Wieso ich nach der Finanzkrise im Knast landete

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Aggression Gewalt Maßlosigkeit Gotha

Ich (36) arbeitete in einer für mein damaliges Alter recht hohen Position einer großen Bank, als die Finanzkrise mich in die gezwungene Arbeitslosigkeit trieb. Zuvor war ich sehr steil aufgestiegen, und man prognostizierte mir, dass ich, wenn ich so weitermachen würde, innerhalb von 5-10 Jahren die Bank leiten würde. Daraus wurde leider nichts. Ich wurde entlassen und versuchte gelassen zu bleiben. Meine damaligen Einkommenseinbußen durch den Verlust meiner Arbeitsstelle ließen mich zu einem Risiko-Trader werden. Statt meinen Lebensstandard zu sichern, verzockte ich mehr als 3/4 meines Ersparten. Auch meine Bewerbungen bei allen möglichen Finanzunternehmen blieben erfolglos. Ich verkaufte mein Auto sowie meine Wohnung und zog in ein schlechtes Quartier, über welches ich früher nur gewitzelt hatte.

Dort wurde ich von einer Gang von Jugendlichen angerempelt und getreten. Ich war so frustriert, dass ich mich erfolgreich wehren konnte, was dazu führte, dass sie mich prompt respektierten. Wir trafen uns immer öfter, wobei ich immer mehr zu einer Art Anführer aufstieg, da ich sogar einige Jahre älter als ihr Obermacker war, welcher damals zarte 21 Jahre alt war. Zusammen proleteten wir monatelang herum und lebten am Rande der Illegalität in einer heruntergekommenen und bekannten Gegend. Als eine feindliche Straßengang einen meiner damaligen Freunde halbtot schlug und auch nicht zögerte, Messer einzusetzen, wurde es mir zu viel. Ich rastete aus und kam wegen massivster Gewalteinwirkung für mehrere Monate hinter Gitter, obwohl ich mir viele Schnittwunden eingefangen hatte. Ich wurde als Einziger verurteilt. Seit dem Tag, an dem man mich aus der Strafanstalt entließ, war ich geläutert. Ich eröffnete schon nach wenigen Monaten eine Firma für Unternehmensberatung und bin mittlerweile schon recht erfolgreich. Es gelang mir sogar, zwei der ehemaligen Gangmitglieder erfolgreich in Consulting-Tätigkeiten zu involvieren, sodass sie nun davon leben können.

Ich wünschte, ich müsste heute nicht immer einen Autounfall erfinden, wenn man mich auf meine Narben anspricht. Ich wünschte, ich hätte diesen Kerl damals nicht in den Rollstuhl geprügelt. Ich bitte ernsthaft um Vergebung. Auch der Schadensersatz bringt ihn nicht wieder zum Laufen.

Beichthaus.com Beichte #00039405 vom 28.02.2017 um 09:21:44 Uhr in Gotha (9 Kommentare).

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Das Kakteen-Bad meines Cousins

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Aggression Boshaftigkeit Kinder Sigmaringen

Als kleines Kind (zwischen 3-5 Jahre alt) konnte ich (w/30) einen jüngeren Cousin von mir nicht ausstehen. Ich weiß nicht mal mehr warum, weil er mir eigentlich nie etwas getan hatte. Seine bloße Existenz nervte mich, er sabberte und konnte schlecht sprechen (mit damals zwei Jahren war das aber normal).

Ich weiß noch eine Situation, über die wir heute aber alle lachen können (er übrigens auch). Wir Kinder spielten im Garten unserer Tante Fangen. Alle rannten wild umher, es standen überall Blumentöpfe - die meisten mit Kakteen. Irgendwie nervte mich besagter Cousin sehr, weil er mir immer den Weg versperrte und ich ihn weghaben wollte. Ich schubste ihn mit voller Wucht in Richtung der Kakteen. Jetzt kann man natürlich behaupten, dass ein 4-jähriges Kind noch nicht die Konsequenzen seiner Handlungen einschätzen kann, aber ich glaube schon, dass ich aus böswilliger Absicht handelte. Ich weiß noch genau (und er erinnert sich heute auch noch daran) wie er wieder aufstand, übersät mit den Kaktusstacheln und mich heulend anschrie. Ob ich dafür bestraft wurde, weiß ich nicht mehr, aber ich möchte beichten, dass ich mir damals schon das Lachen ein bisschen verkneifen musste (weil der böse Cousin es ja aus meiner Sicht verdiente) und versuchte, ein betroffenes Gesicht zu machen. Ebenfalls möchte ich beichten, dass ich ihn heute noch manchmal mit dieser Geschichte aufziehe.

