Meine Traum-Oma

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Engherzigkeit Verzweiflung 50+

Meine Oma hat früher auf meinen Bruder und mich aufgepasst, wenn meine Eltern beide gearbeitet haben. Sie war eine richtige Traum-Oma. Gesundheitlich hatte sie immer wieder mal mit Problemen zu kämpfen, aber geistig war sie top-fit. Sie interessierte sich sehr für das Weltgeschehen, konnte mit Begriffen wie "working poor" oder "beamen" etwas anfangen, löste fleißig Kreuzworträtsel, hatte einen hohen Sinn für Gerechtigkeit und setzte sich auch mal für die Jugendlichen ein. Sie war streng, aber auch sehr menschlich. Mit den Jahren kristallisierten sich bei mir immer mehr Ähnlichkeiten mit ihr heraus, was meine Bindung zu ihr verstärkte.


Vor 3 Jahren begann sich sehr rapide eine Demenz bei ihr bemerkbar zu machen. Da eine Pflege- und Haushaltshilfe nicht mehr reichte, um sie und ihren Haushalt einigermaßen in Schuss zu halten und all ihre Kinder arbeiteten oder zu weit weg wohnten, haben sie sie in ein Alterspflegeheim gegeben, wo sie sich nach anfänglichem Sträuben (verständlicherweise) nun sehr wohl fühlt. Ich bin sie seither erst 2 Mal besuchen gegangen und eigentlich möchte ich auch nicht mehr hingehen. Nicht weil ich zu faul bin oder sie mir nichts mehr bedeutet. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe was aus ihr geworden ist. Sie erkennt die eigene Verwandtschaft überhaupt nicht mehr und hat weniger Wissen als ein 5-jähriges Kind. Als ich die letzten beiden Male dort war, bin ich in Tränen ausgebrochen als ich dieses Häufchen Mensch gesehen habe. Ich habe so gut es ging, es vor ihr zu verstecken versucht, damit sie kein schlechtes Gefühl bekommt. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie mich mag und sich über den Besuch freut.
Meine Mutter (welche sie immer wieder besucht) hat mir gesagt, dies sei schon ok und gar kein Problem, aber mich beschäftigt es immer wieder. Ich denke immer wieder an meine Oma und werde dabei traurig. Sie kann ja nichts dafür, aber die Besuche tun mir regelrecht weh. Ich bin danach völlig durch den Wind. Aber andererseits fühle ich mich, als würde ich sie im Stich lassen. Und was wenn sie stirbt und ich war kaum bei ihr?

Beichthaus.com Beichte #00030080 vom 09.07.2012 um 20:12:28 Uhr (31 Kommentare).

Gebeichtet von stillesWasser
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Die Delegation eines Konzerns

