Keine Lust auf Inventur

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Faulheit Trägheit Falschheit Arbeit

Bei der Inventur in unserer Firm, hatte ich keinen Bock darauf, die Kleinteile zu zählen, deswegen habe ich mir immer irgendwelche Zahlen ausgedacht und sie vermerkt. Die gewonnene Zeit habe ich dann mit schlafen/chillen verbracht.

Beichthaus.com Beichte #00024918 vom 09.10.2008 um 15:57:36 Uhr (8 Kommentare).

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Die Suche nach dem Sinn

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Trägheit Verzweiflung Unglaube Gesellschaft

Die Suche nach dem Sinn
Ich bin 18 Jahre alt und eigentlich habe ich auch nichts zu beichten. Ich habe noch nie eine Freundin betrogen, auch nie irgendwas Relevantes geklaut. Ich habe in meiner Kindheit nur mittelmäßigen Unsinn angestellt und auch sonst habe ich mir wenig bis nichts zuschulden kommen lassen, denke ich zumindest. Ich bin auch nicht jedes Wochenende dauersteif und habe auch noch nie in meinem Leben Drogen genommen. Ich gehe auch nie auf Bräutejagd um meinen Samen zu säen und meinen Trieben die Oberhand über mein ICH zu gewähren. Ich onaniere auch nur selten, höchstens um der Pollution vorzubeugen. Ich habe Respekt vor jedem Menschen und ich denke, dass alles seine Existenzberechtigung hat, auch Schmerz, Leid und Ungerechtigkeit, sonst würde man die schönen Dinge im Leben doch gar nicht zu schätzen wissen. Es verleiht dieser Welt doch die nötige Vielseitigkeit. Deswegen rege ich mich auch nicht über Menschen auf, die sich von Grund auf moralisch unsittlich benehmen und die Natur und den Menschen nicht zu schätzen wissen und somit natürlich auch seine Gefühle. Ich habe nie Rachegedanken oder aggressive Vorstellungen. Ich rede eigentlich auch nie von mir, deswegen gebrauche ich in dieser Beichte auch so oft das Wort "ich".

Aber das Wichtigste im Leben, dieses Gefühl, dass man mit sich selbst im Reinen ist, das fehlt irgendwie. Und ich suche und suche und suche - und finde nichts - ich habe kein Ziel, ich sehe keinen Sinn in alledem. Die meisten Jugendlichen in meinem Alter kümmern sich einen Dreck um so etwas, ich beneide sie, ich würde so gerne aufwachen können und einfach meinem Alltag nachgehen, meinen Wünschen nachgehen, das tun, was mich glücklich macht. Aber ich habe keine Wünsche, mich macht nichts glücklich, zumindest erfüllt mich keine Handlung oder kein materieller Gegenstand so, um dieses Gefühl von Glück und Zufriedenheit zu spüren. Es fehlt mir ja eigentlich an nichts. Ich habe ein Dach über dem Kopf und eine intakte Familie. Die Natur hat mich mit einem soliden Intellekt ausgestattet und mit einer guten Portion Bescheidenheit und Realismus. Anstatt den vermeintlich schönen Dingen des Lebens zu folgen, die unserer Gesellschaft suggeriert werden, teile ich an Wochenenden abends Essen für Menschen, die an der Existenzgrenze leben, aus und besuche immer mittwochs eine an Parkinson erkrankte Seniorin, die ich mit dem Rollstuhl spazieren fahre. Ja - ich muss sogar zugeben, dass ich es nicht nur für die anderen Menschen mache, um ihnen etwas Gutes zu tun, sondern auch für mich selbst. Ich versuche, meine innerliche Leere durch das Leid anderer zu füllen. Ich schäme mich manchmal dafür, aber im Grunde genommen profitieren diese Menschen davon, da sich jemand um sie kümmert und ich mache das ja auch sehr gerne. Manchmal bekomme ich aber Angst, dass ich in ein paar Jahren eine andere Sichtweise auf die Welt und ihre Rätsel bekomme und es bereuen werde, meine Jugend nicht exzessiv ausgelebt zu haben. Mensch! Ich lebe in Berlin - ich könnte zweimal die Woche ins Sonnenstudio gehen und mir die Augenbrauen zupfen und mir schöne Freunde suchen, mit denen ich die heißesten Clubs der Stadt "abchecken" könnte und den ganzen Tag feiern könnte und Mädchen klar machen! Menschen konsumieren, so hart es geht und mein Selbstwertgefühl somit steigern, so wie es meine Ex-Freundin jetzt macht.

An der liegt nämlich sogar vielleicht meine Abgestumpftheit zu meinem Leben. Übermorgen wären es 5 Jahre gewesen - ganze 5 Jahre und jetzt treibt sie es mit einem 25-jährigen Software-Entwickler. Er sei ja so lustig und würde einfach nur in den Tag hinein leben - und dann hoppelt sie mit ihrem neuen ICH, auf Oberflächlichkeit getrimmt, in der Schule vor mir rum und alles, was ich von dem Menschen, dem ich so viele Jahre meines noch jungen Lebens gewidmet habe, den ich praktisch miterzogen habe, zu hören bekomme sind Dinge wie: "Deine neue Jacke ist cool!"

