Mein Vater, der Choleriker

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Gewalt Aggression Ungerechtigkeit Zorn Familie Mengerskirchen

Ich möchte zwei Dinge beichten, dazu muss ich jedoch erst einmal etwas ausholen: In meiner Kindheit wurde ich hin und wieder von meinem Vater geschlagen und in meinem Zimmer eingesperrt. Das führte dazu, dass ich ihn zeitweise sehr gehasst habe. Er ist eigentlich ein netter Mensch, aber eben ein Choleriker, der seine Gefühle nicht im Griff hat. Seit ich aber nicht mehr zu Hause wohne, hat sich mein Verhältnis zu ihm stark gebessert und ich liebe ihn fast so, wie man eben einen normalen Vater liebt. Ich beichte, dass ich meiner Mutter immer noch sehr übel nehme, dass sie mich nicht vor meinem Vater beschützt hat, sondern einfach weggesehen hat und sagte, dass sie ihn liebt. Ich beichte, dass ich wütend auf meine Schwester bin, nicht, weil sie mir nicht geholfen hat – dazu war sie nicht in der Lage – sondern weil mein Vater sie niemals angefasst hat. Ich bitte um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00036672 vom 20.09.2015 um 14:18:11 Uhr in Mengerskirchen (4 Kommentare).

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Mein Nachbar beschädigt Autos!

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Rache Hass Telefon Auto & Co. Nachbarn

Mein Nachbar nervt mich dadurch, dass er nachts lange und laut telefoniert. Das ist besonders nervig, da ich morgens immer früh raus muss. Nettes Bitten, zumindest leiser zu telefonieren, hat nichts geholfen. Also klemme ich, immer wenn ich in der Stadt bin, Zettel an Windschutzscheiben von parkenden Autos. Darauf steht: "Ich habe Ihr Auto beschädigt, bitte rufen Sie mich zwischen 7 und 9 Uhr morgens an, da ich Sie nicht erreichen konnte". Mal sehen, wann mein lieber Nachbar eine neue Nummer braucht.

Beichthaus.com Beichte #00036615 vom 12.09.2015 um 22:33:04 Uhr (12 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Zurückweisung

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Selbstsucht Engherzigkeit Verzweiflung Gesundheit

Ich (m/42) war diesen Sommer in der Reha. Zum einen wegen medizinischer Gründe, zum anderen wegen psychischer Probleme. Um es auf den Punkt zu bringen: Aufgrund meines Lebenswandels habe ich in den letzten Jahren alle meine sozialen Kontakte verloren. Familie, Freunde, alles. Ich bin alleinstehend, habe keine eigene Familie, meine Eltern haben während meines Aufenthaltes den Kontakt zu mir abgebrochen. Ich war während meines Aufenthaltes genötigt, mich mit meiner Einsamkeit auseinanderzusetzen, und das war nicht leicht. Durch die Gespräche mit meiner Therapeutin war ich emotional überall wundgescheuert und empfindlich, und meine Einsamkeit wurde mir da erst richtig bewusst.

In dieser Zeit habe ich in der Klinik jemanden kennengelernt. Einen ganz besonderen Menschen, eine wunderbare Frau. Sie hatte ebenfalls ihre Päckchen zu tragen. Wir haben uns nach ein paar Tagen sehr gut verstanden, haben viel Zeit miteinander verbracht, uns gegenseitig geholfen, zugehört, unterstützt, getröstet. Ich habe es sehr genossen, es war schön, nach all den leeren Jahren mit einem Menschen wirklich zu kommunizieren. Leider habe ich für diese Frau tiefere Gefühle entwickelt. Leider deshalb, weil es zu schnell ging - nicht der richtige Ort und nicht die richtige Zeit war. Sie hat meine Gefühle nicht erwidert, aber das ist an sich nicht schlimm, das kann ich ja nicht erzwingen. Aber ich war egoistisch und konnte nicht mit der Zurückweisung umgehen, dass sie meine Gefühle nicht erwidert. Ich hätte ihr weiterhin in ihrer Situation helfen müssen, so wie ich es vorher tat, aber ich tat es nicht. Ich war verletzt, eifersüchtig, beleidigt, fühlte mich zurückgewiesen. Und das tut mir so sehr leid, dass mir meine eigenen verletzten Gefühle in dem Moment wichtiger waren als ihre Not und ihre Bedürfnisse. Alles was sie brauchte, war ein Freund, der zuhört, und ich habe es nicht geschafft, dieser Freund zu sein.