Beichthaus.com Beichte #00039404 vom 27.02.2017 um 22:41:43 Uhr in Sigmaringen (5 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meine coole Street-Gang

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Dummheit Stolz Waghalsigkeit Diebstahl Augsburg

Ich (m/32) möchte heute mal meine Jugendsünde beichten. Und zwar kamen zwei Freunde und ich durch ein paar Gangster-Filme in der Jugendzeit darauf, eine Gang zu gründen. Als Vorbild diente uns dazu vor allem der französische Gangsterfilm "Dobermann", bei dem eine Gang mit einem starken Zusammenhalt und vermeintlich sehr genialen Plänen gezeigt wurde. Wir waren damals alle so um die 15, 16 und fanden uns unglaublich hart und cool, weil wir ein paar Kampfsporttechniken konnten und immer mindestens zu dritt unterwegs waren. Am Ende waren wir sieben oder acht feste Mitglieder und etwa fünf Anwärter. Und wie eine Gang das so macht, haben wir natürlich kräftig Mist gebaut. Beispielsweise sind zwei von uns in eine Tankstelle rein und haben den Verkäufer abgelenkt, während vier von uns mehrere der draußen gestapelten Bierkästen davongetragen haben, die wir dann stolz in einem Abbruchhaus leerten. Zigaretten haben wir auf eine ziemlich einfache, fast narrensichere Art taschenweise im Supermarkt geklaut, bevor diese Automaten bekamen, wie, sage ich jetzt aber nicht, da es ja immer noch Läden gibt, die Ziggis so in der Auslage haben und ich da niemanden auf dumme Ideen bringen möchte.

Aber das war uns natürlich nicht genug. Wir wollten einen Ruf haben, gefürchtet sein. Also war bald bekannt, dass jeder von uns ein Messer habe, was so gar nicht stimmte, und wir drückten regelmäßig jüngere oder allein angetroffene Jugendliche an die Wand und erleichterten sie um ihre Wertsachen. Die Handys haben wir entweder behalten oder bei einem Handytürken in einem anderen Stadtteil zu Geld gemacht. Den Rest haben wir für Bier und Gras ausgegeben, manchmal hatten wir auch Glück und unsere Opfer hatten selbst Gras oder Pillchen bei sich.

Naja, wie es in der Realität so ist, fallen solche Idioten wie wir es waren, natürlich irgendwann auf. Eines Abends flog mit Karacho die Tür unseres als Clubhaus bezeichneten Abbruchhauses auf, und es hieß: "Polizei, alle aufstehen und an die Wand!", was wir im Schreck natürlich taten. Aber waren nicht die Cops, sondern drei Member des bekanntesten Motorradclubs der Welt. Wir hatten einen Fehler gemacht und eines unserer letzten Opfer war der Sohn eines Mitgliedes. Er hatte es uns zwar gesagt, aber ich hatte ihm für diese vermeintliche Lüge und die Aussage: "Das wird dir noch leidtun, Arschloch!" extra eine reingehauen. Naja, leidtat es uns keine 24 Stunden später. Die drei Männer haben uns erst mal gefilzt, jedem von uns eine Unterschrift unter ein schriftliches Geständnis für den ganzen Mist, den wir die letzten Monate gebaut hatten (sie wussten sehr genau, was wir waren und was nicht), abgenommen, dann fing sich jeder von uns eine Ohrfeige ein, die man wahrscheinlich noch fünf Querstraßen weiter klatschen hörte, und danach holten sie die Polizei und übergaben uns mit den Worten, wir seien es nicht wert, sich an uns die Hände dreckig zu machen.

Natürlich war ich damals sauer und verängstigt zugleich, aber ehrlich, heute bin ich dankbar dafür. Erstens, so saublöd, wie wir uns angstellt haben, hätte uns über kurz oder lang, die Polizei sowieso hochgenommen und zweitens hat es uns allesamt davor bewahrt, weiter Blödsinn zu machen. Unsere Eltern haben uns teils ausgelacht, teils das Leben zur Hölle gemacht und die Ferien waren auch versaut, da haben wir nämlich, statt am Strand zu chillen, was eigentlich eingeplant war, unsere Arbeitsstunden abgeleistet. Mit einem der Biker von damals bin ich übrigens heute gut befreundet und er erzählte uns, dass sie, kaum dass die Cops uns abgeführt hatten, endlich das lauteste Lachen rauslassen konnten, das ihnen je unterkam, weil sie es sich die ganze Zeit verkneifen mussten. Auch bei den Opfern habe ich mich längst allesamt nochmal persönlich entschuldigt. Und an alle kleinen Street-Gangster kann ich nur sagen: "Kids, lasst es gut sein. Das bisschen Spaß und die vermeintliche "Street Cedibility" sind es nicht wert. Ihr kommt entweder unter die Räder oder euch geht es wie uns. Lasst es einfach."

Beichthaus.com Beichte #00039402 vom 26.02.2017 um 23:07:59 Uhr in Augsburg (15 Kommentare).

