Lachen über die Trauer

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Engherzigkeit Morallosigkeit Schule Tod Hagen

Ich (m/30) schäme und hasse mich immer noch für mein Verhalten in der siebten Klasse. Unser Lehrer hatte sich das Leben genommen. Ein paar Lehrer und viele Schüler haben dann, nachdem sie es erfuhren, schrecklich getrauert. In der Klasse wurde viel geweint, Unterricht war kaum möglich in den ersten Tagen. Und was mache ich? Ich habe mich darüber kaputtgelacht. Über die Trauer anderer. Ich fand das so witzig damals. Es tut mir immer noch so leid.

Beichthaus.com Beichte #00030661 vom 09.01.2013 um 18:30:27 Uhr in Hagen (Hammerstraße) (12 Kommentare).

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Knöllchen für die Mitschüler

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Rache Falschheit Auto & Co. Schule

Knöllchen für die Mitschüler
Ich habe es mir zum Hobby gemacht, Leute, die auf meiner Berufsschule falsch parken und so den Busverkehr oder die Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes behindern, oder mich, selbst Schüler, zuparken, mit einem falschen Knöllchen zu ärgern. Diese habe ich selbst am PC entworfen und für den Notfall immer dabei. Angenommen, ich sehe jemanden, der an meiner Schule falsch parkt - was praktisch jeden Tag vorkommt -, dann klemme ich das Knöllchen einfach unter den Scheibenwischer. Damit das Ganze authentischer wirkt, habe ich mir sogar einen Stempel, welcher unserem Stadtwappen ähnelt, besorgt. Die Knöllchen selber enthalten keine Zahlungsaufforderung, einzig der Betrag ist vermerkt. Anscheinend reicht das schon aus, um in der Schule für ein Gesprächsthema zu sorgen. Letztens habe ich zufällig mitangehört, wie ein Schüler seinem Freund erzählt hat, dass er tatsächlich schon wieder ein Knöllchen bekommen habe.


Die meisten Leute wissen ja nicht einmal, dass die Schule Privatgelände ist und die Knöllchen somit auch gar nicht zulässig wären, aber es ist einfach eine witzige Genugtuung, die teilweise verzweifelten Schüler zu belauschen. Ich kann nur sagen, es trifft die richtigen Menschen. Nämlich jene, die lieber falsch auf dem Schulgelände parken und jemanden behindern, als in die nächste Straße, 50 Meter weiter, zu fahren und dort zu parken.

Beichthaus.com Beichte #00030637 vom 01.01.2013 um 13:53:58 Uhr (20 Kommentare).

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Schmerzhafte Reflexe

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Gewalt Schule Kinder Geisenfeld

Als ich (w/19) vor zwei Jahren mit meinem Freund vom Schulhof ins Schulgebäude gehen wollte, herrschte vor dem Eingang ein ziemliches Gedränge. Ich weiß nicht warum, aber anscheinend müssen die kleinen Kinder sich immer ins Gebäude drängeln. Auf jeden Fall hat […]
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Beichthaus.com Beichte #00030575 vom 13.12.2012 um 13:27:41 Uhr in Geisenfeld (Forstamtstraße) (13 Kommentare).

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Späte Reue

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Engherzigkeit Ignoranz Verzweiflung Kinder Schule

