Freundschaft zwischen Todkranken

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Verzweiflung Feigheit Gesundheit

Vor ein paar Wochen kam ich in ein Krankenhaus, weil ich fast ein multiples Organversagen hatte. Aufgrund einer Herzattacke im letzten Jahr habe ich extrem organschädliche Medikamente bekommen. Aber wie es so kommt: Mein Sohn hat sich eine Grippe und dann die Magen-Darm-Grippe zugezogen. Als Familie teilten wir natürlich alles. So fielen einige Termine beim Kardiologen aus, welcher permanent meine Blutwerte überprüfte. Im selben Zimmer lag ein weiterer Patient, welcher sogenannte "kalte" Chemos bekam. Es war seine letzte Chance. Die Ärzte sagten nur, dass bei Erfolgslosigkeit der Chemos alles aus sei. Wir kamen ins Gespräch und haben eine schöne Beziehung aufgebaut. Wir halfen uns gegenseitig beim Ankleiden, Essen, Tee holen, Betten reinigen etc. Natürlich hätte das Personal dies machen müssen, aber wir waren einfach nur stolz darauf, es selbst zu machen.


Meine Werte wurden immer besser und seine wurden immer schlechter. Heute wurde er in ein Hospiz in der Nähe verlegt, um seine letzten Tage zu verbringen. Und damit komme ich nicht zurecht! Ich schäme mich dafür, dass ich Angst habe, ihn zu besuchen. Gerade bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen und nun will, oder kann, ich nicht das Leid anderer teilen. Aber wir hatten ein inniges Verhältnis mit sehr intimen Gesprächen. Was soll ich nur tun? Ich kann mir morgens noch nicht einmal mein Spiegelbild ansehen. Es tut mir so leid.

Beichthaus.com Beichte #00035623 vom 03.05.2015 um 13:18:30 Uhr (16 Kommentare).

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Deutschland - Ein Volk der Egoisten

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Ignoranz Selbstsucht Gesellschaft Studentenleben Nepal

Deutschland - Ein Volk der Egoisten
Ich selbst habe schon viel Dummes in meinem Leben angestellt, aber dieses Mal möchte ich stellvertretend für jemanden anders beichten. Es geht um das Erdbeben in Nepal mit bisher über 7.000 Toten. Ich habe Nachrichten gesehen und auf einmal wurde eine Gruppe von deutschen Studenten gezeigt, die in Nepal auf irgendeiner Exkursion waren und nach der Katastrophe nichts Besseres zu tun hatten, als in einem Zelt am Flughafen in Kathmandu herumzulungern und darauf zu hoffen, ihren Rückflug nach Deutschland vorverlegen zu können.

Währenddessen waren vermutlich nur einige wenige Kilometer entfernt tausende Einheimische damit beschäftigt, ihre Angehörigen aus den Trümmern zerstörter Gebäude auszugraben. Hätten diese dummen, verfressenen und gleichgültigen Studenten aus Deutschland auch nur ein bisschen Anstand und einen kleinen Rest von Menschlichkeit übrig, dann hätten sie ihren ursprünglichen Abreisetermin behalten und den Nepalesen beim Graben geholfen, anstatt in der Zeit auf ihren Rückflug zu warten. Offensichtlich war Nepal für diese Studenten also gut genug, um dort Urlaub zu machen, aber nicht wichtig genug, um den Menschen vor Ort zu helfen. Wie dem auch sei: Ich mache die Studenten nicht allein für ihr selbstsüchtiges Verhalten verantwortlich. Ich glaube, dass diese nicht vorhandene Solidarität und Mitmenschlichkeit ein gesellschaftliches Problem ist - wir sind, anders gesagt, einfach ein Volk von Arschlöchern.

Beichthaus.com Beichte #00035621 vom 03.05.2015 um 03:40:42 Uhr in Nepal (Kathmandu) (23 Kommentare).

