Ich finde keine Freunde

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Verzweiflung 50+ Gesellschaft Schwerin

Ich beichte, dass ich (m/50) nicht normal bin. Alle denken, dass ich es bin, aber ich bin es nicht. Ich habe nämlich überhaupt keine Freunde. Und ich meine wirklich: keinen einzigen. Wenn ich zum Beispiel Geburtstag habe, rufen meine Eltern an (wenn sie daran denken, das tun sie aber nicht immer) und vielleicht gratuliert mir ein Nachbar. Das war es. Ich glaube, die letzten Freunde hatte ich, als ich in der Schule war. Seitdem ist es mir nicht gelungen, dauerhafte freundschaftliche Beziehungen aufzubauen, obwohl ich alles probiert habe, was man so gemeinhin empfiehlt.

Ich bin zum Beispiel zur Zeit Vereinsvorsitzender und in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv. Und auf der sachlichen Ebene kann ich ohne Probleme mit Menschen zusammenarbeiten. Aber ich schaffe es nicht, diese vielfältigen Kontakte irgendwie auf die private Ebene zu ziehen. An guten Tagen kann ich damit leben. An schlechten Tagen denke ich, dass ich der schlimmste Mensch auf der Welt sein muss, weil doch alle anderen, die ich kenne, Freunde haben. Am schlimmsten finde ich, dass selbst Menschen, die total arrogant und egozentrisch sind, sich vor Freunden kaum retten können. Das Komische ist: Ich hatte noch nie Schwierigkeiten, eine Partnerin zu finden. Aber Freunde finde ich ums Verrecken nicht.

Beichthaus.com Beichte #00030925 vom 23.03.2013 um 23:01:03 Uhr in Schwerin (21 Kommentare).

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Meine Schwester fast getötet

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Hass Gewalt Familie

Als Kind hätte ich meine Schwester fast erdrosselt. Wir saßen im Auto und wir hatten uns mal wieder gestritten, was mehrmals täglich passierte, als sie eine Freundin draußen entdeckte. Sie machte mein Fenster runter, legte sich über mich und fing an, mit ihrer […]
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Beichthaus.com Beichte #00030923 vom 23.03.2013 um 18:53:52 Uhr (17 Kommentare).

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“Beichte

Die Schmarotzer-Familie

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Verrat Familie Geld

Es geht um die Familie meines Mannes. Ich bin Anfang 20, er ist Mitte 20. Vorweg: Der Vater würde meinen Mann heute noch schlagen, hätte ich ihm nicht mit Anzeige und Gericht gedroht. Seine Mutter schaut zu und tut nichts. Seine jüngere Schwester war schon immer der Liebling, denn sie war ein Wunschkind, während ihm die Schuld daran gegeben wurde, dass die Eltern so jung heiraten mussten. Südländer halt. Seine Schwester hat zwei Wochen vor mir entbunden. Während seine Eltern seit der Geburt vor nunmehr zwei Jahren genau zweimal bei uns waren, besuchen sie die Schwester täglich. Dazu muss man wissen, dass man mit dem Auto zu uns fünf Minuten, zur Schwester 30 braucht. Die Ausrede: "wir haben keine Zeit" oder "ihr seid zu weit weg!" Nun zum eigentlichen Thema. Wir waren kurz nach der Geburt bei seiner Schwester und nachdem mal wieder Stunden über Gejammer der Geldsorgen vergangen waren, habe ich mitbekommen, dass sowohl er als auch sie schwarz arbeiten und nebenher noch Leistung vom Arbeitsamt kassieren! Während wir hart arbeiten gehen und uns jeden Cent selber zusammensparen, bescheißen die, wo es nur geht und wollen mir dann noch was von Ehre und Anstand erzählen! Daraufhin ist mir innerlich der Kragen geplatzt! Ich habe am nächsten Tag einen anonymen Hinweis beim Arbeitsamt eingeschickt, worauf die Arbeitgeber und die beiden Herrschaften gründlich inspiziert wurden. Meine Beichte: ich bin daran schuld, dass zwei Betriebe wegen Schwarzarbeit Strafe zahlen mussten und ich habe dafür gesorgt, dass meiner Schwägerin und ihrem Stecher die Bezüge gestrichen und zurückverlangt wurden. Mein Mann weiß bis heute nichts davon und das soll auch so bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00030918 vom 21.03.2013 um 21:40:54 Uhr (22 Kommentare).

