Mein verwöhnter kleiner Bruder

14

anhören

Engherzigkeit Familie Kinder

Ich bin knapp 20 und mein kleiner Bruder ist 10. Ich habe noch eine zwei Jahre ältere Schwester, die eine eigene Wohnung hat. Ich studiere und wohne noch zu Hause. Meine Schwester und ich wurden selbstständig erzogen, haben unsere Zimmer selber aufgeräumt, sind morgens aufgestanden und haben uns gewaschen, Zähne geputzt und so weiter. Mein Bruder wird von meiner Mutter dagegen total unselbstständig erzogen. Sie räumt ihm immer mal wieder Sachen im Zimmer auf. Er ist ein ganz Lieber, aber halt ziemlich schusselig und vergisst so etwas einfach. Dann vergisst er mit seinen zehn Jahren morgens öfter, sich zu waschen oder die Zähne zu putzen. Unsere Mutter erinnert ihn mit einer Engelsgeduld daran, aber es bringt nichts, denn wenn sie alles erledigt, wird er nicht selbstständiger! Sie packt ihm abends den Ranzen, sie weckt ihn jeden Morgen, obwohl er einen Kinderwecker hat. Uns Mädchen wurde gesagt, dass wir uns den Wecker stellen sollen, was wir auch gemacht haben. Am Anfang hat meine Mutter uns auch noch den Ranzen mitgepackt beziehungsweise kontrolliert - das Ziel war aber, dass wir ihn selbstständig packen können. Auch unser Bett sollten wir mit zehn Jahren selber machen und machten es. Meinem Bruder wird es gemacht.

Weder ich, noch meine Schwester, sind irgendwie eifersüchtig, denn sie tut ihm ja nichts Gutes. Meine Beichte: Vor ein paar Monaten - mein Bruder war in der 4. Klasse, jetzt kommt er in die 5. Klasse Gesamtschule - waren meine Eltern unter der Woche über Nacht weg. Mir wurde aufgetragen, auf meinen Bruder aufzupassen, ihn zu wecken, seinen Ranzen zu packen und darauf zu achten, dass er sich morgens wäscht und die Zähne putzt. Ich sagte ihm genau einmal, dass er jetzt bitte seinen Wecker stellt. Da saß er auf dem Bett und der Wecker war genau neben ihm. Er sagte: "Ja, mache ich." Dann legte ich ihm den Stundenplan hin und sagte ihm, dass er danach dann bitte für morgen seinen Ranzen packt. Wenn er nicht weiß, wo irgendwas ist oder Hilfe braucht, kann er gerne fragen. Ans Waschen oder Zähneputzen zu erinnern, dazu weigerte ich mich.

Am nächsten Morgen stand plötzlich Max, mein kleiner Bruder, ganz verschlafen vor mir. Es war kurz nach acht Uhr. Wecker hatte er nicht gestellt. Ranzen hatte er nicht gepackt. Er hatte das beim Spielen ganz vergessen. Pech, er sollte es direkt machen. Dann sagte ich ihm, dass er sich jetzt bitte fertigmacht und dann zur Schule geht. Die Schule ist übrigens 300 Meter entfernt, aber trotzdem bringt ihn meine Mutter immer hin. Letzten Endes hatte sich Max nicht gewaschen und sich einfach nur seine Hose und ein T-Shirt angezogen. Er hat nicht mal die Unterwäsche gewechselt! Meine Mutter war sauer auf mich. Ich habe ihr gesagt, was ich denke - dass Max noch mit 20 unselbstständig an ihrem Rockzipfel hängen wird, wenn sie so weitermacht. Ihn mal "ins offene Messer laufen zu lassen", das tat ihm vielleicht mal ganz gut. Mal abwarten. Aber wie ich meine Mutter kenne, wird sie weitermachen wie zuvor. Und leider liegt es einfach nur am Geschlecht. Wäre Max ein Mädchen, würde ihm nicht so viel hinterhergeräumt.