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Zocken um ein Essen am Tag

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Boshaftigkeit Geiz

Ich war bei einem Kumpel beim Zocken an der Konsole und wir hatten eine Wette am Laufen. Und er war dabei, sämtliche Rekorde zu brechen. Ich hätte ihm für ein halbes Jahr jeden Tag ein Essen spendieren müssen und darauf hatte ich gar keine Lust. Ich habe aber noch einen anderen Kumpel, der beim E-Werk arbeitet. Sein Vater war schon dort und er natürlich auch, ich ging also raus um eine zu Rauchen, rief ihn an und er hatte wirklich Dienst in der Schaltwarte. Ich sagte ihm, wo ich bin und um was es ging, und ob er nicht kurz in dem Gebiet den Strom ausschalten könnte. Er fragte mich dann, ob ich dumm wäre, denn das könnte ihn seinen Job kosten. Ich bettelte fünf Minuten lang und er sagte immer wieder, dass er das nicht machen würde. Als ich wieder hineinging, sah ich schon in meinem inneren Auge, wie mein Kumpel jeden Tag das edelste Mecces-Menü auf meine Kosten verspeisen würde.

Doch plötzlich flackerte das Licht. Nur für einen Sekundenbruchteil. Gerade so lange, dass man es bemerken konnte und lange genug, damit die Konsole neustartete und der Spielstand Geschichte war. Ich lachte mich scheckig, denn die Wette war somit vorbei und mein Kumpel ärgerte sich grün und blau. Als ich später meinen anderen Kumpel anrief und fragte, ob er das war, sagte er nur, dass er so etwas nie machen würde, aber ich hätte Glück gehabt, denn sie hätten eine kurze Schwankung im Stromnetz gehabt. Ich bedankte mich trotzdem, denn so ganz konnte ich die Geschichte mit der Schwankung nicht glauben. Vielleicht war es aber auch eine höhere Macht von oben. Ich beichte hiermit, dass ich absichtlich darauf abgezielt habe, dass mein Kumpel beim Zocken nicht gewinnt, weil ich zu geizig bin, um ein halbes Jahr sein Essen zu bezahlen. Ich bitte um Vergebung.

Beichthaus.com Beichte #00039396 vom 25.02.2017 um 12:09:40 Uhr (13 Kommentare).

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Die sind einfach so fett!

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Missbrauch Völlerei Familie Hamburg

Ich habe meinen Sohn mit Absicht zu einem fresssüchtigen Erwachsenen erzogen, weil er mal frech war! Aber von Anfang: Vor 15 Jahren war mein Sohn noch fünf Jahre alt und normalgewichtig. Er rannte herum und hatte viel Spaß. Mit sechs Jahren jedoch, als er in die Schule ging, entwickelte er sich zu einem Problemkind - er schubste andere und ärgerte Mitschüler, die ein wenig pummeliger waren als er (aber keines von diesen Kindern konnte man als dick bezeichnen!). Irgendwann habe ich mit ihm auf Anraten seines Lehrers ein Gespräch geführt und wir kamen darauf, warum er die anderen schubst und er sagte rotzfrech: "Weil die so fett sind!" Da sagte ich aus Spaß: "Ich zeige es dir, "dick" zu sein" und ich habe ernsthaft angefangen ihm anzuerziehen so viel zu essen wie möglich und machte ihm so viel Süßes, wie er wollte. Und mit der Zeit habe ich meinen Sohn regelrecht gemästet! Ich weiß noch, dass die Kinderärztin meinte, er solle mit acht Jahren schon eine Diät machen. Das hatte mich geschockt, weil ich nie wollte, dass mein Sohn wirklich dick wird!

Ab dann verlor ich jedoch die Kontrolle über das Essverhalten meines Sohnes. Diäten wurden mit Taschengeld umgangen, wenn das leer war, klaute er sich heimlich Dinge aus der Küche. Als er auf die weiterführende Schule kam, war er auf 155 cm ganze 65 kilo schwer und war sogar bereit, bei Diäten in die Mülltonnen zu klettern, um dort Essensreste zu klauen (- das habe ich erst letztens von ihm gebeichtet bekommen). Mit 14 gab es eine Pubertätsuntersuchung beim Arzt und dieser meinte, er müsse dringend auf Diät, was ja nichts bei ihm brachte! Er wog bei dieser Untersuchung bei 171 cm ganze 94,5 Kilo und ich fühlte mich sehr schuldig, da ich ihm beigebracht hatte, so viel zu essen, bis es nichts mehr gibt und ihm extremen Futterneid anerzog. Und seitdem er 14 ist, weiß ich noch, ist er richtig explodiert.

War er kurz vor dem 18. Lebensjahr wog er bei 186cm unglaubliche 146,3 Kilo! Er bekam fiese Worte vom Arzt und dringende Anraten zu Kuren etc. Doch er wollte nicht, da ich ihm verboten hatte, sich irgendwo anzumelden und er noch nie mit Sport in Berührung kam. Seitdem er 18 Jahre alt ist, geht er alleine zum Arzt, aber durch unsere Smartwaage kann ich beobachten, wie sehr er aufgeht. Mittlerweile ist mein Sohn 20 und wiegt jetzt 171,4 Kilogramm - Tendenz steigend. Er hängt nur faul zu Hause rum und isst nur noch Chips und Co. Ich fühle mich so schuldig, dass ich ihn zu einem faulen und fettleibigen jungen Erwachsenen erzogen habe...

Beichthaus.com Beichte #00039395 vom 25.02.2017 um 02:25:45 Uhr in Hamburg (Eißendorfer Straße) (19 Kommentare).

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