Als ich (w) noch zur Schule ging und in der achten Klasse war, hatten wir einen Jungen in der Klasse, den keiner so richtig leiden konnte. Er war viel jünger als wir und hatte ein paar Klassen übersprungen, aber obwohl er so intelligent war, war er eben gut zwei Jahre jünger als wir. Das macht in dem Alter schon etwas aus. Welche 14-Jährigen wollen schon mit 12-Jährigen abhängen? Er war einfach vom Denken und Verhalten her noch ein Kind und kein Teenager wie wir und so kamen viele nicht mit ihm klar. Er fuhr morgens immer mit dem selben Bus wie ich, aber stieg ein paar Stationen früher ein und konnte mir so immer einen Platz frei halten, was ich auch gerne in Anspruch nahm. Der Bus war morgens meistens völlig überfüllt. Für diese 20 Minuten Busfahrt waren wir sogar so etwas wie Freunde. Wir unterhielten uns, aber sobald wir im Klassenzimmer waren, waren wir Fremde. Und ehrlich gesagt fand ich das okay so. Ich habe mir nie großartig Gedanken darüber gemacht. Aber eines Abends, mein Vater und ich waren im Kino und fuhren gerade über die Autobahn nach Hause, sah ich weit hinten aus den umliegenden Feldern Rauch aufsteigen. Ich dachte mir natürlich nichts dabei und sagte sogar noch: "Guck mal Papa, da brennt was!" Am nächsten Tag rief mein Klassenlehrer an und wollte meine Eltern sprechen. Ich hatte schon Schiss, dass ich unwissentlich irgendwas ausgefressen oder eine schlechte Note hatte oder sonst was, aber mit dem, was meine Mutter mir dann mitteilte, hatte ich nicht gerechnet. Ich habe ihre Worte noch genau im Ohr: "Du hast mir doch gestern von dem Rauch erzählt, den du auf dem Rückweg gesehen hast..." Dieser kleine, arme Junge hatte mit seinen Freunden in einer Scheune, weit draußen auf dem Feld, gespielt und war zwischen zwei dieser riesigen Strohballen gerutscht, diese zylinderförmig zusammengebundenen Dinger, die man öfter mal sieht, wenn man zur Erntezeit an Feldern vorbeifährt. Seine Freunde konnten ihn nicht herausziehen und bei dem Versuch, einen Strohballen weg zu wuchten, fiel einer der Ballen direkt auf den Spalt, in dem er steckte. Und anstatt Hilfe zu holen, haben sie versucht, die Stricke, die das Heu zusammenhalten, mit einem Feuerzeug durch zu brennen, damit sie das lose Heu besser wegräumen können. Aber logischerweise fing das ganze trockene Stroh Feuer und bis sie es geschafft hatten, nach Hause zu rennen und die Feuerwehr zu alarmieren (Handys waren noch nicht so populär, schon gar nicht unter Kindern), war der Junge qualvoll erstickt und halb verbrannt.


Ich weiß noch, wie mir der Toast aus der Hand fiel und ich total geschockt nicht mal imstande war, zu weinen. Ich konnte es einfach nur nicht fassen. Ich konnte auch nicht begreifen, dass ich fröhlich vergnügt im Kino war und dann im Auto an dem Ort vorbei fuhr, an dem gerade mein Klassenkamerad und Bus-Sitznachbar starb. Aber am schlimmsten hat es mich gequält, dass ich mich nicht mehr entschuldigen konnte. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie dieser Junge sich jeden verdammten Morgen gefühlt haben muss. Erst setze ich mich neben ihn, unterhalte mich nett und ignoriere ihn dann. Ich habe zwar nie mitgemacht, wenn die anderen ihn geärgert haben, aber ich habe auch nichts dagegen gesagt. Trotzdem glaube ich, dass das, was ich gemacht habe, seelisch noch viel grauenvoller war. Die Tage der totalen Ohnmacht zogen sich lang hin, und irgendwann habe ich angefangen, einen endlosen Brief zu schreiben mit allen Emotionen, mit allen Gedanken, und bat ihn um Verzeihung. Ich glaube, der Brief umfasste zum Schluss sechs doppelseitig beschriebene Blätter. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie und fand es fast erbärmlich, wie wir dann geschlossen als Klasse zu seiner Beerdigung gingen. Wir alle, die wir ihm das Leben schwer gemacht hatten.


