Ich kann mich auf meinen Gaydar verlassen!

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Vorurteile Neugier Hochmut Boshaftigkeit Engherzigkeit Gesellschaft

Ich möchte beichten, dass ich ein großes Geheimnis habe - eigentlich sind es mehrere, die aber zusammenhängen und zwar Folgende: Ich (w/24) bin lesbisch und nicht nur das, ich habe auch noch transsexuelle Tendenzen. Dabei sah ich noch vor ein halben Jahr aus wie das liebe kleine blonde Mädchen von nebenan, das immer lächelt. Innerhalb der letzten 6 Monate stellten sich eben meine wirklichen Bedürfnisse heraus, sodass ich nun komplett anders aussehe und mich auch ein bisschen anders verhalte. Ich habe meine Haare kurz geschnitten und gefärbt und trage nun burschikose Kleidung, ganz so wie ich wohlfühle. Das komische an der ganzen Sache ist nun: Jetzt kommen alle Männer an und wollen was von mir, obwohl ich aussehe wie ein kleiner junge. Vorher, als ich die blonde Sexbombe war - und ich sah wirklich gut aus - wollte kein Mann mit mir zusammen sein und nun kommen alle an, aber mit ernsten Absichten. Ich fasse es einfach nicht.

Meine erste Teilbeichte: Ich genieße diesen Zustand. Ich sage ihnen zwar nach einiger Zeit, dass ich eigentlich lesbisch bin, aber erst, wenn sie mich nach einem Date fragen und dann haben sich die meisten schon Hals über Kopf in mich verguckt. Ihre Gesichter dann zu sehen ist eine große Genugtuung. Okay, bis auf einmal, wo es mir wirklich leidtat, bei einem ganz lieben Kerl.
Nun die Beichte zweiter Teil: Das kennen die meisten nicht, aber lasst mich kurz erklären. In der homosexuellen Szene gibt es so etwas wie einen Gaydar. Das ist so ein Radar oder Instinkt, mit dem man andere fremde Homosexuelle erkennt. Und das funktioniert wirklich. Ich habe im letzten halben Jahr trainiert und ich muss sagen, dass meine Trefferquote bei 99 Prozent liegt. Ich kann homosexuelle Menschen (vor allem Frauen) aus 100 Metern Entfernung erkennen, auch wenn sie sehr heterosexuell aussehen. Mein Instinkt liegt unglaublich oft richtig.

Nun weiß ich leider nicht, ob dieses Gaydar ein Fluch oder ein Segen ist, denn ich sage euch: Wenn man es einmal drauf hat, dann tun sich Abgründe auf. Ich hatte ja keine Ahnung, was in meinem unmittelbarem Umfeld abgeht. Ich nenne euch die krassesten Beispiele: Meine Oma! Meine Oma ist eindeutig eine Lesbe. Ich wusste schon immer, dass sie anders ist und jetzt ist es mir erst bewusst geworden und alles erklärt sich von selbst. Seitdem bin ich ehrlich gesagt traumatisiert und am liebsten würde ich sie darauf ansprechen, aber sie weiß wahrscheinlich selbst nicht mal, dass sie lesbisch ist. Aber mein Instinkt trügt nicht und es gibt so eindeutige Anzeichen davon, das würden sogar Heterosexuelle erkennen, z. B. dass sie überall Orchideen rumstehen hat (=Symbol für das Geschlechtsteil der Frau) und dass ihr Ringfinger eindeutig länger als der Zeigefinger ist (ja, das ist ein Indikator) und einfach die Art wie sie sich gibt, sie ist der Boss der ganzen Familie, und die Art wie sie andere Frauen ansieht und, und, und. Aber ich bin die Einzige in der Familie, die es weiß und ich kann ja schlecht zu ihr hingehen und sagen: Oma, sag mal, bist du lesbisch? Ist ja nicht schlimm, ich bin es auch, sie weiß es noch nicht und sie würde wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen.

