Verrückte Präsentation im Baumarkt

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Peinlichkeit Manie

Ich (m/34) benehme mich manchmal so, als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank. Ich habe einen Job, in dem ich angesehen bin, und komme sehr gut über die Runden. Ich löse Probleme, diskutiere gerne und bin ein sehr geselliger Typ. Meine Kollegen mögen mich. Mir geht es im Alltag einfach gut. Wenn ich aber alleine bin - oder auch nur irgendwo unbemerkt, unterhalte ich mich manchmal mit mir selbst. Zwar relativ leise, aber wenn jemand in wenigen Metern Entfernung vorbeigehen würde, würde er es bestimmt hören. Vor Kurzem habe ich mich wieder dabei ertappt, dass ich im Baumarkt wirres Zeug geredet habe. Es war der Text für eine Präsentation bei meinem Abteilungsleiter für die Akquise neuer Kunden und Vorstellung der gefährlichsten Konkurrenten. Es war alles so plastisch, als wäre ich schon beim Abteilungsleiter und würde präsentieren. Als ich dann wieder nach Hause gefahren bin, habe ich mir im Auto, die Teilnehmer der Präsentation vorgestellt und was sie wohl darüber denken. Ich habe versucht, mich in sie hineinzuversetzen. Ihre Emotionen habe ich dann in Grimassen ausgedrückt, die ich während der ganzen Fahrt geschnitten habe. Ich bin reihum die Kollegen durchgegangen und habe dann ihre Emotionen gespielt.


Bei einem cholerischen Kollegen habe ich wie bekloppt im Auto herumgeschrien und mit einer Hand wild herumgefuchtelt, auf die anderen Verkehrsteilnehmer gezeigt und mich generell wie verrückt aufgeführt. Nach ein paar Minuten bin ich dann zu dem ängstlichen Kollegen übergegangen und habe auf alles ängstlich reagiert - ich fuhr immer langsamer, als ich sollte, und habe mich erst in die Lage hineinversetzt, ehe ich mir vorstellte, wie der ängstliche Kollege auf mein präsentierendes Ich reagiert. Ich habe Sätze angefangen, mich vom präsentierenden Ich unterbrechen lassen und generell spielte ich die Rolle echt gut - bis ich dann nach Hause kam. Ich bin dann in den zweiten Stock gelaufen, und in meine Wohnung - auch auf der Treppe schnitt ich für jeden Kollegen eine bestimmte Grimasse, die die vorherrschenden Emotionen während der Präsentation darstellte. Es wäre mir unglaublich peinlich, wenn mich jemand so im Treppenhaus sehen sollte, aber trotzdem kann ich es nicht lassen. Das Beste passierte allerdings in meiner Wohnung. Dort angekommen hatte ich Lust auf einen Kaffee. An der Küchentür habe ich dann haltgemacht, da dort das Parkett in Fliesen übergeht. Ich dachte mir, dass man in seinem Leben Risiken eingehen und Grenzen überschreiten muss, damit man bekommt, was man möchte und bin dann von dem einen auf den anderen Bodenbelag gehüpft. Danach habe ich mich echt gut gefühlt, aber ich fürchte, ich habe nicht alle Latten am Zaun.

Beichthaus.com Beichte #00032285 vom 24.11.2013 um 10:02:17 Uhr (13 Kommentare).

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Die Zivilisationskrankheiten der Psyche

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Aggression Zorn Ignoranz Hochmut Partnerschaft Rommerskirchen

Mir (m/23) gehen 90 Prozent aller Pärchen mächtig auf den Senkel. Weshalb? Die meisten Pärchen sind doch nur zusammen, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben. Viele behaupten dann, ihr Partner sei ihre große Liebe. Würde es aber dann mal hart auf hart kommen, würden wohl nur wenige zu ihrem Beziehungspartner halten. Die Meisten würden das Gegenüber wohl einfach auswechseln. Außerdem betrügen sich die meisten gegenseitig - ohne dem Partner etwas zu sagen. Ernsthaft, entweder ihr betrügt euch nicht oder ihr solltet ehrlich sein. Ehrlichkeit macht Spaß und ist auch besser für euer Selbstbild. Am Schlimmsten sind jedoch die Menschen, die von Beziehungsängsten geplagt werden. Wenn es ernst werden könnte, wenden sie sich von der betreffenden Person ab, argumentieren dann mit "Er/Sie war nicht der/die Richtige" - und belügen sich damit selbst. Verblüffenderweise merken sie nicht, dass sie die einzige Konstante bei ihren gescheiterten Beziehungsversuchen sind. Das ist unglaublich Ignorant aber auch arrogant.


