Klischees in der Psychiatrie erfüllen

14

anhören

Vorurteile Kinder

Ich (w) musste aufgrund eines Burn-Outs in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses. Man hatte mich bereits wieder mit Dokumenten, die ich auszufüllen hatte, abgespeist und ins Wartezimmer geschickt, als ein junges Mädchen, ich schätze es auf zehn oder elf, mit ihrer Mutter hereinspaziert kam. Sie vermittelte sofort diese "ich bin hier nur Statist und beobachte, und die Tatsache, dass ich mich hier in der Psychiatrie befinde, sagt nichts darüber aus, dass ich nicht ein tadelloser Mensch ohne Fehler und Probleme bin"-Art. Sie redete in einem fort über mich, wobei ich vielleicht fünf Meter von ihr entfernt an einem mir zugeteilten Tischchen saß. Zuerst war es ein Gespräch zwischen Tochter und Mutter nach dem Motto "warum schreibt die denn mit der linken Hand, ist das überhaupt ein humanes Wesen?" Natürlich sah ich immer wieder verstohlen zu den beiden herüber und tat im nächsten Moment wieder sehr beschäftigt, da ich einfach nur in Ruhe gelassen werden wollte. Und als es dann in die belästigende Schiene ging, also lautstark darüber gesprochen wurde, wie merkwürdig und komisch ich doch war, man mich nicht mehr aus den Augen ließ, als würde ich sie im nächsten Moment anfallen wie ein schizophrenes Eichhörnchen, wurde es mir zu bunt. Das Kind maß mich mit missbilligenden Blicken und tat ganz so, als wäre ich ein psychisch gestörter Massenmörder. Hiermit beichte ich, dass ich dem Mädchen und seiner Mutter, als sie gerade richtig in Fahrt kommen wollten, lautstark ins Gesicht gelacht habe. Ich denke nicht, dass sich ihre Meinung über mich dadurch zum Positiven geändert haben sollte, aber das war mir egal. Ich für meinen Teil habe mich danach aber um einiges besser gefühlt als zuvor. Das nervige Geplapper hat damit auch aufgehört.

Beichthaus.com Beichte #00030697 vom 20.01.2013 um 22:10:40 Uhr (14 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Outsourcing für die Faulheit

22

anhören

Faulheit Habgier Arbeit

Ich (m/26/Informatiker) bin freiberuflich für einen Softwarehersteller tätig. Ich habe keinen wirklich festen Vertrag, mir werden einfach Aufträge zugeteilt mit einer Deadline und wenn ich den Auftrag eingereicht habe, wird mir dafür ein vereinbarter Lohn überwiesen. Je schneller ich arbeite, desto mehr Aufträge kann ich also im Monat erfüllen und desto mehr Geld verdiene ich dann. Seit etwa 12 Monaten schon habe ich aber eigentlich keine Minute mehr gearbeitet, mache aber mehr Geld als je zuvor. Ich war vor einem Jahr noch als Übungstutor an meiner alten Uni tätig und irgendwann fiel mir keine passende Aufgabe für eine Übung ein. Kurzerhand nahm ich dann einen meiner Aufträge und ließ diesen von meiner Studentengruppe bearbeiten. Natürlich hatte ich nie vor, diesen einzureichen, aber es war außerordentlich, was manche von denen auf die Beine gestellt hatten. Ich war erst skeptisch, aber habe dann die wirklich perfekte Arbeit eines Studenten bei meinem Chef als meine eigene abgeliefert und dafür dann ordentlich kassiert. Das Ganze wiederholte ich ein paar Mal, aber irgendwann wurden die Aufträge zu speziell beziehungsweise bezogen sich oft auf zu spezielle Gebiete. Ich konnte sie den Studenten nicht mehr geben, ohne Aufsehen zu erregen. Da es aber so gut geklappt hatte, für minimalen Aufwand maximales Geld zu erwirtschaften, testete ich eine Alternative. Ich bekam einen neuen Auftrag, übersetzte alles ins Englische und gab den Auftrag an eine indische Firma weiter. Im Handumdrehen bekam ich ein perfektes Ergebnis geliefert. Natürlich musste ich dafür zahlen, allerdings nur ein Drittel von dem, was ich von meinem Chef dann dafür bekam. Ich arbeite also seit einem Jahr im Prinzip nicht mehr, mal von den Übersetzungen der Aufträge ins Englische und von kleinen Überarbeitungen in den Aufträgen selbst, abgesehen. Durch das einfache outsourcen der Aufträge kann ich inzwischen zwei bis drei mal so viele Aufträge bearbeiten wie vorher. Theoretisch natürlich noch mehr, aber das würde irgendwann auffallen.

Beichthaus.com Beichte #00030694 vom 18.01.2013 um 17:21:53 Uhr (22 Kommentare).

