Wie k?nnen wir unsere Beziehungskrise bewältigen?

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Verzweiflung Begehrlichkeit Ungerechtigkeit Partnerschaft

Ich bin in meiner Beziehung nicht mehr glücklich. Wir streiten eigentlich immer. Zwischendurch passt es dann wieder, aber nach ein paar Tagen findet sich wieder ein Grund und wir streiten. Zeitweise ist es so schlimm, dass einer von uns beiden auf der Couch schläft. Dabei habe ich ihn richtig gerne, er ist sozusagen meine erste große Liebe. Wie sind auch schon knapp fünf Jahre zusammen und wohnen auch zusammen. Vermutlich war das alles viel zu früh. Wir sind erst Anfang 20. Mich regt seine nachlässige Art so dermaßen auf. Er ist extrem unzuverlässig, ich habe das Gefühl, alles was er macht, noch einmal überprüfen zu müssen. Da es seine Wohnung ist, bekommt auch er die Rechnungen zugeschickt. Wir teilen sie uns natürlich, aber da sie an ihn adressiert sind, öffne ich sie natürlich nicht. So kam es, dass ihm sogar ein Inkassobüro angeschrieben hat. Nicht, weil er kein Geld hat, sondern weil er einfach die Briefe nicht geöffnet hat. Aus Faulheit und Nachlässigkeit.

Ich kann ihn auch kaum am Handy erreichen, weil er es entweder nicht dabei hat oder keinen Akku hat. Und bevor jetzt blöde Kommentare kommen, ich muss natürlich nicht ununterbrochen mit ihm in Kontakt stehen, aber es wäre praktisch, wenn man sich mal kurzfristig was ausmachen kann. Außerdem hat er die blöde Angewohnheit, auf eine Zigarette zu seinen Kumpels zu gehen und dann stundenlang nicht zurückzukommen. Es ist ja okay, wenn er sich mit seinen Freunden trifft, ich unternehme auch etwas mit meinen Freunden, aber ich habe mal acht Stunden auf ihn gewartet und keine Nachricht von ihm erhalten. Ach ja, wenn wir schon bei den blöden Angewohnheiten sind: Er ist im Haushalt alles andere als eine Unterstützung. Er kommt heim, lässt die Schuhe auf die beschissenste Art und Weise vor der Tür stehen, zieht im Wohnzimmer seine Socken und seine Hose aus und lässt beides dann einfach auf der Couch liegen. Auf jedem Sessel hängt ein Hemd oder eine Jacke von ihm, weil er nicht fähig ist, seine Sachen wie jeder normale Mensch in die Garderobe zu hängen.

Wenn er sich im Bad kultiviert - sofern er das denn tut - sieht es danach aus wie Sau. Er hat beim Zähneputzen den Spiegel angesaut? Egal, macht eh die Freundin weg. Seine Barthaare liegen überall im Waschbecken? Ach, wen stört das schon? Er schafft es nicht, die Fliesen nach dem Duschen abzuziehen oder nachzuspülen. Ich bin froh, dass er wenigstens weiß, wozu die Klobürste da ist. Ach ja, leere Klopapierrollen werden auch nicht ersetzt. Ich habe weder die Zeit noch die Lust, ihm hinterher zu putzen. Das Schlimmste ist, dass seine Mutter ihm auch noch recht gibt. Aber sie wird auch der Grund für seine Nachlässigkeit sein, für sie ist es das Normalste auf der Welt, ihrem Sohn hinterher zu putzen.

