Essigfalle für Fliegen

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Boshaftigkeit Ekel Neugier Kinder

Ich (m/30) war so ekelhaft mit acht Jahren. Wir komme aus einem Dorf in der Lausitz und, wie in vielen ländlichen Gegenden, ist man natürlich von Tierchen wie Stubenfliegen nicht verschont, die beim Lüften gerne zu Besuch kommen. Weil meine Eltern genervt waren, haben sie eine Flasche mit Essig und etwas Spüli ganz oben auf den Schrank gestellt, als Fliegenfalle. Man kann sich vorstellen, dass es nicht sehr appetitlich aussieht, wenn man die Flasche genauer betrachtet. Wir Kinder mussten sie natürlich ansehen. Eines Tages kamen wir auf die Idee, auszutesten, ob jemand das trinken würde. Wir fragten einen geistig schwerstbehinderten jungen Mann, der begeistert ansetzte und trank. Danach spie er sich die Seele aus dem Leib. In der Nacht quälten mich Gewissensbisse, denn wir, also meine beste Freundin (damals 10) und ich, hatten das aus reiner kindlicher Neugier getan und wir wollten dem Mann, den wir sogar sehr gern hatten, nichts Böses. Aber auch wenn diese Aktion das einzige Gefährliche und Gemeine in unserer Kindheit war, so schäme ich mich trotzdem völlig dafür, denn mit 10 und 8 Jahren hätte uns klar sein müssen, dass man solch alten Essig mit toten Tieren darin keineswegs trinken kann. Zum Glück passierte nichts weiter. Ich danke Gott noch heute dafür.

Beichthaus.com Beichte #00036091 vom 04.07.2015 um 19:39:19 Uhr (2 Kommentare).

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Arbeitslos mit Germanistik-Studium

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Neid Verzweiflung Ungerechtigkeit Kenzingen

Ich (w/27) beichte, dass ich erst nach Beendigung meines Studiums bemerkt habe, dass ich wohl das falsche Fach studiert habe. Seit einem Jahr bin ich nun mit meinem Bachelor in Philosophie und Germanistik fertig und habe bis jetzt noch keine Arbeit gefunden. Das Studium hat mir gefallen, ich habe mich schon immer für die beiden Fächer interessiert und daher war ich eigentlich immer zuversichtlich. Natürlich kamen immer wieder Fragen, von wegen "Was willst du denn damit machen?" und so weiter, aber davon habe ich mich nicht beirren lassen. Laut den Dozenten kann man mit diesen Fächern viel anfangen, zum Beispiel im Journalismus oder bei Verlagen, was auch mein Ziel gewesen wäre. Doch trotz zweier Praktika in dem Bereich finde ich nichts. Einen Master auf mein Studium aufbauen kann ich nicht, da meine Noten leider nicht gut genug waren.


Am Anfang dachte ich, dass der richtige Job bald käme, doch nun, nach einem Jahr, schwindet mein Mut langsam. Ein weiteres Studium käme für mich aus finanziellen Gründen leider nicht infrage, außerdem interessiert mich keines der Fächer wirklich. Ich will einfach endlich etwas Richtiges arbeiten. Meine Eltern, bei denen ich momentan noch wohne, werden auch langsam ungeduldig und hätten gerne, dass ich endlich auf eigenen Beinen stehen kann und auch irgendwann ausziehe. Heimlich beneide ich meine zwei Jahre jüngere Schwester, die ihr naturwissenschaftliches Studium mit Bravour abgeschlossen und gleich nach dem Abschluss einen sehr gut bezahlten Job in einem großen Unternehmen bekommen hat. Das hätte ich auch so gerne. Mittlerweile habe ich nur noch Zukunftsängste und weiß nicht mehr, was ich tun soll. Die ganzen Absagen lassen mich noch verzweifeln. Warum lässt man mich nicht einfach meinen Traum leben?

Beichthaus.com Beichte #00036089 vom 04.07.2015 um 15:30:53 Uhr in 79341 Kenzingen (Breslauer Straße) (24 Kommentare).

