Alzheimerlügen

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Lügen Falschheit 50+ Gesundheit Familie Großbettlingen

In ihren letzten Jahren hatte meine Ur-Oma Alzheimer. Da sie im örtlichen Altersheim lebte, besuchten meine Familie und ich sie sehr oft. Sie erzählte uns immer die wildesten Geschichten, die anscheinend passiert seien. Auch von uns wusste sie oft Dinge, von denen wir keine Ahnung hatten (vermutlich Träume, die sie dann im Nachhinein für echt hielt). Anfänglich versuchten wir noch, sie bei solchen Dingen zu verbessern. Nach einigen Geschichten ließen wir das dann allerdings und spielten mit, da alles ansonsten oft in Streit endete, da sie an ihren Geschichten festhielt und der festen Überzeugung war, das alles sei wirklich so. So wurde mein Vater ein Dieb, dessen Diebesgut sich bei uns im Keller stapelt, meine Mutter eine Prostituierte, die Geld spart um mit ihrer Affäre durch zu brennen, ich und mein Bruder hatten noch eine Schwester die im Rollstuhl saß, mein Bruder kam zu einer Pflegefamilie und ich besaß zwei große Hunde. Ich möchte mich für diese falschen Dinge, die wir bestätigten, entschuldigen, auch wenn es ihr dadurch besser ging und kein Streit aufkam. Im Grunde war es für alle Betroffenen das Beste, allerdings habe ich manchmal trotzdem ein schlechtes Gewissen deswegen.

Beichthaus.com Beichte #00029046 vom 16.06.2011 um 19:29:04 Uhr in 72663 Großbettlingen (Grafenberger Straße) (19 Kommentare).

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Lieber zurück ins Krankenhaus

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Engherzigkeit Familie Gesundheit

Bei mir zu hause ist es einfach unangenehm. Bei uns wird öfters rumgejammert und geschrien, es gibt viel Streit und ziemlich viel Ärger. Hinzu kommt immer wieder langweiliges Essen, fast immer das gleiche und auch noch langweilige 7 Tage die Woche. Und unser Vater unternimmt auch nichts mehr mit mir. Mit meiner Schwester habe ich nur Streit und außerdem haben meine Schwester und meine Mutter auch immer Streit und ich muss mir die ganze Zeit dieses Gejammer anhören. Kurz: Bei mir zu hause ist es einfach stink langweilig, unangenehm und sau stressig.
In der letzten Woche wurde ich Krank und musste für sechs Tage ins Krankenhaus. Plötzlich seit langem eine neue Erfahrung. Nette Leute, nette Pfleger, nette Ärzte und gutes Essen. Mir hat es ziemlich gefallen. Ich wurde auch ein paar mal von meinen Eltern besucht, was ich auch gut fand. Gestern wurde ich entlassen und ich vermisste schon Minuten später all die netten Leute dort und das gute Essen. Zuhause angekommen, freute ich mich nur ein bisschen darüber, dass ich wieder zu hause war. Dann jedoch sah ich, dass das alles wie von vorne weiter ging. Ich beichte, dass ich den Aufenthalt im Krankenhaus und all die netten Pfleger mehr vermisse als ich mein Zuhause vermisst habe, nachdem ich dort verbleiben musste und dass ich jetzt allzu gern wieder dort sein möchte.

Beichthaus.com Beichte #00029044 vom 16.06.2011 um 13:06:05 Uhr (15 Kommentare).

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Scheu wie ein Reh

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Schamlosigkeit Peinlichkeit Neugier Tiere Rheinbreitbach

Ich (w) bin einmal mit einer Freundin ausgeritten. Am Rande einer großen Waldwiese ließen wir die Pferde grasen. Plötzlich rief meine Freundin: "Guck mal, da hinten ist ein Reh!" Ich sah hin, und auch mein Pferd (Araber), welches gerne Dingen auf den Grund geht, hatte das vermeintliche Reh schon entdeckt. Es riss den Kopf hoch und die Augen auf, blähte die Nüstern, hob den Schweif und warf sich total in Pose. Dann ging es im Stechtrab ab in Richtung Reh. Ungefähr auf halber Strecke konnte ich erkennen, dass es sich statt um ein Reh um ein nacktes Pärchen beim Schäferstündchen gehandelt hat, das wohl hoffte, da oben ungestört zu sein. Ich beichte, dass ich mein schnaubendes Pferd nicht zurückgehalten habe, sondern mich statt dessen vor lautlosem Lachen kaum noch im Sattel halten konnte. Kurz bevor ich da war, verschwand das scheue Pärchen übrigens mit wenigen Sätzen in dem kleinen Tannenwäldchen.