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Boshaftigkeit Hass Rache

Ich habe zwischen Abitur und Studium in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet. Es war ein toller Job, der mir auch größtenteils Spaß gemacht hat. Die meisten Gäste waren sehr freundlich und auch dankbar. Ein kleiner Kreis von Gästen wurde jedoch von allen Mitarbeitern gehasst - die Delegation eines großen Konzerns, die das Hotel in regelmäßigen Abständen für Versammlungen etc. anmietete und anschließend auch in den Zimmern nächtigte. Ein Bitte oder ein Danke hat man ausnahmslos nie gehört. Man wurde wie ein Zigarettenautomat behandelt. Es gab ständig etwas auszusetzen und teilweise wurden wir richtig angeschrien. Die Herren (Frauen gab es in den höheren Etagen des Unternehmens nicht) fühlten sich in ihren Anzügen schlichtweg besser als alles andere auf der Welt. Der härteste Punkt ist jedoch, dass es nach dem ein oder anderen Glas Whisky oder Cognac wiederholt auch zu Übergriffen auf das weibliche Personal kam. Beschwerden unsererseits an den Hoteldirektor wurden wortlos abgewiesen. In meiner letzten Arbeitswoche waren die lieben Gäste mal wieder vorgebucht. Es lief zunächst ähnlich ab wie gewohnt. Da ich jedoch diesmal für den Check-In zuständig war, gab es Zimmer in den obersten Stockwerken (Etage 9-11), mit der Begründung, dass es auf den anderen Etagen kleine Renovierungsarbeiten gäbe. Als die ersten Gäste - natürlich wieder betrunken - in die Zimmer wollten, habe ich durch einen kleinen technischen Trick den Aufzug stillgelegt. Das kann bei uns jeder Angestellte mit seinem Schlüssel. Das war mir noch nicht genug, so dass ich morgens um 5 Uhr beschloss, dass es an der Zeit ist aufzustehen. Wir haben im gesamten Hotel und auch auf den Zimmern Lautsprecher verbaut, um im Notfall die Gäste benachrichtigen zu können. Das Mikrofon ist durch ein einfaches Klinkenkabel an den Verstärker angeschlossen, an das man auch jeden iPod anschließen kann. ACDC erschien mir ganz passend. Dem Chef habe ich dann nur noch meine Kleidung und Ausweise auf den Tisch gelegt und bin gegangen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist die Delegation nun regelmäßig einige Hotels weiter und verhält sich ähnlich. Die Mitarbeiter - besonders die weiblichen - sind mir sehr dankbar für diese Aktion. Das Hotel läuft weiterhin super, niemand wurde entlassen.

Beichthaus.com Beichte #00030067 vom 26.06.2012 um 14:09:12 Uhr (16 Kommentare).

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Zufallsbeichte
“Ein


Sport Toiletten Spülung

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Verschwendung Manie

Ich habe eine Angewohnheit, die für mich zu einer Art Sport geworden ist. Und zwar drücke ich beim Urinieren schon vorab auf den Spülknopf. Mein Ziel ist dabei, dass der Entleerungsvorgang von meiner Blase und dem Wasservorrat des WCs gleichzeitig endet. Nicht früher und nicht später. Das mache ich selbstverständlich nicht nur zu Hause, da klappt das Timing schon ziemlich gut, sondern auch überall sonst, wo man so aufs Klo gehen kann. Leider gewinne ich nicht immer, so dass ich oft ein zweites Mal spülen muss, schließlich soll das Wasser ja im Klo nicht gelblich vor sich hinstinken. Es tut mir Leid für die Umwelt, die ich durch die doppelte Spülung unnötig belaste. Und auch für die Besitzer der Klos, die durch mich höhere Wasser- und Abwasserkosten haben.

Beichthaus.com Beichte #00030066 vom 25.06.2012 um 13:54:09 Uhr (24 Kommentare).

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Der ignorierte Freund

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Ignoranz Engherzigkeit Selbstsucht

Ich (w/27) muss beichten, dass ich meinen besten Freund in seiner schwersten Zeit im Stich gelassen habe. Wir waren zur Schulzeit die besten Freunde und nach unserem Abschluss bin ich in eine andere Stadt zum Studieren gezogen und er ist hier geblieben. Anfangs haben wir uns noch regelmäßig gesehen und geschrieben aber bei mir kamen neue Freunde, ein fester Freund und ein neuer Abschnitt meines Lebens und ich wurde immer ekliger zu ihm. Ich begann seine SMS zu ignorieren, habe ihn häufig ohne Kommentar versetzt und habe regelmäßig so getan als ob ich gerade keine Zeit hätte. Man sollte jetzt annehmen das er das Interesse verlieren würde aber das Gegenteil war der Fall. Er schrieb mir immer öfter ob mir unsere Freundschaft überhaupt noch irgendetwas bedeuten würde und andere sentimentale Nachrichten, die ich irgendwann nur noch als nervig empfand. Zu seinem Geburtstag versprach ich ihm dann uns zu treffen, versetzte ihn aber für meinen Freund. Eine Woche später schrieb ich ihm noch einmal wie es ihm geht, bekam aber nie eine Antwort. Zu dem Zeitpunkt dachte ich "scheiß auf ihn" und habe mit ihm endgültig abgeschlossen, immerhin verlief mein Leben super und er war der schwarze Fleck in meinem Leben. Heute lebe ich wieder in meiner Heimatstadt, mein Freund hat mich vor einer Weile betrogen, meine Freunde sind nach dem Studium wieder in ihre Heimatstädte zurück und für mich gab es keinen Grund mehr dort zu verweilen. Letzte Woche bin ich einem alten Schulfreund begegnet und habe ihn gefragt wie es meinem früheren, besten Freund gehen würde. Er erzählte mir, dass er wenige Monate nach unserem Abschluss an Krebs gestorben sei. Da ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Zuhause angekommen habe ich bitterlich geweint und allein der Gedanke, dass er dort im Krankenhaus lag, mir geschriebene hat wie es mir geht und ich ihn ignoriert habe, weil mir Party und Shoppen wichtiger waren, bricht mir das Herz. In ein paar Wochen wäre wieder sein Geburtstag und ich will ein paar Blumen an sein Grab legen. Ich konnte für ihn im Leben nicht die Freundin sein, die er gebraucht hätte aber zumindest jetzt will ich die Freundin sein, die er verdient.

