Leben mit sozialer Phobie

8

anhören

Peinlichkeit Verzweiflung Manie

Ich (m) habe eine soziale Phobie, das heißt, dass ich Angst vor menschlichem Kontakt habe. Zuerst dachte ich, es ist nur Schüchternheit, aber im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass es nicht mehr im standardmäßigen Rahmen liegt. Vor allem in der Schule fällt es mir schwer, in Gruppen zu arbeiten oder eine Präsentation vor den anderen zu halten. Auch in der Pause sitze ich lieber alleine in einer Ecke, statt zu einer Gruppe zu gehen. Allgemein stellt das Reden mit Menschen außerhalb meiner Familie für mich eine Prüfung dar. Selbst in der Familie verschließe ich mich gegenüber anderen, ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich mich ändern möchte oder nicht. Den Psychologen und Therapeuten habe ich am Ende einer Therapie immer versichert, dass nun alles in Ordnung ist. Dabei möchte ich den Menschen helfen, weil ich Menschen liebe. Ohne dieses Selbstbewusstsein wird dies zu einer Mammutaufgabe für mich. Ich bewundere die Menschen, die jeden Tag glücklich ihren Alltag leben und sich für andere einsetzen, auch wenn es ihnen natürlich nicht immer gut geht. Ich wollte eigentlich über die Herbstferien einen Minijob als Reinigungskraft machen, um das Geld irgendwohin zu spenden, auch wenn der Geldbetrag lächerlich gering wäre, vielleicht hätte ich jemandem damit etwas geholfen. Stattdessen habe ich mir darüber Sorgen gemacht, wie ich vor den Leuten auftreten würde und dass ich möglicherweise versage. Bitte vergebt mir mein egoistisches Verhalten. Ich weiß, dass ich mich zusammenreißen muss, wenn ich meine Ziele durchsetzen möchte!

Beichthaus.com Beichte #00036888 vom 21.10.2015 um 21:39:53 Uhr (8 Kommentare).

In WhatsApp teilen
Zufallsbeichte

Kommentare der Beichthaus-Bewohner

ozelot

Wieso willst Du in den Ferien Jobben um das Geld zu spenden ? Demnach bist Du Schüler und hast kein Einkommen (außer dem was deine Eltern Dir zukommen lassen). Fang an, dich normal zu benehmen, z.B. Jobben um deine Finanzen aufzubessern. Dann bessert sich auch deine Phobie.

22.10.2015, 12:58 Uhr     melden


Salin

Ich verstehe dich, ich hab das gleiche Problem. Ich hoffe, dass es wenn ich in paar Monaten in die Klinik gehe, ich mich danach so weit traue halbwegs auf Leute zuzugehen und in einer Selbsthilfegruppe offen darüber zu reden. Und es ist trotzdem schön einmal zu lesen, dass es andere gibt, die auch genauso fühlen. Vielleicht magst du mal darüber schreiben, ich suche noch Emailfreunde die das gleiche Problem haben, denn sein Umfeld immer anlügen ist auch nicht schön und es ist gut, jemanden mal nicht anlügen zu müssen, was das eigene Leben angeht. Ich bin 21 und tolerant. Es ist jetzt nicht so sehr wichtig was genau du schreibst und ich will auch nur schreiben. Würde mich freuen.

22.10.2015, 13:00 Uhr     melden


Vicco aus Deutschland

Warum versicherst du den Therapeuthen, dass alles okay ist, wenn es nicht stimmt?! Wenn das an deiner Sozialphobie läge, wäre das allerdings schon wieder lustig. Zwar auf eine grausame Weise, aber dennoch...

22.10.2015, 13:06 Uhr     melden



“35.000

“Beichte


Infinity09

Vielleicht solltest du erstmal dir selbst helfen bevor du gutes für andere tust. Unternehmen würde ich schon etwas, denn längerfristig geht das garantiert nicht gut.

22.10.2015, 13:12 Uhr     melden


Mr.Whatzup

Probleme wie Sozialphobie sind nicht die Ursache, das hat man nicht grundlos und kann man schwer seperat behandeln (wie zB absichtlich mit vielen Fremden zu reden versuchen) damit lindert man nur die Symptome (wie eben Sozialphobie) Sowas ist eigentlich immer auf ein schwaches Selbstwertgefühl zurückzuführen.

Das gute daran ist, man kann es verbessern z.B. Durch einen fähigen Therapeuten oder selbst mit Hilfe von Büchern. Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls z.B. Ist sehr zum empfehlen. Viel Glück bei deinem Weg rede es dir nicht schön dass du Sozialphobie hast und eh nix dagegen machen kannst und versink dabei im Selbstmitleid wie jemand den ich kenne.

22.10.2015, 13:15 Uhr     melden


ruffy aus Meer

Man sollte sich nie zu viele Gedanken darüber machen, was andere Menschen über einen denken, da die meisten dumm sind und gar nicht denken.