Die Kirche war voll bis unter das Dach, ich saß oben auf der Empore und konnte nicht sehen, was unten vor sich ging. Erst als wir aufstanden, um zum Friedhof zu gehen, sah ich den weißen Sarg und das Foto daneben. Ich musste fürchterlich weinen. Wir mussten fast durch das halbe Dorf, alle Straßen waren abgesperrt, wegen der Leute von der Presse, die auch ausführlich über den Unfall berichtet hatten. Auf dem Friedhof bildeten wir eine lange Schlange, die nach und nach am Grab vorbei ging und Erde hinein warf und danach den Eltern die Hände schüttelte. Ich warf neben der Erde noch den Brief hinein und auf einmal hörte ich auf zu weinen. Es fühlte sich an, als hätte er mir genau in diesem Moment vergeben. Trotzdem möchte ich hier beichten, was ich diesem Jungen angetan habe und wahrscheinlich habe ich es sogar verdient, mich schuldig zu fühlen, weil ich mich nicht mehr entschuldigen konnte.
Außerdem hoffe ich, dass mein Erlebnis vielleicht auch eine Mahnung ist an alle die, die andere auf übelste Art und Weise ärgern. Zum Ersten habt Ihr verdammt noch mal keine Ahnung, was so ein bisschen "ärgern" in einem anrichten kann und zweitens habt Ihr vielleicht irgendwann nicht mehr die Chance, euch zu entschuldigen.

Beichthaus.com Beichte #00030524 vom 03.12.2012 um 14:33:39 Uhr (19 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Lieber im Bett als in der Schule

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Dummheit Faulheit Lügen Schule

Mein halbes Leben ist eine Lüge. Ich (w/17) habe mit zirka neun oder zehn Jahren angefangen, die Schule zu schwänzen. Allerdings habe ich meinen Eltern (und jedem anderen, der es hören wollte) erzählt, dass ich durchgehend an Übelkeit, Kopfweh und/oder Bauchweh leide. Das habe ich immer weiter geführt. Zuerst war es ein Fehltag in der Woche, dann zwei, dann drei und so weiter, bis ich irgendwann fast überhaupt nicht mehr zur Schule ging. Meine Mutter hat sich natürlich richtig schlimme Sorgen gemacht. Sie hat mich gefragt, ob ich gemobbt werde oder ob ich vor den Lehrern Angst hätte, was ja aber nicht der Fall war, denn ich war einfach nur faul. Schließlich hat sie mich zu Psychologen geschleppt, die aber auch nichts machen konnten. Es ging immer weiter, bis ich irgendwann die neunte Klasse wiederholen musste, wegen zu vielen Versäumnissen. Gleichzeitig rannten wir von Arzt zu Arzt und zu diversen Psychologen. Natürlich haben sie alle nichts diagnostizieren können. Die neunte Klasse habe ich beim Wiederholen geschafft, aber durch den vielen Stress und die ganzen Psychologen, (die ich übrigens hasse) habe ich irgendwie einen Knacks bekommen und leide seit ein paar Monaten ziemlich schlimm an Depressionen. Jetzt, in der zehnten Klasse, habe ich wieder das gleiche Problem. Vielleicht bekomme ich meinen Abschluss nicht, weil ich zu viele Fehltage habe. Ich möchte also beichten, dass ich seit vielen Jahren Leute anlüge, mir im Moment mein ganzes Leben selbst versaue und das alles nur, weil ich absolut faul bin und ich es bis heute nicht geschafft habe, mit dem Lügen über Übelkeit, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen aufzuhören. Es tut mir so schrecklich leid, aber ich kann einfach nicht damit aufhören. Einen Tag in der Woche im Bett zu bleiben, ist einfach so verlockend. Wahrscheinlich bekomme ich irgendwann die Quittung dafür, wenn ich unter der Brücke schlafen muss, weil ich keine Ausbildung und kein Geld habe.

Beichthaus.com Beichte #00030476 vom 21.11.2012 um 23:24:33 Uhr (28 Kommentare).

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