In WhatsApp teilen

“35.000

“Beichte

Der ekelhafte Mitbewohner

37

anhören

Ekel Hass Unreinlichkeit WG Berlin

Ich (w) hasse den Mitbewohner meines Freundes. Wir sind beide 20, der Typ ist 24. Ich würde ihn nicht mal als kindisch beschreiben, sondern einfach als unzivilisiert. Da ich mich in meiner WG nicht wirklich wohl fühle und ich auch anderweitig Probleme habe, bin ich oft bei meinem Freund, auch mal mehrere Tage hintereinander. Dementsprechend muss ich diesen Penner von Mitbewohner ertragen. Er schafft es, grundsätzlich nie das Licht auszuschalten. Dauernd brennt irgendwo sinnlos tagelang Licht oder er lässt den Fernseher, den PC und einen Ventilator einfach laufen, während er den ganzen Tag unterwegs ist. Wenn er sich seine Haare von seinem Kopf rasiert, liegen diese dann stunden- oder tagelang auf dem Badezimmerfußboden. Einmal hat er sie ins Klo geworfen, ohne zu spülen und die Haare waren schwarz und gekräuselt. Ich dachte, ich muss kotzen. Und was eine Klobürste ist, weiß er anscheinend auch nicht. Manchmal vergisst er übrigens auch dabei, zu spülen. In der Küche geht das Chaos weiter. Der werte Herr befindet es nämlich nicht für nötig, leere Wurst- und Käsepackungen, Joghurtbecher, Milchtüten und so weiter in den Mülleimer zu werfen. Er wirft sie einfach neben den Kühlschrank. Außerdem ist für ihn die ganze Welt ein riesiger Aschenbecher. Wieso den Aschenbecher also ausleeren, wenn man in Tassen, Schüsseln und Ähnliches aschen kann? Überall hinterlässt er seinen Dreck. Ich habe neulich unter einem Blumentopf ein Brotmesser voller angetrocknetem Pflanzenfett hervorgezogen. Allgemein betrachtet er den Blumentopf als Ablagemöglichkeit. Ich habe da drin schon Besteck, Geschirr, Deckel von Katzenfutterdosen und Zigarettenstummel gefunden. Und nur, um es zu verdeutlichen: In diesem Blumentopf ist Erde und eine Pflanze.


Wenn wir den Geschirrspüler einräumen, gehen wir in sein Zimmer, um das Geschirr zu suchen, das vor Wochen irgendwann mal verschwunden ist. Was wir dabei manchmal finden, ist schon nicht mehr nur eklig, sondern abartig. Seine Katze ist total durchgedreht. Sie rennt in einem Affenzahn von einem Punkt zum anderen, ist nur am maunzen und niest sich halbtot und dieser Typ bringt sie nicht mal zum Tierarzt, oder macht auch nur regelmäßig ihr Klo sauber. Und dann wundert er sich noch, dass sie ihm irgendwann aufs Bett scheißt. Er selbst stinkt bestialisch. Sobald er den Flur lang kommt, riecht man, dass er da war. Seine ekligen Schweißfüße machen mich wahnsinnig. Überall klebt der Boden und in seinem Zimmer ist der Kreis um seinen Drehstuhl herum komplett schwarz auf hellen Dielen. Beim Zocken schreit er immer so laut herum, dass wir nicht schlafen können und von so etwas wie Rücksichtnahme hat er sowieso noch nie was gehört. Weil mein Freund jemand ist, der grundsätzlich alles verdrängt und es einfach erträgt um Streit zu vermeiden und ich persönlich mich als Gast nicht in der Rolle sehe, hier irgendwelche Ansprüche zu stellen - obwohl ich schon oft genug gemeckert habe und ausgerastet bin -, räche ich mich mit Kleinigkeiten. Lässt er sein Handtuch mal wieder zusammengeknüllt in der Badewanne liegen, dann ist es binnen Sekunden klatschnass. Liegt sein T-Shirt mitten im Flur, trete ich mit den Straßenschuhen aus Versehen darauf. Latsche ich in einen Katzenfutterdeckel, der aus unerfindlichen Gründen auf dem Boden liegt, dann schmeiße ich ihn in seine Glaskanne, in der er sich immer Krümeltee macht. Neulich habe ich einer Freundin einen Gegenstand von ihm geschenkt, der mich schon seit Wochen genervt hat, weil er in der Küche herumlag und als er dann fragte, wo der Gegenstand sei, habe ich noch ganz scheinheilig beim Suchen geholfen. Wenn Lebensmittel von uns schon abgelaufen sind, dann jubele ich sie ihm großzügig unter. Ich kippe Salz in seinen Krümeltee, ich stecke die Friteuse aus, wenn er sie mal wieder benutzt, was so viel bedeutet wie: er saut die ganze Arbeitsplatte mit Fett ein, das er nie wegwischen wird, und und und. Da ich ihn nicht töten darf, muss ich mich an diesen kleinen Gemeinheiten erfreuen, bis er jetzt im Februar endlich auszieht. Ich weiß, dass diese kleinen Aktionen total kindisch sind, aber Reden hilft nicht und irgendwie kann ich es so besser ertragen.

