Ein Netz Zitronen

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Verschwendung Vandalismus Dummheit Last Night

Vor ein paar Tagen habe ich (m/24) zu meinem Geburtstag unter anderem zwei Flaschen Tequila zusammen mit einem Netz Zitronen und einem Netz Orangen geschenkt bekommen. Da ich nun kein Fan von Tequila bin und auch für die große Menge an Zitronen und Orangen keine bessere Verwendung hatte, fanden die Früchte gestern ein rasantes Ende bei einem nächtlichen Streifzug durch die Stadt. Da bei diesem Wetter viele Schlafzimmerfenster offen standen, luden diese natürlich dazu ein, die Früchte auf diese Weise zu entsorgen. In einigen Schlafzimmern müssen, den Aufprallgeräuschen nach zu urteilen, offenbar Schränke auf der anderen Seite des Raumes gestanden haben. Bei der Vorstellung wie Leute durch platzende Orangen und Zitronen aus ihren Träumen gerissen wurden, musste ich heftig lachen. Ich bereue, nicht den Mut gefunden zu haben, die Reaktionen der Leute abzuwarten. Stattdessen bin ich feige nach den Würfen geflüchtet. Wahrscheinlich standen sie fluchend und verwundert zugleich in ihren Schlafzimmern.

Beichthaus.com Beichte #00027984 vom 13.07.2010 um 21:55:26 Uhr (43 Kommentare).

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Drei auf einmal ist zuviel

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Fremdgehen Falschheit Feigheit Maßlosigkeit Partnerschaft Schwechat

Ich (m, 33) gestehe hiermit, dass ich ein Polygamist bin. Seit dem Ende einer langjährigen Beziehung hatte ich zuerst in kurzer Folge mehrere Affären und One-Night-Stands. Obwohl ich nicht besonders gut aussehe, komme ich relativ gut bei Frauen an, vor allem bei meinem bevorzugten Typ: mollig, Mitte 20, hübsch.

Doch das befriedigte mich nur sekundär. Daher begann ich eine Beziehung zu einer Frau, die ca. 70 km entfernt wohnt. Soweit war das ja auch alles normal, doch kam kurz darauf meine Exfreundin, die langjährige, mit dem Vorschlag, es noch einmal zu versuchen. Ohne zu überlegen sagte ich ja, und hatte plötzlich zwei Beziehungen. Dann lernte ich über eine Online-Community eine weitere Frau kennen, diesmal direkt aus meiner Stadt, und kam auch in kurzer Zeit mit ihr zusammen.

Da ich Schicht arbeite und in einer WG wohne, ist es den Frauen Recht, dass ich sie besuchen komme und nicht umgekehrt. Das schlimme daran ist aber, für mich ist keine der Drei nur eine Affäre, ich empfinde für alle drei starke Gefühle. Am liebsten würde ich alle drei zu einer Melange vermischen, aber das geht ja leider nicht.


Zeitlich manage ich es so, dass ich Montag, Dienstag und jede zweite Woche Mittwoch bei der Ex-Freundin verbringe, mit der ich die lange Beziehung hatte, und die etwa 30 km weg wohnt. Dementsprechend fahre ich Mittwoch, Donnerstag und Freitag zu der Frau, die 70 km weg lebt. Und die Frau in meiner Stadt sieht mich an den Wochenenden und wenn ich unter der Woche Spätschicht habe, was relativ selten ist. Namen und Geburtstage habe ich bisher noch nicht verwechselt.

Ich fühle mich oft moralisch überfordert, aber ich finde einfach keinen Weg, zwei oder zumindest für den Anfang einer der Frauen den Laufpass zu geben, und sie scheinen auch nicht vor zu haben, mich von sich aus zu verlassen. Doch irgendwann wird eine mit mir zusammen wohnen wollen, eine andere hat bereits gesagt, sie hätte mittelfristig gerne Kinder mit mir. Manche mögen mich beneiden, mit drei Frauen zugleich Sex haben zu können, aber das ist teilweise extrem anstrengend, jede hat andere Vorlieben und wünsche im Bett.

Beichthaus.com Beichte #00027973 vom 10.07.2010 um 04:40:17 Uhr in Schwechat (38 Kommentare).

