Falsche Anschuldigungen

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Lügen Ungerechtigkeit Verzweiflung Schule

Ich (m/56) war über 25 Jahre im Schuldienst, als ich Klassenlehrer einer Mittelstufenklasse wurde. Unterrichtet habe ich Deutsch, Englisch und Politik und hatte dementsprechend viele Stunden zusammen mit der Klasse. Da war dann dieses eine Mädchen, etwas jünger und kleiner als die anderen, noch nicht so weit entwickelt. Sie wurde klar ausgegrenzt und ihre Noten waren jetzt auch nicht die besten. Ich wollte ihr helfen, und als sie mit einer Fünf in Deutsch anscheinend einige Prügel erhielt, gab ich ihr freiwillig zwei Mal in der Woche nach dem Unterricht Nachhilfe. Das war nicht exklusiv für sie, ich bot aus Eigeninitiative für alle Schüler Förderunterricht an, die freiwillig kommen konnten. Auffällig war aber, dass sie auch Förderunterrichtsstunden in Englisch und Politik besuchte, obwohl sie diese nicht nötig hatte. Ich dachte mir nichts dabei - sie wollte wohl einfach nicht nach Hause gehen.

Durch einige Umstände (schwänzende Schüler, kurzfristige Krankmeldungen) kam es dazu, dass wir einige Stunden allein miteinander verbrachten. In diesen Stunden war sie immer extrem aufgeschlossen, ganz anders als sonst und redete viel mit mir. Auch über privates, wie ihre Familienverhältnisse und dass ihr Bruder starb, kurz bevor sie in die Unterstufe auf diese Schule kam. Mir war klar, dass sie sich sehr einsam fühlen musste und dass ich zu dem Zeitpunkt ihre Bezugsperson war. Irgendwann fiel mir dann auf, dass sie anfing, sich zu schminken und frisieren, ihren Kleidungsstil änderte und "reifer" wurde. Ich freute mich, da ich dachte, sie entwickelt sich weiter. Sie kam deswegen auch in der Klasse besser an.

Als ich an einem Tag die Hefte einsammelte, um einen Aufsatz zu korrigieren, fand ich in ihrem Heft kleine Zeichnungen mit Herzchen und meinem Namen. Das alarmierte mich schon leicht. Ich erzählte einer Kollegin davon, weil ich mir nicht sicher war, ob ich das Mädchen darauf ansprechen sollte. Ich kam zum Schluss, dass das wohl zu übertrieben wäre. Wochen später stellte sich diese Annahme als ganz falsch heraus: Zum Valentinstag schenkte sie mir eine Karte. Ich bat sie zum Gespräch und machte ihr eindeutig klar, dass das nicht geht. Sie dachte daraufhin, ich hasse sie, schrie wütend und weinend herum und warf sogar einen Stuhl durch das Klassenzimmer. Sie haute ab und kam drei Tage nicht zum Unterricht.

Danach normalisierte sich alles. Ich war schon erstaunt, da sie sich zwar nicht mehr so vertraut mir gegenüber verhielt, aber auch gar nicht böse oder nachtragend. Eines Nachmittags - ich betreute die Theater AG - war ich noch mit einem Bühnenbild beschäftigt und alleine in der Schule. Sie war da. Sie kam zu mir in den Raum und zog sich langsam aus, während sie mir ihre Liebe gestand und mich bat, ihr Erster zu sein. Ich schob sie raus und informierte den Schulpsychologen, notgedrungen auch ihre Mutter und ihren Vater. Das Mädchen bekam den Ärger ihres Lebens, was mir so extrem leidtat, dass ich mich bei der Mutter erkundigen wollte, wie es ihr ginge. Am Telefon wurde ich plötzlich wüst beschimpft, was ich nicht verstand.