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Das Feuer fährt mit

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Dummheit Vandalismus Freizeit

Ich möchte hiermit beichten, dass ich fast einen Menschen verbrannt hätte. Als es passierte, war ich ein junger Teenager und nahm das Leben noch nicht sehr ernst. Ich wusste mit meiner Zeit noch nicht viel anzufangen, denn PC-Spiele und Internet gab es damals noch nicht in dem Umfang wie heute und so verbrachten wir unsere Kindheit draußen und bauten Baumhäuser und stellten allerlei Unfug an. Ich bin bis heute dankbar, dass mein Unfug, den ich hier niederschreibe beziehungsweise seine Hintergründe, bis heute bei uns im Dorf relativ unbekannt ist, was ein Segen ist, denn normalerweise blieb bei uns auf dem Dorf nie was geheim. An jenem Tag streunte ich mit einem Freund quer über den Dorffriedhof und wir kamen durch Zufall am Ende an einem Feldweg heraus. Weiter unten endete der Weg an einer Straße, die leicht bergab wieder ins Dorfzentrum führte. Diesen Weg wollte ein älterer Mann mit seinem Fahrrad nehmen. Er hatte einen Fahrradanhänger angespannt und schob den schlechten Weg entlang, um an der Dorfstraße wieder aufzusteigen, damit er den Rest des Weges fahren konnte. Er hatte trockenes Heu auf dem Anhänger zu einem großen Haufen geschichtet und beabsichtigte, dies wahrscheinlich für seine Kaninchen einzusetzen. Weil vielen älteren Leuten eine gewisse Taubheit zu eigen ist, hörte er uns nicht, als wir hinter ihm auf den Feldweg kamen. Er hörte und sah uns auch nicht, als er sich mühevoll auf sein Fahrrad schwang und losfahren wollte. Wer dann das Feuerzeug ohne große Überlegung an den Heuhaufen gehalten hat, weiß ich nicht mehr zu sagen, aber es loderte plötzlich stark auf und wir glotzten wahrscheinlich wie zwei Eichhörnchen. Denn unter unseren Blicken vollzog sich ein Schauspiel, wie ich es niemals vergessen werde.


Dass es leicht bergab ging, war dem Mann sein Glück, denn hinter ihm folgte die Feuerhölle, die durch den Fahrtwind ein beeindruckendes Ausmaß angenommen hatte, aber dadurch auch von ihm weg gedrückt wurde. So sahen wir eine stark rauchende Feuersäule ins Dorf rollen, mit einem sichtlich zufriedenen alten Mann, der stolz auf sein Tagewerk war. Leider verschwand der brennende Anhänger auf den letzten hundert Metern aus unserem Blickwinkel. Die Geschichte ging kurze Zeit später im Dorf herum. So war von spontaner Selbstentzündung die Rede, weiter wurde vermutet, dass wohl eine Glasscherbe in Verbindung mit der Sonne die Ursache war. Ich möchte mich hiermit entschuldigen, den alten Mann so in Gefahr gebracht zu haben. Er hat keine Verletzungen davon getragen. Ich konnte erst viele Jahre später darüber lachen, denn in dem Augenblick war es nicht komisch.