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“35.000

“Folge

Die letzten drei Seiten der Bibel

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Betrug Faulheit Waghalsigkeit Glückstadt

Die letzten drei Seiten der Bibel
Ich muss beichten, dass ich mich während meiner schulischen Ausbildung zur Grafik-Designerin zur ziemlichen guten Attest-Fälscherin hochgearbeitet habe! Immer wenn ich keine Lust hatte zur Schule zu gehen hab ich mir selber ein Attest gebastelt, dass von Zeit zu Zeit professioneller wurde. Als Vorlage hatte ich verschiedene Atteste von Zahnärzten, Hausärzten und Frauenärzten. Ich scannte diese ein und baute sie mit einem bekannten Grafikprogramm nach, sodass ich am Ende eine beträchtliche Menge an vorgefertigten Exemplaren hatte. Da die Atteste vom Hausarzt aus extrem dünnen Papier bestanden, und dieses in keinen Handel zu finden war, nahm ich meine Bibel aus Konfirmationszeiten und riss die letzten drei unbedruckten Seiten heraus. Das Papier hatte nämlich genau das benötigte Gewicht. Ich fixierte die Seiten mit Tesa auf handelsüblichen Druckerpapier und druckte das Attest passgenau darauf aus! Keinem fiel je etwas auf!

Beichthaus.com Beichte #00027949 vom 01.07.2010 um 13:02:07 Uhr in Glückstadt (45 Kommentare).

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Auto geklaut

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Diebstahl Dummheit Auto & Co.

Früher, als wir alle gerade 18 Jahre alt waren, haben wir oft auf einem Parkplatz an der Universität rumgehangen, an dem Abends nichts mehr los war. Eines Tages haben wir einen Autoschlüssel gefunden, der auch direkt auf das Auto daneben gepasst hat. Es war ein Kleinwagen, wahrscheinlich einer Studentin, den Sachen im Wagen nach zu urteilen. Wir haben uns umgeschaut und überlegt, und dann beschlossen den Wagen zu klauen.
Wir sind ein bisschen durch die Stadt gefahren, haben dann, als ein Polizeiwagen neben uns stand, Angst bekommen dass das Auto mittlerweile vermisst wird und als gestohlen gemeldet worden ist, und haben es in einem ganz anderen Stadtteil in einer ruhigen kleinen Straße abgestellt, alles abgewischt wegen Fingerabdrücken, und sind abgehauen. Den Schlüssel haben wir wo anders entsorgt.
Nach einigen Monaten sind wir mal dort vorbeigefahren, das Auto stand immer noch dort. Es tut mir wirklich Leid für die Besitzerin, zumal uns das rumfahren nichts besonderes gebracht hat, und wir nicht den Mumm hatten das Auto zur Universität zurück zu bringen. Ich glaube nicht dass sie von der Versicherung etwas wiederbekommen hat, da ja ein Fahrzeugschlüssel fehlen wird. Sie hat bestimmt nicht viel Geld gehabt und war vielleicht auf das Auto angewiesen. Jahrelang haben wir die Story niemandem erzählt, obwohl man in dem Alter durch so etwas "cooler" gewesen wäre.

Beichthaus.com Beichte #00027929 vom 24.06.2010 um 22:13:14 Uhr (29 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Folge

Mein Sprayer Leben

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Vandalismus Waghalsigkeit Stolz Berlin

Ich möchte beichten, das ich seit 1994 Sprüher bin und mittlerweile sicherlich um die 2000 Wandbilder und knapp 300 Züge und unzählige Tags im In- und Ausland gemacht habe.
Am Anfang war es die Lust auf was neues, das jugendliche Adrenalin, der Ruhm innerhalb der Szene. Ich ging öfter hohe Risiken ein, nicht nur in Bezug aufs Erwischt werden. Ich wurde es jedoch bis heute nie doch ich stand schon mehrere Male kurz davor. Wie Kaufhauserpresser Dagobert in seinen bestens Zeiten entging ich immer wieder knapp dem Desaster.


Circa 90% aller Bilder und Tags sind illegal entstanden. Vor knapp 2-3 Jahren hörte ich fast auf malte hin und wieder mal was, meist legal. Freundin und Job brachten die Sache fast zum Erliegen. Nun bin ich wieder solo und seit circa einem Jahr geht es wieder richtig los. Ich male zur Zeit fast ausschließlich illegal, das legale malen macht Spaß, jedoch ist es nicht dasselbe. Ich komme einfach für mich selbst nicht damit klar, das die Bilder wieder verschwinden, weil andere wieder drüber malen. Das macht die ganze Sache sinnlos. Das einzige was Spaß macht ist eben in der Sonne mit Kumpels und Bierchen in der Hand zu malen. sonst ist es leider eher ein einengendes Gefühl ("Hier dürft ihr, aber nirgendwo anders!"). Als ob es so einfach wäre, ihr "alles-in-normalen-Regeln-Packer"! Da ist es nicht!
Es geht nichts über das gute Gefühl, auch noch an 10 Jahre alten Sachen von einem selbst und/oder guten Freunden vorbeizugehen, zu sehen wie das Bild langsam verwittert, die Veränderung der Umgebung, etc. Mir fällt auch immer wieder was neues ein, was man machen kann seinen Namen zu verbreiten. Neue Stile, Neue Techniken, Neue Farbkombinationen.
Früher habe ich öfter auch in der Stadt und an anderen "sensiblen Punkten" gearbeitet, jedoch ist hier die Gefahr doch recht hoch, doch mal erwischt zu werden. Mittlerweile male ich meist zu zweit oder dritt, aber auch gern allein ausschließlich bunte, meist aufwändige Sachen an machbaren Stellen (Zugstrecken, leere Industriebrachen, stillgelegte Militärgelände, Autobahnen, Stromkästen, etc.). Ab und an springt auch mal ein Zug heraus, meist auf Reisen.
Die Stelle hat Auswirkungen auf die Tageszeit und die Aufwändigkeit des Bildes. Von 10-15 Minuten bis mehreren Stunden ist alles dabei. Ich versuche meist am Tag zu arbeiten, jedoch ist es öfter leider nicht möglich. Neu gesichtete Stellen werden fotografiert damit man sie nicht vergisst und werden dann systematisch abgearbeitet. 2-3x pro Woche bin ich mit Dosen unterwegs. Mir gefällt das ganze Drumherum, die Planung, das Hingehen, wie man ungesehen hinkommt, die maximal machbare Mahlzeit zu kalkulieren, das Malen an sich, das Foto sofort oder am nächsten Tage.

