Mit Pfefferspray in der Bahn

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Misstrauen Engherzigkeit Waghalsigkeit Bahn & Co.

Ich (m) wohne in einer Grenzregion, an der die ganzen Wirtschaftsflüchtlinge ankommen. Schon seit Längerem wird es einem Angst und Bange. Daher habe ich mir Pfefferspray gekauft. Die Dose habe ich immer in meiner Aktentasche. Als ich das letzte Mal mit der Bahn gefahren bin, wollte der Schaffner den Fahrausweis sehen - diesen hatte ich ebenfalls in der Aktentasche, habe ihn aber nicht gleich gefunden. Ich musste erst mal das Pfefferspray zur Seite tun, was der Schaffner natürlich gesehen hat. Er hat richtig Angst bekommen und ging einen Schritt zurück, was ich aber erst später realisiert habe. Mittlerweile mache ich mir hieraus einen Spaß und nehme das Pfefferspray zumindest teilweise aus der Aktentasche, um nach meinem Fahrschein "zu suchen." Schaffnerinnen haben übrigens weniger Angst als Schaffner. Darauf angesprochen hat mich aber noch niemand.

Beichthaus.com Beichte #00037599 vom 13.02.2016 um 20:18:40 Uhr (20 Kommentare).

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Der Trottel und die Studentin

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Falschheit Lügen Dummheit Hochmut Ex

Ich (m/34) will hier beichten, dass ich meine Ex vor vier Jahren zu ihrem Studienbeginn richtig böse habe auflaufen lassen. Sie ist nicht ganz 12 Jahre jünger als ich, aus recht gutem Hause und eigentlich lieb, aber schlichtweg verzogen und vergaß damals regelmäßig, den Filter zwischen Hirn und Mund zuzuschalten. Man musste ihr gegenüber schon teils dominant auftreten, damit sie ihre freche und auch arrogante und rotzige Art beiseite ließ, dann war sie wie gesagt wirklich lieb. Trotzdem sah ich bei Diskussionen wegen Kleinigkeiten auch oft genug ihren Rücken und verschränkte Arme. Dazu kommt, dass ihr Studiengang selbst in der Naturwissenschaft recht elitär ist und weltweit eine große Zukunft hat, Genetik und Biochemie, so viel sei hier verraten.

Ich dagegen komme aus einer Handwerkerfamilie und hatte auch nie Ambitionen zu studieren, obwohl ich jede Fortbildung in meinem Beruf mitnehme und darin auch wirklich gut bin, ich habe die Lehre mit Auszeichnung bestanden und bin inzwischen Teilhaber meines Ausbildungsbetriebes und sicher alles andere als dumm geboren. Ich habe definitiv und ohne Angeben zu wollen, aus mir und meinen Anlagen das Maximum rausgeholt und die Welt braucht ja auch Macher, nicht nur Forscher, oder? Und genau darum geht es hier. Denn meine Ex hatte bei ihrer Familie schon schamhaft verschwiegen, dass ich ja nur den qualifizierenden Hauptschulabschluss habe, was nicht mal stimmt, da ich mit 1,1 abgeschlossen habe, besitze ich auch den Realschulabschluss, da sich das anbot, in drei anderen Fächern die Prüfung mitzunehmen. Ich sagte ihr halt nur, ich bin den Weg über Hauptschule und Lehre gegangen. Und bei der mittleren Reife war die schlechteste Note eine 2 und ich habe auch ein Zeugnis darüber, ich habe es ihr nur nicht vorm Gesicht rumgewedelt, sie wusste es halt nicht.

Aber den Oberhammer brachte sie bei der Vorbereitung der ersten Semesterparty. Diese findet eine Woche nach Immatrikulation und Semesterbeginn auf dem Campus statt und sie fragte mich zögerlich, ob ich mitkommen wolle. Ich merkte, da ist was im Busch, sagte aber einfach nur zu. Dort unterhielt ich mich hervorragend mit einigen anderen Studenten, bis irgendwem die Bemerkung entkam: "Also, dumm ist er doch wirklich nicht." Ich fragte nach und bekam schnell heraus, dass meine Ex sich schämte, mit einem ungebildeten Handwerker zusammen zu sein, der ihr intellektuell nicht das Wasser reichen könne. Dazu muss man aber sagen, dass meine Ex außerhalb ihres Fachgebietes weder ein gutes Allgemeinwissen besaß, noch irgendeine Ahnung vom Leben außerhalb ihres geschützten Rahmens hatte. Amtsgänge alleine waren schon zu schwierig. Damals hat mich das aber weder gestört noch habe ich das anderen unter die Nase gerieben, ich habe es nicht mal wirklich registriert, sondern auf ihr Alter (damals grade 19) und damit wenig Lebenserfahrung geschoben.