Beichthaus.com Beichte #00030915 vom 21.03.2013 um 14:04:24 Uhr (30 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Das Spiel mit der Alarmanlage

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Boshaftigkeit Auto & Co. Nachbarn Kinder Illschwang

Das Spiel mit der Alarmanlage
Als ich noch ein Junge von vielleicht zwölf Jahren war, bezog eine Familie unser leerstehendes Nachbarhaus. Der Familienvater gehörte zu der wohl unangenehmsten Form Mann: klein, eklig, jähzornig und cholerisch. Seine Frau war eine typische Nageltante, deren Fingernägel und Schminke im Gesicht ihr über alles gingen. Warum die Familie nun ausgerechnet unseren Ort (800 Seelen) ausgesucht hat, verstehe ich bis heute nicht. Zum Glück haben sie auch nur ein paar Jahre in der Nachbarschaft gewohnt. Der Vater brauchte, vielleicht aufgrund seines wenig beeindruckenden Äußeren, das Statussymbol Auto. Das ist an und für sich nichts Schlimmes, jedoch war er so dumm, eine Alarmanlage zu installieren. Auf unserem Dorf war das eine Neuerung, die niemand zuvor gesehen, beziehungsweise gehört hatte und selbst die Dorfbewohner, die sich einen großen Wagen leisten konnten und dies auch taten, verzichteten wohlweislich auf eine Alarmanlage. Denn diese war für einen Jungen von zwölf Jahren mit seinen Kumpels das beste Spielzeug, das uns ein ganzes Jahr beschäftigte. Entdeckt habe ich es, als die Alarmanlage durch Zufall anging, vielleicht durch einen Vogelschiss und die ganze Nachbarschaft aus den Betten trieb. Der Alarmton war nicht nur laut und schrill, er ging bis ins Mark. Ist es denn verwunderlich, dass dieses Auto dann zur Zielscheibe jugendlicher Streiche wurde? Da gerade Winter war, versteckten wir uns hinter einer Häuserecke, wo man uns nicht sehen konnte und warfen alle zehn Minuten einen Schneeball auf das Auto. Der Schneeball flog leise in hohem Bogen, platschte auf das Autodach und zerriss einen ruhigen Sonntag in ein Martyrium aus schrillen und ohrenbetäubenden Alarmgeräuschen. Der Mann kam dann immer wie ein tasmanischer Teufel aus der Tür geschossen, glotzte mit irrem, wütendem Blick die Straße hoch und runter und versuchte, den Saukerl ausfindig zu machen. Danach beendete er das Alarmsignal und verzog sich wieder ins Haus.

Wir sahen dann immer vom Versteck aus, wie er am Fenster schaute. Wir warteten, bis er kurz verschwunden war und schon flog der nächste Schneeball. Wir brachten unser Treiben manchmal ganz schön auf die Spitze. Als der Frühling kam und wir unsere Fahrräder wieder ausgepackt hatten, sind wir immer am Wagen vorbei gefahren und haben mit der flachen Hand kurz aufs Dach gehauen, um danach wie der Blitz in der nächsten Straße zu verschwinden. Das wurde wie eine Sucht für uns. Von der Schule heimkommen, Ranzen in die Ecke knallen, Fahrrad rausholen und losfahren. Dabei kurz an dem Wagen vorbeifahren und die Alarmanlage zum Klingen bringen. Dass es Kinder waren, hat er schnell herausgefunden und so ist er in die Dorfkneipe marschiert und hat vor allen Anwesenden verkündet, er würde alle strafrechtlich zur Rechenschaft ziehen, die ihre Bälger nicht im Griff hatten. Schwerer Fehler. Die meisten der Anwesenden waren einfache, schwer arbeitende Männer, denen diese Drohung nicht sehr nahe ging. Ich glaube, so schnell hat er noch nie ein blaues Auge gehabt. Nach einem Jahr hat er dann endlich die Alarmanlage komplett abgestellt und schon kam wieder Ruhe in die Straße. Meine Eltern haben mich nie aufgehalten. Mein Vater hatte für Statussymbole nie viel übrig. Ich möchte mich hiermit bei allen Nachbarn unserer Straße für dieses Jahr im Lärm entschuldigen. Ich weiß, dass die meisten das mit Humor gesehen haben, denn niemand verstand den Zweck einer Alarmanlage, besonders nicht in einer Straße, die bei fünf vorbeifahrenden Traktoren schon als vielbefahren gilt und die meisten nicht mal ihre Autos abschließen, geschweige denn ihre Häuser.

Beichthaus.com Beichte #00030914 vom 21.03.2013 um 13:24:35 Uhr in Illschwang (15 Kommentare).

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