Verfolgungsjagd

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Dummheit Waghalsigkeit Auto & Co. Duisburg

Als mein Freundeskreis und ich mit circa 19 unsere ersten Autos bekamen, waren wir natürlich fast jeden Tag mit der Karre auf Achse. Es hat wirklich unglaublich Spaß gemacht, die Gegend zu erkunden und neue interessante Orte zu entdecken. Meistens waren wir dann am Abend und in der Nacht unterwegs. Doch irgendwann wurde uns mit der Zeit auch das zu langweilig. Eines Tages fuhren wir durch eine eher ländliche Gegend. Vor uns fuhr ein Fahrzeug. Da kam ein Freund von mir auf die Idee, den vor uns fahrenden PKW zu verfolgen. Das taten wir zwar nicht lange, wahrscheinlich merkte es der Verfolgte gar nicht, doch dadurch wurde ein neues Spiel erfunden: Autos verfolgen.


Immer wenn wir seitdem nichts zu tun hatten, spielten wir es. Die Opfer wurden entweder willkürlich auf der Straße ausgewählt oder wir legten uns an bestimmten Orten mit dem Auto auf die Lauer. Der beliebteste Ort dafür war der Parkplatz einer innerstädtischen Diskothek. Unsere beliebtesten Opfer waren Mütter die bis Mitternacht ihre minderjährigen Töchter von jener Disko abholten. Der Spaß fing erst richtig an, als wir begannen die Zeit mitzustoppen. Unsere längsten Verfolgungsjagden kamen in eine entsprechende Bestenliste. Natürlich versuchten wir uns immer gegenseitig mit einem neuen Rekord zu übertrumpfen. Die Verfolgungsjagd galt immer dann offiziell als beendet, wenn wir den Verfolgten verloren hatten oder wir durch plötzliches Anhalten oder Wenden des Verfolgten zum Überholen gezwungen waren. Den Rekord hielt bis zum Ende ein Freund, der eine Mutter mit ihren Töchtern über eine halbe Stunde lang durch zwei Städte gehetzt hat. Das Ganze ist mittlerweile acht Jahre her. Wenn ich heute daran zurück denke, hatten wir natürlich eine Menge Spaß. Allerdings hätte den Verfolgten und sogar uns etwas zustoßen können, da die Verfolgungen manchmal sehr rasant wurden.

Beichthaus.com Beichte #00029630 vom 17.12.2011 um 23:00:53 Uhr in 47228 Duisburg (Moerser Straße) (15 Kommentare).

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Jalapeño Burger

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Boshaftigkeit Dummheit Waghalsigkeit Ernährung Restaurant Burghammer

Ich habe eine Zeit lang in einem namhaften Fast-Food-Unternehmen gejobbt. Eine Arbeitskollegin und ich haben uns manchmal einen Spaß daraus gemacht auf die Burger von Kunden, welche mit Jalapeños belegt waren, zusätzlich ein paar Tropfen von einer megascharfen Soße, welche ich bei eBay erworben hatte, hinzuzufügen. Ich habe sie selbst einmal ausprobiert. Ein Tropfen und mir flossen die Tränen. Wir taten das nur bei den besagten Jalapeño-Burgern, weil die Kunden bei diesen sowieso von einer gewissen Schärfe ausgingen. Bei anderen wäre unsere Aktion aufgeflogen und wir hätten wahrscheinlich ärger bekommen. Am lustigsten war, wie die Gäste Sekunden nachdem sie in ihre Burger gebissen haben, wieder an der Kasse standen und sich Milchshakes bestellten. Ich bereue es.

Beichthaus.com Beichte #00029628 vom 17.12.2011 um 12:58:13 Uhr in Burghammer (14 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Ich bin eine Ja-Sagerin

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Ignoranz Dummheit Verzweiflung Tauberbischofsheim

Ich beichte, dass ich eine ganz fürchterliche Ja-Sagerin bin. Es ging los damit, dass ich in der Schule berühmt dafür war, irgendwelche unangenehmen Ämter und Aufgaben zu übernehmen die kein anderer wollte, weil ich nicht "nein" sagen konnte, wenn man mich darum bat, es zu machen. Auf diese Weise schaffte ich es immerhin bis zur stellvertretenden Schülersprecherin. Natürlich durfte ich immer alle Schulveranstaltungen im Alleingang organisieren, während sich die richtige Schülersprecherin im Ruhm sonnte, wenn alles glatt lief, oder es wahlweise auf mich schob, wenn etwas nicht funktionierte. Die Hausaufgaben der gesamten Klasse machte auch ich, da im Grunde genommen alle von mir abschrieben. Das selbe Verhalten legte ich beim Studium an den Tag, und so arbeitete ich bald mehr für meine Kommilitonen als für mich selbst. Blöderweise waren das aber nicht die einzigen Probleme, die ich wegen meiner ständigen Ja-Sagerei hatte. Jedes Wochenende machte sich ein anderer Typ an mich ran, auf Parties zu denen zu gehen ich keine Lust hatte. Meine Freundinnen, die mich einluden, wollte ich aber auch nicht enttäuschen. Natürlich landete ich mit vielen von den Typen die mich anmachten im Bett, weil ich eben nicht "nein" sagen konnte. Was da aber auch für ekelhafte Exemplare darunter waren.


