich aber anbringen, dass ich kein Drängler bin. Allerdings werde ich bei der nächsten Gelegenheit, wieder heizen zu können, dies auch tun. Ich hoffe, dass ich irgendwann von diesem Laster loskomme.

Beichthaus.com Beichte #00033486 vom 20.06.2014 um 14:08:27 Uhr in Mettendorf (13 Kommentare).

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