Zweites Beispiel: Mein Dozent an der Uni. Ich war drei Jahre lang in ihn verschossen wie sonst etwas, ich war noch nie in einen Menschen so verknallt und ich sagte es ihm auch, doch er schrieb mir eine ganz liebe Mail, in der er sein Alter (er ist 12 Jahre älter) als Grund benutzte, sich nicht mit mir zu treffen. Doch es gab etwas zwischen uns, eine Art unsichtbares Band, ich konnte es nicht erklären. Drei Jahre lang fragte ich mich, was an diesem Typen bloß anders ist. Ich dachte immer, er sei meine einzige Chance auf eine normale heterosexuelle Beziehung, der einzige Mann für den ich je etwas Sexuelles empfand. Haha, dachte ich. Ich sah ihn letzte Woche nach sechs Monaten zum ersten Mal wieder, auf dem Gang in der Uni, und es traf mich wie ein Blitz. Nachdem ich mich nun in der Szene etwas auskenne und weiß wie die verschiedenen Typen so aussehen, auch die transsexuellen, war es mir schlagartig klar: Mein total süßer geiler Dozent war mal eine Frau. Und auch hier erklärte sich mit einem Schlag alles wie von selbst. Warum war er anders als die anderen? Diese Hände und diese Augen, warum waren sie von einer Frau, warum schaute er in seinen Kursen vorzugsweise die Lesben und Schwulen an? Klar, weil er sie schon aus der Szene kennt. Und auch hier, bin ich wieder die Einzige, die es zu wissen scheint.

Jetzt hat er mich letzten Woche in meinem neuen Outfit gesehen und ich muss sagen: Er stand wie angewurzelt da und starrte mich an. Dieses Mal traf es ihn wohl wie der Blitz und ich muss gestehen, jetzt mache ich mir Hoffnungen wie irre, dass es doch noch zwischen uns klappt. Meine schlimmste Teilbeichte ist nun: Ich habe schon öfter daran gedacht ihn damit zu erpressen, an der Uni Plakate aufzuhängen, wo drauf steht, dass er trans ist, nur damit er mit mir schläft. Dass ich zu ihm in die Sprechstunde gehe und ihm das so sagen will. Ich bin ein böser Mensch, es tut mir leid. Auf jeden Fall, genieße ich diese völlig neue Sicht auf diese Welt gewonnen zu haben und fühle mich in gewisser Weise der heterogenormten Welt überlegen. So, danke fürs lesen!

Beichthaus.com Beichte #00025389 vom 15.12.2008 um 12:16:18 Uhr (78 Kommentare).

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Die Mail für den Horror-Ex

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Boshaftigkeit Hass Zorn Ex Internet Frankfurt

Heute kam eine Mail von meinem Ex, die ich zuerst völlig missverstanden habe (hoffe ich, sonst drehe ich durch) und ich habe ihm dann alles geschrieben, was ich schon lange loswerden wollte: Dass er mich gequält, gedemütigt, ständig zur Schnecke gemacht hat, damit es ihm und seinem Ego gut geht. Ich habe mir viel zu lange viel zu viel bieten lassen. Wenn ich nicht 24/7 bereitstand, hat er meine Mutter angerufen und sich beschwert, was für eine schlechte Freundin ich bin; wenn ich mich mit meinen Freundinnen getroffen habe, hat er Telefonterror geschoben, weil er es nicht ausstehen konnte, dass ich woanders bin. Es war nur noch peinlich und seine Mails waren bösartig und nur gedacht, um mich bis ins Innerste zu treffen. In der Antwort-Mail stand, dass ich lieber sterben würde, als ihn noch einmal zu sehen und ich nie wieder zurück möchte, da ich nachts manchmal immer noch aus einem Albtraum wegen ihm aufwache. Dass ich ihm alles Gute wünsche (damit ich endlich meine Ruhe habe) aber nicht mit mir. Die Mail war gemein, aber ich konnte das alles nicht mehr für mich behalten. All die Monate war ich stark und habe mich nicht zu dem leisesten bösen Wort hinreißen lassen, und heute bin ich völlig ausgeflippt und habe ihm eine zickige, dumme Mail geschrieben. Ich wollte doch immer mein Gesicht bewahren.

Beichthaus.com Beichte #00025387 vom 14.12.2008 um 22:28:34 Uhr in Frankfurt (19 Kommentare).

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Ich verarsche Leute, die mich verarschen wollen!

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Boshaftigkeit Zorn Engherzigkeit Rache Verschwendung

Ich hasse es, wenn Leute denken, mich professionell verarschen und über den Tisch ziehen zu können. Wer kennt das nicht, morgens zehn Uhr, gerade Urlaub, durchzechte Nacht und das Telefon klingelt. Man denkt, es könnte wichtig sein und quält sich aus dem Bett, stürzt zum Telefon und hat eine Tonbandstimme am Rohr, die einem weißmachen will, dass man Geld gewonnen hat oder irgendein nerviger Mensch, der einen Text runterbetet, um irgendwas zu verschachern. Das regt mich so auf, dass ich vor Wut platzen könnte. Dem Tonband geben ich dann immer meine Adresse bekannt, natürlich nicht meine echte. Aber sollen sie mal schön ihr Geld ausgeben und Briefe an Heinz Wasweißich schicken. Die Telefonverkäufer lasse ich schön ausreden, stelle Tausend mir sehr wichtige Fragen um sie möglichst lange aufzuhalten, da ich ja weiß, dass solche Leute nach Provision bezahlt werden. Wenn sie dann denken, dass ich wirklich interessiert bin an dem Müll, den sie mir verkaufen wollen, sage ich ihnen dann erst einmal wie scheiße ich sie finde, bedanke mich, dass sie so toll ihren Text runtergebetet haben und wünsche ihnen noch, dass sie in der Hölle braten.