Ich verstehe so etwas nicht, wir haben jahrelang - praktisch ein Viertel unseres gesamten Lebens - zusammengelebt, unsere Seelen ausgetauscht und einfach... Ich könnte heulen, jetzt wo ich das schreibe. Dabei war sie doch immer die kleine Zerbrechliche, die doch so oft traurig und nicht zufrieden mit sich selbst war. Ich habe sie aufgemuntert, wenn ihre Freunde sie ausgegrenzt haben und sie weinend zu mir kam oder wenn sie ihre Theorieprüfung versemmelt hatte. Ich musste ihr sagen, dass sie sehr schön sei und gar nicht dick. Ich habe ihr nicht gesagt, dass ich sie liebe, das hat sie gestört. Ich bin aber der Meinung, dass man den anderen spüren lassen sollte, dass er etwas ganz Besonderes sei und es ihm nicht jeden Tag sagen sollte. Jetzt ist alles vorbei und kaputt. Sie hat gelernt, sich richtig zu schminken und aufreizende Klamotten anzuziehen, hat die Brille gegen Kontaktlinsen eingetauscht und wackelt mit ihrem süßen Po sodass die ganzen spitzen Schlosser natürlich alle anfangen zu hupen, und da sie ja jetzt von der allgemeinen Masse so viel Aufmerksamkeit bekommt, kann sie auf Leute wie mich verzichten. Ich verstehe sie und ich gönne ihr auch ihr Glück aber insgeheim weiß ich, dass ich ihr menschlich immer noch überlegen bin - auch wenn ich ihr so einiges beigebracht habe. Ich trage natürlich eine Mitschuld an allem, klar. Immerhin hab ich ihr "vergöttern" früher nicht genug geschätzt. Aber das lag eh nur an ihrem Kindeseifer in diesem Alter. Sie wird wahrscheinlich nie wieder jemanden so lieben können - oder sich einbilden können, jemanden so zu lieben, wie sie mich geglaubt hat zu lieben. Es ist schon erstaunlich, wie sich Menschen entwickeln, vor allem in der Pubertät. Es ist sicherlich eine wichtige Lebenserfahrung. Nichts ist wohl von Ewigkeit aber wenigstens Liebe muss doch unendlich sein, alles andere ist doch Illusion. Alles andere macht doch noch weniger Sinn. Ich könnte noch so viel schreiben, aber es reicht jetzt. Mal sehen, wo ich lande, wo ich in fünf Jahren bin, vielleicht beichte ich ja dann, dass ich Frauen schlecht behandele und im Alkohol versunken bin. Ich bin gespannt. Danke fürs Lesen. Hat gut getan.

Beichthaus.com Beichte #00024860 vom 29.09.2008 um 19:32:06 Uhr (40 Kommentare).

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“Beichte

Ein Leben ohne Arbeit

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Stolz Trägheit Berlin

Ich sitze seit acht Jahren zu Hause. Ich gehe keiner Arbeit nach, beziehe allerdings auch nicht einen Cent vom Staat. Mein nahezu bedürfnisloses Leben wird durch mein Erbe finanziert. Es ist ein jämmerliches Leben, aber ich weiß, die tägliche Routine aus Job und Alltag wäre noch viel erbärmlicher und selbstverachtenswerter. So kann ich schlafen, lesen, Sprachen lernen, Sport treiben, Musik hören, Filme schauen, mich nach Lust und Laune allen Interessen hingeben, alles, was ich schon immer mal können wollte, erlernen, alles, was mir Spaß macht oder mich unterhält, machen und einfach nur entspannt sein.

Beichthaus.com Beichte #00024838 vom 26.09.2008 um 17:26:01 Uhr in Berlin (24 Kommentare).

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Die Muse eines Grafen

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Falschheit Trägheit Habgier Selbstsucht

Ein älterer Herr bemüht sich sehr um mich. Er ist ein Graf und Literaturfreak. Er liest mir immer Gedichte vor und ich tue so, als ob ich zuhöre und ziehe mir dann etwas aus der Nase, wenn wir das Gesicht analysieren. Er hat mich sogar in seinen Literaturkreis aufgenommen und bezahlt den jährlichen Beitrag für mich. Nur um ein bisschen sein geistiges Erbe an mich weiterzugeben, und uns Jugendliche von den Medien fern zu halten. Er geht mir mir ins Theater und kauft mir natürlich die Garderobe dazu. Ich habe ca. 20 Bücher von ihm zu Hause. Viele Kunstgegenstände und Erbschmuck den er mir, seiner "Muse", geschenkt hat, weil ich ja so interessiert bin an der Dichterkunst. Auch genügend Bargeld und sonstige Köstlichkeiten schiebt er mir heimlich in die Tasche, wenn seine Gräfin nicht hinschaut. Aber um ehrlich zu sein hab ich noch nie eines der Bücher gelesen, weil ich am Wochenende lieber saufen gehe, im Theater gaffe ich nur nach geilen Typen, die Kohle gebe ich für Partys aus. Ich habe keine Ahnung wie der "Zauberlehrling" geht und warte, bis er abkratzt, damit ich den Erbschmuck verhökern kann.

Beichthaus.com Beichte #00024831 vom 26.09.2008 um 12:05:04 Uhr (28 Kommentare).

Gebeichtet von bawetra
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“Folge

Von Bits und Bytes

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Sucht Trägheit Verzweiflung

In meinem Zimmer stehen drei PCs sowie drei Laptops. Diese laufen fast Tag und Nacht und ich sitze ständig davor. Die Rollladen sind immer runtergelassen. Ich scheue den Kontakt zur Außenwelt und beschäftige mich lieber mit Bits und Bytes. Es ist mir wichtiger, meine Computer zu sehen, als meine Freunde. In meiner Freizeit programmiere ich gerne und beschäftige mich mit der Überwachung von Netzwerken. Ich habe kein einziges Spiel auf meinen Computern installiert, da ich kein Gamer bin, sondern ausschließlich im Internet surfe. Wenn ich im Bett liege, flackern überall grüne Lämpchen von den Switches, Hubs und Accesspoints. Meine Familie bekommt mich nur zum Mittagessen zu Gesicht.

Beichthaus.com Beichte #00024724 vom 12.09.2008 um 09:10:44 Uhr (45 Kommentare).

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