Alles nur Erfindung

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Lügen Falschheit

Ich bin jemand, der von seinen Mitmenschen in der Regel eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt bekommt. Wenn doch, dann oft in Form von Gemeinheiten oder Gehässigkeiten, da ich nicht gerade das Aussehen einer Traumfrau habe. Deshalb habe ich mir über die Jahre hinweg angewöhnt, mir Erlebnisse auszudenken, die ich meiner Familie und meinen Freunden bei einer passenden Gelegenheit erzählen kann. Meist haben sie einen Hang zum dramatischen, oft werde ich darin auch als Opfer von Ungerechtigkeiten oder Ähnlichem dargestellt, um Mitleid zu erregen. Hin und wieder erfinde ich aber auch lustige Geschichten. Doch all diese Dinge sind mir eben nie passiert. Ich genieße einfach die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl, das ich dadurch erhalte. Diese Geschichten häuften sich mit der Zeit und teilweise wusste ich ernsthaft nicht mehr, was ich wirklich erlebt habe und was nicht. Denn im Grunde waren die Erfindungen zwar fiktiv, aber durchaus realistisch. Als mir klar wurde, dass ich es nicht mehr unter Kontrolle habe, zwang ich mich dazu, das Ganze zu unterlassen. Heute erfinde ich immer noch Erlebnisse, aber deutlich weniger. Nur mein Selbstwertgefühl hat unter der geringeren Aufmerksamkeit gelitten. Es ist mir peinlich und ich finde es auch selbst erbärmlich - aber ich brauche es, um mich selbst besser zu fühlen.

Beichthaus.com Beichte #00032746 vom 19.02.2014 um 19:39:59 Uhr (7 Kommentare).

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Das Kind in der Katzenbox

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Verzweiflung Ungerechtigkeit Internet Kinder

Das Kind in der Katzenbox
Ende November letzten Jahres war ich (w/31/alleinerziehend) zu Besuch bei einer Freundin, welche am Wochenende Geburtstag gefeiert hat. Da sie selbst Kinder hatte und auch andere Eltern mit ihren Kindern da waren, habe ich natürlich meinen vierjährigen Sohn auf die Feier mitgenommen. Die Kinder haben sich auch ganz gut verstanden und zum Ende hin, als fast schon alle gegangen waren, waren nur noch mein Sohn und die Kinder der Gastgeberin übrig. Meine Freundin hat auch eine Katze, und die Kinder fanden es irgendwann schließlich lustig, die Katze nachzuahmen und holten auch eine größere Katzen-Transportbox irgendwo hervor und krabbelten abwechselnd in die Transportbox rein, wir fanden es wirklich amüsant und es war unglaublich niedlich. Meine Freundin hat auch nicht gezögert, schnell ein paar Fotos mit dem Smartphone zu machen, und versprach mir, mir diese später zu senden. Die Kinder hatten da sehr viel Spaß und haben sich immer gegenseitig in die Box eingeschlossen und wieder herausgelassen.

Gegen Abend verließen wir schließlich die Feier und meine Freundin stellte wenig später die Fotos auch in ein bekanntes soziales Netzwerk und markierte mich auch auf der Pinnwand. Die meisten Kommentare waren sehr positiv und es ging ja aus den Fotos von den Kids in der Katzenbox eindeutig hervor, dass das ein Gag war. Aber irgendjemand schien sich daran zu stören, denn Mitte Dezember bekamen meine Freundin und ich fast zeitgleich einen unangemeldeten Besuch vom Jugendamt und auch wenig später eine Vorladung, beim Jugendamt zu erscheinen. Ich war völlig schockiert und wusste nicht, um was es ging, bis ich mit den Fotos von den Kindern in der Katzenbox konfrontiert wurde. Die Frau vom Jugendamt war so eingebildet und stur, dass sie nicht glaubte, dass es nur Spaß war. Sie war der festen Überzeugung, dass hier das Kindeswohl gefährdet ist, und mein Sohn, bzw. die Kinder meiner Freundin von uns unmenschlich, geradezu barbarisch behandelt werden, und drohte mir mit Konsequenzen. Ich fiel aus allen Wolken, konnte mich aber zusammenreißen, gab eine Erklärung ab und für mich war die Sache damit auch geregelt. Heute Morgen erhielt ich einen schönen Brief, dass der Fall weiter bearbeitet wird, und nun der Richter meinen vier Jahre alten Sohn sprechen möchte, da das Verfahren eröffnet wurde. Ich weiß nicht, was ich machen soll, die ganze Situation wirkt so surreal, ich war immer eine gute Mutter und habe mein Kind auch nie misshandelt. Ich möchte deshalb beichten, dass ich mich von dieser Situation fertigmachen lasse und jeden darauf hinweisen, dass man nicht so dumm sein sollte, alles zu veröffentlichen - vielleicht benutzt es irgendwann jemand gegen euch.