Beichthaus.com Beichte #00029043 vom 16.06.2011 um 09:44:32 Uhr in Rheinbreitbach (23 Kommentare).

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Surimi und California Roll

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Lügen Völlerei Ernährung Berlin

Ich möchte beichten, dass ich rückgratlos bin und alle meine Freunde belüge - und das nur für mein Lieblingsessen. Ich gelte nämlich als der absolute Vorbild-Veganer in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich setze mich für Tier- und Umweltschutz ein, lebe schon seit vielen Jahren vegan, kläre die Leute um mich herum immer wieder über die Vorteile veganer bzw. vegetarischer Lebensweise auf und so weiter. Ich predige nicht, und gelte auch nicht als nerviger Spinner - sondern eher als sehr konsequenter Mensch und die meisten bewundern und unterstützen meine Einstellung, wahrscheinlich, weil meine Art auch einfach sympathisch wirkt. Das Gesamtbild von mir ist einfach stimmig und konsequent. Was aber keiner von ihnen weiß: Ich habe vor Kurzem angefangen, manchmal heimlich Sushi zu essen. Klar, veganes Sushi mit Gemüsekram ist auch ganz nett, aber ich hatte jahrelang schon Heißhunger auf richtig fette Surimi- und Fischrollen. Eines Tages habe ich mir dann einfach mal welche geholt, und habe gehofft, dass mir davon schlecht wird und mein Verlangen dann einfach weggeht. Aber das hat es noch schlimmer gemacht.

Ich habe jetzt ständig Heißhunger auf Sushi und habe niemanden, mit dem ich mich einfach mal ins Restaurant setzen kann, ohne das mein ganzes Image zusammenbricht. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ein unglaublich schlechtes Gewissen habe und ich mich dafür hasse, wenn ich überlege, was den Tieren alles angetan wurde, damit sie auf meinem Teller landen. Es verstößt absolut gegen alle meine Überzeugungen und Moralvorstellungen, aber ich habe schon wieder Bock auf eine geile California Roll. Ich fühle mich einfach nur beschissen, weil ich nicht damit klar komme mich selbst so zu verarschen. Aber wenn die Heißhunger-Attacke erst mal da ist, vergesse ich das eh wieder und greife einfach zu.

Beichthaus.com Beichte #00029038 vom 15.06.2011 um 16:20:56 Uhr in Berlin (70 Kommentare).

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Chili-Schnitzel

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Peinlichkeit Ekel Restaurant Auto & Co. Autobahn AWallau

Chili-Schnitzel
An einem Freitagabend traf ich (m/30) mich mit Freunden in einem Lokal in Wiesbaden, gemütlich etwas Essen und später etwas Trinken gehen. Es gab ein sehr leckeres Chili-Schnitzel, dazu 2 alkoholfreie Weizen, da ich ja noch fahren musste. Danach gesellten sich noch ein paar weitere alkoholfreie Biere dazu. Als ich zu später Stunde nach Hause fahren wollte, merkte ich schon, dass etwas in meinem Magen gärt. Aber nochmal alleine in ein Lokal und etwas bestellen? Wie bescheuert sieht das denn aus? Nein, sind ja nur 20 Minuten bis daheim, klappt schon irgendwie. Also losgefahren auf die Autobahn. Nach wenigen Minuten wurde es immer schlimmer, ging sogar bis zu Magenkrämpfen. Um das noch im Griff zu haben drückte ich das linke Bein gegen die Fußstütze neben der Kupplung. Die Fast-Schiss-Anfälle kamen und gingen im 2-Minuten Takt. Plötzlich lugte es schon etwas hervor und ich bin raus auf den Standstreifen gefahren. Warnblinkanlage an und mich strategisch in die Gegend rechtes Vorderrad gehockt, so dass es wenigstens irgendwie nach Reifenwechseln aussieht. Einige goldene Götter entfleuchten mit viel Druck. Zum Glück hatte ich Taschentücher im Auto. Problematisch war noch die Boxershorts hochzuziehen, das geht nicht in der Hocke.

Ich habe aus Eitelkeit nicht alleine in einem Lokal zu sitzen auf die Autobahn geschissen. Diese Geschichte werde ich mir aufheben und sie an meinem Sterbebett, wenn jeder erwartet ich würde etwas Bedeutungsvolles über mein Leben oder meine Familie sagen, zum Besten geben. Bis dahin konnte ich immerhin hier mein Gewissen erleichtern, Danke.

Beichthaus.com Beichte #00029037 vom 15.06.2011 um 08:31:49 Uhr in Autobahn A66 Wallau (18 Kommentare).

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