Beichthaus.com Beichte #00030065 vom 25.06.2012 um 00:50:09 Uhr (52 Kommentare).

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“Beichte

Die Katze ohne Zuhause

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Aggression Mord Tiere

Ich (m/22) möchte beichten, dass ich gestern etwas in meinen Augen sehr dummes getan habe. Ich wohne auf dem Land und besitze eine Katze. Nun ist es so, dass unsere Katze schon öfters mit Schrammen und Verletzungen nach einem Kampf mit anderen Katzen nach Hause kam. Mir viel dann des öfteren auf, das eine bestimmte Katze immer um unser Haus schleicht. Diese Katze sieht wirklich nicht topfit aus, da es eher eine wilde Katze ohne Zuhause ist. Nun ist es so, das meine Katze völlig durch dreht wenn diese Katze um unser Haus schleicht. Die sind wirklich verfeindet. Ich habe diese Katze gestern auf unser Mauer gesehen. Sie saß einfach da und schaute in die Welt hinaus. Da nahm ich ohne genau zu überlegen mein Luftgewehr weil sie mich, ich weiß auch nicht wieso, aggressiv machte (es ist ein eher starkes Luftgewehr mit Zielfernrohr etc.) und schoss auf die Katze. Die Katze ist danach von der Mauer gefallen und ich hab Sie nicht mehr gesehen. Danach hatte ich für mich einen Schock, hab nicht gut geschlafen. Ich hinterfrage mich die ganze Zeit wieso ich das überhaupt gemacht habe. Zum Teil Beschützerinstinkt für meine Katze oder ich weiß auch nicht. Ich bin überhaupt nicht der Typ, der auf Tiere schießt, vor allem nicht auf Katzen, denn ich liebe diese Tiere, doch in diesem Augenblick hat mein Hirn einfach ausgeschaltet. Da das Tier kein Zuhause hat wollten es meine Eltern einfangen und zum Tierarzt bringen, um es einzuschläfern. Das habe ich aber erst erfahren, nachdem ich das Tier angeschossen habe. Ich möchte am liebsten wissen wies es dem armen Tier geht. Ob die Verletzung stark ist. Es tut mir extrem Leid und ich bereue meine Tat zu tiefst. Ich möchte nie mehr einer Katze nur das geringste antun. Denn die Katze kann ja nichts dafür, dass Sie kein Zuhause hat, und ja streit zwischen Katzen gehört auch zum Leben. Ich hoffe, der Schuss hat dich, mein Kätzchen nicht zu stark verletzt und du kommst wieder gut auf die Beine. Falls du wieder einmal in der Nähe bist, ich habe Milch im Kühlschrank! Ich bitte um Absolution!

Beichthaus.com Beichte #00030050 vom 18.06.2012 um 11:46:08 Uhr (59 Kommentare).

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