Die Zweitfamilie
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Normalerweise öffne ich fremde Mails nicht, doch in etwa zehn Minuten kam immer wieder dieses nervige Signal, sodass ich draufklickte, um es zu beenden. Doch der Betreff der Nachrichten machte mich stutzig. Es war eine dieser klischeehaften Anreden und ich brach meine Regel und klickte mich durch die Mails, bis ich mir nach kurzer Zeit klar war, was hier vor sich ging. Mein Vater hatte eine Affäre. Ich konnte es nicht fassen, gleichzeitig hoffte ich, dass das möglicherweise ein Missverständnis ist, doch je weiter ich mich durchs Postfach klickte, desto mehr merkte ich, dass es keine Affäre war, sondern eine Art Zweitfamilie. Da waren also Fotos von einer Frau mit zwei kleineren Kindern, betitelt mit "wir vermissen dich, komm bald heim". Ein Junge und ein Mädchen in freudiger Umarmung mit der Mutter, im Hintergrund eine grüne Wiese und eine Schaukel. Die kurzen neuen Mails enthielten ähnliche Passagen und wünschten beste Grüße nach Zürich. Zürich war also der Ort, an den mein Vater immer wieder vorgab, auf Geschäftsreise zu sein, auch uns gegenüber. So langsam begriff ich erst, was ich da überhaupt sah, denn bisher lief dies im Zeitraffer, wie in einer Fernsehserie. Plötzlich machte alles Sinn. Warum mein Vater so viele Tage in der Woche nicht zu Hause ist, oder auch sehr spät von der Arbeit heimkommt, da die Klienten ihn angeblich wieder besonders auf Trab gebracht haben.
Ich schaltete den Laptop aus und ging erst mal außer Haus, um frische Luft zu schnappen und einen klaren Gedanken zu fassen. Immer wieder fragte ich mich, ob das überhaupt sein kann, was ich gesehen habe, und ob ich vielleicht sogar schlecht träume. Jetzt nach einer Woche habe ich mich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu reden, und nachdem ich von der Arbeit heim kam und meinen Computer jetzt vollständig ausgepackt, aufgebaut und eingerichtet habe, setze ich diese Beichte auf, und male mir das Worst-Case-Szenario vor meinem inneren Auge aus. Was könnte passieren, wenn ich es meiner Mutter erzähle, was würde passieren, wenn ich meinen Vater darauf anspreche. Ist es besser, den Mund zu halten. Ich weiß nicht, was ich tun soll.