Beichthaus.com Beichte #00032737 vom 17.02.2014 um 12:53:47 Uhr (57 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Ausgrenzung als Anti-Alkoholiker

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Zorn Aggression Trunksucht Gesundheit Familie Seligenstadt

Ausgrenzung als Anti-Alkoholiker
Meine Oma ist letztes Jahr an einer Leberzirrhose gestorben. Eigentlich kein Wunder, denn bei jeder Gelegenheit wurde bei meinen Großeltern ein Schnäpschen getrunken. Selbst bei ihrer Beerdigung wurde ihr Lieblingslikör reichlich ausgeschenkt. Ich (m/30) gelte als Sonderling in der Familie, weil ich eher selten etwas trinke. Und das nicht erst seit dem Tod meiner Großmutter. Ein bis zweimal im Jahr findet ein großes Familientreffen mit sämtlicher Verwandtschaft statt. So auch am letzten Wochenende. Seitdem ich denken kann, kommt im Verlauf des Abends dann jedes Mal der Vorwurf, was ich denn für ein komischer Kauz wäre und warum ich immer noch keinen Alkohol trinken würde. Dieses Mal hat es mir gereicht. Ich bin aufgestanden und habe das Familienoberhaupt angeschrien, dass ich mich sicher nicht dafür rechtfertigen muss, wenn ich keinen Alkohol trinken will. Eher müssten sich alle Anwesenden Gedanken machen, ob man nach dem Tod meiner Oma mal etwas kürzertreten sollte. Aber scheinbar haben alle schon ihr Gehirn weggesoffen. Es tut mir leid, dass ich so ausfallend geworden bin. Allerdings ändert das an meiner Meinung nichts. Mir schmeckt das Zeug einfach nicht und mir geht es danach dreckig. Ich sehe einfach keine Vorteile, die für den Alkoholkonsum sprechen würden.

Beichthaus.com Beichte #00032647 vom 30.01.2014 um 08:16:37 Uhr in Seligenstadt (36 Kommentare).

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Begehrter Partyfotograf

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Morallosigkeit Begehrlichkeit Dating Arbeit

Ich war vor etwa zwei Jahren für einige Zeit als Partyfotograf unterwegs. Kennt ja sicher jeder, diese Typen, die mit Spiegelreflex in der Disco rumlaufen und Fotos schießen. Ich war im Internet zufällig auf die Stellenanzeige gestoßen, und da ich mich ohnehin für Fotografie interessierte und auch eine recht vernünftige Kamera besitze meldete ich mich, und zwei Abende später ging es auch schon los. Ich machte ab da regelmäßig Touren durch verschiedene Clubs und Bars um die Feiernden abzulichten. Das Geschäftsmodell war einfach: Die Fotos konnten dann auf der Seite der Agentur kostenlos in niedriger Auflösung eingesehen werden. Wer jedoch ein höher aufgelöstes Foto zum privaten Gebrauch haben wollte, musste zahlen. Zugegeben, die Bezahlung für uns Fotografen war schlecht, doch schon sehr bald interessierte mich das überhaupt nicht mehr, denn ich entdeckte einen tollen Nebeneffekt: Die Tätigkeit als Partyfotograf bietet eine fantastische Möglichkeit, um Frauen kennenzulernen. Es ist schon beinahe unheimlich, welche Anziehungskraft eine teure Kamera und Visitenkarten auf Feierwütige haben. Außerdem hat man jederzeit einen Grund, Leute anzusprechen und kann "ganz nebenbei" ein paar Komplimente einstreuen, Smalltalk betreiben und merkt sehr schnell, ob man Interesse weckt oder nicht. Wenn nicht geht es halt weiter zu der Nächsten, sind ja mehr als genug da.


