Ich, mein Bruder und der Freigeist

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Eifersucht Neid Partnerschaft Familie Wien

Ich (m/23) bin neidisch auf meinen Bruder - um es mal ganz sanft auszudrücken. Die Wahrheit ist, dass ich mir wünschte, er wäre tot. Er war schon immer beliebt, selbstbewusst, jedermanns Freund, ein Sonnenschein, eine Sportskanone, ein Mädchenschwarm und wusste, was er mit seinem Leben machen will. Ich dagegen bin zögerlich, zaghaft, unsicher, habe fast keine Freunde und fühle mich wie ein Schatten. Ein ganz schlimmes Erlebnis für mich war, als ich mal meine Mutter zu Bekannten sagen hörte, dass sie sich zwei Kinder gewünscht haben - einen Jungen und ein Mädchen. Und wie überrascht sie waren, als ich dann ein Junge war und dass sie deshalb ein drittes Kind, unsere Schwester, bekommen habe. Es war wie ein Schlag in die Magengrube. Er ist der Liebling, das perfekt gelungene Wunschkind, während ich nicht erwünscht war. Wäre unsere Schwester vor mir auf die Welt gekommen, gäbe es mich gar nicht. Ich kann mich nicht dagegen wehren, wie weh dieses Wissen tut.

Das alles habe ich bisher ertragen. Weil mein Bruder so ein verdammt netter und lieber Mensch ist, konnte ich ihn bisher auch nicht hassen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Grund dafür ist die Frau, die ich, seit ich 13 bin, liebe. Ich hatte mit ihr mein erstes Mal und kurz konnte ich sogar mit ihr zusammen sein. Sie ist ein Freigeist und nimmt, was kommt, was bedeutet, dass ihr unser Techtelmechtel nichts bedeutet hat, im Gegensatz zu mir.

Vor fast zwei Jahren sind urplötzlich sie und mein Bruder zusammengekommen. Ich war erschüttert und verletzt wie nie zuvor, als sie es mir beide mit mitleidigem Blick und der Bitte nach Verständnis gebeichtet haben. Jeder meiner Vermutungen zum Spott blieben sie tatsächlich zusammen - ich dachte nicht, dass ihr Freiheitsdrang und ihre Sexlust, die sie immer mit möglichst vielen Männer auslebte, zu bändigen sei. Aber er hat es natürlich geschafft. Ausgerechnet bei der Frau, die ich vergöttere. Und nun ist sie schwanger. Er (28) und sie (23) - die perfekte Verbindung aus Schönheit und Erfolg. Sie sind das Traumpaar schlechthin. Und ich koche vor Wut. Ich will ihn nicht hassen, weil er mich liebt und immer toll zu mir war, aber ich hasse ihn so sehr, dass ich Nacht für Nacht mit den Zähnen knirsche. Er hat doch schon alles, was mir versagt ist - gutes Aussehen, Selbstbewusstsein, Erfolg, das Lieblingskind und der Frauenschwarm. Warum muss es ausgerechnet die Frau sein, die ich so sehr liebe? Wieso muss sie ausgerechnet mit ihm glücklich werden und nun eine Familie gründen? Ich hasse ihn so sehr. Ich bin krank vor Wut und Eifersucht und das macht mir Angst.

Beichthaus.com Beichte #00035275 vom 19.03.2015 um 04:04:53 Uhr in Wien (Dammstraße) (18 Kommentare).