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Das Handy der asozialen Gangster

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Ekel Zorn Rache

Das Handy der asozialen Gangster
Ich habe vor ein paar Wochen ein ziemlich neues und teures Handy in der Bahn gefunden. Da ich mich auf dem Weg zur Arbeit befand, habe ich es erst mal mitgenommen, um es nach Feierabend bei der Polizei abzugeben. Nun klingelte das Handy ungefähr 15 Minuten später und ich ging ran, in der Hoffnung, der Besitzer würde sein Glück versuchen. Am anderen Ende war eine Frauenstimme mit südländischem Dialekt, die auch gleich anfing, mich zu beleidigen, nachdem ich ihr erklärt habe, dass ich das Handy gefunden und noch keine Zeit hatte, es jemandem zu übergeben. Sie unterstellte mir zudem Diebstahl und drohte mir, wenn sie mich findet, würde sie mich verprügeln. Ich sagte ihr, dass sich der Besitzer melden solle, und legte dann auf.

Keine drei Minuten später rief tatsächlich der Besitzer des Handys an und sagte, dass ich das Handy vorbeibringen solle. Und zwar zackig, sonst würde es was setzen. Schließlich hätte ich seiner Schwester bereits Schläge angedroht! Ich sagte ihm, dass ich das Handy nicht zu ihm bringen würde, es aber an einem Treffpunkt übergeben würde. Mein Gehirn fing an, einen Plan zu schmieden. Nun raste ich in meiner Mittagspause los, um mir diese Plastikhandschuhe und eine Tüte zu besorgen und ging dann zu einem angrenzenden Grünstreifen, um dort jeden Hundehaufen einzusammeln, den ich finden konnte. Dann schmiss ich das Handy auch in die Tüte, machte sie zu, und knetete alles gut durch. Nach Feierabend stellte ich die Tüte dann am besagten Treffpunkt ab und legte mich auf die Lauer.

Nach einiger Zeit kamen auch wirklich zwei Typen und schauten sich um. Nachdem sie ungefähr zehn Minuten lang dumm durch die Gegend schauten und auf den Boden rotzten, riefen sie auf meinem Fundstück an. Der Kotbeutel fing an zu klingeln und die beiden Gangster machten sich nach ein paar verwunderten Blicken daran, die Tüte zu öffnen. Der Anblick war göttlich! Wie die beiden sich gegenseitig die Tüte in die Hand drückten - einer musste sogar würgen. Meine Beichte ist nun, dass ich mich zu so etwas Ekligem habe hinreißen lassen. Ich hätte das Handy ja auch, wie ich mir vorgenommen hatte, einfach bei der Polizei abgeben können.

Beichthaus.com Beichte #00036088 vom 04.07.2015 um 11:42:01 Uhr (18 Kommentare).

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Ehe mit einem Autisten

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Verzweiflung Begehrlichkeit Partnerschaft

Ich (w/35) habe mich vor Kurzem von meinem Mann getrennt. Viele werden jetzt sagen - wie kann sie nur, das gefühllose Ding. Mein Mann ist Asperger-Autist. Wir kennen uns, seit wir 18 waren und klar fiel mir auf, dass er nicht gerade der gefühlsbetonte Mensch ist, aber vieles kam erst nach Längerem, so nach und nach zum Vorschein. Wir haben mittlerweile drei Kinder im Alter von 10, 8 und 4 Jahren. Mein Mann liebt seine Kinder über alles - er würde alles für seine Familie tun, das weiß ich. Bei den Kindern, die an uns beiden total hängen, zeigt er durchaus Gefühle. Es gibt Momente, da ist ihm alles zu viel und sie dürfen auch nicht immer an ihm kleben, aber er kommt bei ihnen schon aus sich heraus. Bei mir ist es so, dass er oft mit mir schlafen möchte. Mehr Nähe gibt es nicht. Es gibt keinerlei zärtliche Momente, keine Küsse, nicht einmal ein über den Kopf streicheln. Von Worten, die mit den Gefühlen zu mir zu tun haben, ganz zu schweigen. Der Sex ist nie mehr als Rein-Raus gewesen, ohne Vorspiel, ohne jegliches Gefühl.