Ich drehte den Spieß dann aber um und stellte mich, leicht zu bemerken, dass es Show war, als der totale Trottel hin, gegen den selbst Tommy aus Voll Normaaal ein Geistesriese war. Ich zog eine regelrechte Comedynummer ab und wies immer wieder darauf hin, wie dumm ich im Gegensatz zu meiner Freundin doch sei. Am Ende sagte ich dann mit einer sehr doofen Stimme "u-u-u-u-nd ma-ma-manchmal kann ich sogar einen g-g-ganzen Satz sagen und morgen kann ich bestimmt schon alleine aufs Klo!" was wirklich mit brüllendem Lachen, Klatschen und Pfiffen belohnt wurde. Wir waren ja auch alle nicht mehr ganz nüchtern und die Stimmung war echt nett. Naja, die Beziehung hielt nicht mehr lange, sie stand in der Uni als arrogant und oberflächlich da, was natürlich nur meine Schuld war.

Dafür bekam meine Firma mehr Aufträge, da mich einige der Studis gegoogelt haben und gesehen haben, dass wir gut, schnell und zu normalen Preisen arbeiten und das an der Uni weitergaben. Und gerade Studentenwohnungen sind oft in einem Zustand, in dem meine Branche gebraucht wird. Ach ja, ich bin übrigens seit zwei Wochen mit einer angehenden Tierärztin verheiratet und die hat so etwas nicht nötig. Und in vier Monaten werde ich Vater. Und wenn mein Kind studieren mag, bitte, aber verzogen und arrogant wird es garantiert nicht. Dafür sorgen wir, indem wir ihm Liebe, Respekt und Anstand nahebringen werden. Das - positive Vorbilder - hat meiner Ex nämlich gefehlt. Aber immerhin hat sie ihren Bachelor bereits mit guten Noten abgeschlossen, etwas Fähigkeit steckt halt doch in ihr, und es sei ihr auch aus vollem Herzen vergönnt.

Beichthaus.com Beichte #00037596 vom 13.02.2016 um 15:05:44 Uhr (20 Kommentare).

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Ich war wohl ein komischer Kauz!

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Ekel Peinlichkeit Unreinlichkeit Arbeit

Nach jahrelanger Geheimnistuerei wird es endlich Zeit, zu beichten. Als ich (m/32) damals mit 18 meine Ausbildung zum Bürokaufmann begann, war ich noch nicht allzu selbstbewusst. Ihr müsst verstehen, dass für mich das neue Umfeld wie eine andere Welt war. Überall waren Anzugträger zu sehen, der Kommunikationsstil war gehoben, weshalb ich mir unter meinen Kollegen keinen Faux-Pas leisten wollte. Deshalb arbeitete ich übereifrig, um die anderen von meiner Person zu überzeugen. Auf Pausen verzichtete ich beispielsweise komplett. Doch viel ungewöhnlicher waren meine Toilettengewohnheiten. Wenn man ein großes Geschäft verrichten wollte, musste man zwangsläufig durch einen gewissen Raum, in der die meisten meiner Kollegen arbeiteten. Das heißt, man wusste immer sofort, dass ich bei Betreten des Raumes kacken musste. Mir persönlich war das gerade in den ersten Tagen sehr unangenehm.


Damals bildete ich mir ein, die anderen würden denken, ich genehmige mir eine zusätzliche Pause. Jetzt, im Nachhinein, finde ich den Gedanken dumm, aber hinterher ist man immer schlauer. Nun kommt das eigentlich Verrückte. Da ich als Mensch mit Stoffwechsel trotzdem irgendwie meinen Darminhalt ausscheiden musste, geriet ich in Not. Bekanntermaßen macht Not erfinderisch. Also ergriff ich, wenn die beiden Raumkollegen zu Mittag aßen, die günstige Gelegenheit. Jeden Tag packte ich mir nämlich eine Plastiktüte ein, in welche ich meine Exkremente drückte. Das hat jedes Mal aufs Neue heftig gestunken. Also schnell noch gelüftet und ab damit in die Schublade. So, oder so ähnlich ging es täglich zu. Bei Feierabend nahm ich den Biomüll heimlich mit und entsorgte das Ganze einfach zu Hause. Mit der Zeit wurde mein Verhalten in der Firma aber zum Nachteil.


Mit mir tauschte niemand ein Wort, stattdessen wurde über mich getuschelt. Wer weiß, ob sie nicht von der Nummer wussten. Jedenfalls war ich wohl ein komischer Kauz. Nach Beendigung meiner Ausbildung wurde ich, entgegen meiner Vorstellungen, nicht übernommen. Die Sache brachte mich schwer ins Grübeln, mir sagte man nur, mein Sozialverhalten ließe einiges zu wünschen übrig. Naja, das war früher, also vergebt mir. Ich war jung und daher noch naiv.

Beichthaus.com Beichte #00037594 vom 12.02.2016 um 21:08:24 Uhr (23 Kommentare).

