Ein Souvenir vom Zeitungsausträger

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Ekel Zwang Schamlosigkeit Unreinlichkeit Arbeit

Es fing an, als ich meinen Job als Zeitungsausträger angenommen habe. Das erste Halbjahr verlief normal und gut. Leider habe ich ein Problem: Mein Darm ist, wie soll ich sagen? Wenn er muss, dann muss er, da hilft anhalten oder Ähnliches absolut nicht. Er gibt mir (kulanzweise) fünf Minuten und das war es dann. Entweder ich sitze auf dem Pott oder ich habe halt Pech. Eines Morgens um 4:30 war ich dann unterwegs um 120 Tageszeitungen auszuliefern. Es schien alles normal zu sein, als ich kurz vor Ende merkte, wie mein Darm sich meldete. Ich dachte mir noch im gleichen Moment, dass es sicher nur eine Flatulenz wäre. Leider war dem nicht so, im Gegenteil, es wurde etwas flüssig. Zudem bin ich dann panisch geworden, da alles schlief und ich alleine in der Dunkelheit hockte. Ich wusste wirklich nicht, wohin ich gehen sollte, meine Wohnung war zu weit weg und bis dahin hätte ich es auch nicht mehr geschafft. Also habe ich doch versucht, es einzuhalten, was meinem zickigen Darm aber nicht gefiel. Dann merkte ich, dass es nicht mehr ertragbar war, und dass ich jetzt schnell handeln muss. Ich schaute um mich und sah einen Vorgarten. Ich hüpfte über dessen Zaun und habe meine Notdurft still und heimlich in einer Ecke gemacht. Leider hatte ich kein Taschentuch dabei, deshalb musste ich mir mit den Blättern einer Hecke helfen. Was leider nichts brachte, deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als meine Reservezeitung zu benutzen und damit mein Hinterteil sauber zu bekommen.


Inzwischen rüste ich mich immer mit Taschentüchern aus und habe inzwischen öfters diese Notdurft gemacht. Erwischt wurde ich noch nicht, aber inzwischen lese ich in der Gemeindezeitung, dass man die Haufen der Hunde doch bitte entfernen soll. Ich bin mir unsicher, ob ich das bin oder ob das doch die Hunde unseres Dorfes sind, denn ich mache es immer nur auf Wiesen. Hiermit beichte ich, dass ich einen Reizdarm habe und ich mich nicht dagegen wehren kann. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00033913 vom 09.09.2014 um 11:02:58 Uhr (19 Kommentare).

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Stilbruch im Puppenhaus

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Dummheit Peinlichkeit Kinder

Ich möchte beichten, dass ich durch meine verdammte Schusseligkeit für einen ausgewachsenen Heulkrampf meiner 4-jährigen Tochter gesorgt und zeitgleich den Geburtstags-Kaffee unseres Sohnes mit der buckligen Verwandtschaft gesprengt habe. Wir sind eine große Familie und hatten um die 25 Gäste. Wir saßen an der Kaffeetafel und unsere Kleine wollte stolz ihr neues Puppenhaus präsentieren, schlürrte es heran und knallte es mehr oder weniger auch auf den Tisch, sodass alle eh schon aufmerksam wurden. Omas stehen ja auch immer auf solche altbewährten Klassiker. Naja, auf diesen wohl eher nicht so, denn das Drama nahm seinen Lauf. Nach den "Aaaah, wie schööön" und "So etwas gibt es noch, hatte ich auch schon"-Ausrufen der älteren Damen und der ersten näheren Begutachtung, trat abrupte Stille ein. Was war hier los? Ich setzte die Kaffeekanne ab und eilte herbei, um der Sache auf den Grund zu gehen. Als ich den entsetzten Blicken folgte, entdeckte ich die Katastrophe. Im Untergeschoss des Puppenhauses, Waldorfstil, hölzern, hing in der guten Stube meine Liebeskugelkette von der Decke und stellte wohl den einzigen Gegenstand aus Plastik in der Behausung dar. Nämlich einen mit Wachsmalstiften verzierten Kronleuchter.


