Diebstahl für die Armen

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Diebstahl Zwang Ungerechtigkeit Arbeit

Ich (m/22) habe ein Problem und gerade ziemlich Schiss: Während meiner Teenagerzeit hatte ich mich nach und nach zu einem ziemlich üblen Langfinger entwickelt. Dabei ging es mir nicht um die Wertgegenstände als solches. Ich hatte nie finanzielle Schwierigkeiten und habgierig bin ich ebenfalls nicht. Ich habe mein Diebesgut entweder verschenkt oder im Zweifel sogar weggeschmissen, da es mir nie darum ging, mich zu bereichern - es war viel mehr der Kick, dem ich nicht widerstehen konnte. Das Adrenalin, das Gefühl wachsender Versiertheit oder das verdutzte Gesicht des Hausdetektivs, der diesen verdammten Ring bei mir einfach nicht finden kann, wo ich ihn doch praktisch vor seiner Nase so offensichtlich eingesteckt habe. Das Spiel mit dem Feuer eben. Irgendwann jedoch wusste ich, dass das ein Ende haben musste und nur mit SEHR viel Anstrengung schaffte ich es tatsächlich irgendwann, mich davon loszueisen. Ich wusste damals aber schon, dass das zwanghafte Formen waren.


Und nun zum eigentlichen Punkt: Aufgrund einiger privater Probleme hatte ich es irgendwie geschafft, mich in eine ungünstige Situation zu manövrieren, in der ich nun neben meinem Hauptberuf bis zu dem Beginn meines Masterstudiums im Oktober gezwungen bin, einen Nebenjob anzunehmen, um über die Runden zu kommen. Und zwar in einem Kiosk. Der Besitzer sagte mir anfangs, er könne nicht mehr als 5 Euro die Stunde zahlen, schließlich habe kürzlich nebenan ein Supermarkt aufgemacht und es würde ja so mies laufen. Ich akzeptierte, da ich ja wusste, dass es für mich eh nur ein paar Monate sind. In dem Laden arbeitet außerdem noch eine total nette Polin, mit der ich mich super verstehe. Sie ist Mutter von vier Kindern und sagte mir mal, dass sie manchmal nicht weiß, wie sie ihre Kinder ernähren soll, da ihr Mann sie verlassen hat und keinen Unterhalt zahlt. Vor ein paar Wochen, als ich Schicht hatte und nichts zu tun war, nahm ich mir aus Langeweile dann mal die Unterlagen meines Chefs, die da einfach rumstanden - und bei dem, was ich da las, kam mir so richtig die Galle hoch. Der Kerl verdient sich nach wie vor mit dem Laden eine goldene Nase und ließ mich und vor allem diese arme Frau da für einen Popellohn schuften.


Seit diesem Tag stelle ich meiner Kollegin zwei Mal in der Woche eine prall gefüllte Tüte mit nahezu allen Grundnahrungsmitteln vor ihre Haustür, die dieser Kiosk hergibt, und gehe ohne zu klingeln wieder weg. Dieser geizige Arsch mit seinen lächerlichen Kameras hat keine Ahnung, wen er sich da ins Haus geholt hat. Und solange die manuelle Kasse stimmt, kriegt der bei seinen Umsätzen sowieso nichts mit. Ich will dem Kerl einfach eins auswischen und dieser Frau helfen, gleichzeitig schäme ich mich dafür, wieder "rückfällig" geworden zu sein und habe gerade riesige Angst, dass die Sache wie damals wieder so außer Kontrolle gerät. Ich beichte also, dass ich ein chronischer Dieb bin und dass ich, um anderen zu helfen oder ihnen eine Freude zu bereiten, eine Straftat begehe. Diebstahl ist und bleibt eine Straftat - aber ich kann anscheinend nicht anders. Meine Kollegin hat übrigens keine Ahnung, von wem das Essen kommt, aber sie wirkt seitdem wesentlich entspannter.

Beichthaus.com Beichte #00033048 vom 13.04.2014 um 19:36:23 Uhr (21 Kommentare).

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Fehlende Freundschaften

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Verzweiflung

Ich bin ein seltsamer Mensch und finde auch nur selten andere Menschen, die mit mir klarkommen. Jedoch schaffe ich es jedes Mal, diese Menschen wieder zu verlieren, obwohl sie mir extrem am Herzen liegen. Ich kann mir selbst nicht erklären, warum ich solche Dinge tue. Es ist wirklich anstrengend, ohne Freunde zu leben. Theoretisch müsste ich mich einfach vergraben und nicht mehr herauskommen, dann würde niemand Schäden davontragen und niemand würde mich hassen. Ich beichte hiermit, dass ich es immer wieder versuchen werde, jemanden für mich zu gewinnen, weil ich es nicht aushalte, alleine zu sein.