Beichthaus.com Beichte #00030689 vom 17.01.2013 um 13:44:07 Uhr in Berlin (Zelterstraße) (37 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Die Familie belogen und betrogen

53

anhören

Fremdgehen Morallosigkeit Familie Twistringen

Seit fast 15 Jahren bin ich mittlerweile verheiratet, habe einen guten Mann, der mich liebt und achtet. Das beruht zum großen Teil auch auf Gegenseitigkeit, jedoch vermisse ich auch einiges in unserer Beziehung. Am schlimmsten für mich ist das ständige Beobachten meiner Taten und Entscheidungen. Und auch der Sex ist für mich mittlerweile eine unangenehme Pflicht geworden und ich versuche, mich am Samstagmorgen möglichst schnell aus dem Bett zu stehlen, um dieser nicht nachkommen zu müssen. Da ich jedoch kein asexuelles Wesen bin und mich ein fremder, anders riechender Körper mit der dazugehörigen Leidenschaft schon seit Jahren reizt, bin ich vergangenen Sommer auf einer Internet-Flirt-Seite gelandet. Als meine Familie, also Mann und 15-jähriger Sohn, noch im Abenteuer-Urlaub waren, habe ich mich kurzerhand mit einem Mann zum Essen verabredet. Der Funke sprang sofort über, wir knutschten wie die Geisteskranken und fielen im Dunkeln auf dem Deich fast übereinander her. Kurzum, wir begannen eine Affäre. Ich ging jeden Samstagmorgen zu einer angeblichen Freundin zum Frühstück oder zum Einkaufen, in Wahrheit hatte ich in der Zeit einen absolut befriedigenden, mich glücklich machenden Sex.


Da meine Affäre sich wahnsinnig in mich verliebte und ich ihm klarmachte, dass ich mich, auch aus finanziellen Gründen, niemals von meiner Familie trennen könnte, machte er heute Schluss mit mir. Ich bin wahnsinnig unglücklich, vermisse die heimlichen Telefonate jetzt schon, genauso wenig kann ich mir vorstellen, auf diesen tollen Sex und diese Leidenschaft zu verzichten. Meine Familie wundert sich nun, warum ich so niedergeschlagen bin. Ich habe gesagt, dass ich Bauchschmerzen habe. Ich beichte, dass ich meine Familie ein halbes Jahr belogen und betrogen habe, es wieder tun würde und bitte dennoch um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00030681 vom 15.01.2013 um 20:09:26 Uhr in Twistringen (53 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte
“Ein


Nächtliche Verfolgungsjagd

20

anhören

Falschheit Morallosigkeit Trunksucht Last Night Polizei Wien

Meine Beichte ist schon etwa fünf Jahre her. Damals hatten ich (m/31) und meine Kollegen eine Betriebsfeier, auf der wir ordentlich einen gehoben haben. Als ich dann gegen 1.30 Uhr mit den restlich verbliebenen Leuten die Heimreise antreten wollte, wurde ich von meiner Kollegin zum Taxi geführt, was ich aber absolut ablehnen wollte. Da aber noch mein Chef da war, habe ich brav gekuscht und bin eingestiegen. Dem Taxifahrer habe ich dann zehn Euro in die Hand gedrückt und gesagt, er solle bitte nur einmal um den Block fahren, ich hätte nämlich keinen Bock, am nächsten Tag durch ganz Wien zu fahren, um mein Auto abzuholen. Der Fahrer tat wie gewünscht, ich wartete dann noch etwas, bis alle weg waren und bin dann in mein Auto gestiegen.


Da ich gefühlte 1,1 Promille hatte, war das Fahren natürlich ganz schön schwer. Natürlich, wie kann es auch anders sein, wurde ich von zwei Polizisten auf die Seite gewedelt. Da ich meinen Führerschein verlieren würde, bin ich stattdessen lieber aufs Gas gestiegen. Womit ich nicht rechnete, war eine Verfolgung. Als ich sah, dass sie immer näher kamen, bin ich in eine Art Zugabstellplatz abgebogen und habe mich mit meinem Auto versteckt. Zehn Minuten später bin ich ausgestiegen um zu sehen, wo noch Polizisten sind. Siehe da, Wachmänner rannten prompt auf mich zu. In meiner Panik habe ich mich dann zu einem anderen Auto gestellt und so getan, als würde ich aufsperren wollen. Als mich die beiden gesehen haben, bin ich weggerannt. Die beiden Polizisten riefen mir irgendwas nach wie "wir haben Dein Auto, es ist sinnlos, wegzurennen!" Nach weiteren 60 Minuten bin ich dann weggefahren und habe gesehen, dass an dem anderen Auto eine Parkkralle angebracht war. Das mache ich sicher nie wieder.

Beichthaus.com Beichte #00030675 vom 12.01.2013 um 21:11:48 Uhr in Wien (Favoritenstraße) (20 Kommentare).

In WhatsApp teilen

Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000