Der Schrecken am Rastplatz

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Engherzigkeit Morallosigkeit Last Night

Vor mehreren Jahren - in meiner Teenagerzeit - habe ich etwas recht Lustiges, aber auch gemeines gemacht. Damals lief gerade der Film Blair Witch Projekt im Kino und mit einem Kumpel kam ich auf die Idee, das an unseren Mitmenschen zu testen. Es ist natürlich schwierig, jemanden nachts in den Wald zu locken, um ihn mit komischen Geräuschen zu konfrontieren, deshalb könnte man fast meinen, dass die Idee von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Allerdings fiel meinem Kumpel dann ein, dass bei uns in der Gegend ein kleiner Autobahnrastplatz ist - also einer von der Art, an dem man nur anhält, um zu pinkeln. Und die meisten Männer stellen sich dafür an den Zaun, der den Rastplatz vom Wald abtrennt. Also haben wir uns einen Kassettenrekorder mit einer ordentlichen Lautstärke besorgt - und haben uns hinter dem Zaun postiert. Es war ein bisschen wie Angeln - mit Bier und viel Spaß. Wenn es dann so weit war, haben wir im passenden Moment aggressives Hundegebell oder eine Kettensäge laufen lassen. Viele der Zaunpinkler haben sich dabei dermaßen erschrocken, dass sie sich selbst angepinkelt haben, nur um dann mit notdürftig hochgezogener Hose davonzurasen. Ich muss sagen, dass wir bei dem, was wir da abgespielt haben, teilweise selbst ein komisches Gefühl bekamen. Wenn ich daran zurückdenke, muss ich immer noch lachen, aber inzwischen bedenke ich auch die Folgen, die es hätte haben können. Viele der älteren Herren hätten schließlich auch einen Herzinfarkt oder Ähnliches bekommen können. Ich wundere mich immer noch, dass niemand die Polizei gerufen hat. Aber wahrscheinlich war die Geschichte den Leuten einfach zu peinlich.

Beichthaus.com Beichte #00032333 vom 02.12.2013 um 23:40:06 Uhr (6 Kommentare).

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Nur mit der richtigen Unterwäsche

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Selbstsucht Hochmut Ignoranz Dating

Angefangen hat alles in der Primarschule, was schon eine ganze Weile her ist, ich bin inzwischen zwanzig. Einer meiner Klassenkameraden hat mir in der vierten Klasse beigebracht, wie man anhand der Bewegungen einer Frau erkennen kann, welche Art Unterwäsche sie trägt. Sein älterer Bruder hatte ihm das wohl beigebracht - und ich starrte von da an ständig auf weibliche Hintern und analysierte diese. Und mit ungefähr fünfzehn Jahren habe ich dann begonnen, die Zuverlässigkeit dieser Technik zu testen, in diesem Alter wird man ja langsam sexuell aktiv. Seit ich weiß, dass diese Methode sehr zuverlässig ist, wandert mein Blick bei Frauen nach dem Allgemeincheck grundsätzlich zum Hintern, damit ich meine "Fernforschung" weiterführen kann. Inzwischen ist es so, dass mich Frauen mit Slip nicht anziehen - die Art der Unterwäsche ist also schon ein extrem wichtiger Part bei der Auswahl einer Frau. Einerseits bin ich froh, dass ich diese Gabe habe, andererseits schäme ich mich für meine Ignoranz, da ich mein Ästhetikgefühl über das Wohl der Frauen stelle. Zudem komme ich mir oft auch pervers vor, wenn ich mich dabei erwische, wie ich ein weibliches Hinterteil erforsche. Ich hoffe, mir wird vergeben - ich kann ja auch kaum etwas dafür, das beruht auf Erfahrungen und Routinen, die ich schon in meiner Kindheit geprägt habe. Ich kann es nicht einfach aus meinem Kopf löschen und damit aufhören.

Beichthaus.com Beichte #00032332 vom 02.12.2013 um 15:37:37 Uhr (13 Kommentare).