Und nein, ich bin nicht verbittert oder enttäuscht worden. Im Gegenteil, ich habe die beste Freundin an meiner Seite und bin wohl glücklicher denn je. Und ich weiß, dass sie genauso empfindet - ohne, dass sie es jemals so gesagt hätte. Was mir auf die Eier geht, ist die Tatsache, dass sich das Gedankengut unserer Konsumgesellschaft langsam aber sicher auf unser Beziehungsleben überträgt. Dass die heutige Gesellschaft zu wenig ihr eigenes Verhalten und ihre eigenen Gedanken reflektiert, dass Ehe und Beziehung viel zu inflationär "genutzt werden" und dass Ehrlichkeit nur noch ein Fremdwort ist. Psychische Probleme werden allmählich zu einer Zivilisationskrankheit und für viele sind dann auch noch die anderen Leute schuld - dabei sollte man immer zuerst vor der eigenen Haustür wischen. Verdammt, beißt man sich denn im Jahre 2013 nicht mehr in den Arsch? Ihr fragt euch jetzt bestimmt, weshalb mich das aufregt. Das ist ganz einfach: Weil ich nicht im Autopilot-Modus durch die Welt irre, mein Umfeld beobachte, analysiere und zu verstehen versuche. Und genau das mache ich auch bei mir selbst. Wenn wir schon dabei sind, sollte ich wohl noch beichten, dass ich meinen Freunden mein kürzlich gewonnenes Wissen bezüglich ihrer psychischen Labilität vorenthalte - denn grundsätzlich ist niemand für die Wahrheit empfänglich. Es tut mir leid, dass ich sie nicht über ihre Fehler aufkläre. Danke fürs Lesen.

Beichthaus.com Beichte #00032280 vom 24.11.2013 um 14:53:17 Uhr in Rommerskirchen (26 Kommentare).

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Mein parasitärer Mitbewohner

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Ignoranz Zorn Aggression Zwietracht WG

Ich möchte beichten, dass ich meinem Mitbewohner ab heute eine ganze Menge alltäglicher Gegenstände vorenthalten werde. Wir waren immer recht gut befreundet und am Anfang des Jahres zogen wir zusammen, da wir die gleiche Abendschule besuchten. Es hat sich schnell herausgestellt, dass wir doch nicht gut miteinander auskommen - aber das kann ja mal passieren. Wir haben deshalb beide versucht uns zu bessern, was eine Zeit lang auch geklappt hat. Allerdings ist mein Mitbewohner nicht fähig, meine Grenzen einzuhalten und hat letztens sogar zugegeben, dass er daran gar kein Interesse hat. Ich sollte dazu sagen, dass mir die meisten Dinge in unserer Wohnung gehören - vom Wäscheständer bis zu Kaffeemaschine habe ich alles gekauft und er durfte es natürlich immer mitnutzen. Das war für mich selbstverständlich - genauso wie es für ihn selbstverständlich ist, mir alles zu klauen oder Dinge leer zu machen und nicht zu ersetzen. Inzwischen habe ich ihm mehrmals gesagt, dass er Gewürze oder auch Nahrungsmittel ersetzen soll, wenn er sie leer macht, aber er hört einfach nicht. Gestern hat dann wieder etwas gefehlt und ich bin richtig ausgerastet, weil es mir inzwischen bis oben hin steht! Natürlich sprach ich ihn darauf an, doch als er nur antwortete, dass er das eben so mache, platzte mir der Kragen!


Ich habe Verständnis dafür gezeigt, dass er unser gemeinsames Konto fast leer geräumt hat, ohne darauf zu achten, dass wir die Rechnungen noch zahlen können. Ich kann auch damit leben, dass ich das Geld aufbringen musste, um die Wohnungskosten zu begleichen weil er Schulden hat. Und mit einer ganzen Menge anderer Sachen kann ich ebenso leben, aber das würde jetzt zu weit führen. Aber gestern habe ich mich dazu entschlossen, das nicht mehr mit mir machen zu lassen. Ich habe angefangen diverse Sachen in mein Zimmer zu räumen - sei es der Toaster oder der Heizlüfter für das Bad. Und ich werde ihm sagen, dass er so schnell wie möglich ausziehen soll, da er es mit seinem wenigen Zeug auch viel leichter hat als ich und sämtliche Rechnungen auf meinen Namen laufen. Sollte er das nicht tun, werde ich selbst ausziehen, da passt es auch echt gut, dass er die Schule inzwischen abgebrochen hat. Er kann mich von mir aus den Rest meines Lebens als kleinkariert bezeichnen, aber er hat es verdient und ich bin froh, wenn ich ihn los bin.