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Supermarkttonnen mit Junkfood

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Vorurteile Zorn Völlerei Gesellschaft

Wenn ich (m/22) sehe, wie sich jemand krankhaft Übergewichtiges ungesunde Lebensmittel wie Chips, Schoko, Grillkäse und Co. in riesigen Mengen kauft, oder sich Junkfood reinhaut, könnte ich kotzen - vor allem, wenn das noch gepaart mit Rücksichtslosigkeit auftaucht. Ich werde dann richtig aggressiv, wenn auch nur gedanklich. Leute, denkt doch an eure Körper, an eure Gesundheit und ein bisschen an eure Mitmenschen! Und wenn die Gesundheit geschädigt ist und ihr deswegen so viel wiegt, kauft nicht noch kiloweise solches Zeug. Für so eine Lebensweise kann ich Verständnis nur im Minusbereich aufbringen. Manchmal habe ich ein superschlechtes Gewissen für die Gedanken, weil es auch sein kann, dass ein Fetter nach monatelanger Abstinenz mal wieder einen Burger isst oder die Lebensmittel für eine Party gedacht sind und sie nicht von einer Person verdrückt werden, auch ich mache mit meiner Freundin ab und an eine Chipstüte auf.


Aber dann frage ich mich bei so Supermarkttonnen wieder, ob einmal ungesund nicht wieder einmal zu viel ist und wie es überhaupt so weit gekommen ist, wo frisches, gesundes Essen billiger ist als das fettige Fertigzeug. Für die 2-5 Prozent der durch Krankheit adipös gewordenen Menschen laufen nämlich prozentual zu viele auf der Straße herum. Oder rollen, da ich nun wie in den USA bereits die ersten mit Kilos überladenen Elektromobile sehen durfte. Besetzt war das Gerät wohlgemerkt von einer massiven jungen Dame und nicht von einer alten Frau. Den Kotzreiz bekomme ich übrigens auch, wenn Leute nach Kippen und Alkohol stinken oder diese Produkte zahlreich aufs Band am Supermarkt befördern. Und ich bin kein überkorrekter vegan-bio lebender Mensch, auch da geht mir das Übermaß auf den Sack. Sorry, dass ich manchmal gedanklich so viele Schellen verteile.

Beichthaus.com Beichte #00035618 vom 02.05.2015 um 14:05:13 Uhr (14 Kommentare).

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Eine glückliche Ehe nach über zehn Jahren

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Peinlichkeit Last Night Heiligenhaus

Ich habe heute auf einer Feier ein Mitte bis Ende 30-jähriges Pärchen gefragt, wie lange sie sich schon kennen. Mit zwei anderen hatte ich darum gewettet, dass sie - gemessen an der Knutscherei, die zwischen denen abging - sich eine, zwei oder drei Wochen kennen. Es stellte sich heraus, dass sie ein Kind zusammenhaben, das älter als 10 Jahre ist. Als ich gesehen habe, wie glücklich eine Ehe auch nach so vielen Jahren sein kann, musste ich vor Freude weinen. Ich bin rausgelaufen, um es vor den anderen Feierwütigen zu verstecken, und habe dann vergessen, meine Wettschulden zu bezahlen. Es tut mir leid.

Beichthaus.com Beichte #00035613 vom 02.05.2015 um 00:06:59 Uhr in Heiligenhaus (6 Kommentare).

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Das Geschäft meines Hundes

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Ekel Faulheit Unreinlichkeit Tiere

Ich möchte beichten, dass ich noch nie das Geschäft meines Hundes beseitigt habe. Manche Straßen muss ich schon komplett meiden, da die Rentner mich wahrscheinlich am liebsten erschlagen würden. Wenn mein Hund sein Geschäft erledigt, gehe ich immer weiter oder tue so, als ob er mir nicht gehören würde. Ich biege schnell in den nächsten Schleichweg ab, oder wenn jemand laut ruft, trage ich gut sichtbare Kopfhörer. Mein Hund ist auch schon ein paar Mal wie ein Besessener in fremde Gärten gerannt und hat dort sein Geschäft erledigt. Das tut mir auch wirklich leid, dennoch ekelt mich der Gedanke an, dem Haufen meines Hundes auch nur nahe zu kommen. Ich hoffe nur, dass dieses neue DNA-Verfahren nie genehmigt wird, ansonsten hätte ich ein ernstes Problem. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00035608 vom 01.05.2015 um 09:13:21 Uhr (20 Kommentare).

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