Am nächsten Tag wusste ich auch schon warum: Das Mädchen warf mir Missbrauch vor. Ich kam mir vor wie im Film. Der Schulpsychologe meinte zu mir, es sei sehr offensichtlich, dass sie dies nur aus Rache heraus behauptet und ich mir keine Sorgen zu machen brauche. Aber wie ich mir Sorgen machen musste! Die nächsten Monate wurden die Hölle! Nachdem nach mehreren psychologischen Gutachten des Mädchens und einer Begutachtung von mir eine Anklage fehlschlug, startete eine öffentliche Hetzkampagne gegen mich. Das Kollegium war stets auf meiner Seite, jedoch musste ich aufgrund von Graffiti- und Steinwurfattacken beurlaubt werden. Mein Auto wurde beschädigt, in mein Haus eingebrochen. Nach polizeilichen Ermittlungen wurde klar, dass die meisten der Attacken vom Vater des Mädchens ausgingen. Als er eingebuchtet war, ging es jedoch weiter. An einem Tag standen etwa 20 Leute vor meinem Haus und forderten mich mit einem Megafon auf, herauszukommen, wenn ich mich denn traue.

Es half alles nichts mehr, selbst ein Artikel in der Zeitung beschwor nur noch mehr Hetzer herauf und ich fühlte mich nicht mehr sicher. Mittlerweile befand ich mich aufgrund des Stresses in psychologischer Behandlung. Von irgendjemandem wurde ich eines Tages beim Verlassen des Büros meines Psychiaters gesehen, der daraufhin einen Facebook-Post diesem Thema widmete, der seinen ganz eigenen Lauf nahm. Es war für mich endgültig vorbei und ich beschloss, umzuziehen und irgendwo neu anzufangen. Sogar meinen Namen konnte ich gerichtlich ändern lassen. Seit einigen Jahren bin ich also an einer Uni einer typischen deutschen Studentenstadt beschäftigt und lehre Deutsch auf Lehramt. In mein tatsächliches Lehramt konnte ich aufgrund der Geschehnisse nicht mehr einsteigen, ich hätte es psychisch nicht mehr verkraftet. Als ich meine erste Stunde vor den neuen Erstsemestern hatte, sah ich in der zweiten Reihe ein vertrautes Gesicht. Ich dachte zuerst, ich spinne und es wäre meinem Trauma geschuldet, nach einem Blick auf die Namensliste, gab es aber keinen Zweifel mehr. Es war SIE. Das Mädchen, das mir durch eine unbedachte Aussage das Leben förmlich zur Hölle gemacht hat.

Ich frage mich noch immer, wie sie mich gefunden hat. Es gab keine Fotos von mir auf der Universitäts-Webseite und von meinem ursprünglichen Wohnort bin ich 700 Kilometer weggezogen. Das konnte einfach kein Zufall sein. Sofort packte mich die Panik, dass der Albtraum von vorne losgeht. Mittlerweile hatte ich eine Freundin, der ich von alldem nichts erzählt habe, und hatte Angst, dass auch sie mir nicht glauben könnte und mich wieder verlässt. Ich ignoriere die mittlerweile junge Frau weitgehend, aber sie kommt nach meinen Vorlesungen stets zu mir, um mit mir zu "reden". Ihr tue das alles ja so schrecklich leid, sie liebe mich immer noch und wegen mir sei es immer ihr großer Traum gewesen, Deutschlehrerin zu werden.

Ich möchte mich mit der Geschichte ungern an die Uni-Leitung wenden, weiß aber auch nicht, wie ich die Situation bewältigen soll. Ich habe Angst, dass sie wieder durchknallt und die Geschichte sich wiederholt. Also überlege ich gerade, wie ich sie am besten durchfallen lassen kann, denn die Beste in Deutsch ist sie noch immer nicht. Aber auch andere, nicht ganz legale Möglichkeiten ziehe ich mittlerweile in Betracht. Ich habe nie eine Abneigung gegen sie verspürt oder sie verteufelt, aber ich möchte einfach nur, dass sie aus meinem Leben verschwindet und das am besten für immer! Es tut mir leid, dass ich so handeln muss.