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Betrunken in Frankreich

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Trunksucht Schamlosigkeit Neugier Ekel Last Night

Ich bin gerade in einem Erasmusaufenthalt in Frankreich und wohne gezwungenermaßen in einem hiesigen Studentenwohnheim. Wie das als Ausländer - und vor allem als Erasmusstudent so ist, ist man quasi dazu verpflichtet, jede Festlichkeit, die sich bietet, mitzunehmen und natürlich auch das eine oder andere Bierchen zu naschen. Man hat ja als Deutscher die Bierkultur hochzuhalten, hört sich vielleicht komisch an, aber sobald man sich im Ausland bewegt, ertappt man sich des Öfteren, dass man sich auf dieses Stereotyp der unerreichten deutschen Braukunst beruft. Wie dem auch sei - zugetragen hat sich Folgendes: Der Zenit der Campusparty war längst überschritten und ich hatte demnach Unmengen von alkoholischen Leckereien inhaliert, wiedergefunden habe ich mich auf einer kurzen Afterhour im besagten Wohnheim. Wie das wohnheimtypisch so ist, ähnelt ein jedes Stockwerk exakt dem Anderen. Ich muss mich in der siebten Etage befunden haben, als mich der langsam anbahnende und immer stärker werdende Stuhldrang forcierte, mein eigenes Schlafgemach schnell aufzusuchen, eine Stange Lehm aus den Lenden zu pressen und in der Wonne meiner durchgelegenen Matratze in den Schlaf zu gleiten.


Praktisch, dachte ich mir beim Verlassen der Afterparty - der Flur ist ja meiner, 20 Meter dann links und dann bin ich ja schon da. Nur blöd, dass ich vergessen hatte, die vier Etagen zu meinem Reich runterzugehen. Mein Türäquivalent war offen und ich trat ein. Zuerst bemerkte ich nicht, dass ich mich nicht in meiner Wohnung befand, erst als ich mich auf dem Keramikthron platzierte, hemmungslos entspannte und mich vollkommen dem befreienden Gefühl der Erleichterung hingab. Mein Blick schweifte umher und ich erkannte zwangsläufig an Duschgel, Postern und Handtüchern, dass ich mich nicht bei mir befand. Nach vollendetem Geschäft erklärte ich die Toilette umgehend für Lebewesen mit funktionierendem Geruchsepithel als Sperrzone - für die kommenden drei Jahre. Eigentlich wollte ich mich schnellstmöglich auf den Heimweg machen, doch beim Verlassen der Toilettenräumlichkeit ergriff mich ein starker und unnachgiebiger Drang der Neugier, wer denn hier wohnt. Ich trat ein und eine ganz passable Brünette lag schlafend im Bett.


Ich fasste das nicht erschallende "raus hier" als Einladung, mich im Zimmer und Küche umzusehen, netterweise waren noch Crêpes da und ich snackte erst einmal gefühlte 37 der bretonischen Eierkuchen und bediente mich am Saftarsenal aus dem Kühlschrank, bis ich dann beschloss, schlafen zu gehen. Neben der Französin. Was das dann am nächsten Morgen für verstörende Blicke ihrerseits hervorgerufen hatte, könnt ihr euch sicher denken, mittlerweile ist einige Zeit vergangen und ich besuche diese Madame des Öfteren, man konzentriert sich dabei aber nicht auf Crêpes essen, so viel sei gesagt. Ich bereue, dass ich mit meinem unmoralischen Verhalten noch auf einen grünen Zweig gestoßen bin, und meine nächtliche Unverschämtheit noch erfolgreich war. Meiner Meinung nach sollte keine Tat folgenlos bleiben.

Beichthaus.com Beichte #00035274 vom 18.03.2015 um 23:13:10 Uhr (10 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Verschwundene Bücher in der Bib

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Aggression Hass Zorn Selbstsucht Studentenleben

Ich muss beichten! Zwar habe ich noch nicht explizit gehandelt, werde aber demnächst wohl zu körperlicher Züchtigung meiner Kommilitonen greifen - wir schreiben gerade eine Hausarbeit und seit Montag ist auf mysteriöse Weise eines der Bücher aus dem Präsenzbestand, […]
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Beichthaus.com Beichte #00035272 vom 18.03.2015 um 14:51:35 Uhr (14 Kommentare).