Meine liebe S., es tut mir so sehr leid. Ich wünsche mir, dass es dir bald wieder gut geht und du dein Leben führen kannst, so wie du es dir wünschst. Bitte verzeih mir. Bei allen anderen bitte ich um Absolution.

Beichthaus.com Beichte #00036574 vom 06.09.2015 um 21:00:56 Uhr (7 Kommentare).

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Ossis werden diskriminiert

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Vorurteile Gesellschaft

Es kotzt mich an, wie manche Leute über Ostdeutsche herziehen. Bloß weil es in Orten wie Heidenau ein paar braune Idioten gibt, sind wir nicht alle so. Ossis werden als faule Schmarotzer dargestellt. Das entspricht keinesfalls der Wahrheit. Ich und meine gesamte Familie stammen aus Ostdeutschland. In meiner Familie ist niemand arbeitslos. Auch ich habe nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung absolviert, danach mein Abitur nachgeholt und studiere inzwischen. Ich studiere in Westdeutschland und mir scheint es so, als ob dort Ostdeutsche als Untermenschen angesehen werden. Jedenfalls werde ich immer mit großen Augen angeguckt, wenn ich von meiner Herkunft erzähle, weil man es mir ja gar nicht anmerken und ansehen würde, dass ich aus Ostdeutschland stamme. Des Weiteren habe ich schon mehrmals in einem Flüchtlingsheim geholfen und versuche, wo es geht, Spenden für diese armen Menschen zu organisieren. Für mich stehen auch die Leute die Ostdeutsche diskriminieren auf der gleichen Stufe wie Rechtsradikale, weil sie ja auch Menschen aufgrund ihrer Herkunft diskriminieren.

Beichthaus.com Beichte #00036540 vom 03.09.2015 um 13:33:15 Uhr (22 Kommentare).

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Zwei Fremde aus dem Internet

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Waghalsigkeit Begehrlichkeit Schamlosigkeit Internet

Ich (w/fast 30) denke in letzter Zeit oft über mein vergangenes Leben nach. Das ist wohl auch ein bisschen normal in meinem Alter, es nullt bald und was wollte ich doch eigentlich schon alles erreicht haben, wenn ich mal so alt werde. Dazu gehört auch eine gewisse Reflexion, dabei kommen Erinnerungen auf, die ich wohl aufgrund des Selbstbildes, welches ich von mir selbst gern haben möchte, nach irgendwo ganz hinten verdrängt habe. Als ich 19 war, hatte ich das erste Mal Internet zu Hause und versuchte mich im Chatten. Dabei lernte ich einen Typen kennen und es dauerte nur ein paar Tage, bis er sich abends mit einem Kumpel ins Auto setzte und gute 70km fuhr, um mich kennenzulernen. Wir saßen eine Weile in seinem Auto rum und fuhren dann zu ihm nach Hause. Wieder 70 km, er versprach, mich nach Hause zu fahren, wenn ich wolle. War ich naiv, alleine mit den zwei Männern loszufahren. Zwar hatte ich meiner Mitbewohnerin einen Zettel mit dem Autokennzeichen, Namen und Telefonnummer meines Dates hinterlassen, aber was hätte es mir geholfen, wenn ich ein Messer an der Kehle gehabt hätte.


So weit kam es aber zum Glück nicht. In seiner Wohnung rauchten wir ein paar Joints, tranken Bier und der Kumpel des Dates flirtete mit mir, obwohl er erst ein paar Tage zuvor Vater geworden war. Wir tranken und rauchten mehr und ich wurde müde und das Date bot mir an, bei ihm zu schlafen. Er sei ja auch viel zu betrunken, um jetzt noch zu fahren. Er überließ mir sein Bett, wollte selbst auf der Couch schlafen. Ich war schon fast eingeschlafen, als er ins Zimmer kam. Beim mir schrillten die Alarmglocken, aber er wollte nur ein Kopfkissen. Und dann, keine Ahnung wie, warum und so weiter, lud ich ihn ein, sich zu mir zu legen und mit mir zu schlafen. Der Sex war echt nicht sehr gut, das weiß ich noch. Peinliches Gefummel unter der Bettdecke und ein zu schneller Koitus seinerseits. Ich glaube, ich hatte einfach nur Sex, weil die Gelegenheit sich damals anbot und ich zu dem Zeitpunkt echt geil nach Bestätigung war. Dabei habe ich - auf längere Zeit gesehen - meiner Selbstachtung damit keinen Gefallen getan.

Beichthaus.com Beichte #00036492 vom 28.08.2015 um 23:38:32 Uhr (3 Kommentare).

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