Beichthaus.com Beichte #00033788 vom 19.08.2014 um 18:08:35 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Poser mit Macht

10

anhören

Hochmut Zorn Aggression Hass Berchtesgaden

In meiner Kindheit hatte ich es nicht leicht mit meinen Eltern. Ich habe erst mit fünf Jahren erfahren, dass der damalige Freund meiner Mutter nicht mein richtiger Vater ist, sondern jemand, den ich bis dahin für meinen Onkel gehalten habe. Als meine Eltern dann wieder zusammen waren, bestand Erziehung in erster Linie aus übertrieben vielen Regeln - wie lange ich PC spielen darf, ich durfte nicht in die Vereine, denen ich beitreten wollte und auch noch mit achtzehn Jahren schrieben mir meine Eltern vor, wann ich zu Hause sein musste. Dazu noch die ständige Schreierei meiner alkoholkranken Mutter. Das Gefühl, kotzen zu müssen, war ein Dauerzustand. Aber der Stress zu Hause reichte anscheinend nicht, denn ich wurde fast meine gesamte Schulzeit über schikaniert. Den Frust, den ich empfand, versuchte ich immer zu überspielen, indem ich mich über andere stellte. Ich versuchte anderen immer auf eine hochnäsige Art davon zu überzeugen, dass ich besser bin. Dass ich einen höheren IQ habe, dass meine Eltern gute Kontakte zu wichtigen Leuten haben und so weiter - es würde zu lange dauern, alles aufzuschreiben, aber kurz gesagt bin ich ein typischer Poser. Heute verdiene ich mein Geld, indem ich Jäger, also Gebirgsjäger in der Grundausbildung, für alles, was bei mir schlecht gelaufen ist, büßen lasse. Denn hier habe ich die Macht. Ich beichte also, dass aus mir ein machtgeiles Arschloch geworden ist, das persönlichen Frust mit zur Arbeit nimmt, um ihn dort an Leuten auszulassen, die in der Rangordnung weit unter mir stehen, weil ich selbst oftmals rumgeschupst wurde. Und wahrscheinlich werde ich auch so weitermachen, obwohl es mir manchmal leidtut.

Beichthaus.com Beichte #00033784 vom 19.08.2014 um 13:51:26 Uhr in 83471 Berchtesgaden (10 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“Beichte

Meine Affäre mit einem US-Soldaten

22

anhören

Morallosigkeit Dummheit Vorurteile Gesellschaft Schweigen-Rechtenbach

Ich (w/29) stecke in einem richtigen Dilemma. Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen und seit vier Jahren auch mit ihm verheiratet. Mein Mann ist rechts und ich war es bis vor Kurzem auch noch. Alles begann mit unserem Kennenlernen. Er hat mich sozusagen in die Szene gebracht und ich war überzeugt von den Ansichten und Tatsachen - dachte ich zumindest. Durch ihn habe ich dann begonnen, alles zu hassen, was auch nur annähernd ausländisch war. Vor 3 1/2 Jahren kamen stationierte US-Soldaten in unsere Gegend und meine beste Freundin, die nicht rechts ist, war neugierig und ist mit mir in die Bar gegangen, in der die Soldaten oftmals etwas getrunken haben. Sie hat mich dazu überredet, einfach mal die Ansichten meines Mannes zu vergessen und die Menschen, die er so hasst, kennenzulernen und mir selbst ein Bild zu machen.

Gesagt getan, ich habe mich mit einem Soldaten ziemlich gut verstanden, was schließlich damit geendet hat, dass ich mit ihm die Nacht verbracht habe. Allerdings habe ich ihm die Nummer meiner Freundin gegeben, aus Angst, dass mein Mann dahinterkommt und ihm wegen seiner Hautfarbe etwas antut. Wir führen seitdem eine Art "Fernaffäre." Ich liebe ihn wirklich und habe auch vor, in den nächsten Monaten die Scheidung einzureichen und dann zu ihm zu fliegen und mit ihm ein neues Leben zu beginnen. Seine Familie habe ich im Übrigen im letzten Jahr bei meinem USA-Urlaub kennengelernt. Ich habe selten so eine herzliche und freundliche Familie ohne Vorurteile gesehen. Ich bin einfach super aufgeregt, endlich zu ihm zu kommen und meinem Mann endlich sagen zu können, dass er mit dieser Einstellung einsam sein wird. Ich bereue die 10 Jahre verschwendete Zeit, die ich mit diesem Mann verbracht habe.