Jeder meiner Freunde rät mir, mit ihm Schluss zu machen. Und wenn ich mir das alles durch den Kopf gehen lasse, ist es der einzig logische Weg. Aber irgendwo mag ihn doch. Er ist ja nicht so, weil er gemein ist, sondern weil er es einfach nicht kapiert. Er ist so komplett anders erzogen als ich. Bei uns wurde immer zuerst die Arbeit erledigt, bevor wir tun konnten, was wir wollten. Und ich mag seinen Hang zum Chaos und seine Verpeiltheit irgendwie auch. Er ist das, was ich gerne wäre. Unbekümmert und naiv und sorgenfrei. Er macht sich um nichts einen Kopf. Ich glaube, ich wäre um einiges glücklicher, wenn ich auch so wäre. Aber ich wünschte, er wäre manchmal auch ein bisschen mehr wie ich. Ein bisschen pflichtbewusster und verlässlicher.

Beichthaus.com Beichte #00038512 vom 16.07.2016 um 23:27:40 Uhr (34 Kommentare).

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Ich will mehr als eine langweilige Beziehung!

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Begehrlichkeit Schamlosigkeit Selbstsucht Partnerschaft

Ich (w/20) beichte, dass ich es nach längerer Zeit in einer Beziehung seelisch nicht mehr hinbekomme, monogam zu denken und zu sein. Ich habe noch nie einen Partner betrogen und würde es auch nicht machen. Ich mache vorher Schluss, egal wie, aber betrügen könnte ich nie. Trotzdem fantasiere ich oft über andere Männer, sehr oft sind es die Freunde und besten Freunde des Partners. Meine Beziehungen hielten immer 1-2 Jahre und verliefen traumhaft, bis ich (in den Augen der Männer) immer aus heiterem Himmel Schluss mache. Niemand würde von mir denken, dass ich so bin - sehr klein, zierlich, blond, piepsig und unschuldig, kindlich und süß. Innerlich bin ich jedoch total versaut und würde es am Liebsten mit mehreren Männern und Frauen gleichzeitig treiben, für mich gibt es keinen größeren Kick, nichts begehre ich mehr als diese Gefühle, wenn sich "etwas Neues anbahnt", oder wenn man zum ersten Mal mit jemandem schläft, der erste Kuss, etc.

Alles ist viel intensiver und nur eine Hand auf meinem Knie kann mich mit tiefer Lust durchdringen. In einer Beziehung gehen jegliche Gefühle dieser Art irgendwann immer flöten. Klar ist noch etwas da, aber niemals auf diese Art. Ich befriedige mich fast jeden Tag selbst auf meine Fantasien, aber mit meinem Partner schlafe ich vielleicht ein Mal in der Woche. Es ist auch so stumpf, wenn er mich intim berührt, da spüre ich einfach gar nichts dabei - es ist so, als würde ich mich selbst berühren. Manchmal liege ich neben ihm im Bett und wir kuscheln und ich fühle mich herrlich geborgen. Es ist also so, dass ich diesen Menschen tatsächlich liebe und er mir sehr wichtig ist, aber trotzdem flimmert vor meinen Augen so oft ein bunter, lustvoller Film. Ich weiß auch ganz genau, dass alle seine Freunde auf mich stehen und mich, wären die Konstellationen nicht so wie sie sind, sofort ficken würden.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte einfach eine neue Unbekannte sein, die gerade in die Stadt gezogen ist und mir all das holen, wonach ich giere. Letztens saßen wir bei seinem besten Freund und ich habe gesehen, wie seine Blicke über meinen Körper schweiften - und wenn ich so etwas merke, dann zieht vor meinen Augen ein Film vorbei, wie wenn er mich vernaschen würde. Manchmal weiß ich nicht, was richtig und was falsch ist. Ich weiß, ich würde nie betrügen. Aber in meinem Kopf, in meinen Träumen, lebe ich oft wie in einer zweiten Welt.

Beichthaus.com Beichte #00038503 vom 13.07.2016 um 19:19:50 Uhr (24 Kommentare).

