Ein Leben ohne Arbeit

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Stolz Trägheit Berlin

Ich sitze seit acht Jahren zu Hause. Ich gehe keiner Arbeit nach, beziehe allerdings auch nicht einen Cent vom Staat. Mein nahezu bedürfnisloses Leben wird durch mein Erbe finanziert. Es ist ein jämmerliches Leben, aber ich weiß, die tägliche Routine aus Job und Alltag wäre noch viel erbärmlicher und selbstverachtenswerter. So kann ich schlafen, lesen, Sprachen lernen, Sport treiben, Musik hören, Filme schauen, mich nach Lust und Laune allen Interessen hingeben, alles, was ich schon immer mal können wollte, erlernen, alles, was mir Spaß macht oder mich unterhält, machen und einfach nur entspannt sein.

Beichthaus.com Beichte #00024838 vom 26.09.2008 um 17:26:01 Uhr in Berlin (24 Kommentare).

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Die Muse eines Grafen

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Falschheit Trägheit Habgier Selbstsucht

Ein älterer Herr bemüht sich sehr um mich. Er ist ein Graf und Literaturfreak. Er liest mir immer Gedichte vor und ich tue so, als ob ich zuhöre und ziehe mir dann etwas aus der Nase, wenn wir das Gesicht analysieren. Er hat mich sogar in seinen Literaturkreis aufgenommen und bezahlt den jährlichen Beitrag für mich. Nur um ein bisschen sein geistiges Erbe an mich weiterzugeben, und uns Jugendliche von den Medien fern zu halten. Er geht mir mir ins Theater und kauft mir natürlich die Garderobe dazu. Ich habe ca. 20 Bücher von ihm zu Hause. Viele Kunstgegenstände und Erbschmuck den er mir, seiner "Muse", geschenkt hat, weil ich ja so interessiert bin an der Dichterkunst. Auch genügend Bargeld und sonstige Köstlichkeiten schiebt er mir heimlich in die Tasche, wenn seine Gräfin nicht hinschaut. Aber um ehrlich zu sein hab ich noch nie eines der Bücher gelesen, weil ich am Wochenende lieber saufen gehe, im Theater gaffe ich nur nach geilen Typen, die Kohle gebe ich für Partys aus. Ich habe keine Ahnung wie der "Zauberlehrling" geht und warte, bis er abkratzt, damit ich den Erbschmuck verhökern kann.

Beichthaus.com Beichte #00024831 vom 26.09.2008 um 12:05:04 Uhr (28 Kommentare).

Gebeichtet von bawetra
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Zufallsbeichte
“Folge

Von Bits und Bytes

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Sucht Trägheit Verzweiflung

In meinem Zimmer stehen drei PCs sowie drei Laptops. Diese laufen fast Tag und Nacht und ich sitze ständig davor. Die Rollladen sind immer runtergelassen. Ich scheue den Kontakt zur Außenwelt und beschäftige mich lieber mit Bits und Bytes. Es ist mir wichtiger, meine Computer zu sehen, als meine Freunde. In meiner Freizeit programmiere ich gerne und beschäftige mich mit der Überwachung von Netzwerken. Ich habe kein einziges Spiel auf meinen Computern installiert, da ich kein Gamer bin, sondern ausschließlich im Internet surfe. Wenn ich im Bett liege, flackern überall grüne Lämpchen von den Switches, Hubs und Accesspoints. Meine Familie bekommt mich nur zum Mittagessen zu Gesicht.

Beichthaus.com Beichte #00024724 vom 12.09.2008 um 09:10:44 Uhr (45 Kommentare).