Mein Gesicht wurde kalt. Die Welt blieb stehen. Mein Magen sackte durch. Ehrlich gesagt fehlen mir an dieser Stelle auch fünf bis acht Sekunden. Es war grausam. Für alle. Ende vom Lied: Ich entfernte die Deckenbeleuchtung an Ort und Stelle mit den Worten, das würde nicht zusammenpassen, Stilbruch und so weiter. Meine Tochter beharrte auf ihrem eigenen Geschmack, forderte ihr Kunstwerk zurück und alles artete komplett aus. Mehrere Gäste murmelten "Pfui" und "Baaah", holten die Jacken und gingen kommentarlos. Die anderen Kinder überhäuften mich mit Fragen, während ich die Männer durch die Scheibe im Garten rauchen sah. Der Rest mied meinen Blick, knetete die Tischdecke oder stand plötzlich Schlange am Klo. Mein Sohn war stinksauer, obwohl er nicht verstanden hatte, was genau passiert ist, war er sicher, dass ich schuld bin. Die Kurze hasst das Puppenhaus seitdem, weil ich es ja kaputtgemacht habe. Ich habe dann den halben Abend geheult und frage mich noch immer, wie zur Hölle dieses scheiß Ding in die Hände meiner Tochter fallen konnte. Das passiert mir nie wieder.

Beichthaus.com Beichte #00033905 vom 08.09.2014 um 13:20:53 Uhr (24 Kommentare).

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Gewichtszunahme in der Beziehung

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Feigheit Eitelkeit Lügen Partnerschaft

Ich (w/25) möchte beichten, dass ich meinen Freund nicht mehr attraktiv finde, jedoch zu feige bin, es ihm direkt zu sagen. Wir sind seit fünf Jahren zusammen und eigentlich ist er der Mensch, mit dem ich mein Leben verbringen möchte. Doch innerhalb der letzten Jahre hat er um die fünfundzwanzig Kilo zugelegt und seitdem habe ich auch einfach keine Lust mehr auf Sex, auch wenn ich es versuche. Ich bin mit Sicherheit kein oberflächlicher Mensch, der sich einen perfekten Partner wünscht, ich selbst bin auch nicht perfekt, doch er ist nicht mehr der Mann, zu dem ich mich früher hingezogen fühlte. Da eine Trennung für mich nicht infrage kommt - denn neben diesem Problem ist er die Liebe meines Lebens - und ich ihn auch niemals betrügen könnte, bin ich langsam am Verzweifeln. Vor allem, da ich mir auch langsam Sorgen um seine Gesundheit mache. Ich habe schon mehrmals behutsam versucht seine Zunahme anzusprechen und habe sozusagen mit dem Zaunpfahl gewunken, doch er blockte ab und war sichtlich genervt, warum ich ihn nicht akzeptieren könne, wie er ist. Im Stillen hoffe ich jetzt, dass er selbst irgendwann etwas ändern will.

Beichthaus.com Beichte #00033899 vom 07.09.2014 um 22:14:05 Uhr (14 Kommentare).

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Das Recht des Stärkeren

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Boshaftigkeit Ungerechtigkeit Hochmut Kinder Sport Lambsheim