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Mein reicher Gönner

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Betrug Diebstahl Morallosigkeit Habgier Geld

Ich arbeite im Callcenter einer großen und bekannten Versicherung. Ich nehme täglich eine Vielzahl von Anrufen entgegen, von Kunden über Außendienstmitarbeiter bis hin zu Maklern. Meine Aufgaben reichen von Beratungsgesprächen, bis hin zu gewünschten Vertragsänderungen. Vor Kurzem erhielt ich den Anruf eines ziemlich arrogant wirkenden, jungen Mannes. Er hatte einen teuren Sportwagen bei uns versichert, jedoch bisher keinen Beitrag bezahlt. Nun flatterte ihm wohl der Brief des Straßenverkehrsamtes ins Haus, mit dem Hinweis, dass wir ihm den Versicherungsschutz entziehen. Er wollte wissen, was denn an Beiträgen offen sei. Da ich generell Unverständnis für die Leute hege, die ihre Rechnungen nicht bezahlen, ihre Mahnungen scheinbar ungeöffnet wegschmeißen und dann blöd nachfragen, was denn zu zahlen wäre, fragte ich ihn, ob er denn nicht bemerkt hätte, dass weder eine Abbuchung von unserem Unternehmen, noch eine Zahlung von ihm auf seinen Kontoauszügen verzeichnet wäre. Da erzählte er mir in großen Tönen, dass seine Eltern durch Immobiliengeschäfte steinreich geworden sind und er so viel Geld auf seinem Konto habe, dass er inzwischen den kompletten Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben verloren hat. Er gab mir seine Bankverbindung durch - mit der Bitte, dass wir künftig die Beiträge abbuchen. In diesem Moment kam mir eine ziemlich unmoralische Idee.


Ich schrieb mir nach dem Gespräch die Bankverbindung und den Namen des Kerls auf. Als ich abends im Internet bei einem bekannten Onlineversandhändler nach verschiedenen Artikeln surfte, gab ich statt meiner Bankverbindung seine an. Ich bestellte einen Artikel für knapp 30 Euro und betete, dass er es nicht merken würde. Den Artikel kam ein paar Tage später. Wochen vergingen. Der Onlinehändler meldete sich nicht bei mir bezüglich einer zurückgegangenen Lastschrift. Also bestellte ich wieder auf den Namen meines reichen, unfreiwilligen Gönners. Wieder passierte nichts. Und noch einmal. Von Mal zu Mal wurde ich mutiger. Inzwischen bestelle ich nur noch auf seine Rechnung, monatlich im Wert von knapp 200 Euro. Bisher kam weder eine Nachricht vom Händler, noch von sonst jemandem. Ich beichte also, dass ich mich, obwohl ich in meinem Beruf ganz ordentlich verdiene und mich auch sonst nicht über meinen Lebensstandard beschweren kann, auf Kosten eines fremden Mannes bereichere. Und ich habe wirklich Spaß daran.

Beichthaus.com Beichte #00032330 vom 01.12.2013 um 18:26:20 Uhr (42 Kommentare).

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Sehnsucht nach einer Erbschaft

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Verzweiflung Zorn Boshaftigkeit Familie

Ich bin eine alleinerziehende Mutter von fünf Kindern zwischen 12 und 21 Jahren. Sie sind alle sehr lieb und rücksichtsvoll. Ich habe sie gar nicht verdient. Seit 12 Jahren bin ich alleinerziehend und arbeite sehr viel. Letztes Jahr war ich arbeitslos, und dadurch, dass ich zuerst die halbe Stelle und erst nachher die Ganze verlor, bekam ich von der Arbeitslosenversicherung nur 80 Prozent der halben Stelle. Das reichte für nichts. Da alle meine Kinder entweder das Gymnasium besuchen, oder schon studieren, sind die Kosten hoch und ich habe mich während dieses Jahres verschuldet. Nun arbeite ich seit August wieder Vollzeit und habe ein gutes Einkommen. Aber da ich so viel arbeite, brauche ich eine Haushaltshilfe, die mich auch viel kostet und trotzdem nicht viel taugt. Ich versuche, Schulden abzubauen, wo es nur geht. Ich bin abends allerdings so müde, dass ich keine Kraft mehr für meine Kinder habe. Oft werfe ich eine Schlaftablette ein, sobald ich zu Hause bin, damit ich die ganzen Geldsorgen vergessen kann. Ich bin eine schreckliche Mutter. Das habe ich wohl von meinen Eltern - die sind nämlich richtig reich, sehen es aber nicht ein, mir zu helfen. Für sie bin ich die Sünderin, weil ich mich von meinem Mann getrennt habe. Nach Bekanntgabe unserer Trennung schickte mir mein Vater einen Brief, gespickt mit Bibelzitaten. Darin stand unter anderem, dass, wenn ich mich für diesen sündhaften Weg entscheiden würde, ich für immer auf die Unterstützung meiner Familie verzichten müsse. Dabei hatten sie mir vorher auch nie geholfen. Ich möchte beichten, dass ich mir manchmal wünsche, dass sie einen Unfall haben und ich ein paar Millionen erbe. Das Leben wäre so viel einfacher. Ich schäme mich so und fühle mich deswegen sehr schuldig.