Das Einzige, was positiv daran ist, ist die Tatsache, dass wenn der Ruf erst mal gründlich hin ist, man sich für Nichts mehr rechtfertigen muss. Jetzt, im Job geht es weiter damit, dass ich mir Arbeit ohne Ende aufhalse, weil alle schwierigen Projekte schön auf mich abgeschoben werden, und ich immer nur Ja und Amen zu allem Möglichen sage. Na gut, es hat auch wieder seine positiven Seiten. Ich arbeite locker zwölf bis dreizehn Stunden am Tag, da muss ich meinen Mann nicht so oft sehen. Ich hätte damals einfach "nein" sagen sollen, als er mir den Heiratsantrag gemacht hat. Eigentlich schon, als er mich das erste Mal küssen wollte. Ich wusste von Anfang an, dass er nicht der Richtige für mich ist. Er ist Monteur bei einer Heizungsfirma und hat rein intellektuell nicht gerade das Rad erfunden. Ich habe ihn auf einer Studentenparty kennengelernt, weil er der ältere Bruder einer Freundin ist. Älter heißt übrigens konkret zehn Jahre älter als ich. Er ist dick, hat ein nicht besonders hübsches Teddybärengesicht, sabbert beim Essen und beim Sex alles voll und hat einen Aussprachefehler. Allerdings hat er mir damals so lange und heftig den Hof gemacht, dass ich einfach nicht wiedermal nicht "nein" sagen konnte. Wenn er wüsste, dass ich ihm genau wegen dieser Schwäche schon zweimal mit einem meiner Kollegen fremdgegangen bin, der sich aber wiederum im Bett wesentlich besser und phantasievoller angestellt hat, würde er vermutlich die Welt nicht mehr verstehen. Meine Eltern liegen mir seit geraumer Zeit in den Ohren, wie es denn mit Enkelkindern aussieht. Ich habe auch dazu schon "ja" gesagt, aber bis jetzt hatte ich die super Ausrede, dass ich immer soviel arbeiten muss, damit mein Mann und ich unser Haus abbezahlen können. Er verdient nämlich bei weitem noch nicht einmal die Hälfte von dem, was ich im Monat nach Hause bringe. Das leuchtet meinen Eltern glücklicherweise ein. Ich sollte wegen meines Problems vielleicht wirklich mal zur Therapie, aber dafür hab ich wegen der vielen Arbeit keine Zeit.

Beichthaus.com Beichte #00029625 vom 16.12.2011 um 11:16:29 Uhr in Tauberbischofsheim (24 Kommentare).

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Fitness Muffel

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Faulheit Trägheit Dummheit

Vor einigen Jahren wollte ich mich in einem etwas teureren Fitnessstudio anmelden, weil ich keine Lust auf die typische McFit-Klientel hatte. Dieses Studio hat ein ärztliches Gutachten verlangt, das bestätigt, dass man gesundheitlich in der Lage ist, zu trainieren. Ich habe nun also diesen Test gemacht, ein Leistungs-EKG. Dieser Test war total anstrengend, aber ich habe ihn bestanden. Das Ding war aber dann, dass ich dann irgendwie doch keine Lust mehr hatte, zu trainieren. Also habe ich mich total abgerackert, nur um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass ich Null Bock habe, mich abzurackern.

Beichthaus.com Beichte #00029621 vom 15.12.2011 um 23:36:35 Uhr (11 Kommentare).

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Katze überfahren. Was tun?

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Dummheit Tiere Spittal an der Drau

Ich habe vor ungefähr anderthalb Stunden (22:15 Uhr) eine Katze überfahren. Im Prinzip war es nicht meine Schuld, obwohl der Autofahrer natürlich immer der Schuldige ist. Es war auf einer Bundesstraße, ich bin meine erlaubten 100 km/h gefahren. Dann plötzlich, innerhalb eventuell einer halben Sekunde sah ich noch irgendwas weißes vor meinen vorderen, linken Reifen laufen, dann der Zusammenstoß, ich konnte nicht einmal mehr bremsen. Nach 10 Metern bei der ersten Ausweich- und Umdrehmöglichkeit bin ich sofort zurückgefahren.


Da lag dann die Katze am Boden. Ich habe die Stelle abgesichert, und sah nach der Katze. Aber schon bevor ich eintraf, dürfte sie schon Tod gewesen sein, sie gab keinerlei Zucken mehr von sich. Also musste sie zum Glück nicht leiden, denke und hoffe ich. Es gab keinerlei Blut oder sonstiges, am Auto nur ein paar kleine Kratzer beim Nebelscheinwerfer, welche mir aber herzlich egal sind. Generell war auch kein Verkehr. Es dürfte sich um eine freilaufende Katze handeln, zumindest hoffe ich das, nicht dass ich ein Familienmitglied oder gar die Katze eines kleinen Kindes getötet habe. Zumindest konnte ich sie nicht liegen lassen, oder gar herzlos in den Graben werfen, wie es wohl die meisten getan hätten, wenn sie überhaupt zurückgefahren wären. Zumindest hatte ich noch eine Decke im Kofferraum, darin habe ich die Katze eingewickelt, und mitgenommen. Jetzt habe ich sie, mitsamt Decke, in einer Schachtel verstaut in meinem Garten, es ist einfach schon zu dunkel. Morgen werde ich ihr dann ein Grab schaufeln neben einer alten Eiche.

Dürfte wohl übertrieben oder unnötig wirken, aber ich denke mir, das ist das Mindeste, was ich für diese Katze tun kann. Ich bin wohl nicht wirklich schuldig, es gibt eigentlich nichts, was ich hätte tun können. Hätte die Katze 2 Sekunden länger gewartet; oder wenn sie einige Sekunden früher gelaufen wäre, hätte ich noch eine Notbremsung versuchen können; sie könnte dann wohl noch leben. Die wahrscheinlich größte Ironie daran ist, dass diese Katze meiner Katze sehr ähnlich sieht, oder wohl besser sah. Danke an jeden, der sich durch diesen etwas längeren Monolog durchgequält hat.

Beichthaus.com Beichte #00029617 vom 15.12.2011 um 00:14:44 Uhr in 9800 Spittal an der Drau (B100) (24 Kommentare).

Gebeichtet von CroCop
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