Beichthaus.com Beichte #00037580 vom 11.02.2016 um 01:44:55 Uhr (35 Kommentare).

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Motorradtour in Kambodscha

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Waghalsigkeit Vandalismus Auto & Co. Urlaub Kambodscha

Ich möchte beichten, dass ich, obwohl ich in Deutschland aufgrund einer angeborenen Sehschwäche niemals einen Führerschein kriegen würde, in Kambodscha Motorrad gefahren bin. Warum ich während meiner ersten Fahrt auf dem Motorrad auf die Idee gekommen bin, von den leeren Landstraßen und Feldwegen runterzufahren und ausgerechnet eine Spritztour durch den Dschungel zu unternehmen, weiß ich auch nicht mehr, allerdings bin ich bei meiner Amokfahrt innige Bekanntschaften zu diversen Bäumen, Büschen und Schlammlöchern eingegangen und bin mehrmals gestürzt, wobei ich mich wie durch ein Wunder nicht verletzt habe. Dafür habe ich aber das Motorrad übel zugerichtet. Endbilanz: Kaputte Bremsen, eingeschlagene Scheibe am vorderen Licht, diverse Kratzer im Lack, herumhängendes Plastik zwischen den Reifen und die Schlüssel habe ich auch noch verloren. Nach meiner Rückkehr hat sich das halbe Dorf über mich totgelacht, nur der Besitzer hat einen leicht fassungslosen Eindruck gemacht.


Schließlich habe ich mich aber mit ihm geeinigt und ihm 100 Dollar für die Reparatur gegeben, wobei er anfangs das Doppelte verlangt hat und am Ende mit dem Deal recht unzufrieden zu sein schien. Wie dem auch sei, in Deutschland wäre die Erfahrung für mich um einiges teurer gewesen und wahrscheinlich hätte ich jetzt eine dicke Anzeige am Hals, wobei mein Problem nicht meine Sehschwäche war, sondern die Tatsache, dass das Terrain mit sandigen Trampelpfaden, Steinen und Löchern im Boden sowie Steigungen und Bächen einfach zu schwierig für einen Fahranfänger war.

Beichthaus.com Beichte #00037542 vom 06.02.2016 um 04:19:16 Uhr in Kambodscha (Phnom Penh) (5 Kommentare).

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Zufallsbeichte
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Meiner besten Freundin geht es schlecht!

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Falschheit Eifersucht Selbstsucht Engherzigkeit

Ich (m/19) bin eine schadenfrohe Sau! Vor einigen Jahren lernte ich meine später beste Freundin kennen. Dummerweise verliebte ich mich später in sie, was nicht nur mit ihrem Aussehen zu tun hat, sondern auch mit ihrer Art. Wir hatten uns nie viel zu verbergen, daher wusste sie auch früher oder später davon, jedoch erwiderte sie meine Gefühle nie, was mich lange mitnahm - wovon ich mir jedoch nichts anmerken ließ. In den Jahren, in denen wir uns alles erzählten, fiel mir auf, wie zerrüttet ihr Leben ist. Ihre Mutter hat sich bereits zwei Mal scheiden lassen, ihr Halbbruder verschwand nach Australien und ihr lagen auch sonst viele Steine im Weg.