Finanziell ist es so gesehen eigentlich nicht teurer als rauchen oder der monatliche Fitnessclubbesuch. Hätte ich alles Geld in den Jahren aber gespart, hätte ich mir sicher schon ein neues Auto kaufen können, hätte aber all die Erfahrungen und den Spaß nicht gehabt!
In Laufe der Jahre, hat man genug Erfahrung gesammelt und kann sehr genau abschätzen, was wann machbar ist und was eher nicht. Man muss lernen, auch mal etwas nicht zu machen, weil irgendwas komisch ist oder erscheint, auch wenn man eine halbe Stunde mit dem Auto angereist ist und sich nachts durch diverses, auch gerne dorniges Buschwerk geschlichen hat. Muss man eben später nochmal probieren. Es ist eben alles eine Erfahrungssache was geht. Es ging immer alles klar, wenn ich mich entschied zu malen. Man hat ständig ein waches Ohr und Auge und erkennt irgendwelche Leute meist früh genug, sodass man sich noch verstecken kann. Und wenn man doch mal weg musste meist aus reinen Sicherheitsgründen, wurde dass Bild ein paar Tage später vollendet. Diese Herangehensweise ersparte mir in den letzten Jahren brenzlige Situationen mit den Bullen oder gerechtigkeits-treuen Mitbürgern.
Der Gedanke an Graffiti ist ständig präsent, Man verlässt das Haus nicht ohne Stift, nimmt auf Reisen immer Dosen mit oder sollte das nicht gehen (Flugzeug), werden am Urlaubsort irgendwo Dosen organisiert. Ständig hat man den Blick auf der Suche nach neuen Stellen. Ich liebe dieses Leben!
Überall auf der Welt trifft man Leute mit denen man malen gehen kann, einige internationale Freundschaften sind so schon entstanden. Meine (nicht sprühenden) Freunde, Familie, Verwandte und Kollegen ahnen nichts von meinem Doppelleben oder denken ich hätte schon vor Jahren wieder aufgehört.

Ich bin jetzt schon über 30 und sicherlich schon viel zu alt für alles. Ein Ende ist aber noch lange nicht in Sicht. Die Frage, warum ich das noch immer tue, kann ich nicht beantworten. Es ist einfach so. Weil alles an Graffiti Spaß macht! Spannung, Spaß und Spiel. Das oft propagierte Adrenalingefühl gibt es bei mir nicht, es ist eher eine Mischung aus Erfahrung, Routine aber auch gewisser Kaltschnäuzigkeit. Ich bin mir bewusst, das ich einigen Leuten sicher Schaden zugefügt habe und entschuldige mich dafür! Jedoch schaue ich immer besonders hin, wo man was macht und ich versuche direkten Schaden von jemanden abzuwenden. Man macht auch gewisse Stellen einfach nicht, aus moralischen und achtenden Gründen, jedoch ist es sicher nicht zu 100% möglich.
Irgendwann werde ich sicher damit aufhören, vielleicht wenn eines Tages wieder Frau und Familie kommt. Aber warum sollte ich? Andere gehen in die Disco, saufen sich voll oder putzen den ganzen Tag ihre Tuning-Proll-Karre. Ist das etwa produktiver für sich selbst? Ich glaube nicht. Ich gehe lieber malen und erfreue mich von Zeit zu Zeit daran. meine Fotoalben durchzublättern und an die teilweise skurrilen Geschichten zu denken die damit zusammenhängen. Ich mache vorerst weiter, der Sommer ist da und es gibt noch viel zu erledigen!

Beichthaus.com Beichte #00027885 vom 05.06.2010 um 17:12:43 Uhr in Berlin (74 Kommentare).

Gebeichtet von Minor
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