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Ja, Mama, ich vermisse dich auch

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Falschheit Lügen Familie

Ja, Mama, ich vermisse dich auch
Ich (m/20) bin im Februar aus meinem Elternhaus raus und 600 Kilometer weggezogen. Hauptsächlich um in der Nähe von meiner Freundin zu sein. Meine Mutter ist deswegen sehr traurig und weint wohl des Öfteren, weil sie mich so sehr vermisst. Sie sagt mir das auch häufig, worauf ich immer antworte, dass ich sie auch vermissen würde. Das ist aber gelogen. In Wahrheit vermisse ich sie überhaupt nicht und auch sonst niemanden in meiner Familie. Meine Mutter hat mich als Kind sehr oft verprügelt und war auch sonst sehr hart und streng in der Erziehung. Regelmäßig musste ich mir anhören, dass ich ein nutzloses, faules Stück Scheiße wäre. Bei der kleinsten Abweichung von ihren Regeln wurde ich mit einer Tracht Prügel bestraft - und als ich älter wurde, wurde ich wochenlang ignoriert und ausgesperrt. Zum Schlafen durfte ich nach Hause kommen. Erst als ich einen guten Schulabschluss hingelegt und einen Ausbildungsplatz in einem großen deutschen Industriekonzern bekommen hatte, hat sich das geändert.

Auf einmal war ich ihr ganzer Stolz, überall hat sie mit ihrem tollen Sohn angegeben. Ich war urplötzlich unfehlbar und sie hat sich sogar für ihr Verhalten entschuldigt. Als ich ihr dann im Dezember erzählte, dass ich meinen Job gekündigt habe und wegziehen werde, ist sie in Tränen ausgebrochen und es ist ihr sehr schwergefallen, mich gehen zu lassen. Mir geht es aber besser als jemals zuvor in meinem Leben und bin einfach froh von dieser Frau weg zu sein. Ich beichte also, dass ich meine Mutter anlüge, indem ich ihr sage, dass ich sie vermissen würde, sie mir aber in Wahrheit total egal ist und ich sogar froh bin, von ihr weg zu sein. Ich bin ein schlechter Sohn. Vergebt mir.

Beichthaus.com Beichte #00038494 vom 12.07.2016 um 13:50:35 Uhr (29 Kommentare).

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Wie das Internat mich zur Diebin machte

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Diebstahl Verzweiflung Begehrlichkeit Schule

Meine Familie hatte früher nicht besonders viel Geld. Wir lebten in einer winzigen Wohnung und ich (w) musste mir mit meinen beiden Geschwistern ein Zimmer teilen. Wir lebten nur mit meiner Mutter, die arbeiten ging, aber dennoch unter dem Hartz-IV-Satz verdiente - sie wollte dem Staat nicht auf der Tasche liegen und es alleine schaffen. Leisten konnten wir uns dementsprechend nichts, abgesehen von den allernötigsten Dingen. Zusätzliches, wie zum Beispiel Süßigkeiten, waren selten drin. Meistens wurde Schokolade nur als Geburtstagsgeschenk gekauft, wenn eines von uns Kindern Geburtstag hatte. Ich hatte Glück und bekam dank meiner überdurchschnittlich guten Noten ein Stipendium an einem privaten Gymnasium mit Internat, das nicht gerade billig war. Zu dem Zeitpunkt war ich etwa 15 Jahre alt.

Man kann sich jetzt denken, dass ich von da an mit einem Haufen verwöhnter Kinder mit reichen Eltern zur Schule ging. Sie hatten alle die neusten und teuersten Klamotten und unterhielten sich über die neusten Spielkonsolen und den Spielen dazu bzw. die Mädchen unterhielten sich über ihre Pferde, die sie im Stall stehen hatten. Nachmittags luden sie sich gegenseitig zu sich nach Hause ein, um im hauseigenen Pool baden zu gehen. Ich konnte von so etwas nur träumen. In den Mittagspausen gingen die Schüler meistens essen. Aber egal ob Döner, McDonalds oder Restaurant, ich bekam kein Taschengeld und konnte mir das somit nicht leisten. Ich musste mir die Butterbrote von zu Hause mitnehmen. Nach ein paar Wochen an der neuen Schule wollte ich auch dazugehören. Es fing erst damit an, dass ich in kleineren Läden Kaugummis und Süßigkeiten klaute, weil ich auch mal so etwas haben wollte. Bald darauf ging es weiter mit Klamotten und Schmuck. Schmuck hatte ich bis dato noch nie besessen und meine Klamotten waren auch immer nur die abgelegten meiner beiden Schwestern gewesen. Aber ich wollte ja auch mal hübsch angezogen sein und mit den anderen Mädchen mithalten können. Make-up klaute ich dann auch.