Als wir mit der Schule fertig waren, gingen wir getrennte Wege und der Kontakt wurde etwas weniger. Ich nahm eine Ausbildungsstelle im Nachbarort an und sie zog mit ihrer Mutter in eine Großstadt, nachdem diese sich erneut scheiden ließ. Seitdem pendelt sie zwischen zwei Städten hin und her und aufgrund des seltener gewordenen Kontakts bekam ich unheimlich wenig mit, auch wenn wir uns geschworen hatten, immer füreinander da zu sein. In meinen Augen führte sie fast das Leben, das sie immer wollte. Sie machte Party, zog zu ihrem neuen Freund, hatte eine sichere Ausbildungsstelle und tat das, was sie wollte. Aufgrund eines Fehlers meinerseits gerieten wir jedoch vor einem Jahr in einen Streit, der dazu führte, dass wir uns überall ignorierten. Ich konnte meine Gefühle zu ihr dummerweise nicht loslassen, darum litt ich sehr unter dem Streit. Ich erfuhr aus einigen Quellen, wie gut es ihr doch ginge und dass sie mit mir abgeschlossen hätte. Ich redete mir daraufhin ein, sie sei es nicht wert, doch geholfen hat es nicht.


Vor Kurzem schrieb ich sie dann an, da ich auch endlich damit abschließen will, was still dazu führte, dass der Streit vergessen wurde. Nun trafen wir uns vor einer Woche auf einem Fest und redeten stundenlang über uns. Dort kam dann alles ans Licht: Ihre Ausbildung ist schlecht bezahlt, sie pendelte zwischen drei Wohnorten bei Vater, Mutter und Freund und war extrem im Stress. Sie wollte es jedem Recht machen, weshalb sie auch so oft mit ihren Freundinnen weg war, obwohl sie nur daheim bleiben wollte. Physisch ging es ihr nicht besser. Sie konnte keinen Sport mehr treiben, weshalb sie ein paar Kilo zugenommen hatte und ihr sonst makelloses Aussehen wurde überdeckt von Augenringen, Stress und Hüftgold.


Auch, wenn ich Mitleid habe, bin ich ironischerweise schadenfroh, denn seitdem sind meine tieferen Gefühle für sie wie weggeblasen. Dennoch habe ich sie noch unheimlich gerne - ich fühle mich plötzlich nur viel freier, einfach, weil diese Gefühle weg sind. Meine Beichte? Es geht mir besser als meiner besten Freundin und ich freue mich darüber! Und das, obwohl es mir eigentlich egal sein und ich sie unterstützen sollte. Es tut mir leid, dass ich so oberflächlich bin, denn schließlich ist sie im Herzen immer noch das Mädchen von früher.

Beichthaus.com Beichte #00037489 vom 28.01.2016 um 07:15:05 Uhr (6 Kommentare).

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Der Kerker meiner Nachbarn

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Fetisch Masturbation Neugier Nachbarn

Ich (m/31) wohne in einem recht neuen Mehrfamilienhaus in einer gehobenen Gegend. Meine Wohnung ist eher klein, während die Nachbarn eher zur Oberschicht gehören und recht große Wohnungen haben. Seit einem Jahr habe ich eine Freundin, allerdings wohnen wir noch nicht zusammen. Vor einiger Zeit wollte ich etwas bei einem Internetportal verkaufen, und da ich keinen passenden Karton hatte, war ich froh, in der Altpapiertonne des Hauses einen halbwegs passenden Karton zu entdecken. Da er nicht platt gedrückt worden war, nahm ich ihn mit. Erst später fiel mir auf, dass in dem Karton eine CD lag und auf der Hülle diverse Zahlen vermerkt waren. Offenbar waren zuvor in dem Karton IP-Kameras gewesen. Aus Neugier installierte ich die Software und auch das Verbinden der Kameras war dank der IP-Adressen und des Passworts, die auf der Hülle vermerkt waren, kein Problem.