Ich bin all die Jahre sehr einsam gewesen. Ich liebte diesen Mann und ich weiß, dass er sehr an mir hängt. Aber er kann es nicht zeigen. Diesen verdammten Satz höre ich so oft. Dieser verdammte Satz entspricht auch der Wahrheit. Aber was bringt mir Liebe, die man nicht zeigen kann? Mit ihm zu sprechen bringt nichts. Autismus ist eine Behinderung, er wird diese Dinge nicht begreifen können. Ich bin ihm auch nicht böse, er kann doch nichts dafür, aber ich kann nicht mehr. Ich traf vor einiger Zeit einen alten Schulfreund. Wir gingen damals, wie man so schön sagte, miteinander. Also eine Jugendliebe mit Händchenhalten und ein bisschen Knutschen. Ich merkte, dass er Gefühle für mich hegt. Das spürte ich. Kurz darauf sprach ich ihn darauf an und er gab es zu. Ich fühlte mich plötzlich wie im siebten Himmel. Dieser Mann ist so dermaßen gefühlsbetont, ein so zärtlicher Mann, das Gegenteil von dem Eisklotz, der für sein Verhalten nichts kann. Ich habe drei Nächte nicht geschlafen und dann Schluss gemacht.

Mein Mann hat wie meist reagiert - gar nicht. Für die Kinder wird sich nichts ändern. Ich habe mit ihnen gesprochen, wohnen möchten sie bei mir, aber den Papa immer sehen, wenn sie wollen. Das kriegen wir hin. Ich bitte um Absolution. Aber es ging nicht mehr. Vielleicht sind Autisten besser aufgehoben, wenn sie mit einem anderen Autisten eine Partnerschaft beginnen. Ich weiß ja selbst, dass mein Mann wahrscheinlich oft überfordert war mit mir. Ich kann nicht in seinen Kopf sehen, aber ich stelle mir das nicht leicht vor. Ich schäme mich, aber ich möchte jetzt einfach nur einen im Kopf gesunden Mann haben! Er kann im Rollstuhl sitzen, ihm können beide Beine fehlen, er kann blind sein, taub sein, oder auch beides, er kann das ganze Gesicht voller Narben haben - aber ich wünsche mir einfach nur, dass er seine Gefühle für mich zeigen kann. Bei meinem neuen Freund spüre ich ganz tief, dass er der ist, den ich brauche.

Beichthaus.com Beichte #00036085 vom 03.07.2015 um 23:57:49 Uhr (18 Kommentare).

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“Folge

Homo-Ehe in Deutschland

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Vorurteile Ignoranz Ungerechtigkeit Gesellschaft

Ich möchte beichten, dass mir diese Debatte ob die Homo-Ehe in Deutschland erlaubt werden soll, tierisch auf den Geist geht. Nachdem ich letztens auf eine Seite gestoßen bin, die sich ganz klar gegen die Homo-Ehe ausspricht, war ich wirklich schockiert, wie viele dumme Argumente dort genannt werden: "Eine Familie besteht aus Mann, Frau und Kind", "Untergang der Fortpflanzung", "unnormal", "Gott hat Mann und Frau erschaffen". Bla, bla, bla. Ich bin der Meinung, dass Menschen, die nicht in der Lage sind, tolerant zu sein, sich genauso wenig fortpflanzen sollten. Letztendlich werden es doch ihre Kinder sein, welche die Kinder von Homosexuellen ausgrenzen und auslachen. Ehrlich gesagt finde ich die Leute schlimmer, die meinen, mit Ende 40 und mit 14 "werfen" zu müssen, da es doch viel schlimmer für das Kind ist, wenn deine Eltern locker deine Großeltern, oder deine älteren Geschwister sein könnten.


Lange Rede kurzer Sinn: Ich hoffe, dass diese konservativen, engstirnigen und intoleranten Leute homosexuelle Kinder bekommen, und sie dann hoffentlich begreifen, dass niemand entscheidet, ob er Frauen oder Männer liebt. Leben und leben lassen, ganz einfach!

Beichthaus.com Beichte #00036084 vom 03.07.2015 um 21:30:53 Uhr (50 Kommentare).

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