Beichthaus.com Beichte #00032328 vom 01.12.2013 um 22:23:09 Uhr (40 Kommentare).

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“Beichte

Das kalte Deutschland

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Vorurteile Engherzigkeit Falschheit Gesellschaft

Ich (w/22) studiere und leite parallel ehrenamtliche Seminare, in denen es um Rassismus und Critical Whiteness geht. Ich diskutiere gern über Themen wie Asylpolitik, Gender und eben Rassismus und vertrete dann immer eine linke Position, von der ich auch sehr überzeugt bin. In letzter Zeit hege ich allerdings widersprüchliche Gedanken. Denn ich bin vor einem Jahr aus dem Süden Deutschlands in den Norden gezogen. Vorher war ich für ein Jahr im Ausland und kam dann zurück ins kalte Deutschland und dann auch noch in den Norden. Seit ich hier wohne, merke ich, wie ich zunehmend Vorurteile gegenüber den Norddeutschen aufbaue. Ich habe ständig das Gefühl, dass die Leute sich zwar gegenseitig anstarren, aber man grüßt sich nicht, selbst wenn man seit einem Jahr in den gleichen Seminaren sitzt. Die meisten Leute sind extrem reserviert und reden so gut wie gar nicht mit Fremden. Ich interpretiere das als Ängstlichkeit - niemand will auffallen. Selbst wenn DozentInnen Fragen an die Gruppe stellen, zum Beispiel "Wollt ihr jetzt eine Pause machen?", herrscht einfach nur Schweigen. Ich bin nicht selten die Einzige, die antwortet. Inzwischen ist es mir auch egal, dass ich so über das "Schicksal" der ganzen Gruppe entscheide. Selbst Schuld, wenn sie ihren Mund nicht aufmachen!


Außerdem suchen sich die meisten ihre FreundInnen anscheinend im ersten Semester und bleiben dann auch immer nur in der anfänglichen Konstellation ohne Interesse an einer freundlichen Unterhaltung mit jemand anderem zu zeigen. Teilweise habe ich mich leider auch schon angepasst und laufe inzwischen ebenfalls mit gesenktem Blick an Leuten vorbei, die im gleichen Kurs mit mir sind, weil ich weiß, dass sie eh nicht auf die Idee kommen, Hallo zu sagen. Es macht keinen Spaß, immer zu grüßen und freundlich zu sein und nur einen leeren Blick zur Antwort zu bekommen. Natürlich kenne ich auch einige Leute besser und habe hier Freunde. Im Grunde sind die Menschen ja überall auf der Welt gleich. Aber diese merkwürdige Stimmung zwischen Fremden hier geht mir auf den Geist und führt dazu, dass ich mich inzwischen lieber mit Leuten anfreunde, die aus dem Ausland oder aus anderen Teilen Deutschlands kommen. Ja, ich habe Vorurteile gegenüber Norddeutschen und bin deswegen öfter mal genervt. Ich hoffe, das ist nur eine Art Kulturschock, der wieder vergeht. Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00032327 vom 01.12.2013 um 15:04:56 Uhr (44 Kommentare).

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