Allerdings ahnte ich da noch nicht, wo ich gelandet war. Zur Vorgeschichte: In der größten Wohnung des Hauses lebt ein eher bieder anmutendes Pärchen Anfang 30. Sie ist sehr dünn und eher unscheinbar und wirkt etwas zugeknöpft und hat einen Doktortitel. Er wirkt irgendwie auch sehr brav. Beide scheinen sehr gut zu verdienen, wirken aber absolut spießig. Aber zurück zu meiner Beichte: Insgesamt waren es acht Kameras, die in einer Art mittelalterlich anmutenden Verließ versteckt waren. Es war ein Raum, dessen Wände wie Bruchstein aussahen, mit elektrischen Fackeln an der Wand. Ein wenig sah es auch wie eine Geisterbahn im Phantasialand, aber dennoch professionell gemacht. In der Mitte des Raumes standen zwei großen Futonbetten. Die Kameras waren offenbar äußerlich nicht erkennbar und gut versteckt. Jeden Abend schaute ich nach, ob sich in diesem Raum etwas tun würde, da ich bis dahin keine Ahnung hatte, wo sich dieser Raum befindet und wem er gehört.


Am Wochenende war es dann so weit: Ich sah die oben beschrieben Nachbarn. Sie sah plötzlich gar nicht mehr bieder aus, sondern trug ein Latexkleid und Stiefel. Erstmals fiel mir auch ihre üppige Oberweite auf. Allerdings waren es nicht nur die beiden Nachbarn, die in diesem Raum anfingen, Spaß zu haben, sondern es waren noch zwei weitere Pärchen und zwei einzelne Männer dabei. Genau das passiert nun regelmäßig an den Wochenenden und regelmäßig schaue ich unbemerkt zu. Ich hätte nie für möglich gehalten, was da abgeht. Teilweise gehen gut bestückte Herren bei meiner zierlichen Nachbarin so fest zur Sache, dass man fast Angst um sie haben muss, teilweise geht es in Richtung SM oder es sind große Spielzeuge im Einsatz. Regelmäßig sehe ich neue Gesichter in dieser Wohnung. Manchmal ist es fast lächerlich, wenn die Beteiligten verkleidet sind als Ritter, oder Uniformen tragen, oder wenn sich der spießige Nachbar als "Herr Kerkermeister" anreden lässt. Fast ausschließlich sind die Beteiligten hierbei auffallend attraktiv. Was ich etwas bedenklich finde, ist die Tatsache, dass Gummis nie zu sehen ist. Ich gehe davon aus, dass der männliche Teil meiner Nachbarn die Kameras angebracht hat und alle anderen Beteiligten nichts davon wissen.


Beichten möchte ich genau zwei Dinge: Zum einen, dass ich mir das regelmäßig und gerne ansehe und meine sonst so graue Nachbarin schon fast als Star ansehe. Zum Anderen habe ich heute meine Nachbarin vor dem Haus getroffen, als sie einen sehr großen Einkauf nach Hause brachte. Ich ließ die Bemerkung fallen: "Oh, große Feier am Wochenende?" und sie antwortete: "Ja, so ungefähr". Nun habe ich gerade meiner Freundin für heute Abend abgesagt, mit der Begründung, dass es mir nicht gut gehen würde, damit ich heute Abend allein in der Wohnung bin und mir das Spektakel ansehen kann. Außerdem habe ich fast Angst davor, irgendwann einmal einen Bekannten vor der Kamera zu entdecken.

Beichthaus.com Beichte #00037452 vom 22.01.2016 um 10:07:43 Uhr (20 Kommentare).

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Die junge Obdachlose in meiner Wohnung

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Falschheit Lügen Verzweiflung

Die junge Obdachlose in meiner Wohnung
Ich (m/35) stecke in einem Dilemma. Bei uns in der Gegend gibt es seit etwa Herbst eine junge Frau, die offensichtlich obdachlos ist. Ab und zu sah man, wie sie mit Männern mitging, ich dachte mir schon, was da war. Jedoch sollte ich mich irren. Letzten Mittwoch sah ich sie wieder vor unserem Einkaufsmarkt sitzen. Man muss dazu sagen, dass sie nicht direkt bettelt, sondern irgendwann nach etwas zu essen fragt, wenn man mit ihr spricht. Das tun auch viele, denn sie ist lieb und unter den Dreckschichten auch hübsch, wenn auch winzig und schmal. Dieses Mal jedoch liefen ihr Tränen ohne Ende herunter. Ich hatte schon öfter mit ihr geredet und sprach sie daher an. Es endete darin, dass sie mir sagte, sie sei wegen einer noch bedürftigeren Frau mit Kleinkind aus ihrer bisherigen Unterkunft geflogen und wisse jetzt nicht, wohin sie solle. Überall sonst würden zu viele Fragen gestellt werden. Ich bemerkte diese Anmerkung zwar, ging aber nicht weiter drauf ein.