Immer öfter kam es dann vor, dass ich die hochauflösenden Fotos im Austausch für einen Drink, eine Telefonnummer, oder einen Kuss "verkaufte". Und ja, die Masche hat oft genug gezogen, und so konnte ich reihenweise Frauen abschleppen. Einen guten Grund nach einem One-Night-Stand zu flüchten gab es obendrein, denn man musste ja noch die Bilder bearbeiten und hochladen. Und ganz nebenbei habe ich natürlich auch noch ein wenig Geld verdient. Nachdem ich nach einem knappen Jahr meine jetzige Freundin kennenlernte, verlor ich das Interesse an meiner Nebentätigkeit und kündigte. Kurz darauf zog sich die Agentur - wohl aus finanziellen Gründen - aus meiner Heimatstadt zurück. Ich beichte also, dass ich meine damalige Tätigkeit schamlos ausgenutzt habe, um betrunkene Frauen aufzureißen und manchmal glaube ich, dass ich einen guten Teil zur finanziellen Situation der Agentur beigetragen habe.

Beichthaus.com Beichte #00032615 vom 23.01.2014 um 11:31:02 Uhr (15 Kommentare).

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Der Schrank

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Boshaftigkeit Ignoranz Stolz Engherzigkeit

Ich habe gestern meinen Schrank verkauft, da ich umziehen werde. Ihm fehlte absolut nichts und ich bot ihn deshalb für die Hälfte des Originalpreises an. Natürlich fand sich auch ein Käufer, diese schickten jedoch nur ihren Schwiegersohn, um das Möbelstück abzuholen. Und der jammerte schon am Telefon, verlangte eine Terminänderung und war generell nicht sehr freundlich. Ich fing dann trotzdem schon damit an, die Schranktüren abzuschrauben. Als der Schwiegersohn dann da war, war er weiterhin sehr unfreundlich und machte auch noch den Schrank schlecht. Nachdem er zu allem Überfluss noch fragte, ob ich Werkzeug hätte, bot ich ihm meinen Schraubenzieher an. Natürlich reicht ein Schraubenzieher nicht, um einen Schrank abzubauen, als er jedoch noch nach einem passenden Schlüssel fragte, verneinte ich. Ich wollte einfach keine große Suchaktion starten - aber ihm fiel dann sowieso ein, dass er wohl doch noch Werkzeug im Auto hätte.


Als er wieder da war, jammerte er, wie schwer der Transport des Schrankes doch sei, und involvierte mich auch in den restlichen Schrankabbau. Ich hatte dafür allerdings absolut kein Verständnis, da ich mich auch immer darum kümmere, wie ich etwas abtransportiere, ehe ich es kaufe. Und dann lasse ich mich nicht von den Vorbesitzern mit Werkzeug ausstatten, um zusätzlich noch unfreundlich zu sein und Hilfe zu beanspruchen. Wäre er wenigstens freundlich gewesen, wäre das mit Sicherheit anders abgelaufen - so habe ich nur noch die Schrankteile in den Flur gestellt und rasch die Tür verschlossen. Ich war echt verärgert über das Verhalten dieses Kerls, vor allem da er sich für meine Hilfe noch nicht einmal bedankt hatte. Ich habe es dann echt genossen, wie er sich mit den Schrankteilen abplagte, und beschimpfte ihn in Gedanken. Als Krönung des Ganzen habe ich festgestellt, dass er beim Einladen eines der Teile hier vergessen hat. Ich kann es sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und natürlich werde ich nicht anrufen, um ihm zu sagen, dass hier noch ein Teil steht.

Beichthaus.com Beichte #00032611 vom 23.01.2014 um 07:00:34 Uhr (13 Kommentare).

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