Nach weiteren Wochen an der Schule begann ich, Dinge wie Glätteisen in Drogeriemärkten zu klauen und diese zu verkaufen. Ein Freund aus meiner alten Schule, der meine Situation kannte, verkaufte das ganze Zeug für mich im Internet. Auf diese Weise hatte ich mein eigenes Geld und konnte mit meinen Klassenkameraden mittags ins Restaurant oder am Wochenende ins Kino gehen. Somit hatte ich mich endlich mit einigen Jungs und Mädchen aus meiner Klasse anfreunden können. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass diese Leute kein Umgang für mich sind. Die meisten meiner "Freunde" waren Internatsschüler und gerade diese haben in ihrem jungen Alter von 14-16 Jahren schon diverse Drogen konsumiert und mich immer wieder dazu animiert, es auch mal zu probieren. Ich glaube, diese Kinder waren damals einfach nur ganz arm dran, denn sie bekamen von ihren Eltern alles, was man mit Geld kaufen konnte - aber eben nur das. Sie wurden einfach in ein Internat abgeschoben, damit sie nicht stören, weil sie unerwünscht waren.

Ich habe dann nach einem Schuljahr an mein altes Gymnasium zurückgewechselt, wo meine echten Freunde waren. Inzwischen schäme ich mich aber unglaublich dafür, dass ich so krampfhaft versucht habe, mich anzupassen und meine Herkunft geleugnet habe, nur um akzeptiert zu werden. Ich schäme mich noch viel mehr dafür, dass ich dafür angefangen habe, zu klauen wie ein Rabe. Und das alles nur für Leute, die mich runterziehen und auf die schiefe Bahn bringen wollten.

Beichthaus.com Beichte #00038489 vom 11.07.2016 um 23:13:26 Uhr (14 Kommentare).

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Günstiger Bio-Lachs

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Geiz Morallosigkeit Geld Shopping

Heute hatte ich (w) echt einen miesen Tag. Erst kommt der Paketservice nicht wie verabredet, dann treffe ich meine ehemalige beste Freundin in der Stadt, die echt Mist gebaut hat. Aus Frust ging ich dann in einer großen Supermarktkette einkaufen und wollte mir etwas Gutes gönnen. Ich wählte unter anderem Bio-Lachs, der am Regal mit 3,29 Euro ausgeschrieben war. An der Kasse bemerkte die Kassiererin dann, dass gar kein Barcode an der Packung war, und fragte ihre Kollegin nach dem Preis. Diese nannte einen Preis von 2,99. Obwohl ich mich erinnerte, dass am Regal etwas anderes stand, sagte ich nichts und kaufte den Lachs für die 2,99 Euro.

Es tut mir im Nachhinein echt leid, weil es ja in manchen Läden so ist, dass die Kassenkräfte Minus in der Kasse vom Gehalt abgezogen bekommen oder es sonst irgendwie verrechnet wird. Irgendwie hoffe ich, dass vielleicht kein Barcode dran war, weil die Packungen gerade umgeklebt wurden und der Fisch eventuell eh um 30 Cent runtergesetzt war. Gut möglich, dass die Kollegin vorher Regale geräumt hatte. Irgendwann passiert es auch bestimmt, dass mal falsch Wechselgeld rausgegeben wird und dann schließt sich der Kreislauf wieder, wenn ich zu viel zahle.

Beichthaus.com Beichte #00038471 vom 07.07.2016 um 01:44:52 Uhr (25 Kommentare).

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