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Qualzucht von Meerschweinchen

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Zorn Verzweiflung Ungerechtigkeit Tiere

Ich möchte beichten, dass ich einen Hass auf Zooläden habe, in denen Tiere verkauft werden. Schon als Kind fand ich es grausam, wie die Tiere dort gehalten werden. In viel zu kleinen Glasboxen, die nicht größer sind als ein Tablet, werden 15-20 Hamster gehalten und das, obwohl es eigentlich verboten ist. Die armen Tiere sind verfilzt, haben klebrige Augen und teilweise auch blutige Pfoten, weil sie panisch in einer Ecke am Kratzen sind. Vor allem, wenn es im Verkaufsbereich schon so extrem aussieht, dann kann man sich ja denken, was im Lager abgeht. Guckt euch mal die ganzen Zuchtfarmen an, von denen die Tiere kommen. Normalerweise mache ich einen großen Bogen um solche Geschäfte, weil ich nur dort für meinen Hund einkaufe, wo keine Tiere verkauft werden.


Tja, leider brauchte ich aber etwas, das es nur im besagten Laden gab und bei den Meerschweinchen stand auch gleich ein Kind, das gierig gegen die Scheiben geklopft hat und laut schrie: "Das will ich haben!" Der Verkäufer packte das ängstlich quiekende Tier in einen dieser Mini.Kartons und das Kind strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Sogleich nahm sie es entgegen und schüttelte den Karton wild. Mir wurde richtig schlecht. Die Mutter lachte nur und hat einen winzigen Käfig auf die Kasse gestellt, während der Verkäufer Streu und andere Kleinigkeiten holte. Ich weiß, das, was ich da gemacht habe, ist nicht richtig, aber ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass dieses Tier in einem Kinderzimmer allein vergammelt. Und wenn es nicht so springt, wie es soll, vermutlich auch noch ausgesetzt wird. Ich bin also zu dem Kind und habe ihr mal gezeigt, wo diese Tiere herkommen. Natürlich waren es lauter schreckliche Bilder aus einer dieser Zuchtfarmen, die selbst für viele Erwachsene kaum ertragbar sind.


Ich habe dann noch gesagt, wenn sie unbedingt Meerschweinchen haben will, solle sie bitte zu einer Notstation gehen, da seien viele junge Meeris, die nur darauf warten, ein schönes Zuhause zu bekommen. Außerdem sollte sie die Finger von diesem Plastik-Gefängnis lassen und sich lieber einen artgerechten Stall anschaffen. Das Kind fing verständlicherweise an zu weinen, ging zu der Mutter und sagte, sie wolle nun doch kein Schweinchen mehr. Total entgeistert packte der Verkäufer das Tier zurück und ich bekam Hausverbot. Einerseits tat mir das Kind leid, weil ich ihr Dinge zeigte, die sie verstörten. Und andererseits tat mir das Tier leid, welches jetzt weiterhin in dem Laden sitzen muss. Aber niemandem ist geholfen, wenn man diese Tiere kauft. Solange Nachfrage besteht, wird sich nie etwas ändern.

Beichthaus.com Beichte #00037573 vom 10.02.2016 um 14:37:22 Uhr (21 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Von Braun auf Blond

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Diebstahl Selbstsucht Schamlosigkeit Eitelkeit

Ich (w) wohne auf dem Dorf und bekam spontan die Idee, mir meine braunen Haare blond zu färben. Also fuhr ich schnell in die nächste Drogerie und kaufte mir Blondierungsmittel. Wie es natürlich logisch ist, wurden meine Haare nicht blond, sondern knallorange. Es blieb mir nichts anderes übrig, als zum Friseur zu gehen. Da unser Friseur im Dorf schlechter ist als jeder Laie, musste ich in der nächsten Stadt einen Termin machen. Und natürlich war die nächsten Tage nur etwas beim teuersten Friseur der Stadt frei. Wissend, dass ich nicht genug Geld habe, ging ich also mit Mütze zum Friseur und die Friseurin versuchte - in anstrengender und zeitaufwendiger Prozedur - meine Haare zu retten.

Nach vier Stunden und zwei Mal färben, sahen meine Haare besser aus als je zuvor. Die Friseurin bat mich dann zur Kasse und tippte den Preis ein, den der Spaß kosten sollte. Während ich das Geld rausholen sollte, ging sie wieder weg und kehrte schnell alle Haare weg. Der Preis war, wie ich mir denken konnte, sehr hoch und belief sich auf über 180 Euro. Da ich nicht so viel hatte, schlich ich mich in einem Moment, in dem auch alle anderen Mitarbeiter beschäftigt waren, aus dem Laden, um nicht bezahlen zu müssen. Ich beichte, dass ich dem Laden quasi 180 Euro geklaut habe.

Beichthaus.com Beichte #00037525 vom 03.02.2016 um 13:27:58 Uhr (18 Kommentare).

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