Beichthaus.com Beichte #00033783 vom 19.08.2014 um 11:16:27 Uhr in Schweigen-Rechtenbach (22 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Selbstverletzende Untermenschen

23

anhören

Hochmut Zorn Vorurteile Selbstverletzung

Ich möchte beichten, dass ich alle Menschen, die sich ritzen und anderweitig bewusst selbst verletzen, für Untermenschen halte. Natürlich sollte man eigentlich immer den Einzelfall bewerten und schauen, woran es liegt, dass es einer Person psychisch schlecht geht. Wenn die Leute dann allerdings damit anfangen, Rasierklingen zu zweckentfremden, hat das in meinen Augen nur noch etwas mit mangelnden kognitiven Fähigkeiten zu tun, sprich sie sind für mich einfach strunzdumm. Auch bei mir im Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein, jedoch würde ich nie auf die Idee kommen, mir deshalb an Armen oder Beinen rumzuschnitzen. Wenn man ernsthafte Probleme hat, sollte man in Behandlung gehen, das ist meine Meinung. Deshalb habe ich auch überhaupt nichts dagegen, wenn diese gescheiterten Existenzen dann beschließen, sich umzubringen. Sollen sie doch. So etwas braucht man auf der Welt eh nicht.

Beichthaus.com Beichte #00033780 vom 19.08.2014 um 00:28:09 Uhr (23 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Der unbekannte Kommilitone

18

anhören

Begehrlichkeit Neugier Fremdgehen Studentenleben Göttingen

Ich (w/21) bin in einer Beziehung, die eigentlich ganz gut läuft. Mein Freund hätte es verdient, dass ich ihm mal ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenke, als ich es im Moment tue. Er ist echt ein toller Mensch, auch wenn ich das nach fast drei Jahren Beziehung manchmal nicht zu schätzen weiß. Ich sollte wirklich froh sein, einen so tollen Menschen an meiner Seite zu haben. Das hat mich die letzten fünf Wochen aber nicht davon abgehalten, permanent einem anderen Kerl hinterherzustarren. Ich studiere im Moment und wir hatten gerade diese fünf Wochen lang einen Blockkurs, wo wir mit 200 Leuten jeden Tag im selben Hörsaal saßen. Und immer, wirklich immer, wenn mir langweilig war, habe ich geschaut, wo dieser eine Kerl sitzt. Ganz ehrlich, zum Glück kenne ich ihn nicht - und er mich auch nicht. Ich habe nur über viele Ecken herausgefunden, wie er heißt. Dabei studieren wir schon seit zwei Jahren zusammen, aber so ist das halt - man lernt nie alle kennen. Jedenfalls finde ich ihn total attraktiv. Ich glaube, es ist ganz lange her, dass ich jemanden so anziehend fand. Das hat mich am Anfang auch ziemlich durcheinandergebracht. Ich habe mich gefragt, was an meiner eigenen Beziehung denn so verkehrt sein muss, dass ich einen anderen Mann so dermaßen attraktiv finde und ich habe alles Mögliche infrage gestellt. War nicht schön. Daraus ist fast eine richtig krasse Beziehungskrise geworden und es ist immer noch ein bisschen wacklig bei uns.


Langsam kann ich akzeptieren, dass es wohl nur so eine komische Phase war. Vielleicht so ein unbewusster Abwehrmechanismus, weil ich im Moment sehr viel Stress und praktisch kein Privatleben mehr habe. Trotzdem schäme ich mich dafür, dass ich immer geschaut habe, wo er heute sitzt und dass ich mich in den Pausen so hingestellt habe, dass ich ihn noch ein bisschen länger anschauen konnte. Ich schäme mich dafür, dass ich an dem einen Tag strahlend wie ein Honigkuchenpferd durch die Welt gerannt bin, nur weil er mich einmal angeschaut und gelächelt hat. Oder der Tag, wo er nur drei Plätze weiter saß. Es war furchtbar und wunderschön zugleich. Jetzt ist der Kurs vorbei und ich werde ihn nie wiedersehen. Nächstes Semester studiert er wahrscheinlich woanders weiter. Ich hoffe, ich kann bald mit dieser Phase abschließen und meiner Beziehung wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Ich hoffe, er geht mir bald aus dem Kopf. Unbekannter, falls du das liest: Ich hätte wirklich gerne mal mit dir geredet und herausgefunden, was du für ein Mensch bist. Und auch, wenn du mich nie kennen wirst: Ich wünsche dir nur das Beste für dein weiteres Leben, finde oder erhalte dein Glück. Alles Gute. Ach ja: Deine neue Frisur steht dir nicht schlecht. Aber mit Zopf sieht es noch besser aus als mit offenen Haaren. Betont deine tolle Stirn und die gerade Nase ausgezeichnet.

Beichthaus.com Beichte #00033777 vom 18.08.2014 um 10:14:59 Uhr in 37075 Göttingen (Robert-Koch-Straße) (18 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000