Beichthaus.com Beichte #00032275 vom 22.11.2013 um 12:49:23 Uhr (9 Kommentare).

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Durch Lügen zum Traumjob

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Lügen Falschheit Selbstsucht Arbeit Gesundheit Pabstorf

Ich (w/19) habe mich vor einiger Zeit bei der Polizei und dem Rettungsdienst beworben, weil es schon immer mein Traumjob war, anderen zu helfen und eine Uniform zu tragen. Schon seit meiner Kindheit wollte ich nichts anderes werden - am liebsten im Rettungsdienst. Vor zwei Jahren löste sich das allerdings in Luft auf. Ich bekam die Diagnose Aura Migräne in besonders schwerer Form. Für alle, die es nicht wissen: Im Prinzip ist das eine starke Migräne - allerdings mit Sehstörungen, Kreislaufproblemen und Sensibilitätsstörungen. Das Ganze gleicht beinahe einem Schlaganfall, allerdings ohne das Gerinnsel. Seitdem muss ich immer eine Tasche mit verschiedenen Medikamenten bei mir tragen - unter anderem auch einen Pen zum Selbstspritzen, wie man ihn von Diabetikern kennt. Sollte etwas passieren, muss ich sofort entsprechende Maßnahmen ergreifen - und sollte das zu spät geschehen, könnte es nur noch der Pen sein, der mir hilft. Was ich jetzt eigentlich beichten will? Ich habe vermutlich jemandem, der besser dafür geeignet ist, die Chance auf seinen Traumberuf genommen. Aber ich kann einfach nicht anders! Man muss bei meinen Wunschberufen seine gesundheitlichen Einschränkungen angeben - was dann auch die Auswahl beeinflusst. An meinen Noten würde es nicht scheitern, aber ich hatte panische Angst davor, wegen meiner Krankheit nicht ausgewählt zu werden. Deshalb habe ich das Ganze einfach unterschlagen. Inzwischen habe ich Zusagen für beide Berufe - nur die amtliche Untersuchung würde noch fehlen. Theoretisch kann ich mir also aussuchen, wo ich anfange. Es tut mir leid, dass ich einer gesunden Person den Job weggenommen habe, indem ich die Wahrheit verheimliche. Aber ich kann doch eine Krankheit, für die es keine wirkliche Heilung gibt, nicht mein Leben bestimmen lassen?

Beichthaus.com Beichte #00032273 vom 22.11.2013 um 13:55:07 Uhr in Pabstorf (22 Kommentare).

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Reiche durchtrainierte Hengste

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Eitelkeit Hochmut Vorurteile Gesellschaft

Reiche durchtrainierte Hengste
Ich (w/23) habe eine lange, rote Mähne, ein passables Gesicht und eine Figur, um die mich viele Frauen beneiden. Ich ziehe mich eher stilvoll an und noch dazu versuche ich mich auch nicht ganz so verblödet zu geben, wie es die meisten Tussen heute gerne tun. Ich merke oft die Blicke auf mir, wenn ich durch die Stadt gehe. Trotzdem habe ich eine Vorliebe für Männer entwickelt, die nicht dem gesellschaftlichen Standard von "gut aussehend" entsprechen. Ich könnte mir auch einen durchtrainierten, großen Hengst mit hübschem Gesicht und viel Geld angeln, aber die sind mir irgendwie zu selbstverliebt. Ich finde, dass gerade die bescheidenen Männer, die beim anderen Geschlecht nicht so gut ankommen, eine Chance verdient haben, und so habe ich auch einen unglaublich netten und liebevollen Freund gefunden. Seine Reaktion, als er realisiert hat, dass ich es tatsächlich ernst meine, ist mit nichts aufzuwiegen. Er sieht mich nicht als selbstverständlich an, wie andere das getan haben, sondern weiß es zu schätzen, dass ich bei ihm bin.

Und warum bin ich so? Ich war früher dick, hässlich und unbeliebt und damals habe ich mir gewünscht, dass irgendjemand mal hinter mein Aussehen schaut. Das hat leider keiner getan, darum tue ich das jetzt. Was ich beichten möchte? Dass ich alle Tussen da draußen verachte, weil sie nur auf die "tollen Vorzeigekerle" aus sind, sich dann von vorne bis hinten aushalten lassen und den Beischlaf als Druckmittel einsetzen. Oder die Art Frau, die den Männern, die keine Chance haben, etwas vorspielen, um daraus Vorteile zu ziehen. Ich hoffe ihr falschen Schlangen werdet alle so unglücklich, wie ich es früher war!

Beichthaus.com Beichte #00032271 vom 21.11.2013 um 11:34:04 Uhr (56 Kommentare).

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