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Das entspannte Leben als Student

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Neid Studentenleben

Ich (w/23) möchte beichten, dass ich tierisch neidisch auf das entspannte Studentenleben meines Freundes bin. Er studiert schon seit über zehn Jahren und arbeitet noch mindestens die nächsten drei Jahre an seiner Doktorarbeit. Er hat keinerlei Anwesenheitspflicht und muss auch keine Ergebnisse vorweisen, bekommt jedoch das Fünffache meines Azubigehalts. Ich selbst habe mich nach meinem Studienabbruch für eine der schwersten Ausbildungen entschieden, die man machen kann. Das bedeutet viel Arbeit, öfters Überstunden und vor allem ständiges Lernen. Er dagegen macht sich oft einen schönen Tag, geht shoppen, ins Fitnessstudio oder schläft bis Mittag. Es ist wirklich frustrierend nach einem stressigen Tag nach Hause zu kommen und zu sehen, dass man scheinbar irgendwas falsch gemacht hat.

Beichthaus.com Beichte #00035269 vom 17.03.2015 um 18:38:24 Uhr (19 Kommentare).

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“Beichte

Erfundene Freunde

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Verzweiflung Feigheit Falschheit Lügen Gesellschaft

Ich (m/24) möchte beichten, dass ich sämtliche Personen in meiner Umgebung regelmäßig anlüge. Angefangen hat das Ganze, als ich in die Pubertät kam. Da ich schon immer schüchtern war, habe ich in der neuen Schule nicht wirklich Freunde gefunden. Ich war jedoch kein klassisches "Opfer", da ich sehr groß und sportlich gebaut war. Jedenfalls haben meine Eltern sich immer mehr Sorgen gemacht und mich gedrängt, etwas mit meinen neuen Freunden zu unternehmen. Da sie wirklich traurig waren, habe ich mir dann unter anderem Freunde ausgedacht und habe mit diesen imaginären Freunden Silvester und Geburtstag gefeiert - in Wirklichkeit saß ich irgendwo alleine rum und habe die Zeit abgesessen. Für mein Studium musste ich dann umziehen, und auch hier hatte ich wieder Probleme, Anschluss zu finden. Die neuen Kommilitonen habe ich auch alle belogen. Natürlich kam dann auch mal das Thema Frauen auf, und mit wie vielen man schon geschlafen hätte. Ich bin bis heute Jungfrau und habe noch nie eine Frau geküsst, ich hatte noch nicht mal ein Date. Ich kann wenig bis überhaupt nicht mit Frauen reden, geschweige denn flirten. In der Schulzeit war mir das schon extrem peinlich und zum Beispiel meine kleine Schwester und mein Vater haben mich immer damit aufgezogen, dass ich schwul wäre und meine Mutter hat sich natürlich auch gewundert. Mir ist das Ganze unbeschreiblich peinlich und wenigstens vor ihnen wollte ich gut dastehen.


Ich glaube, dass ich mittlerweile unter einer sozialen Phobie leide, jedenfalls ist das Ganze nie aufgeflogen. Meinen Kollegen und meiner Familie habe ich dann Bilder von Frauen (meinen "Freundinnen") aus dem Internet gezeigt, um die Illusion aufrecht halten zu können. Mich zerfrisst das Ganze einfach, und wenn ich sehe, wie viele Freunde andere in meinem Alter haben, oder was für hübsche Freundinnen, würde ich mich am Liebsten vor die nächste Bahn schmeißen. Jeden Tag muss ich die Leute immer weiter belügen, damit das Ganze nicht auffliegt - von Leuten im Fitnesscenter bis hin zu meinen Großeltern. In Wirklichkeit gibt es keine einzige Person, mit der ich mal reden könnte oder die die Wahrheit kennt. Es tut mir wirklich leid, jedoch kann ich damit auch nicht einfach aufhören.

Beichthaus.com Beichte #00035268 vom 17.03.2015 um 18:20:44 Uhr (15 Kommentare).

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