Kurz und gut, ich ging einkaufen und sie ging mir dabei nicht mehr aus dem Kopf. Also schalt ich mich selbst einen Idioten, warf sämtliche Prinzipien über Bord und nahm sie mit zu mir. Und bevor jetzt jemand denkt, es geht in die übliche Richtung. Nein. Ich ließ sie erstmals duschen und ihre Wäsche waschen, die wirklich schon nicht mehr mädchenhaft roch, und war erstaunt, was für ein hübsches Mädchen sich unter den Schichten von Klamotten verbarg, auch wenn sie in einem meiner geliehenen Shirts fast verschwand. Sie schlief trotz Fernseher und mir im selben Raum sehr schnell auf der Couch ein und schlief erst einmal zehn Stunden durch wie ein Stein. Am nächsten Morgen redeten wir.

Wir machten einen Deal aus: Sie schläft auf der Gästematratze in der Küche oder wahlweise der Couch im Wohnzimmer und übernimmt den Haushalt, außerdem verlässt sie das Haus mit mir und kann rein, wenn ich heimkomme, nicht früher. Kein Herumlungern vor dem Haus. Sie bringt niemanden mit. Ebenso kein Alkohol, da ich sie ab und zu mit einer Weinflasche gesehen hatte. Sobald etwas fehlt, übergebe ich sie der Polizei, wobei ich merkte, dass sie zusammenzuckte. Sie war dankbar und mit allem einverstanden. Und ich fragte sie nach den Kerlen, die sie mitnahmen. Sie erzählte mir, dass sich bisher alle Männer so weit anständig verhielten, nur einer wollte sie mehrmals nackt sehen, fasste sie aber seltsamerweise nicht an. Und sie schlief auch mit keinem. Auch bei mir benimmt sie sich anständig, außer der Angewohnheit, dauernd ohne Hose rumzulaufen, was mich aber nicht weiter stört. Sie zieht halt nach dem Duschen einfach keine mehr an. Ich sehe das eher als Zeichen von Vertrauen und dass sie sich hier unbefangen fühlt.

Gestern fand ich vier ihrer Jeans, leerte zum Waschen die Taschen aus und fand darin ihren Ausweis. Kurz gesagt, ihr Name stimmt, ihr Alter nicht. Sie ist nicht 22, sondern 17. Noch, denn Ende des Monats wird sie volljährig. Als ich sie darauf ansprach, weinte sie und bat mich, nur noch so lange bleiben zu dürfen, bis sie eben 18 ist. In ihrer Verzweiflung, als ich sie fragte, ob sie wisse, dass ich mich strafbar machte, zog sie sich sogar fast vollständig aus und versuchte, sich auf mich zu setzen. Ich schob sie zurück und sagte ihr, dass das unnötig sei, da ich es mir überlegen würde. Als ich nach ihren Eltern fragte, meinte sie nur, ihr Vater habe mehrfach versucht sie zu vergewaltigen und ihre Mutter sei ständig zu besoffen, um davon etwas zu merken. Sie würde niemals dorthin zurückgehen. Eher würde sie auf der Straße erfrieren. Sie habe sich vorgenommen, nicht zu stehlen oder sich zu verkaufen und das bisher auch eingehalten - und außer ab und zu Wein gegen die Kälte, möge sie auch keinen Alkohol. Keine Drogen. Sie raucht ja nicht einmal. Ich sagte also erneut, dass ich es mir überlegen würde.