22.10.2015, 14:56 Uhr     melden


Nebelstern

Huhu, der Beichter hier! : )

@ozelot Ich lebe noch bei meinen Eltern, vom Finanziellen ist es daher kein Problem, ich würde nur gerne etwas eigenverdientes Geld an jemanden spenden : )

@Salin ich schreibe Ihnen eine Mail, damit wir in Kontakt treten können : )

Ihr habt Recht, ich muss erstmal in meinem eigenen Leben klar kommen, bevor ich anderen helfen kann. Das ist der Zwiespalt, in dem ich mich befinde. Mir wurde die Therapie nach einiger Zeit unangenehm, wie Sie bereits richtig gefolgert haben, Vicco. Danke für die Empfehlung, Mr.Whatzup, ich werde mich nach dem von Ihnen erwähnten Buch umschauen : )

@Ruffy da haben Sie mit Sicherheit Recht, ruffy. : )

Danke Euch, die Beichte hat mir das Gewissen etwas erleichtert, da ich nun weiß, dass ich nicht alleine bin, und es Methoden gibt, diese Phobie zu bezwingen : )

22.10.2015, 20:19 Uhr     melden


Wölfchen_Ly

@Ruffy: So ein Kommentar kann nur von jemanden kommen, der Soziophobie nicht versteht. Wir WISSEN, dass wir uns nicht so viele Gedanken machen sollten - aber wir können es nicht verhindern. Würdest du von jemanden mit Höhenangst verlangen, dass er auf dein Eifelturm klettert und direkt runterschaut, weil ja nichts dabei ist? Nicht? Warum verlangst du das dann von einem Soziophobiker? @Nebelstern: Ich habe seit vielen vielen Jahren Soziophobie und habe bereits einige Therapien hinter mir. Behaupten, dass es dir besser geht, wenn dem nicht so ist, solltest du niemals tun. Das hilft dir nicht. Ansonsten ist der Kampf gegen die Angst leider ein lebenslanger. Es fällt uns immer schwerer etwas zu tun, was andere scheinbar mit links machen. Aber wenn du dich deiner Angst stellst und dich davon nicht unterbuttern lässt, wird es besser. Es wird leichter. Ich war einmal so weit, dass ich das Haus nicht mehr verlassen konnte, weil ich solche Angst vor den Menschen da draußen hatte. Inzwischen hat sich das Problem gegeben - klar zögere ich immer noch, aber ich kann da raus gehen. Ich kann einkaufen, arbeiten und gehe sogar ab und zu sogar mal freiwillig in Menschenmassen (Kino, Restaurants, Jahrmärkte, etc) . Ich habe dann IMMER Angst, Herzrasen, Panik, renne wie eine Bekloppte und mache drei Kreuze, wenn ich zu Hause bin - aber es wird besser. Ich habe sogar letztens jemanden (berechtigt) zusammen gestaucht. So ganz ohne Bitte und Entschuldigung und so weiter. War mir durchaus unangenehm und ich habe noch Stunden danach gezittert - aber Mensch war ich stolz! Also nicht aufgeben! PS: Wenn du arbeiten gehst, dann für dich selbst. Was mir geholfen hat: mich einer furchtbaren Situation stellen und mich danach belohnen, weil ich es geschafft habe. Nach der ersten Busfahrt gab es eine Tafel Schokolade. Zusammen mit meinen Freund zu einen mir wildfremden Menschen auf eine Party gehen, erlaubte mir ein wunderbar schweres Rip-Eye. Beim Zahnarzt nicht aus dem Fenster springen (ja, hab ich schon gemacht), gab schönen selbstgemachten Lavakuchen. So blöd das auch klingt: Der Gedanke an eine "Belohnung" hilft dir, die Situationen durchzustehen. Und für Belohnungen brauchst du Geld. Spenden kannst du danach immer noch, wenn was übrig bleibt.

22.10.2015, 22:40 Uhr     melden


LilaBlaubeere

warum gibt es nur Internetsuchmaschinen, mit welchem verwirrtes pubertierendes jungvolk nichtssagende pseudosymptome zu einer absurden diagnose bündeln können?

23.10.2015, 09:37 Uhr     melden


Jetzt anmelden, um auch einen Kommentar zu schreiben.

Facebook Kommentare

Ähnliche Beichten

NCC-1701-D

Seit Jahren bin ich (m/30) begeisterter Star-Trek-Fan. Neben der intellektuellen und philosophischen Tiefe der Stories begeistert mich vor allem die dargestellte …

What does the fox say?

Ich (m) beichte, dass ich völlig besessen von Füchsen bin, mich deshalb selbst verleugne und immer mehr denn Hang zur Realität verliere. Ich kann nicht …


Aggression   Begehrlichkeit   Betrug   Boshaftigkeit   Diebstahl   Drogen   Dummheit   Ehebruch   Eifersucht   Eitelkeit   Ekel   Engherzigkeit   Falschheit   Faulheit   Feigheit   Fetisch   Fremdgehen   Geiz   Gewalt   Habgier   Hass   Hochmut   Ignoranz   Lügen   Manie   Maßlosigkeit   Masturbation   Missbrauch   Misstrauen   Morallosigkeit   Mord   Neid   Neugier   Peinlichkeit   Prostitution   Rache   Schamlosigkeit   Selbstsucht   Selbstverletzung   Sex   Stolz   Sucht   Trägheit   Trunksucht   Ungerechtigkeit   Unglaube   Unreinlichkeit   Vandalismus   Verrat   Verschwendung   Verzweiflung   Völlerei   Vorurteile   Waghalsigkeit   Wollust   Zorn   Zwang   Zwietracht  

“35.000