Beichthaus.com Beichte #00033045 vom 13.04.2014 um 02:12:31 Uhr (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Leben mit der Angst

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Feigheit Verzweiflung Neurosen Studentenleben

Ich (m/26) habe ein ernstes Problem. Ich bin jetzt seit sieben Jahren Student, mittlerweile im dritten Studiengang. Einen Abschluss habe ich bisher nicht. Ich lebe zum Teil auf Kosten meiner Eltern, zum Teil durch einen Nebenjob. Der Grund, warum ich nicht weiterkomme? Ich leide seit Jahren an sozialer Phobie - bereits durch einen Hausarzt und vor Kurzem auch durch eine Therapeutin erneut bestätigt. Ich habe permanent Angst, mit Kommilitonen in Kontakt zu treten. Ich bekomme teilweise Panikattacken, Schweißausbrüche und Herzrasen, wenn ich nur einen Seminarraum betrete. Dass ich mir dadurch mein Leben - sowohl ausbildungstechnisch als auch privat - zerstöre, ist offensichtlich. Ich habe mich immer wieder dazu gezwungen, in Vorlesungen zu gehen und Kommilitonen zu begegnen. Die Angst bleibt und fesselt mich. Ab und zu lindert Marihuana meine Angst, aber natürlich auch nicht auf Dauer. Eine richtige Therapie bezahlt meine Krankenversicherung (privat) leider nicht. Ein Wechsel in eine Gesetzliche ist nicht möglich, solange ich Student bin. Meine Eltern haben mehr und mehr die Hoffnung in mich verloren. Ich würde so gern ein völlig normales Leben ohne Angst führen. Studieren, lachen, leben, arbeiten. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich beichte, dass ich unfähig bin, ohne Angst zu leben.

Beichthaus.com Beichte #00033042 vom 12.04.2014 um 13:47:33 Uhr (19 Kommentare).

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Qualifikation per Händedruck

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Falschheit Vorurteile Arbeit Halberstadt

Ich arbeite in meiner Firma im Personalwesen und führe in den technischen Berufen die Einstellungsgespräche durch. Und zwar fast ausschließlich bei Männern. Zuerst prüfe ich, ob der Bewerber die erforderliche Ausbildung und entsprechende Qualifikationen besitzt. Jedoch entscheide ich schlussendlich doch nur nach der Stärke des Händedrucks. Wenn einer mir nur die Hand hinhält, ohne meine Hand auch nur ansatzweise zu drücken, ist er sofort unten durch - egal wie gut er qualifiziert ist. Ich weiß nicht, wieso, aber ich finde, zu einem "normalen" Mann gehört ein anständiger Händedruck. Alles andere kann ich nicht ernst nehmen. Nicht, dass man die Hand des Gegenübers zerdrücken muss, aber ein kurzer kräftiger Druck muss einfach zu spüren sein. Wenn dem so ist, dann hat der Bewerber eigentlich schon meine Sympathien gewonnen. Außer natürlich, er benimmt sich dann wie ein Arsch. Aber wenn der anständige Händedruck da war, ist er eigentlich schon fast eingestellt. Wenn er dann doch nichts taugt, dann ist er ja in der Probezeit schnell wieder weg. Mein Chef würde mir die Hölle heißmachen, wenn er das wüsste.

Beichthaus.com Beichte #00033040 vom 11.04.2014 um 15:36:44 Uhr in Halberstadt (23 Kommentare).

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Netzwerk aus Gefälligkeiten

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Selbstsucht Morallosigkeit Falschheit Hochmut

Ich (m/19) bin in der Schule sehr beliebt, obwohl ich Menschen hasse. Es gibt nur wenige, an denen mir etwas liegt. Die meisten sind mir jedoch vollkommen egal. Mein Talent ist einfach, dass ich anhand von Mimik, Körpersprache und Sprechweise mein Gegenüber sehr gut einschätzen kann. Das war einfach schon immer so, wurde mir aber erst später bewusst. Dadurch finden mich Leute oft sehr sympathisch, da ich mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein scheine. Und ein kurzer Blick in die Tageszeitung gibt mir häufig genug Grundinformationen, um überall mitreden zu können. Dieses Talent nutze ich immer wieder aus - ich zerstöre gezielt Beziehungen, indem ich andere Menschen beeinflusse, wiederum andere zu beeinflussen. So fällt der Verdacht nie auf mich, auch wenn ich schließlich immer davon profitiere und zum Beispiel mit der nun beziehungslosen Frau zusammenkomme


Außerdem nutze ich mein Umfeld immer wieder aus. Viele Menschen denken, ich würde sie als Freunde sehen, dabei lasse ich sie einfach nur andauernd für mich bezahlen. Den wenigsten ist das bisher aufgefallen, und falls es doch mal einer irgendwann gemerkt hat, habe ich mich schnell in einer Weise revanchiert, die einfach billig ist. So hatte ich einen Bekannten, der ein kleines Restaurant besaß. Alle paar Wochen erschien ich dort und bekam Essen und Trinken zum reinen Einkaufspreis, wenn nicht sogar komplett kostenlos. Einen anderen Kollegen, der mir bereits zahlreiche andere Tätigkeiten ausgegeben hat, habe ich einfach mal mitgenommen und konnte so auch ihn billig durchfüttern. Da ich hinten am Tresen den üblichen Minimalpreis zahlte, ist es ihm am Tisch auch nicht aufgefallen. Den Restaurantbesitzer habe ich dann woanders zu einer Party mitgenommen, von der ich wusste, dass dort einige echt scharfe Bräute wieder total besoffen sein würden. Er hatte jedenfalls seinen Spaß und ich wieder ordentlich Punkte bei ihm gesammelt. Mit der Zeit habe ich mir so ein Netzwerk aus Gefälligkeiten zugelegt, ich habe so allein in den letzten drei Monaten über 1800 Euro sparen können. Das ist für einen Schüler, der kurz vorm Abitur steht, echt nicht wenig. Ich vermute, ich werde noch mein gesamtes Leben so verbringen. Oder ich werde Politiker und lasse auch dort andere alles tun. Wer weiß, vielleicht bin ich ja bald euer aller Präsident.

Beichthaus.com Beichte #00033031 vom 10.04.2014 um 16:36:54 Uhr (16 Kommentare).

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