Früher traf ich mich regelmäßig nach der Schule mit meinen Kumpels zum Fußball auf einem kleinen Bolzplatz. Wir waren 14 bis 17, zu dieser Zeit war der Sport unser Zusammenhalt. Eltern, Schule, Zukunftsängste - das war alles ganz weit weg, wenn der Ball erst einmal rollte. Leider fanden wir eines Nachmittags zu unserem Missfallen ein paar kleine Kinder von knapp acht Jahren auf "unserem" Platz vor. Wir wollten ihnen gut zureden, aber sie waren frech und wollten den Platz nicht räumen. Also griffen wir zu radikalen Maßnahmen. Die Kids hatten Schokohörnchen dabei - mein bester Freund nahm sie ihnen weg und ich habe sie dann genüsslich gegessen. Ein anderer Teamkamerad nahm den Ball der Rasselbande und schoss ihn so weit weg, wie er konnte. Ihre Räder wurden schließlich in einem Bewässerungsgraben entsorgt, der mit einer stinkenden, abgestandenen Brühe gefüllt war. Die Kinder liefen flennend davon und wir spielten, wie üblich, auf unserem Platz. Das war sicher nicht besonders nett, aber auf so einem kleinen Dorfplatz gilt eben das Recht des Stärkeren. Auch wir mussten das früher erfahren, als wir von älteren Teams verjagt wurden, uns eine Tracht Prügel angedroht wurde und wir manchmal auch eine Backpfeife bekamen. Irgendwann ist man dann selber groß und sitzt am längeren Hebel. Immerhin haben wir unser Ziel erreicht, ohne direkt Gewalt anzuwenden. Und die Kinder haben fürs Leben gelernt: dass man Respekt vor Älteren haben sollte... Und dass Hörnchen keine gute Sportlernahrung sind!

Beichthaus.com Beichte #00033893 vom 06.09.2014 um 11:36:01 Uhr in 67245 Lambsheim (Bollwerkstraße) (19 Kommentare).

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Saftschubse zwischen asozialen Touristen

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Hass Zorn Dummheit Flug & Co.

Saftschubse zwischen asozialen Touristen
Ich überbrücke meine Zeit zwischen Abi und Studium damit, mir einen Arsch voll Geld als Flugbegleiterin zu verdienen. Die Airline ist ein günstiger Ferienflieger, daher haben wir meistens Pauschaltouristen an Bord, die für 250 Euro in den Urlaub fliegen und denken, sie wären jetzt für eine Woche die Könige. Jeden Tag sehe ich, wie die Menschheit mehr und mehr verdummt und sich immer mehr Leute wie Asoziale verhalten. Mich kotzen diese unverschämten Leute an, die nicht grüßen, die, wenn man sie nach ihrem Getränkewunsch fragt, mit: "COLA!" antworten. Kein Bitte, kein Danke. Leute, die mich am Kleid ziehen oder auf den Rücken klopfen, weil sie es anscheinend nicht auf die Reihe bekommen, mich freundlich mit einem: "Entschuldigung bitte!" zurückzurufen. Kleine Rotzlöffel, die keinen Anstand mehr haben und unfassbar frech sind. Leute, die sich für etwas Besseres halten als ich, weil ich ja nur eine dumme Saftschubse bin. Leute, die mir ihre vollgekotzten Spucktüten und die vollen Windeln ihrer Babys in die Hand drücken. Erwachsene Menschen, die sich aufführen wie kleine Kinder, weil leider die Cola ausgegangen ist. Fette Menschen, die sich den Urlaub versauen lassen, weil sie ihren fetten Körper jetzt leider mit Cola light nähren müssen. Leute, die mich runter machen, für Dinge, für die ich nichts kann.

Manchmal will ich wegen Kleinigkeiten ausrasten. Ich bin es leid, dass ich ständig so scheiße behandelt werde, von Leuten, die sich für etwas Besseres halten. Naja: Ich verdiene 2.500 Euro netto im Monat, mehr als ein Großteil dieses Pöbels. Tut mir leid, dass ich mittlerweile viele Leute in diese asoziale Schublade stecke, aber manchmal reicht es einfach. Ich beichte, dass ich mich oft selbst für etwas Besseres halte, obwohl ich auch nur eine Saftschubse bin. Allerdings werde ich am Ende des Jahres mit 15.000 Euro auf Weltreise gehen und danach Medizin studieren. Vielleicht bleibe ich auch in Nepal im Himalaja, damit ich nie wieder so viele dumme und asoziale Menschen auf einem Haufen erleben muss.

Beichthaus.com Beichte #00033888 vom 05.09.2014 um 09:40:10 Uhr (21 Kommentare).

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