In letzte Nacht kam sie zu mir ins Bett und versuchte es noch einmal. Obwohl ich körperlich stark reagierte, was ihr nicht entging, wies ich sie erneut ab, sagte ihr aber, sie solle sich bitte endlich beruhigen, ich würde sie sicher nicht einfach rauswerfen. Ich ließ sie sogar bei mir schlafen, denn sie bat darum und meinte, sie bräuchte Wärme und Gesellschaft und ob sie bei mir in den Arm darf. Ich gebe ja zu, das war nicht unangenehm, es war sogar schön, auch ohne sexuellen Bezug. Vor allem weil die Kleine extrem kuschelt. Da passte kein Blatt Papier mehr dazwischen. Aber selbst dabei merkt man ihr keine Hintergedanken an und sie versuchte auch nicht mehr, mich anzufassen. Allerdings bekam sie die halbe Nacht über Zitter-Anfälle, durch die das ganze Bett vibrierte. Sie meinte, nach fast fünf Tagen sitze die Kälte immer noch bis in die Knochen. Ich glaube aber, es kommt nicht nur von äußerer Kälte. Und brauchen wir nicht alle ab und zu etwas Wärme im übertragenen Sinne?

Da ich heute frei habe, habe ich ihr erlaubt, tagsüber hierzubleiben und im Moment putzt sie wie irre die Küche - mal wieder ohne Hose, was wohl eine Art Tick bei ihr ist, denn es dient nicht der Anmache. Sie putzt, sie kocht und sie teilt auch die Lebensmittel, die sie tagsüber erbettelt, auf. Außerdem gab sie mir am Samstag 30 Euro und meinte, das sei fürs Übernachten. Ich gab ihr das Geld zurück und sagte, sie solle Essen davon kaufen. Sie strahlte und meinte, sie kaufe dann eben Essen für uns beide. Finanzielle Einbußen habe ich wegen ihr wirklich keine. Ich gebe also einer Minderjährigen Obdach, die auch noch halb nackt bei mir rumläuft, und habe ein schlechtes Gewissen. Und das eben nicht, weil ich es ausnutze, sondern weil auf einem sehr schmalen Grad zwischen Anstand und Gesetz wandele.

Und das Seltsamste ist, ich gewöhne mich bereits an ihre Anwesenheit. Sie ist frech, aber nicht unverschämt, klug, aber nicht belesen und unglaublich wissensdurstig. Niedlich und hübsch, ohne dabei in irgendeiner Art billig zu wirken, eher etwas schlichter sogar, das sie kein Schminkzeug hat und das auch nicht mag. Sie ist so ein bisschen der Typ Wildfang, wie wir früher sagten. Es ist irgendwie nett, sie um mich zu haben, vor allem, da sie zwar eine Schwatzdrossel mit einem unglaublichen Redebedürfnis ist, aber nicht zu laut oder nervig, sie belebt meine ansonsten leere Wohnung auf angenehme Weise. Ja, sie reizt mich, ich gebe es ja zu. Wer wüsste nicht gerne, was genau zwischen zwei so hübschen und makellosen Beinen ist? Aber ich bleibe standhaft, da ich ihre Situation nicht ausnutzen werde und dabei bleibt es.

Mein Problem ist jetzt, wenn ich sie Polizei und Jugendamt übergebe, ist sie in deren Fängen, auch über 18 gibt es da Möglichkeiten, und sie will auf keinen Fall in ein Heim oder unter Betreuung gestellt werden. Und Rauswerfen - bei sieben Grad Minus - werde ich sie auch nicht. Ich habe wohl also, so wie es aussieht, bis in den frostfreien Frühling hinein eine nette Mitbewohnerin.

Beichthaus.com Beichte #00037427 vom 18.01.2016 um 15:52:36 Uhr (53 Kommentare).

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