Wenn ich ganz gut drauf bin, lasse ich während des Gesprächs wüste Schimpfworte fliegen und weise darauf hin, dass ich nichts dafür kann, da ich an Tourette leide. Das mache ich dann so lange, wie sich der Verkäufer das gefallen lässt, bevor er checkt, dass er schlicht verarscht wird. Die sind oft so verzweifelt in der Hoffnung einen willigen Kunden gefunden zu haben, dass dies lange dauern kann. So zieht man die Gespräche auch schön in die Länge und stiehlt ihnen die Zeit um andere Opfer zu nerven.
Sorry, aber für solche Leute habe ich einfach keine Toleranz. Ist mir schon klar, dass jeder irgendwie sein Geld verdienen muss, aber das geht auch anders als irgendwelchen Dummen das Geld aus den Rippen zu leiern, für falsche Versprechen oder minderwertige Produkte.

Beichthaus.com Beichte #00025375 vom 13.12.2008 um 12:35:39 Uhr (13 Kommentare).

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Der Stein in der Scheibe

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Feigheit Vandalismus Schule Bremen

Ich glaube, es war in der 3. Klasse, als ich mal wieder mit Freunden wütend auf die Weiber meiner Klasse war. Auf dem Schulhof nahm ich dann einen Stein in die Hand und warf ihn mit voller Wucht, ohne Absicht, aus 20 Metern genau gegen eine Scheibe der Turnhalle, die daraufhin natürlich zu Bruch ging. Ich war total baff und erschrocken, natürlich hatten das auch wieder die Älteren gesehen und nach der Pause kam es, wie es kommen musste - ein Typ von denen, die es gesehen haben, kam in meine Klasse und fragte, ob jemand mit einem gelben Pullover in diese Klasse geht. Ich, so feige wie ich damals war, duckte mich, sodass der Lehrer mich mit seinem schweifenden Blick nicht erfasste. Ich war gerettet und kam die nächsten zwei Tage nicht zur Schule, aus der Angst, doch noch enttarnt zu werden. Im Nachhinein tut es mir leid, aber es war ja schließlich keine Absicht.

Beichthaus.com Beichte #00025365 vom 11.12.2008 um 15:05:28 Uhr in Bremen (7 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Spende nur 30 Cent täglich!

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Dummheit Verschwendung Geld Triftern

Ich (m/20/naiv) möchte beichten, dass ich einer der größten Deppen überhaupt bin. Letzte Woche hat ein Kerl bei mir geklingelt, der mir erzählte, wie sehr sein Arbeitgeber (eine Service-Vermittlung im Bereich Luftrettung) doch unter neuen Gesetzen und damit wegfallenden Subventionen leide und dass doch dadurch nicht zuletzt auch die Verletzten litten, deren Rettung nun viel länger dauern würde. Mit einer Spende von täglich 30 Cent würde ich der Menschheit helfen können, versicherte er mir. Da ich zwar naiv aber doch manchmal auch skeptisch bin, sagte ich, ich müsse es mir erst in Ruhe überlegen. Er war zwar sichtlich nicht zufrieden damit, nahm meine Entscheidung aber scheinbar an. Er sagte, ich solle nur noch einmal die Widerrufsbelehrung unterschreiben.

Und hier kommt meine unendliche Dummheit ins Spiel: Ich unterschrieb, ohne zu lesen, was darunter stand. Unter Widerruf stellte ich mir ehrlich gesagt vor, dass ich damit noch keine Verbindlichkeiten eingehe, was ein Irrtum war. Für alle Leser, die es nicht wissen sollten: Das Widerrufsrecht gestattet euch, einen abgeschlossenen Vertrag innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zu kündigen. Naja jetzt bin ich eine Erfahrung reicher und 156 Euro ärmer. Ich hoffe, dass diese Beichte einige davor bewahrt, den gleichen dummen Fehler zu begehen.

Beichthaus.com Beichte #00025359 vom 10.12.2008 um 19:22:20 Uhr in Triftern (26 Kommentare).

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