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Aushilfe ohne Arbeit

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Faulheit Trägheit Arbeit

Ich arbeite zurzeit auf 400-Euro-Basis in einem Baumarkt. Es ist echt beschissen, die meiste Zeit gibt es nichts zu tun und die Vorgesetzten zeigen sich uns genauso wenig wie den Kunden - wahrscheinlich kennt ihr das. Zeigen sie sich dann doch mal, wissen sie oft auch nicht, was wir erledigen könnten, dann heißt es halt putzen, auch wenn man schon am Vortag alles durchgefegt hat. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, derartige Aufträge schlampig durchzuführen, damit ich später noch einmal die gleiche Stelle schrubben kann und mich nicht langweilen muss, außerdem erledige ich alles extrem umständlich, damit es möglichst lange dauert, denn irgendwie muss ich ja die Zeit rumkriegen. Oft laufe ich auch einfach rum und reiße Stücke von Verpackungen ab, die ich dann in die Müllpresse werfe, was wieder etwas Zeit verschlingt und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, setze ich mich für eine Viertelstunde auf das Klo und ruhe meine Füße aus. Den anderen Aushilfen geht es übrigens genauso, nicht dass ihr jetzt denkt, ich würde mich vor der Arbeit drücken. Ich würde liebend gerne arbeiten, aber diese Trottel haben einfach zu viele Aushilfen eingestellt und dann auch noch festgelegt, dass sie in den ihnen zugewiesenen Abteilungen bleiben müssen und nicht einfach da eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden.

Beichthaus.com Beichte #00024721 vom 11.09.2008 um 18:55:21 Uhr (8 Kommentare).

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Nickerchen im Wandschrank

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Trunksucht Trägheit Peinlichkeit Kinder Arbeit

Neulich habe ich mal wieder so richtig auf die Kacke gehauen - mit allen Schikanen. Das Problem war nur: Am nächsten Tag musste ich arbeiten. Als ich dann nach dem Mittagessen wirklich fast vom Stuhl gefallen bin, habe ich beschlossen, dass ich jetzt schlafen muss. Großartige Idee! Zum Glück habe ich ein Büro für mich allein. Also Türe zu und - aber den Kopf einfach so auf den Schreibtisch legen ist ja auch kacke. Da kam mir die geniale Idee, es mir in dem großen Wandschrank gemütlich zu machen. Der hatte links unten ein etwas größeres Fach. Nicht gerade das Hilton, aber ich war so im Eimer, das war mir so etwas von egal. Ich habe nur noch den Sandmann gesehen, wie er mir zuwinkte und bestätigend mit dem Kopf nickte. Also ab geht es: Ein paar Regalfächer raus, schön unten reingesetzt und zusammengekauert. Beim Schäfchen zählen kam ich nicht einmal mehr bis drei. Während ich friedlich in meinem Himmelbett schlief, ging es in der Firma gut ab. Alle suchten mich. Aber nicht, weil ich sonst immer so wichtig bin. Nein, bei Gott nicht. Sondern weil ich einen kleinen Vorstellungs-Vortrag über unsere Firma vor Sechst-Klässlern halten sollte.

Normalerweise brauche ich zum Vorbereiten für so etwas zwei, drei Stunden. Tja die verbrachte ich gerade im Wandschrank meines Büros. Nachdem unsere Sekretärin anscheinend zum fünften Mal in meinem Büro vorbeisah, brachte sie einfach die knapp 20 Kinder mit herein und sagte, sie sollen hier warten, sie schaue, was sie machen kann. Irgendein Kind, dieses Drecksbalg hat mich dann schnarchen gehört und die Tür einen Spalt aufgemacht. Könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, ahnungslos aufzuwachen und dann ca. 15 kreischende Mädels zu sehen, die einem das Trommelfell schier zum Zerbersten bringen? Schlussendlich hat mein Kollege den Vortrag gehalten, dafür musste ich eine Woche jeden Tag für ihn Überstunden machen. Abmahnung, aber den Job hab ich immer noch! Hach ich liebe Kinder!

Beichthaus.com Beichte #00024702 vom 09.09.2008 um 23:08:50 Uhr (43 Kommentare).

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